Alster Ego 9 - Martin Hoerschelmann Pastor St. Johannis
Shownotes
Der Pastor-Podcast!
In dieser Folge ist Martin Hoerschelmann mein Gast. Er ist Pastor der Kirche St. Johannis in Eppendorf - der soganannten Hochzeitskirche.
Er verrät uns, warum voreilige Hamsterkäufe nachteilig sein könnten,
was er fünf Jahre in Indien gemacht hat,
wie er die Auferstehung am dritten Tage quasi live miterlebte und
was in ihm vorging, als eine Braut bei der Trauung tatsächlich "nein" gesagt hat!
Ein lustiges, tiefsinniges und Einblick gewährendes Gespräch, in dem wir auch klären, wie die Bibel eigentlich ausgeht ...
Hier der Link zum erwähnten Buch "Wer nur auf die Löcher starrt, verpasst den Käse".
https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1023293384
Eppendorf ist einer der schönsten Stadtteile Hamburgs - dörflich, liebenswert, klischeebehaftet. Wer sind die Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten?
Darum soll es in meinem Podcast "Alster Ego" gehen.
Warum "Alster Ego"? In Anlehnung an das "Alter Ego" beschreibt "Alster Ego", das Ich, das in starker Verbundenheit zur Alster steht (an dieser Stelle der kurze Hinweis, dass ich mich klar distanziere von falschem Patriotismus oder rechten Gedanken. Ich bin froh und dankbar, in diesen Verhältnissen hier leben zu dürfen und hoffe, dass wir unsere Demokratie noch sehr lange erhalten können).
Ich möchte Politik aber weitestgehend aus meinem Format heraushalten, dafür sind andere Plattformen weitaus besser geeignet. Ich möchte Geschichten erfahren, Leute unterhalten und vielleicht meinen Beitrag zu einer besseren Nachbarschaft leisten, in der man miteinander redet, statt übereinander - an einem Ort der Begegnung. Ich zeichne die Podcasts live im "Manzels" in Hamburg Eppendorf auf (www.manzels.de). Einmal im Monat begrüße ich zwei Gäste vor Publikum, die jeweils einzeln aus ihrem Leben erzählen, daraus entstehen dann zwei Folgen.
Mich bewegen Menschen, Lebenswege, Leidenschaften.
Wenn Sie einen starken Eppendorf-Bezug und etwas Interessantes zu erzählen haben, das in diesen Podcast passen könnte, dann schreiben Sie mich an unter tetje@tetje.com.
Ich freue mich auf Sie - ob im Publikum oder mit am Mikrofon.
Ihr Tetje Mierendorf
Transkript anzeigen
00:00:02: Moin,
00:00:05: hier ist Alster Ego.
00:00:09: Der Podcast aus Eppendorf,
00:00:12: für Eppendorf
00:00:14: und alle, die gern so tun, als würden sie hier boden.
00:00:18: Ich bin Teechemierendorf, euer Tour Guide durch Cafés, Boutiquen, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.
00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol, High Heels auf Gummistiefel und ihr seid mitten drin.
00:00:34: Also Kopfhörer rein, Ego raus.
00:00:36: Es ist
00:00:37: Alster Ego Zeit.
00:00:44: Und wir sind hier wieder mit Alster Ego, live aus dem Mannsitz.
00:00:54: Mein Gast heute, the one and only.
00:00:57: Martin Harschelmann, Pastor der St.
00:01:00: Johanniskirche
00:01:01: in Eppendorf.
00:01:02: Hallihallo.
00:01:07: Schön, dass ich dabei sein kann.
00:01:09: Ich
00:01:09: freue mich auch irrsinnig.
00:01:10: Ich habe ja am Anfang mal die Losung ausgegeben.
00:01:12: Okay, ich möchte diesen Podcast unpolitisch und unreligios halten.
00:01:17: Ja, ich hatte letztes mal ein SPD-Hälfte,
00:01:19: das was ich sagen wollte.
00:01:22: Hat alles nicht geklappt.
00:01:23: Nein, ich freue mich wahnsinnig, dass du hier bist.
00:01:26: Ja, die Hochzeitskirche, so wird sie ja auch genannt, ist, glaube ich, die höchstfrequentierte Hochzeitskirche in Hamburg.
00:01:33: Ist das richtig?
00:01:34: Also,
00:01:34: hier ist Hochzeitsmäßig immer kräftig was los.
00:01:38: Allerdings muss man sagen, Corona weniger.
00:01:40: Es hat tatsächlich Veränderungen gegeben, gesellschaftlich und bei uns merken wir es auch.
00:01:44: Wird
00:01:45: insgesamt weniger.
00:01:45: Also, das
00:01:46: meiste, was ich mal hatte, an einem Sonnabend sieben Hochzeiten abwürgen.
00:01:50: Die du alle durch
00:01:51: sie alle richtig angesprochen.
00:01:58: Als junger Pastor ist mir das mal passiert.
00:02:01: Die Nachbarstochter, das war an der Ostsee in Petzerhaken, sehr schön auch.
00:02:07: Und ich frag ihn, ob er sie heiraten will.
00:02:12: Und er sagt, ja, mit Gottes Hilfe hat mich auch nicht überrascht.
00:02:15: Das hatten wir so abgesprochen.
00:02:17: Und dann hab ich sie gefragt und sie sagt, nein.
00:02:22: Aber ich sag, wieso denn nein?
00:02:24: Und sie sagt, ist der Falsche.
00:02:27: Und ich guck ihn an und denke, den hast du dir selber ausgesucht.
00:02:33: Der falsche Name.
00:02:34: Und in meiner Jugendlichkeit damals habe ich immer überall so einen kleinen, gelben Postezettel rein, wo die Namen vorkamen.
00:02:42: Und an der Stelle, just da, er hieß Marc.
00:02:46: Und ich habe sie nach Jens gefragt.
00:02:50: Und den wollte sie nicht.
00:02:54: Oh, das tut weh.
00:02:56: Aber das konnte ihr gerade rücken.
00:02:57: Sie wusste seinen Namen.
00:02:59: Sie wusste das.
00:03:00: Wir
00:03:00: konnten das klären.
00:03:02: Dann hat sie das auch zustimmend zur Kenntnis gegeben.
00:03:06: Hinterher gab es einen Riesen-Bettlaken.
00:03:12: Weißes Bettlaken, wo alle unterschrieben haben.
00:03:14: Irgend Scherzbeut hat drunter geschrieben.
00:03:16: Jens war auch da.
00:03:21: Martin, du bist Pastor.
00:03:23: Eine, gut, das weißt du selbst, eine Berufsbezeichnung, bei der viele sofort gerade sitzen.
00:03:29: Aber ich mag schon, wie locker kann man bei dir sein?
00:03:30: Eigentlich sehr locker.
00:03:32: Normal, ja.
00:03:32: Also ich finde, bei Hochzeiten gerade einmal gelacht mindestens, gern auch häufiger, das passt sehr gut.
00:03:38: Vorher war in Stelling am Friedhof, da
00:03:41: wurde weniger gelacht.
00:03:42: Das war weniger unterhaltsam, gehört aber auch dazu.
00:03:45: Aber
00:03:45: da sagen auch nicht so viele Leute nein.
00:03:49: Das habe ich noch nicht erlebt, ja.
00:03:51: Das wäre eine Überraschung.
00:03:52: Wie oft wirst du gefragt, ob du Party-Frage, ob du wirklich Pastor bist?
00:03:57: Dann sagst du, hey, was machst du beruflich?
00:03:58: Ja, ich bin Pastor.
00:03:59: Nein, komm, du Verarsch.
00:03:59: Ja, genau.
00:04:01: Das gibt es auch gar nicht
00:04:02: mehr.
00:04:02: Genau.
00:04:04: Ich weiß gar nicht, ob ich das hier gefragt habe.
00:04:05: Ich weiß, dass ich meiner Frau immer sage, bitte verrate, wenn wir irgendwo neu sind, verrate nicht gleich, dass ich Pastor bin, weil die Leute reden.
00:04:13: Ab dann anders mit mir.
00:04:15: Ist das
00:04:15: wirklich
00:04:16: so?
00:04:16: Ja, das ist so.
00:04:17: Hast du so einen, ich tu so, Beruf, also den du sagst, ich bin im öffentlichen Dienst?
00:04:23: Also
00:04:23: ich hab mir das vom amerikanischen Passzimmer abgeguckt, der sagte, er hatte keine Lust mehr im Flugzeug und er sagt dann, ich bin Spiritual Trainer.
00:04:31: Und das sage ich auch manchmal, ja.
00:04:33: Ah, interessant, okay.
00:04:34: Ich erinnere mich, ich habe diese Gesichtsplintheit und wir haben uns wirklich mal in der Umkleide in unserem Fitnessstudio getroffen.
00:04:40: Und dann habe ich gesagt, ja, irgendwo hier kenn ich dich, ich weiß es nicht.
00:04:43: Und da hattest du mir auf die Sprünge geholfen, du bist Spiritual Trainer.
00:04:46: Und dann sagst du, hey, was bist du?
00:04:48: Ja, ich bin der Pastor.
00:04:49: Ach, das ist so, alles klar.
00:04:51: Aber es ist ja wirklich so ein Weitenteil in der Bevölkerung, dass die immer noch denken, dass ihr kein normales Leben führt.
00:04:56: Also ich war auch ein bisschen überrascht, woher ein Pastor ins Fitnessstudio geht.
00:04:59: Aber ja, wieso nicht?
00:05:01: Ja, du hast recht, ich sollte mal wieder.
00:05:05: Genau das wollte ich damit sagen.
00:05:11: Sankt Johannes Eppendorf, was ist das für ein Ort?
00:05:13: Gute Kirche?
00:05:14: Ne, noch mal eine ganz andere Frage, die mir schon lange auf der Seele brennt.
00:05:19: Also ich bin ja jetzt nicht so irrsinnig religiös aufgewachsen.
00:05:23: Ist Pastor und Pfarrer das Gleiche?
00:05:25: Das sind einfach zwei verschiedene Begriffe.
00:05:28: Der Pastor ist der Hirte aus dem Lateinischen und der Pfarrer ist der Pfarrer.
00:05:33: Also, der Chef im Laden ist und eine Pfarrer hat.
00:05:39: Der eine Pfarrer hat?
00:05:39: Ja, die Pfarrer ist das, der Bereich, in dem er tätig ist.
00:05:44: Und früher war es dann auch, dann gab es dann auch noch Fründe da und also, als es anders lief als heutzutage.
00:05:51: Ja.
00:05:51: Ich verstehe.
00:05:52: Ja.
00:05:53: Okay, gutes Bericht.
00:05:54: Aber schöner ist, hier oben heißt das Pastor.
00:05:56: Pastor.
00:05:57: Oder Pastor.
00:05:58: Pastor.
00:06:00: Genau wie bei den Italienern.
00:06:02: Okay, der war flach, tut mir
00:06:03: leid.
00:06:05: Aber mein Sohn hatte gerade auch so einen.
00:06:07: Ich hatte Influencer A und er sagte mir, jetzt bist du Influencer, oder?
00:06:11: Wie
00:06:11: viele Follower hast du denn?
00:06:12: Ein paar Millionen.
00:06:18: Was ist die Kirche St.
00:06:19: Johannes Eppendorf für ein Ort?
00:06:21: Also es ist ein Kirchetreffpunkt, Wohnzimmer, Denkraum, Fink Tank.
00:06:26: Zuerst mal ist es einfach ein wunderschöner Ort, wo du gerne reingehst und zwar auch Menschen, die erstmal mit dem Weltanschaulichen gar nicht so viel am Hut haben da.
00:06:36: Aber ich kenne wirklich viele, deswegen halt mit dem Laden auch offen, wenn es irgendwie geht, die einfach gerne reinkommen, zur Ruhe kommen, ist er erstaunlich, direkt an der Kreuzung.
00:06:44: Deswegen nennen wir das auch die Dorfkirche in der Stadt, also Hochzeitskirche für einige, aber für die anderen kannst du rein.
00:06:50: Es ist so eine Art Gegenwelt, die du da hast.
00:06:52: Das öffnet sich.
00:06:53: Und du kommst wirklich, die Seele kann einfach ein bisschen atmen.
00:06:57: Und die Tür ist immer offen,
00:07:00: ne?
00:07:01: Die Tür ist nicht immer offen, nein.
00:07:03: Das wäre schön, wenn das ginge.
00:07:06: Das ist leider nicht möglich.
00:07:12: kann man in Hamburg nicht so ohne Weiteres machen.
00:07:15: Da muss immer jemand dabei sein.
00:07:17: Es sind Leute, die das ehrenamtlich machen und dann sagen, wir setzen uns da rein und dann können Leute reinkommen.
00:07:24: Also ist uns wichtig, falls noch jemand unter der Woche sich da in Ruhe reinsetzen will, gerne.
00:07:29: Da müsste halbwegs regelmäßig sein.
00:07:33: Gibt's denn Geld dafür?
00:07:34: Nein.
00:07:36: Aber man kann was reinwerfen, wenn man möchte.
00:07:38: Absolut, das geht immer.
00:07:40: Wurde schon mal so eine Sammelbüchse geklaut aus der Kirche?
00:07:43: Das Beste, was wir da erlebt haben, war jetzt bei, ich weiß nicht, ob deine Tochter da war, Kornformantenunterricht, kam einer rein, einfach rein marschiert.
00:07:52: Nicht in der Kirche, sondern nebenan.
00:07:53: Und da ist so eine Holzkiste mit einem riesen Schloss dran.
00:07:59: Kannst oben was reinpacken, steht drauf für die Gemeinde.
00:08:02: Der ist einfach hin marschiert, hat sich das Ding unter den Arm geklemmt und ist damit bei laufendem Betrieb.
00:08:08: rausgegangen.
00:08:09: Und dann auf die andere Alsterseite gegangen und hat das Ding geknackt, war leer.
00:08:16: Und der absolute Crew war, es war nicht nur das Schloss vorne dran, sondern es steckte auch der Schlüssel drin.
00:08:24: So kann man das auch machen.
00:08:26: Die Kirchse war trotzdem kaputt.
00:08:29: Und dann habt ihr gesammelt, um eine neue anzuschaffen.
00:08:31: Jetzt haben wir eine Blättskirchse und jetzt gilt das auch damit.
00:08:35: Ist die Kirche hier in Ettendorf ... Anders als zum Beispiel in der Schanze, Roten Boxort?
00:08:42: Der ist schon anders als in Stelling.
00:08:44: Das ist einfach ein anderes Umfeld hier.
00:08:47: Ich bin selber hier Hegemaliger, also ich bin mein Abi im Gymnasium Eppendorf oder auch Hegepenne gemacht.
00:08:57: Und das ist schon anderer Schnack als in anderen Stadtteilen, definitiv.
00:09:02: Gehen die Leute aus anderen Motiven in die Kirche?
00:09:05: Wenn ich in die Herzen gucken könnte.
00:09:07: Das weiß ich nicht.
00:09:08: Also, ich würde sagen, im Prinzip ist es für alle dasselbe, dass sie sagen, ich suche noch etwas, was mir jetzt in unsicheren Zeiten halt gibt.
00:09:18: Und da würde ich sagen, nee, das unterscheidet sich nicht wirklich.
00:09:22: Christlichen Nationalismus gibt es nicht.
00:09:24: Das haben die Katholiken uns voraus.
00:09:27: Das ist immer weltumspannend.
00:09:28: Katholos, alles umfassend.
00:09:35: Die Hautfarbe ist nicht entscheidend, sondern das ist überall, wo du unterwegs bist, kannst du auf Christen treffen.
00:09:41: Das ist mir übrigens in Indien auch so gegangen.
00:09:43: Im Dschungel richtig spazieren, als junger Erwachsener.
00:09:47: Was
00:09:47: man so macht,
00:09:48: dann ist der Name da.
00:09:51: Und dann kam Inder und du fährst dort immer gefragt.
00:09:53: Also das, was jetzt hier ein bisschen peinlich ist.
00:09:57: fragt man eigentlich nicht.
00:09:58: So wie du vorhin gesagt hast, Religion, Politik, lass mal lieber weg.
00:10:02: Und da ist das völlig normal.
00:10:04: Und die fragt mich, was glaubst du?
00:10:06: Und wenn du in Indien sagst, ich glaub, war nix.
00:10:08: Dann gucken Sie dich mit Leidich an und sagen, was stimmt da überhaupt nicht.
00:10:13: Ich sagte, ich bin Christ.
00:10:14: Wie auch, wie auch.
00:10:15: Das waren Inder, die in Indien ...
00:10:17: Aber nicht wie Straßenverkauf.
00:10:19: Ja, ich auch, FC Bayern, ja,
00:10:20: ich auch, Schalke.
00:10:22: Das gibt es auch ohne Weiteres.
00:10:25: Da sind die auch erfindungsreich.
00:10:27: Nein, das waren Leute, die sagten, haben wir ein bisschen ausgetauscht und sagen, let's pray.
00:10:31: Und dann haben wir da unter Eukalyptus Bäumen gestanden, Rieselbunde.
00:10:35: Wir haben gebetet zusammen.
00:10:37: Das war toll.
00:10:38: Warum sehen die hin?
00:10:39: Wahrscheinlich aus den gleichen Gründen wie wir.
00:10:41: Weil wir Orientierung suchen.
00:10:44: Du hast es eben schon angesprochen.
00:10:45: Indien ist ein Stichwort.
00:10:48: Du bist in Indien zum Teil aufgewachsen.
00:10:50: Ja,
00:10:51: das stimmt.
00:10:53: In Kiel geboren.
00:10:54: Klar, wo zieht es einen dann hin?
00:10:56: Und dann mit drei Jahren nach Indien gekommen.
00:11:00: Und dann fünf Jahre dort gelebt.
00:11:03: Und das war prägende Zeit.
00:11:05: Und man muss schlicht sagen, Ich hab meinen Kulturschock nicht von hier nach dort gehabt.
00:11:11: Da hab ich das nicht mitbekommen.
00:11:13: So, umgekehrt.
00:11:14: Und zwar massiv.
00:11:16: Wirklich sehr massiv.
00:11:17: Ich fand das sehr befremdlich, wie das hier in Deutschland läuft.
00:11:21: Was
00:11:21: war dein erster Eindruck, als du nach Deutschland gekommen
00:11:23: bist?
00:11:23: Erst mal nach Kiel wieder.
00:11:24: Und da war ich in der Grundschule.
00:11:29: Und was ich schlicht nicht kannte, war das Faustrecht.
00:11:32: dass so einen auf den Mütze kriegt ist, wenn jemand nicht mit dir einverstanden war.
00:11:36: Das kannte ich schlicht nicht.
00:11:37: Das ist so wie wenn du eine bestimmte Krankheit noch nicht gehabt hast und alle anderen haben sie schon gehabt.
00:11:44: Und muss ich mich bei gewöhnen.
00:11:46: Ja, für dich bist du heute ungewöhnlich.
00:11:48: Ja,
00:11:49: also von mir hast du nichts zu
00:11:50: befürchten.
00:11:54: Du bist ja in neunter Generation
00:11:57: Astor oder Pfarrer.
00:11:59: Wirkt aber ganz normal dafür, oder?
00:12:03: Das hat mal einer, als ich in Tübingen studiert habe.
00:12:06: Wenn ich Arzt vom UKE fragt mich dann, was ich denn mache.
00:12:11: Ich glaube, er hat zuerst Geologie verstanden und nicht Theologie.
00:12:14: Da ist noch dicht dabei, aber doch was anderes.
00:12:17: Und dann guckt er mich so von der Seite an und sagt ... Aber eigentlich wirkst du ganz normal.
00:12:23: Erdverbunden als Geologe, Theologe, na egal.
00:12:26: Dein Vater war auch Pastor entsprechend und das hat euch dann auch nach Indien gebracht.
00:12:30: Er hatte da als Pastor auch gearbeitet.
00:12:33: Du bist da auf eine deutsche Schule gegangen?
00:12:35: Ja, noch eingeschult worden.
00:12:37: Damals gab es noch eine, jetzt ist eine internationale Schule.
00:12:40: Obwohl, Bangalore, das ist gerade wieder, wo war unser Bundeskanzler?
00:12:44: Genau dort.
00:12:45: Also das ist
00:12:46: genau da, wo alle
00:12:47: jetzt sind.
00:12:48: Ja, genau.
00:12:50: Er hatte uns ja super repräsentiert nach außen.
00:12:52: Ich habe da nicht viel mitgekriegt davon.
00:12:54: Naja,
00:12:54: er hat ja gesagt, dass in seiner Delegation, die mit ihm gereichstes Mal rumgefragt hat, wer dann gerne bleiben würde.
00:12:59: Das war doch Brasilien.
00:13:00: Jetzt wieder?
00:13:01: Ja, das gehört jetzt auch inzwischen
00:13:02: zu mir.
00:13:02: Das gehört jetzt zum Schnack jetzt, ja?
00:13:03: Das hat Trump jetzt so gedeelt, dass die beiden zusammen ... Okay.
00:13:07: Okay, nein, stimmt, das war da.
00:13:11: Gab es einen Moment in der Kirche, in dem du schon mal laut lachen musstest?
00:13:16: Das passiert immer wieder mal, ja.
00:13:18: Doch, doch, durchaus.
00:13:20: Es gibt ja die Tradition des Osterlachens, da ist es sogar Absicht, dass man am Anfang ... der Predigt, was erzählt, wo hoffentlich, wenn es gut erzählt ist, dann der Rest der Truppe auch was zu lachen hat.
00:13:33: Meine Frau hat mir gerade vorhin wieder bestätigt, dass ich die Jokes meistens so erzähle, dass ich zuerst die Poante nehme.
00:13:40: Dann den Rest nacherzähle und am Schluss so über mich selber lache, dass alle anderen auch mitlachen.
00:13:48: Der Effekt ist derselbe, aber ich habe es vorhin versucht, Trumpfets, aber ich kriege ihn nicht zusammen.
00:13:55: Du brauchst nicht nachfragen.
00:13:57: Aber gut.
00:14:01: Dann bist du also nach Deutschland zurückgekommen, du hast auf der Hegel-Panel Abi gemacht.
00:14:05: Und wie früh war für dich der Wunsch oder die Entscheidung schon da?
00:14:10: Passt dort zu werden, in diese Richtung zu gehen.
00:14:13: Beziehungsweise, wie frei hast du diese Entscheidung getroffen?
00:14:16: Kann man die überhaupt in neunter Generation frei treffen?
00:14:19: Ja, sollte man auch, finde ich.
00:14:21: Also sagen wir die Generation vorher, da ist es doch sehr stark so, wenn dein Vater Tischler Meister war, dann bist du selber auch in den Beruf eingestiegen.
00:14:29: Also früher war das so.
00:14:30: Das ist aber heutzutage nicht mehr so.
00:14:32: Sondern du fragst schon sehr genau, will ich das?
00:14:34: Warum will ich das?
00:14:35: Und es ist tatsächlich Indien für mich eine prägende Zeit gewesen, weil alle rundherum was anderes geglaubt haben.
00:14:41: Also zu hören war der Muizinruf, den habe ich immer nachgesungen, bei uns im Garten dann, gehörte einfach dazu.
00:14:49: Ich habe es nicht verstanden, aber gehörte dazu.
00:14:52: Und natürlich diese farbenfrohen indischen Tempel und so.
00:14:57: Und dann fängst du schon an zu fragen.
00:14:59: Übrigens auch die Leute von den Firmen aus Deutschland, die dann dort waren, die plötzlich sagen, woran glaube ich eigentlich selber?
00:15:07: Und dann damit anfingen, dem nachzufangen.
00:15:09: Das waren dann die Leute, mit denen mein Vater zu tun hatte.
00:15:12: Und ich kam hier zurück und das war schon, also einmal habe ich mir was, muss man leider sagen so, schon ziemlich drauf eingebildet, dass ich dachte, oh, wer war denn sonst so als Kind in Indien und völlig andere Kultur, dachte und habe mein Selbstbewusstsein, das hattest du Herr Kerstin eben gerade auch.
00:15:30: Das Problem kenne ich auch, dass man sagt, wenn ich mich akzeptiert und so war, war ich am Anfang nicht, war ich nix kannte.
00:15:38: Also eben gerade, als ihr hier gesprochen habt über Synchronsprecher und irgendwelche Schauspieler, das fühlte sich an wie damals.
00:15:46: Ich kannte keinen Namen.
00:15:47: Nichts, gar nichts, keine Band, gar nichts.
00:15:51: Null.
00:15:51: Ja, wirklich absolut nichts.
00:15:54: Fing dann irgendwann an, was war Smokey?
00:15:58: Das war meine erste Kassette.
00:16:00: Das war dieses Ding mit so Bande.
00:16:03: Bleistift.
00:16:03: Ja, drehte sich so.
00:16:05: Keine CD.
00:16:08: Und da gab es ein Lied.
00:16:10: Das war einer meiner ersten Lacher in der Grundschule.
00:16:13: Das hieß, Oh Camel.
00:16:16: Kennt keiner, ne?
00:16:18: Hieß auch nicht so.
00:16:20: Es hieß, Oh Camel.
00:16:25: Ich weiß nicht, wie Carol gesehen hat.
00:16:29: Das habe ich falsch verstanden.
00:16:30: Obwohl ich lange in Indien gewesen war, und wirklich gut Englisch.
00:16:34: Typical in Indien, Englisch.
00:16:36: Hast du auch so gesprochen?
00:16:38: Ja.
00:16:38: Du
00:16:38: kamst nach Deutschland in den Englischen Unterricht.
00:16:41: Meine Schwester und ich haben gesagt, wir sprechen hier kein Wort Englisch mehr.
00:16:45: Was vielleicht auch ganz gut war, hat dann aber dazu geführt, ich glaube, fünfte Klasse war, dass manche Sachen bleiben echt eng.
00:16:52: Lehrerin fragt, are you a boy or a girl?
00:16:54: Und da die Diskussion heute gab es damals noch nicht.
00:16:59: Und rate mal, was ich gesagt habe.
00:17:01: Yes.
00:17:03: Nee, yes, yes, wer auch wirklich gehört.
00:17:05: Nee, ich habe natürlich gesagt, I'm a girl.
00:17:08: Das war der zweite Lacher.
00:17:09: Und dann waren alle, ja.
00:17:11: Also Humor gehört dazu.
00:17:13: Und wenn du über dich selbst lachen kannst, ist auch eine gute Voraussetzung.
00:17:16: Heft, finde ich auch.
00:17:18: Bei Kirchens.
00:17:19: Ich sag immer, ich find Kirche toll, wenn mir nicht immer die Leute dazwischen kommen würden.
00:17:24: Aber ohne wär auch nicht schön.
00:17:26: Bringst du
00:17:26: denn in deine Predigten auch Humor mit rein?
00:17:28: Viel.
00:17:29: Das kommt sehr drauf an.
00:17:30: Also die Gemeinde hat sich sehr verändert.
00:17:33: Am Anfang, sagte meine Frau, dann bin ich mit so einem Gegenstand auf die Kanzel gestiegen.
00:17:37: Weil ich heilig Abend mit ein paar ... Backstein und habe keine Ahnung mehr, was ich da erzählt habe.
00:17:44: Aber hatte sie dabei und meine Frau sagt hinterher, das darfst du in Eppendorf nicht machen.
00:17:48: Das geht hier nicht.
00:17:49: Das kennt man nur in der Schanze.
00:17:50: Inzwischen geht
00:17:51: es wieder.
00:17:52: Inzwischen geht es.
00:17:53: Inzwischen hat die Gemeinde sich daran gewöhnt.
00:17:56: Es hat so ein paar Lockerungsübungen durchgemacht.
00:17:58: Dieses Jahr hatte ich einen Koffer mit Aberkanzl über Heiligabend.
00:18:03: Letztes Jahr hatte ich diese rot-weißen
00:18:05: Koffer mit einer Zeitschaltuhr, oder?
00:18:08: Nein, der Koffer KVA steht drauf.
00:18:11: Habe ich gerade bei unserem Gemeindebasar für die Gemeinde erworben als Kinderkoffer.
00:18:16: KVA, das ist eine große Bäckerei-Kette in ... Von ... ich mach jetzt keine Werbung hier.
00:18:24: Ich
00:18:25: hab ja eben in der Folge vorher über Lind ganz viel
00:18:29: gehört.
00:18:29: Da
00:18:31: hab ich gehört.
00:18:32: Schmeckt auch ganz gut, ne?
00:18:36: Also eine große Bäckerei-Kette und der Gründer dieser Kette.
00:18:40: Ein richtiger Lederkoffer, hat den früher gehabt.
00:18:43: Und den habe ich mit auf die Kanzel genommen, gesagt hier.
00:18:46: Auf die Kanzel?
00:18:47: Auf die Kanzel.
00:18:48: Also
00:18:48: ich habe Kanzel verstanden.
00:18:49: Ja, mit hochgenommen und dann das als Aufhänger im wahrsten Sinne.
00:18:55: War spannend, weil ein paar Leute, die selber im Firmenbereich unterwegs sind, wusste, die saßen da unten und sag mal, vielleicht redet auch mal einer über mich so später.
00:19:05: Aber
00:19:06: gab es auch schon mal Beschwerden, dass du zu lustig bist in deinen Predigten?
00:19:09: Nein, doch am Anfang sagte mir jemand, hier sitzt jemand, der kann das bestätigen.
00:19:17: Inzwischen, also Witze mache ich normal nicht in der Predigt.
00:19:21: Aber selten, hin und wieder.
00:19:25: Aber das ist ein bisschen lockerer zu gehen da.
00:19:30: Das darf schon.
00:19:31: Und das passt, finde ich, gut dazu.
00:19:33: Ich stelle mir vor, wenn Jesus da unterwegs ist, ich habe das mal mit Palästinensern in Israel erlebt.
00:19:38: Das war eine tolle Sache, Juden begegnet, auch anderen.
00:19:41: Und ich stelle mir vor, der war da auf dem Land unterwegs.
00:19:46: Und der muss einfach eine ... Jesus eine geniale Art gehabt haben, mit Leuten zu reden.
00:19:50: Das war garantiert nicht langweilig, hundertpronig.
00:19:54: Der hat die Leute ... Sie kamen freiwillig.
00:19:57: Sie kamen mit Begeisterung dahin und kamen auch wieder.
00:20:00: Und auch die Leute, die das Wasser sagte, gar nicht so gut fanden.
00:20:03: Die wollten das trotzdem hören.
00:20:04: Also, er muss Menschenmagnet gewesen
00:20:07: sein.
00:20:07: Also, er hat da auch sehr viel polarisiert.
00:20:09: Aber hallo.
00:20:11: Ja, und weil es man, glaube ich, schon lernen kann, ist, wenn es dir wirklich um jemanden geht, dann bedeutet Liebe nicht immer dem anderen nach dem Mund zu reden, sondern auch einmal deutlich zu sagen, wenn du so weiter machst, das geht schief.
00:20:23: Und das hat er bei Leuten gemacht.
00:20:25: Wir würde die Fari sehrhaft sagen, doch heutzutage, aber warum hat er mit denen immer gesprochen?
00:20:30: Weil es ihm um diese Leute ging.
00:20:33: Die wollte erreichen.
00:20:34: Oh, ich wollte heute Abend gar nicht erzählen, aber war wohl so.
00:20:37: Wir
00:20:37: wollten ja Religion auch völlig aufs
00:20:39: Volk lassen.
00:20:39: Genau, wir lassen es außen vor, für die Richter.
00:20:40: Finde ich gut.
00:20:41: Finde ich
00:20:42: gut.
00:20:43: Hast du heute schon herzlich gelacht über irgendwas?
00:20:48: Ja, hier gerade.
00:20:49: Ja,
00:20:49: hier gerade.
00:20:51: Also, genau.
00:20:53: Ihr lebt mit eurer Familie?
00:20:55: Darf ich kurz auf den Kinderkoffer noch?
00:20:57: Ich dachte, die Geschichte war
00:20:58: vorbei.
00:20:59: Dieser Koffer passt genauso, so ein Kamishibai.
00:21:02: Kamishibai.
00:21:03: Sagt
00:21:03: das jemand was?
00:21:05: Auf Deutsch, Papierteater.
00:21:07: Das hat so Türen, kannst du öffnen.
00:21:08: Und auch törlich.
00:21:10: Hat da jeder zu Hause?
00:21:12: Ja.
00:21:15: Die Kinder, wo ich regelmäßig auflaufe, hier, Guitar, Ancher, Höhe.
00:21:20: Das finde ich immer faszinierend.
00:21:22: Die sind alle voll auf Medien.
00:21:24: Aber wenn ich mit diesem Teil ankomme, das ist super simpel, sind sie voll dabei.
00:21:31: Und ich kann dann, also das ist da drin, passt genau rein, in den Koffer erzählen.
00:21:35: Und, und das finde ich, muss ich schon, wenn das hier Alster-Ego heißt, muss ich schon erzählen.
00:21:41: Ist ja Alter-Ego.
00:21:42: Und ich hab, kennt jemand von Mel Gibson, die diese, wo er so ein Biber auf der Hand hat, immer?
00:21:47: Ja, schon mal gesehen.
00:21:49: Also er selber ist ... Er ist extrem gestört in der Rolle.
00:21:54: Sonst kann ich nichts sagen.
00:21:56: Und immer, wenn er diesen Biber auf der Hand hat, kann er frei sprechen.
00:22:02: Der Biber redet dann immer los.
00:22:07: Ich hab kein Biber, sondern eine ... Das muss schon seine Kirchenmaus.
00:22:13: Eine Sockenmaus selber gebaut vor vielen, vielen Jahren mit furchtbaren Augen.
00:22:19: Aber die Kinder lieben sie.
00:22:20: Und wenn der den Mund aufmacht, hören alle zu.
00:22:24: Die sind voll dabei.
00:22:26: Da wir hier jetzt nur hören, braucht dich ihn auch nicht mitzubringen.
00:22:29: Also graue, grau-blau mit Schnobbertahnen, Mütze, wunderschön.
00:22:36: Und der erzählt dann immer, worum es gerade geht.
00:22:39: Und an Adventskalender, hatte ich mal da, wurde immer, wenn du heilig Abend aufmachtest, spielte schauderhaft Jingle Bells.
00:22:49: Da krieg ich das immer, wenn ich das Maul aufmache.
00:22:53: Zwischendrin konnte er jodeln.
00:22:56: Und inzwischen kennt jemand noch diese Werbung, die Bierwerbung, Segelschiff, Grüne Säge.
00:23:05: Ja, ja, ja, genau.
00:23:07: Wenn der das Maul aufmacht, kommt das.
00:23:11: Und die Kinder ... Ich weiß nicht, warum die das machen.
00:23:15: Aber ... Es ist wirklich so, Pastor kommt in die Kita und die fangen an, ja, so eine Art Headbanging.
00:23:21: Ja, es ist wirklich so.
00:23:23: Und dann haben sie irgendwann angefangen, wenn ich die Gitarre auspacke, dazu zu tanzen.
00:23:29: Einfach so, die ganz klein, und sie machen es immer noch weiter.
00:23:32: Und die Erzieherinnen und Erzieher haben Gott sei Dank nicht gesagt, ey, pass auf, da ist der Pastor, setz dich mal wieder hin.
00:23:39: Sondern haben gesagt, haben das gefördert.
00:23:41: Und seitdem ist das ... Habe ich mir nie überlegt, sind wir einfach damit angefangen.
00:23:45: Und das ist echt klasse.
00:23:46: Ich habe früher auch Geige geübt, jahrelang.
00:23:49: Geige geübt, nie gespielt.
00:23:51: Gitarre habe ich mir dann selber beigebracht.
00:23:53: Ja,
00:23:55: super.
00:23:57: Ihr lebt mit eurer Familie?
00:23:58: Ja.
00:23:59: fast direkt an der Kirche, in dem letztlich das Pastorenwohnung oder gibt es dafür ein Begriff?
00:24:08: In diesem Fall ist es so, wie es sich für einen ordentlichen Pastor gehört, der lebt zur Untermiete im Lustspielhaus.
00:24:15: Das ist so.
00:24:15: Natürlich.
00:24:17: Die sind unsere Mieter, aber das Haus ist allen bekannt gegenüber der Kirche.
00:24:23: Und da sind wir dann ... mit untergebracht.
00:24:26: und ja, Pastorat nennt sich das, aber es ist eigentlich nur eine Wohnung und insofern
00:24:32: klingt
00:24:33: gut.
00:24:34: Und wo ich ja neidisch bin, ihr habt ja auch die beiden Parkklasse direkt vor der Tür.
00:24:38: Da stimmt.
00:24:39: Da stimmt.
00:24:40: Und der eine ist mit einem etwas ödeligen Wohnwagen gesetzt.
00:24:44: Ja, ich park euch da irgendwann mal zu.
00:24:47: Ihr lebt da als Familie mit ein paar Tieren zusammen und ihr habt unter anderem ein Hamster oder auch nicht oder doch.
00:24:54: Soll ich jetzt die ganze Geschichte erzählen?
00:24:57: Ja, erzähl mal.
00:24:59: Wir hatten vor, sehr genau, letztes Jahr Volkstrauertag am Samstag.
00:25:04: Sonneamt vor, ein Tag vorher.
00:25:07: Wir haben ein Zwerghamster damals gehabt, eine Katze und einen inzwischen fünfzehn Jahre alten Dackel.
00:25:16: Ein wirklich alter Herr.
00:25:19: Hört nichts mehr?
00:25:21: Eine Frau, Vorsicht.
00:25:22: Ein großer, dunkler Hund.
00:25:24: Vorsicht, mein Hund kann nichts sehen.
00:25:28: Und ich sage, mach nichts.
00:25:30: Mein Hund kann nichts hören.
00:25:36: Und wie sich das gehört natürlich.
00:25:37: Man weiß nicht, welche Hunde sich anziehen und welche nicht.
00:25:40: Die beiden fanden sich interessant.
00:25:42: Er hin.
00:25:42: Wedel, wedel, wedel riecht, riecht.
00:25:44: Das können sie dann weiter.
00:25:46: Aber dann ist der Kleine dem großen Unternbauch gekochen.
00:25:50: Und der Große hat geknurrt.
00:25:54: weil er nicht gesehen hat, was da passiert, was wiederum unser Hund nicht gehört hat.
00:26:03: Und dann ist leider der Hund ein bisschen aggressiv geworden, der andere aus Angst.
00:26:07: Ich wusste halt nicht, was ist und hat den ziemlich überfallen.
00:26:11: Und ich musste ihn dann auf den Arm nehmen, trösten und hinkte auch ganz fort.
00:26:15: Den anderen
00:26:16: Rundebesitzer.
00:26:17: Den anderen, ja, natürlich.
00:26:19: Den kleinen Dacke.
00:26:21: Hinkte feuchtbar, als ich ihn wieder runter setzte.
00:26:23: Das war dann so ein bisschen Wunderheilung.
00:26:26: Ich hab ihn wieder auf den Arm gestrichen und paar gute Worte gesagt.
00:26:31: Danach war alles wieder.
00:26:32: Wunderheilung, wundergeschehen bei euch zu Hause.
00:26:35: Wundergeschehen.
00:26:35: Wir waren beim Hamster.
00:26:36: Danke.
00:26:37: Kleiner Hamster, Abby heißt ... Warum haben wir ihn?
00:26:40: Weil unser Sohn auch ein eigenes Haustier haben sollte.
00:26:44: Unsere Tochter hat die Katze.
00:26:48: Vorletztes Jahr Weihnachten hatte er ihn bekommen und hatte jetzt offensichtlich die Tür vom Käfig offen gelassen.
00:26:54: Und es war schon zweimal vorher passiert, die Katze hat den Hamster sich geangelt und dann immer das Zimmer meiner Tochter gebracht.
00:27:04: Und jetzt dritte Mal auch, wir waren am Fernsehen und ich hatte schon den ganzen Tag schon gehört, dass die so maunstertypisch, wenn sie was gefangen hat.
00:27:14: Und hat mir nicht viel ... Normalerweise, Mäuse fängt sie draußen.
00:27:17: Dann ist das abends normalerweise, in dem Tag über schon.
00:27:21: Und dann kam sie abends, als wir filmen, fast zu Ende.
00:27:23: Ich weiß nicht, wer ihn synchronisiert hat, aber ...
00:27:27: Fräfe!
00:27:27: Fräfe!
00:27:28: Entschuldigung, ich bin in Zukunft nervlos.
00:27:31: Nichts versprechen, was ich nicht halte.
00:27:34: Und dann sah ich, was sie anbrachte, nämlich Abby, den kleinen Hamster.
00:27:38: Und der wackelte noch einmal mit der linken Fote hinten.
00:27:41: und nahm mich in die Hand.
00:27:42: Da wackelt er noch mal mit der rechten Pfote hinten.
00:27:47: Und unser Sohn ist eigentlich mit zwölf Jahren schon ein taffer Kerl.
00:27:51: Da war er echt am Heulen.
00:27:54: Und dann ganze Familie um ihn rumgetröstet.
00:27:56: Und Dackel durfte ja auf dem Sofa, auf dem Schoßenheon, war dann ein bisschen besser.
00:28:01: Und ich hab dann, weil ich nicht wusste, was ich mache, war schon dunkel, hab ich den Hamster in einen Briefumschlag reingelegt.
00:28:08: Und in ein kühles Zimmerfenster auf, Tür zu, dass die Katzen hier am Wolken am nächsten Tag beerdigen.
00:28:14: Am nächsten Tag kann ich nach Hause, Kirche hinterher noch beisammeln sein.
00:28:18: Alles sehr nett.
00:28:20: Und ... wer hat denn hier die Tür aufgemacht?
00:28:23: Und ja, die Katze war da eingesperrt.
00:28:28: Und dann war tatsächlich der Briefumschlag leer, Loch drin.
00:28:31: haben es da weg.
00:28:33: Das war ein bisschen wie bei Peter und der Wolf.
00:28:36: Du siehst den Wolf und denkst an die Ente.
00:28:39: So war es hier auch.
00:28:41: Und die Katze war nicht sehr beliebt.
00:28:43: Und dann, das war Sonntag dann, ich zieh morgen los hier Winterhuder Markt, hol dir einen neuen.
00:28:51: Und er wollte zuerst nicht, sondern das ging ein bisschen fix.
00:28:53: Und dann, ach doch, ist schon gut.
00:28:55: Dann tatsächlich jemand gleich morgens erreicht.
00:28:57: Voröffnung, gehen dahin, alles neu.
00:28:59: Freddy hieß er dann später, also diesmal ein Junge, reingesetzt und gute Sache.
00:29:05: Und am Montagabend sagt unsere Tochter am Flur, ich mach Klär die Küche gerade auf, sagt sie, hier ist ein Hamster.
00:29:16: Oh nein.
00:29:18: Und
00:29:18: es ist Ebi.
00:29:20: Ebi
00:29:21: lebt.
00:29:24: Und dann sagt sie der noch, und das am dritten Tag.
00:29:30: Und an der Stelle merkste Pastorenhaus, ich ist doch irgendwie was Besonderes.
00:29:36: Dritter Tag, Jesus und so weiter, leeres Grab, ja.
00:29:41: Und das hab ich hinterher, ich muss die ganze Zeit dran denken, jetzt erzähl ich's doch, ich muss da ein Ice Age denken dabei, denn diese Opossums, die davor kommen, die kippen einfach um und sind dann ... Scheinbar dolt.
00:29:55: Und Hamster machen das genauso.
00:29:57: Die sehen so aus, als wären sie dolt.
00:30:00: Sind sie aber nicht.
00:30:02: Dann haben wir sie beide, wir hatten nur einen Käfig, Hamstermännchen, Hamstermädchen, in einen Käfig gesetzt.
00:30:09: Wir sehen
00:30:10: ... Halleluja.
00:30:13: Das Leben nimmt zu.
00:30:15: Mal gucken, was da noch bei rumkommt.
00:30:19: Was lernen wir daraus?
00:30:20: Keine voreiligen Hamsterkäufe.
00:30:23: Richtig.
00:30:27: Ich brauche keine Zettel, du erzählst einfach.
00:30:29: Das
00:30:30: ist super.
00:30:30: Das habe ich eben schon gemerkt.
00:30:33: Es ist ja so, ich bin es ja eher gewohnt.
00:30:36: Mikro ist gut.
00:30:38: Und Sonntag früh darf ich einfach erzählen.
00:30:41: Und die tun zumindest unten so unterhalb der Kanzel, als würden sie zuhören.
00:30:48: Aber ich darf einfach weiterreden.
00:30:50: Genau.
00:30:50: Genau.
00:30:51: Genau.
00:30:52: Genau.
00:30:54: Genau.
00:30:55: Genau.
00:30:55: Genau.
00:30:57: Genau.
00:30:58: Genau.
00:30:58: Genau.
00:31:01: Genau.
00:31:02: Genau.
00:31:03: Genau.
00:31:07: Genau.
00:31:11: Und ich habe da schon meinen sehr eigenen Zugang dazu gefunden.
00:31:15: Und merkte plötzlich, als Elfjähriger habe ich gesagt, das will ich wirklich.
00:31:20: Ich finde das mit dem Glauben, mit der Vergebung und der Liebe, die Gott uns schenkt, finde ich einfach einleuchtend.
00:31:26: Und ich brauche es auch selber, das auf Jesus bezogen.
00:31:32: Mein Großvater war elf Jahre in sibirischer Gefangenschaft und hat, der war auch Pastor, Und der hat so überzeugend davon erzählt und so runtergebrochen.
00:31:43: Alle Dünkel waren dem komplett ausgetrieben.
00:31:47: Das war wirklich nur noch der solide, tragfähige Glaube, der bei ihm übrig geblieben ist.
00:31:53: Der hat davon geheuelt damals.
00:31:55: Das hat mich echt erwischt.
00:31:57: Zu Hause gab's das Wort Bekehrung nicht, aber faktisch hab ich so was da durchgemacht, ohne dass das beabsichtigt war.
00:32:02: Aber es gab ein konkretes Erlebnis.
00:32:03: Das war so ein Erlebnis, Vorkommission war das.
00:32:08: Und dann wollte ich gleich Pastor werden, und das liegt dann wieder an der Familie.
00:32:14: Du hast schon in jungen Jahren, in drei Jahren, die komplette Bibel durchgelegt.
00:32:19: Das war just danach.
00:32:20: Ich wollte wissen, was die Christen glauben.
00:32:22: Und hab das von vorn, ist keine gute Idee.
00:32:25: Man sollte das ... nach Themen und nach Schwerpunkten.
00:32:28: Wie geht's
00:32:28: denn aus?
00:32:33: Sagen wir, das Finale gab's noch nicht.
00:32:37: Das steht noch aus.
00:32:40: Schauen wir mal, ich bin da ganz zuversichtlich, ja.
00:32:42: Okay.
00:32:45: Gab es hier den Gedanken, ich mach was ganz anderes, also Koch-Surflehrer, DJ?
00:32:51: Nee, nee, nee.
00:32:54: Ich habe hier einmal Stand-up-Paddling versucht.
00:32:58: Der Rest der Familie macht das super.
00:33:02: Wir paddeln ja.
00:33:05: Auf der Alster habe ich auch mal ein Seegeschein gemacht.
00:33:08: Aber beruflich hatte ich tatsächlich überlegt und mein Bruder macht es in ähnliche Richtung jetzt.
00:33:12: Ich hatte tatsächlich überlegt, hier einer unter uns Architekt zu werden.
00:33:16: Weil das, ich finde das schon ziemlich genial, wenn man sie angucken kann, was du geschafft hast, finde ich.
00:33:21: Und das ist in meinem Beruf halt nicht so.
00:33:25: Ich glaube, es hätte ich auch gekonnt, aber es hatte mich halt erwischt.
00:33:28: Und mein Bruder ist ein Landschaftsarchitektur, mein Schwester, Schulleiterin.
00:33:32: Also man kann auch was ganz anderes machen.
00:33:37: Fällt dir manchmal ganz blöde Frage ablaus nach so einer Predigt, dass du denkst, Mensch, heute war ich aber gut.
00:33:42: Also ich als Schauspieler brauchst du was, ja?
00:33:45: Paulus sprach zu den Apatschen, nach der Predigt sollt ihr.
00:33:53: Aber man muss ja schon noch
00:33:55: ... Denk mal, mal ist es passiert.
00:33:59: Aber wenn du das willst, aber mit Religion kann man super Geld machen, wenn man will.
00:34:04: Wenn man auf die Seelschiene gehen will, Applaus der Leute, kann man machen, will ich aber nicht.
00:34:11: Aber stell dir vor, dann rufen sie Buh nach der Predigt.
00:34:14: wäre auch nicht so schön.
00:34:15: Nein, das, finde ich, gehört da nicht rein.
00:34:19: Hast du einen anderen Zugang zu Kirche und Glaube als deine Vorfahren?
00:34:23: Mit Sicherheit, ja.
00:34:25: Also das erste, was mir einfällt, ist nicht direkt eine Antwort drauf.
00:34:28: Aber mein Großvater ist im Baltikum in Estland geboren worden.
00:34:34: Mein Vater auch noch.
00:34:36: Die elenden Herrn Hitler und Stalin haben dann dafür gesorgt, dass das anderswo weiterging.
00:34:40: Da waren ja alt.
00:34:42: Der hat immer von schwarzen Musik gesprochen, in einer Weise, wo ich das wiederhole, ich gar nicht hier.
00:34:51: Und ich liebe Gospel-Musik, ich liebe Soul-Musik, ich liebe Blues und so weiter.
00:34:55: Krieg bei uns alles gehört nicht zum ... zur Ausstattung Kirchenmusikalsponsor, aber es ist herrlich.
00:35:00: Wenn ich darüber mal kennengelernt habe, ist Nina Hagen.
00:35:02: Ich fahre auch mal einen Namen hier.
00:35:07: Nina Hagen ist eine fitte Frau, lohnt sich ... Das ist völlig ... Meine Frau war voller Vorbehalt, die ihr ging über.
00:35:12: Das ist eine tiefsinnige Unglaub, also ich meine nicht alle Anschauung zu teilen, die sie hat, aber ... Also wirklich, das lohnt sich, der zuzuhören.
00:35:21: Das ist eine enorm beeindruckende Person.
00:35:24: Ich hatte ein Vierteljahr hier im Afrikanischen Zentrum Berlinator Praktikungen gemacht und hab ihr danach einfach eine E-Mail geschrieben, weil ich ein Lied von ihr zitiert habe.
00:35:35: Und daraufhin hat sich zurückgemeldet und das eingeladen zu einer Show und wir haben uns getroffen.
00:35:39: Das war wirklich schwer beeindruckend.
00:35:42: Und wir sind bis heute immer wieder in Kontakt.
00:35:44: Würdest du denn auch Gospels irgendwie in deine Gottesdienste mit reinbringen?
00:35:49: Von mir aus liegen gern, aber es passt bei uns nicht ins ... Programm sozusagen.
00:35:55: Da musst du noch hier nebenan Paul Gerhardt gehen.
00:35:57: Da haben wir gerade mitgesungen.
00:36:01: Tatsächlich, ohne Quatsch als Familie in der Buckleys Arena.
00:36:05: Ja, vorne auf der Bühne.
00:36:06: Allerdings waren noch bummelig.
00:36:08: Tausend Fünfhundert andere Sängerinnen und Sänger dabei.
00:36:10: Muss man ja nicht erwähnen.
00:36:12: Aber trotzdem eine irre Erfahrung, da vorne zu stehen und da.
00:36:17: Das zu füllen mit Stimm.
00:36:19: Wunderbar.
00:36:20: Ich liebe das, aber man muss an einer Stelle nicht alles anbieten.
00:36:23: Das darf auch an verschiedenen Stellen unterschiedlich sein.
00:36:26: Und dann muss ich halt wann angehen.
00:36:28: Ich überleg, der Motor haben, in Gosböckurt zu gehen.
00:36:31: Weil das eine tolle Erfahrung war.
00:36:33: Was
00:36:35: würdest du Kindern und Jugendlichen sagen, die heute nach einem Sinn suchen?
00:36:39: Also in der medialen Welt, so mit Social Media und so weiter, verliert man sicher leicht.
00:36:44: Die Aufmerksamkeitsspanne wird eine geringere... Was würdest du denen raten, die wirklich nach einem Sinn im Lebensuch?
00:36:55: Die sich früh diese Frage stellen.
00:36:57: Das ist ja wirklich ... Also diese Verunsicherung, die wir alle spüren, das fängt ja auch in der Kita teilweise.
00:37:04: Nicht bei den ganz Kleinen, aber bei denen, die anfangen, sich Gedanken übers Leben zu machen.
00:37:08: Und manche Nachrichten auch mitbekommen.
00:37:10: Die fangen an mit den Gedanken.
00:37:11: Und es endet ja keineswegs, wenn du ... Was war da?
00:37:15: Dein Vater, fünfundneunzig?
00:37:17: Ja.
00:37:18: Das begleitet dich ja weiter.
00:37:19: Und ich würde sagen, das Erste, was hilft ist, das klingt jetzt gar nicht vom, aber es ist für die meisten der Zugang zu ... Glaubensfragen ist die Gemeinschaft.
00:37:29: Und die Christo, wenn es gut läuft bei Kirchens, auch da.
00:37:33: Wenn es schlecht läuft, ist eine Versammlung von Kühlschränken, dann ist das nicht so einladend.
00:37:39: Ja.
00:37:40: Ich war ja gestern Abend bei dir in der Kirche bei einem Jahr.
00:37:45: Wie nennt sich das?
00:37:45: War das ein Gottesdienst?
00:37:47: Ja, war eine
00:37:48: Gebetswoche, sind wir jetzt noch dran, der Evangelische Freikirchen und Landeskirchen, also wie wir, sind dabei zusammen und verabreden sich über Grenzen hinweg, also was einen sonst trennt.
00:38:00: Also die Woche machen wir was zusammen und gerne auch darüber hinaus.
00:38:04: Was mich da fasziniert und beeindruckt hat, war, ich weiß nicht, wir waren ungefähr vierzig Leute und wir saßen relativ eng in einem Kreis zusammen, wie man sonst aus der Kirche eigentlich nicht kennt, wo sich ja alles immer verteilt.
00:38:19: Was ich da spannend fand, war, dass die Leute sich alle haben fallen lassen.
00:38:23: Dass man wirklich eine Gemeinschaft unter wildfremden Menschen gespürt hat, die sich nicht kennen und sich trotzdem getraut hat, aus sich herauszukommen.
00:38:32: Was man sich gerade wünscht vom Gott.
00:38:35: Das fand ich eine interessante Erfassung.
00:38:37: Also das ist, ich bin jetzt ein zwanzig Jahre hier und das ist ein ziemlicher Weg.
00:38:42: den wir gegangen sind.
00:38:43: Das war sehr steif und sehr förmlich, als sie hier kam.
00:38:46: Finde ich völlig in Ordnung, wenn du das, also das sage ich auch immer, wenn nur in Friedens groß, Friede sei mit dir, können wir gebrauchen in dieser Zeit.
00:38:55: Da sage ich immer dazu und denk dran, ihr seid in Hamburg und nicht jeder hat das gleiche Bedürfnis, um arm zu werden.
00:39:02: Manche empfinden es schlicht als übergriffig.
00:39:04: Und das finde ich, das musst du auch respektieren, das ist völlig in Ordnung.
00:39:07: Wir sind verschieden, das darf so sein.
00:39:09: Also einig Mark Gospel, der andere nicht, das ist völlig in Ordnung.
00:39:12: Also wie die Afrikaner werde ich nie sein.
00:39:14: Von Larry Norman, der Erfinder der christlichen Rockmusik, der hat gesagt, I will sing black music until I become beige.
00:39:23: Das braucht noch ein bisschen bei mir, dass aber ich liebe es, ja, aber andere nicht.
00:39:27: Und das ist auch völlig in Ordnung.
00:39:29: Also warum öffne ich sich so?
00:39:31: Weil das ein verhältnismälich vertrauter Rahmen ist.
00:39:34: Manche kennen sich untereinander.
00:39:36: Und dann traust du dich eben auch mal nicht nur eine Kerze anzuziehen, sondern auch noch ein Satz dazu zu sagen, was vor du Gott drum bittest.
00:39:43: Ja, und das finde ich sehr, sehr wunderbar, weil das dann diese Gemeinschaft, von der ich gerade sprach, eben nicht nur die Vertikale und Horizonteil, die Kommenheit zusammen dann.
00:39:54: Und das findet sich im Kreuz in fast jeder Kirche.
00:39:58: Ah,
00:39:59: okay.
00:40:01: Also es waren ja auch sehr unterschiedliche Dinge, die da gewünscht wurden.
00:40:06: Es waren ja ganz globale Bedürfnisse, die da geäußert wurden, aber auch eben sehr, sehr persönliche.
00:40:12: Also ein persönlicher Wunsch war für ein Hund, der jetzt im Tierheim ist und wo die Person, die sie gerade hat taufen lassen als Erwachsener, hat gesagt und ich bete darum, dass ich mich um diesen Hund kümmern kann.
00:40:26: Ja, und gleichzeitig auch Weltpolitik, die Thema war, wo wir wirklich darum bitten.
00:40:31: Und mir, also ich weiß teilweise auch keine andere Antwort mehr.
00:40:35: Manchmal schier verzweifeln, was jeden Tag an neuen Dingen da so durch den Etas schwappt.
00:40:40: Und man fragt sich, was soll denn dann noch kommen?
00:40:42: Also auch Dinge, die ich vor, sagen wir mal, vielleicht noch vor fünf Jahren gar nicht für möglich gehalten hätte.
00:40:48: Plötzlich denkst du, wo lieben wir jetzt gerade?
00:40:50: Was passiert hier gerade?
00:40:52: Ich erinnere mich noch... Aber
00:40:53: das ist jetzt Politik und das wäre... Das
00:40:55: wollen wir ja nicht.
00:40:55: Genau.
00:40:56: Auf Religion bitte nicht.
00:40:58: Nein, nein, nein.
00:41:00: Darf ein Pastor dann auch mal sagen, ich weiß es nicht, ich habe keine Antwort.
00:41:04: Unbedingt.
00:41:06: Ja, bei unseren Kindern sage ich immer, euer Vater ist Pastor, der hat auf alles eine Antwort.
00:41:12: Ob es die richtige ist, ist eine andere Frage.
00:41:15: Es ist eine Gefahr, dass du denkst, du musst immer wieder auf alles eine Antwort haben.
00:41:20: Aber nein, das weiß ich nicht, um es ganz deutlich zu sagen, mein erstes ältestes Patenkind ist schwer behindert.
00:41:27: Er ist inzwischen über dreißig.
00:41:30: War lange unklar, wird er je für sich selber sprechen können.
00:41:34: Bis heute hat er bis heute Schwierigkeiten.
00:41:38: Ich habe oft sehr große Schwierigkeiten, ihn am Telefon zu verstehen.
00:41:42: Er ruft jeden Sonneabend an.
00:41:45: Ob ich mal ausschlafen kann oder nicht, das ist völlig wurscht.
00:41:48: Der ruft an, kann sich darauf verlassen.
00:41:49: Drich halb sieben.
00:41:50: Ja, halb sieben nicht.
00:41:53: Und sein Bruder ist eine ärbliche Geschichte, er hat das gleich, seine Mutter setzt im Rollstuhl.
00:41:58: und als dann der Vater auch noch an Corona verstorben ist.
00:42:03: Da fragst du dich schon, da weiß ich nichts mehr zu sagen.
00:42:06: Da gibt es auch in dem Moment nichts mehr zu sagen.
00:42:09: Und die Mutter sagt einfach nur, it is well with my soul, this is so spiritual.
00:42:14: Sagt so, so ist es für mich, die deutsche Übersetzung, mir ist wohl in dem Herrn, das klingt nach seelischem Bloberbad.
00:42:21: Das ist nicht so.
00:42:22: Das stimmt nicht.
00:42:23: Es ist eine tierische Herausforderung für sie.
00:42:26: Von außen kannst du gar nichts dazu.
00:42:28: Wir haben ein Buch drüber geschrieben.
00:42:30: Das heißt, wer nur auf die Löcher start, verpasst den Käse.
00:42:35: Toller Titel.
00:42:38: Fasst so gut wie ... Wer bin ich?
00:42:47: Da hat allerdings jemand mal gesagt, der Titel ist das Beste am Buch.
00:42:51: Und hier lohnt es sich, auch das Buch zu lesen.
00:42:53: Also es ist sehr ermutigend.
00:42:55: Sie hat die Worte gefunden, die ich dann so nicht finden kann und auch nicht muss.
00:43:05: Es ist ja bekannt, dass bei der katholischen Kirche und wahrscheinlich bei der evangelischen nicht so viele Menschen in die Kirche rein wollen, sozusagen.
00:43:15: Kategoriken werden, dass die Nonnen, das will ich keiner mehr Nonne sein.
00:43:19: Kann ich verstehen.
00:43:21: Gibt da so Klauseln, die werden ein bisschen einschränkend, ja.
00:43:23: Ich
00:43:24: bin selber ein Klausel.
00:43:25: Ich bin sehr oft im Kloser, weil meine tente kategorische Nonne ist.
00:43:29: Dann verbringe ich da zwei, drei Wochen mit den ganzen Nonnen.
00:43:32: Ich finde das toll.
00:43:33: Ja, glaube ich.
00:43:34: Ich fühle mich da super, weil mit den vier und achtzigjährigen und vierneutzigjährigen und meine Tante ist achtzig.
00:43:40: Das einzige, was machen Sie dafür, dass die Menschen Begasung für Kirche entwickeln oder für irgendeine ordentliche Arbeit in dem Moment.
00:43:51: Also die Frage ist, was machen wir dafür, dass Menschen in die Kirche reinfinden und nicht nur sagen, der Weg raus ist leichter.
00:43:59: Das ist eine sehr gute Frage und ich finde, wie Kirche sie in weiten Teilen beantwortet, nicht hilfreich.
00:44:08: Ich kann es für uns jetzt hier beantworten.
00:44:11: Und das ist das, was ich eben schon sagte, Gemeinschaft.
00:44:14: glaubwürdig miteinander gelebt wird.
00:44:16: Das ist ja auch das Zulibatäre-Leben.
00:44:20: Also als Nonna, als Kloster ... Also, ich muss das immer sagen, kennst du dir den Film Die Große Stille?
00:44:31: Nee.
00:44:31: Also, da wird Leute, die im Kloster leben, sehr beeindruckend.
00:44:36: Und meine Frau und ich wollten uns den angucken mit Überlänge der Film.
00:44:40: Und wir haben uns Popcorn vorher.
00:44:45: Und die an der Kasse hätte ich gleich gedacht.
00:44:48: Da haben sie recht, da haben wir es gelassen.
00:44:53: Aber das ist ein Film, der schwerst beeindruckend ist.
00:44:56: Echte leben.
00:44:57: Also wenn jemand nicht gezwungen wird dazu.
00:44:59: Sondern wirklich aus freien Stücken sagt, ich will so leben.
00:45:02: Und ich kenne es auch aus dem evangelischen Bereich.
00:45:04: Ich war in Normünster in der Ausbildung.
00:45:07: Und da war eine, während ich in der Ausbildung war, hat sie ihre Referendaßausbildung als Deutsch, und ich weiß nicht, was Lehrerinnen gemacht, gestandene junge Frau.
00:45:17: Und da habe ich irgendwann mitbekommen, die hat sich entschieden.
00:45:21: in ein evangelisches Kloster zu gehen.
00:45:23: Ich habe die später auch da besucht und habe die kaum wieder erkannt.
00:45:27: Aber so dynamisch wie sie vorher war, so sehr, hatte die ihren Frieden gefunden.
00:45:33: Ja, so, ich, wirklich, es war auf eine Weise ein ganz anderer Mensch.
00:45:37: Der Glaube war weiter derselbe.
00:45:40: Aber wie machen wir das?
00:45:42: Mir war das selber.
00:45:43: Mein Kollege hier, Georg Knauer, ist ganz wunderbar, also wie ich ... gerne den Kindern in der Kita und auch bei uns hier mit Gitarre und Sockenmaus, was ich erzähle.
00:45:54: So ist er jemand, der Jugendliche gut anspricht.
00:45:57: Jugendliche und junge Erwachsene, die sich eigentlich selber nur treffen, gar nicht so sehr merken, dass er dabei ist.
00:46:02: Unsere Tochter ist gerade dabei einzusteigen, hoffe ich, ist ja nicht selbstverständlich.
00:46:07: Thema nächste Generation, keine Ahnung, was dann wird, müssen sie selber entscheiden.
00:46:13: Aber dieses ... dass du einen Rahmen, einen Raum öffnest, wo Menschen gerne sind und dann auch noch nach den grundlegenden Fragen des Lebens und des Glaubens fragen können.
00:46:25: Wunderbar.
00:46:26: Ich glaube, außer diesem, wirklich dieser Begegnung, diesem menschlichen, gibt es eigentlich keine Antwort darauf.
00:46:32: Gibt diesen schönen Satz, ich weiß nicht, wann ich von dem Leben der ist.
00:46:35: Mach's wie Gott, werde Mensch.
00:46:37: kann nun Chris sagen.
00:46:39: Aber das ist genau, wenn Kirche ihr im guten Sinne menschliches Antlet zeigt und ein Ort der Begegnung ist, wo was passiert, im guten Sinne passiert, dann kommen die Leute.
00:46:52: Und das ist hier auch so.
00:46:54: Auch seit Corona ist es wieder hochgegangen.
00:46:58: Also an der Stelle ja.
00:47:00: Was Hochzeiten angeht, sagt ihr ja vorhin schon.
00:47:04: Gibt es etwas, das dich an Gott manchmal zum Schmunzeln bringt?
00:47:08: Ich würde es eher umgekehrt sagen, ich glaube, es gibt vieles beim Menschen, was Gott zum Schmunzeln trinkt.
00:47:15: Also es gibt diesen Satz, der Mensch denkt und Gott lenkt und in Vergangenheitsform ist der Mensch Dachte und Gott.
00:47:25: Also umgekehrt, weiß ich nicht.
00:47:27: Ich hoffe, ich halte Humor für eine Gottesgabe.
00:47:30: Also so, wie du das eben erzählt hast, hat auch mit Selbstbewusstsein zu tun.
00:47:34: Also auch über sich selbst lachen können.
00:47:36: Das ist eine ganz wundervolle Medizin, wenn es... Und jemand anderen auch durch sein Verletzten das Aussehen hindurch angucken und nicht sagen, das war jetzt das letzte Wort, sondern dem noch einmal eine Chance geben.
00:47:51: Das ist für mich ganz central und habe ich auch sehr massiv erlebt.
00:47:54: Und da, wo so was passiert, da wird das miteinander halt auch glaubwürdig.
00:47:58: Und gerade junge Leute, also Jugendliche, haben ein unglaubliches Sensorium dafür.
00:48:03: Ist das echt oder ist das aufgesetzt?
00:48:05: Und sobald es aufgesetzt ist, vergisst es.
00:48:08: Und zwar ist es unabhängig von der Form.
00:48:10: Also wir haben hier so hochleturgisch Patentante unserer Tochter aus Portugal, selbstverständlich katholisch, kam das erste Mal hierher und sagt, das ist ja katholischer als bei uns zuhause.
00:48:20: Und das war nicht positiv gemeint.
00:48:23: Aber es stimmt, ja.
00:48:26: Und von mir aus kann es auch gerne ein Gospelchor sein oder eine Band oder was was ich.
00:48:30: Es muss von innen her stimmen.
00:48:33: Natürlich nicht immer gleichermaßen, das wird nie irgendwo sein.
00:48:37: Vor einem Predigers-Burgeon gibt's diesen Satz, selbst wenn ich die perfekte Gemeinde gefunden hätte und ich komm selber rein, schade.
00:48:51: Ab da ist sie nicht mehr perfekt, sagt er von sich selber.
00:48:54: Und da ist halt was dran, du bringst dich selber immer mit, egal in welchem Setting.
00:48:58: Und das ist auch richtig so, du darfst auch so kommen, wie du bist.
00:49:02: Toll.
00:49:03: Ich hab ein paar kurze ... Ja, natürlich.
00:49:05: Ich wollte sagen, um Gottes Willen.
00:49:11: Und dann denke ich immer, ist das angemessen, so was zu sagen?
00:49:15: Ich lese gerade so ein Krimi da.
00:49:17: Ist sie Episkopale, also Anglican Church in England, aber im Norden der USA Priesterin, also Pastorin.
00:49:27: Und er ist der leitende Polizeichef.
00:49:31: Und er flucht nur so vor sich hin und immer, und immer so, oh, schuldigung, wollte ich jetzt nicht sagen.
00:49:35: Und sie dann so, hab ich schon verstanden.
00:49:37: Alles gut, ja.
00:49:38: Mal weiter.
00:49:39: Hast du ein Lieblingsort in der Kirche?
00:49:41: Ort.
00:49:42: Ja.
00:49:43: Klug.
00:49:44: Ich verstecke mich unter Bank Nummer vierzehn, oder?
00:49:48: Das ist eine gute Frage.
00:49:50: Habe ich ein Lieblingsort in der Kirche?
00:49:55: Also, da gibt es sehr viele verschiedene Stellen dieser Kirche.
00:49:57: Diese hier ist wirklich eine, wo du gerne bist und wo du dich geborgen gehalten fühlst.
00:50:03: Vielleicht die Kleine, das ist wieder so ein Geheimwort, Sagressai.
00:50:07: Also das heilige Ort, wo du dich auf dem Gottesdienst vorbereitest, kleines Zimmerchen nebenbei.
00:50:13: Und da ist ein Fenster drin, wo tatsächlich ein Einhorn im Fenster ist.
00:50:18: Die kleinen Mädchen glauben, das ist immer eine Idee, das habt ihr garantiert nicht.
00:50:20: Oh, gucken wir mal, doch, aha,
00:50:23: doch,
00:50:23: es gibt das
00:50:24: ja.
00:50:24: Und hier noch ein Fenster mit Clever und Smart.
00:50:27: Ja, da, genau.
00:50:31: Und also das ist dieser sehr geschützte Raum.
00:50:34: Das ist das, was ich da liebe.
00:50:35: Ja, ich bin da gerne dran.
00:50:38: Ist in so eine gewisse Anspannung wahrscheinlich auch, bevor es dann losgeht, oder?
00:50:42: Ja, es ist was völlig anderes, ob du selber dran teilnimmst oder ob du selber verantwortlich bist, was da läuft.
00:50:48: Ja, aber es ist beides schön.
00:50:50: Ich liebe das.
00:50:52: Kaffee nach dem Gottesdienst.
00:50:54: Ja, oder zwingend?
00:50:56: In England zwingend, es gibt... Kaum irgendwo eine Gemeinde, wo es das nicht gibt.
00:51:01: Vielleicht auch deswegen zwingend, weil der Kaffee so schmeckt, dass du sagst, freiwillig nehme ich den nicht.
00:51:08: Keine Ahnung.
00:51:09: Uns gibt es guten Kaffee, also freiwillig.
00:51:12: Und gute Suppe gibt es bei euch,
00:51:14: die Lauchcreme.
00:51:15: Gut, die habe ich gestern verpasst.
00:51:16: Ich musste mit meiner Tochter noch ein bisschen französisch Vokabeln lernen.
00:51:19: Aber eure Suppe, die Lauchcreme, die war richtig gut.
00:51:25: Gibt es eine Bibelstelle, die du niemals predigen würdest?
00:51:30: Das ist ein Zitat aus einem Buch jetzt.
00:51:33: Jemand, der den Willen Gottes sucht, Bibel sowie Franziskus von Assisi aufschlägt und dann steht da, er ging hin und er hängte sich.
00:51:43: Und dann sagt er, das kann's nicht sein und macht irgendwo anders wieder auf.
00:51:46: Und dann steht da, du tue das Gleiche.
00:51:51: Das ist nicht gut.
00:51:52: Das Leben ist so kostbar.
00:51:55: So kostbar lass es, niemand schenkt sich das Leben selber, sollte sich auch niemand lehnen.
00:52:00: Also etwas anderes ist mir gerade nie eingefallen,
00:52:04: ich weiß es nicht.
00:52:05: Ich find's gut, das Spektrum zu lassen.
00:52:08: Wenn Jesus heute nach Eppendorf käme, wo würdet ihr euch treffen?
00:52:13: Ich vermute, bei dem Obdachlosen, der mir jetzt bis vor Kurzem noch vor der Apotheker-Mintur oder Markt übernaltet hat.
00:52:23: Das hat mich auch über Heiligabend schon beschäftigt.
00:52:26: Ich dachte, das kann noch nicht sein.
00:52:27: Ich weiß, ich kenne wahrscheinlich einiges.
00:52:30: Er redet ja auch ganz freundlich mit ein.
00:52:33: Und ich wollte da immer hingehen und hab's nicht getan.
00:52:38: Lach auch an Influencer, aber gut.
00:52:40: Ich bin da jetzt hin, und zwar nicht, als er schon schlief in seinem Schlafsack, sondern als er wach war und sagt es ihm, wird es ihm nicht ein Dach über den Kopf hier, als es so richtig mit den Temperaturen in den Keller ging.
00:52:57: Also, nee, das ist mir noch nicht kalt genug.
00:53:00: Ich bleib hier.
00:53:01: So, gut.
00:53:02: Aber ich hab gefragt, inzwischen ist es ihm kalt genug.
00:53:06: Und er hat jetzt einen Raum, wo er von außen wunderbar rankommt.
00:53:09: Ich schätze, da würden wir uns treffen.
00:53:11: Oder bei der ... Kleinen, alten Dame, die mir erzählte, wie sie in Hamburg Gomorra erlebt hat und ihre Beine verbrannt wurden damals.
00:53:22: Und eine ganz bescheidene Frau, die hier und da angepackt hat.
00:53:28: Und ich glaube, das ist eine von den ganz großen Herzen, die ist verstorben inzwischen.
00:53:33: Aber wenn dann bei dem würd ich einen Moment tippen, vielleicht auch anders.
00:53:38: Du hast mal Hals.
00:53:41: Hast du ein unschönes Erlebnis gehabt oder ein etwas unangenehmes Erlebnis?
00:53:46: Du hast eine Trauung verpasst.
00:53:49: Echt?
00:53:50: Weißt du gar nicht mehr?
00:53:53: Oder fast verpasst.
00:53:54: Du warst in der falschen Kirche.
00:53:56: Nein, nee, es war andersrum.
00:53:57: Ich hab's mir falsch aufgeschrieben.
00:53:58: Entschuldigung, der Breutigam ist zur falschen Kirche gefahren worden.
00:54:02: Die Braut.
00:54:03: Oder die Braut.
00:54:04: Naja,
00:54:05: irgendwas.
00:54:07: Das sind doch pretty Tessen hier.
00:54:10: Ja, so hinweg war's.
00:54:12: Es ist immer wieder so, weil es Johannes Turmweg noch gibt, dass bei uns dann Leute vor der...
00:54:17: Wo wir übrigens geheiratet haben.
00:54:18: Ja,
00:54:19: sehr schön.
00:54:20: die bei uns vor der Tür stehen und sagen, Fotografen hatte ich schon mal.
00:54:24: Ich komm jetzt zur Hochzeit, die letzte war grade.
00:54:27: Nee, nee, jetzt ist neulise, das wüsste ich.
00:54:29: Und dann, stell sie fest, sie gehörte zu den anderen.
00:54:35: Es war schon fünf vor, also das wird knapp geworden sein.
00:54:38: Aber in dem Fall war es so, sogar hier aus der Nähe jemand, ein paar, wo sie in einer Stretschlimusine, also fußläufig, das war ... Keine zehn Minuten zu Fuß zur Kirche von denen aus.
00:54:53: Er war da sehr pünktlich und alles gut.
00:54:56: Und sie war nicht da und kam auch nicht.
00:54:59: Und dann war es so, dass er immer blasser wurde.
00:55:03: Das saß du richtig ohne Handy.
00:55:05: Das erreichte sie nicht.
00:55:07: Und dann fuhr dieser Riesenschle... Der hat sich verfahren, schätze ich.
00:55:11: Fuhr dann vor und sie völlig verweint und so.
00:55:13: War ein schöner Gottesdienst.
00:55:14: Ich hab sie dann später in dieser... Tagel ist eine Tageszeitung.
00:55:19: Die mit den vier großen Buchstaben.
00:55:22: Blöd heiß ich, glaub ich.
00:55:26: Da hab ich gesagt, die kennst du doch.
00:55:27: Dann ging das gleich weiter.
00:55:29: Bei uns war super.
00:55:31: Danach war zwar Essen da, aber leider das der Kälterer von der Feier vorher.
00:55:40: Dann sind sie erst mal zum goldenen M marschiert.
00:55:42: Und nachts ... Und nach zum Zweiundzwanzig Uhr kam dann das, was für sie vorgesehen war.
00:55:50: Das ist so romantisch.
00:55:50: Aber
00:55:51: die beiden waren sehr glücklich miteinander.
00:55:53: Und ich hatte nicht den Eindruck, dass das irgendwie auf Dauer irgendwas bei ihnen ...
00:55:57: Aber es ist toll, wenn so eine Ehe beginnt mit dem Sex hat Schicken.
00:56:01: Genau.
00:56:02: Ach, du magst gar keine Currysauce.
00:56:05: Nein, Schatz, süß, sauer.
00:56:06: Ja, genau.
00:56:08: Ähm, gibt es viele Konvertiten, die zu dir kommen?
00:56:15: Die sagen, okay, ich hab keine Lust mehr auf, was auch immer, sondern ich möchte jetzt Christ werden.
00:56:22: Okay, also du meinst es zwischen Religion.
00:56:24: Ja.
00:56:25: Da ist Eppendorf nicht so das Umfeld.
00:56:28: Nennt man die auch, die von, von, von komplett, eh, unglaublich zum Christenturm kommen?
00:56:35: Nennt man die auch Konvertiten?
00:56:36: Nee.
00:56:37: Da gibt's doch bestimmt ein neues Wort, ne?
00:56:39: Weiß ich nicht.
00:56:40: Egal.
00:56:40: Ich
00:56:41: nenn die herzlich willkommen.
00:56:42: Ja.
00:56:42: Ja.
00:56:44: Gibt es einige, die dann sagen, ich möchte mich damit beschäftigen?
00:56:48: Es ist noch nicht, in Frankreich habe ich jetzt gehört, dass es eine Bewegung unter jüngeren Leuten ist, also nicht Jugendlichen, sondern jungen Erwachsenen, wo angeblich das um Toulouse herum sowohl in der Evangelischen Freikirchen als noch einer katholischen Kirche gerade so dynamisch ist.
00:57:03: und viele in dieser ... und sicheren Zeit sagen, ich will genau das von euch hören, wofür Kirche steht, also nicht irgendwas, was die anderen mir auch sagen können, sondern das, euer Martin Kern, das will ich.
00:57:16: Ja, was denn sonst?
00:57:22: Ja, also der Passeur, der mich konfirmiert hat, war Landwirt, der sagte, du gehst auch nicht in Tischtennisverein und dann spielst du die ganze Zeit nur Fußball.
00:57:30: Und Kirche macht das manchmal so, gehst da hin.
00:57:34: Und dann sind das echte Enttäuschungen, weil du das nicht ... Meine Frau erzählt das, ich lass ihr mal weg, wo das war.
00:57:44: Das er kam aus Ostdeutschland, jemand hatte von Glauben wirklich keine Ahnung und wollte gerne was erfahren darüber.
00:57:51: Und das kam nicht.
00:57:52: Und das war sehr enttäuschend.
00:57:54: Also ...
00:57:55: Kamin hat gedacht, okay, jetzt kriege ich hier das mega
00:57:58: spielintuelle
00:57:58: Erlebnis.
00:57:59: Genau, ja.
00:58:00: Und es kam was ganz anderes.
00:58:01: Ja.
00:58:02: Also, Menschen, die katholischen Hintergrund haben, fühlen sich bei uns wohl, ist jetzt nach der Einleitung nicht so überraschend.
00:58:11: Menschen aus dem freikräglichen Bereich, teilweise die in der evangelischen Freikräte, die gerade so medial ordentlich Aue kriegen, die fühlen sich auch bei uns wohl sehr unterschiedlich.
00:58:20: hin und wieder auch jemand, also ich habe jemand aus Afghanistan schon getauft, ich habe jemand einige aus dem Iran schon getauft, die sehr bewusst diesen Weg gehen.
00:58:31: und gesagt haben, das möchte ich für mich selber entdecken.
00:58:35: Gibt es?
00:58:36: Und da müsste ich halt auch hier wohlfühlen.
00:58:39: Ein Kollege ist in Jentfeld, da wo die Arschchen ein super Programm hat, also ein völlig anderes kirchliches Umfeld, sozial sowieso.
00:58:48: Da gibt es sehr viele Menschen, die einen völlig unkirchlichen, vielleicht ein anders religiösen Hintergrund haben.
00:58:56: Aber das ist hier ... Nicht so viel.
00:58:58: Ja.
00:58:59: Okay.
00:59:00: Hast du schon mal Leute abgelehnt, die sich von dir Taufen konfirmieren oder trauen lassen wollten?
00:59:06: Du hast gesagt, ich sehe bei dir nicht einen ernsthaften christlichen Glauben oder den Willen.
00:59:14: Mein Vater sagte immer, es gibt kein Messgerät für Glauben.
00:59:17: Also so was wie ein Piemeter Pistes ist der Glaube.
00:59:21: Und dann hältst du ihn da in die Seele rein und sagt, der glaubt oder der glaubt nicht.
00:59:26: Wer bin ich, das von außen zu sagen?
00:59:28: Das kann ich nicht sagen.
00:59:29: Gut, aber es könnte jemanden kommen und sagen, ich mach das hier nur für meine Frau.
00:59:32: Ich hab eigentlich gar keinen Bock drauf.
00:59:34: Ja, das gibt's.
00:59:36: Ich hatte auch schon gelegentlich mal ... Ich kann mich nur an die Bräutigamme erinnern, wo ich dachte, wie kannst du dich auf den Typen einlassen?
00:59:43: Aber ja, gut, du bist über achtzehn.
00:59:45: Mach was du für richtig hältst.
00:59:46: Er ist über siebzig.
00:59:47: Mach was du
00:59:48: ...
00:59:50: Peter Elm oder wie?
00:59:54: Ja.
00:59:56: Nee, hab ich noch nicht.
00:59:58: Ich hoffe auch nicht, dass ich in die Situation komme.
01:00:01: Ja.
01:00:02: Okay, und schon geht's zur Schnellfeuerrunde.
01:00:05: Oha.
01:00:06: Kaffee oder Tee?
01:00:08: Immer die erste Frage.
01:00:09: Eigentlich
01:00:09: bin ich Theologe, aber ich trinke im Moment mal Kaffee.
01:00:13: Oh.
01:00:14: Ticketisch.
01:00:19: Morgenmensch oder Nachtdenker?
01:00:21: Nachtdenker ohne Frage.
01:00:24: Bibel auf Papier oder als App?
01:00:27: Ich bin hoffnungslos analog.
01:00:31: Sehr gut.
01:00:33: Sagt der, der den Podcast
01:00:34: gemacht hat.
01:00:36: Lieblingsort in Hamburg, also nicht nur in der Kirche.
01:00:40: Auf der Alster mit dem Kajak.
01:00:42: Also als der Lauf aufwärts.
01:00:45: Schön.
01:00:46: Predigt vorbereiten früh fertig oder auf den letzten Drücker?
01:00:49: Früher, früher, heute später.
01:00:55: Ich versuche... Nee, das schaffe ich meistens nicht mehr.
01:00:58: Freitagabend war früher so, deadline.
01:01:00: Aber das wird doch meistens dann Sonne am Sonntag Nacht.
01:01:05: Aber da kann ich gut nachdenken.
01:01:07: Ja, das glaube ich.
01:01:09: Hast du die Kirche lieber voll oder lieber intim?
01:01:12: Ja.
01:01:20: Stille oder Musik?
01:01:22: Ja, kann ich wieder so antworten.
01:01:24: Mal so, mal so.
01:01:28: Gibt es ein Wort, das du in Predigten vermeiden möchtest?
01:01:32: Es gibt eine Geste, die ich auf jeden Fall vermeide.
01:01:35: Das ist nämlich der ausgestreckte Zeigefinger.
01:01:37: Okay, ich dachte, du meinst den Mittelfinger.
01:01:39: Ja, das auch.
01:01:40: Okay.
01:01:42: Ding auch.
01:01:44: Also, das wirkt sich ja dann auch in den Worten aus.
01:01:47: Also, wenn du herablassend, vorwurfsvoll, bevormuntend oder so, das hoffe ich, dass das nicht vorkommt.
01:01:56: Jedenfalls will ich es nicht.
01:02:00: Zweifel.
01:02:02: Dein Freund oder dein Feind?
01:02:03: Freund.
01:02:06: Weil?
01:02:08: Wer ehrlich zweifelt, kommt auf gute Antworten.
01:02:11: Wer nie zweifelt und so tut, als sei alles in Ordnung, wird sehr oberflächlich leben und kaum wirklich an geistliche Quellen herankommen, die sich nicht ohne Weiteres erschließen.
01:02:29: Indien oder Norddeutschland?
01:02:34: Darf ich auswohlen?
01:02:36: Ja, es ist ja die schnellste Feuerwehr.
01:02:39: Also
01:02:39: im Moment ganz deutlich Norddeutschland.
01:02:41: Aber ganz kurz, ich war das erste Mal als Erwachsener alleine in Indien wieder und der Erwachsene sagte, ich gehe hier nicht weiter, keinen Schritt.
01:02:51: Da stinkt hier, das ist laut.
01:02:55: Es ist tierisch heiß, was um Himmels will, willst du hier?
01:03:00: Und dann war es tatsächlich so, ohne Quatsch, dass der ... Junge, der gerade eingeschult worden war von damals, sagt doch, Komma Martin, alles ist nicht so schlimm.
01:03:09: Ich zeich dir das mal.
01:03:11: Und dem würde ich auch glatt wieder eine Chance geben.
01:03:13: Aber im Moment Norddeutschland.
01:03:15: Ja,
01:03:16: klasse.
01:03:17: Gibt es eine Frage, die dir zu oft gestellt wird?
01:03:19: Nicht nur von mir.
01:03:25: Hast du mir zugehört?
01:03:29: Ist das so?
01:03:32: Doch, immer wieder.
01:03:33: Ja, in der Familie auf jeden Fall.
01:03:35: Oh, okay.
01:03:36: Ja, unser Sohn, der sagt Papa, und er hat Recht.
01:03:38: Ist das gleiche mir mit meinem Vater auch so gern.
01:03:41: Wenn jemand äußerlich anwesend ist, aber innerlich erkennbar nicht bei der Sache.
01:03:46: Ist nicht gut.
01:03:49: Also in der Gemeinde sind die meisten zu höflich, aber ... und andere auch.
01:03:55: Aber ich glaube, es ist tatsächlich in der Zeit, wo es wirklich schwer fällt, ehrlich beim anderen zu sein.
01:04:00: Und echt nicht nur zu tun, als ob ich zuhöre.
01:04:04: Das ist auch tatsächlich zu tun.
01:04:07: Wenn du einen Wunsch frei hättest für die Kirche von Morgen, welcher wäre das?
01:04:13: Dass der Abwärtstrend, den wir haben, möglichst schnell durchgeht und wir eine Art Auferstehung an Nastasis erleben mit einer Kirche.
01:04:22: Nicht, wie du sie noch nie gesehen hast, wie sie aber noch mal frisch, manchmal kleiner, aber fröhlich und glaubenst du, versichtlich auf Menschen zu gehen und ihnen weiter hilft.
01:04:31: Das hoffe ich, bete ich.
01:04:34: Und einen Satz, den du deinem Deinem elfjährigen ich sagen würdest, also als du die Entscheidung betroffen hast, Theologe zu werden.
01:04:45: Normalt, die Frage habe ich nicht verstanden.
01:04:46: Was würdest du deinem elfjährigen ich, wenn du ihm jetzt begegnen würdest, sagen und mit auf den Weg geben?
01:04:52: Du hast recht gehabt, du brauchst Vergebung.
01:05:00: Du hast recht gehabt, du brauchst Vergebung?
01:05:01: Naja, als elfjähriger würde ich sagen, ich habe das manchmal von Katholiken gehört.
01:05:05: die zum ersten Mal in die Beichte gegangen sind und sich dann was ausgedacht haben, weil sie nichts hatten, was sie erzählen können.
01:05:12: Und ich hatte jetzt aktiv als elfjährige auch nichts, wo ich sonderlich schwer schlechtes Gewissen hatte.
01:05:18: Aber ich wusste damals irgendwie schon, diese Glaubenserfahrung, die mich wirklich körperlich erschüttert hat, ich wusste damals schon, ich brauch das.
01:05:28: Und jeder Mensch braucht das.
01:05:29: Dass du ihn nicht festlässt auf die Schattenseiten, auf das, was schiefgeht.
01:05:33: Sondern dass ... neu eröffnet wird.
01:05:37: Und was möchtest du Menschen mitgeben, die mit Kirche im Moment nichts anfangen können, wovon es in Hamburg ja wahrscheinlich reichlich gibt, die aber neugierig sind?
01:05:45: Also in Hamburg ist das übliche Glaubensbekenntnis, Kirche, doch habe ich nichts gegen.
01:05:51: Das ist ...
01:05:52: Was
01:05:58: sag ich da?
01:06:00: Was möchtest du den mitgeben?
01:06:01: Wenn ich das aufnehme, was ich von euch mit Regie gehört habe, will ich sagen, Gott will keine Rolle in deinem Leben spielen.
01:06:09: Der will die Regie übernehmen.
01:06:12: Nehmen wir das mal mit.
01:06:15: Vielen lieben Dank.
01:06:17: Martin Haschemann.
01:06:20: Danke schön, dass du mein Gast warst.
01:06:21: Es war ein wunderschönes, interessantes Gespräch.
01:06:24: Und wenn ihr Fragen, Anregungen, Kritik zu unserer Sendung habt zu unserem heutigen Postcast, dann hinterlasst es bitte gerne in den Kommentaren.
01:06:34: Und vielleicht möchtet ihr selbst auch mal Gast sein hier im Manzels bei einer Aufzeichnung.
01:06:38: Die nächste wird sein am fünften zweiten.
01:06:40: Meine Gäste dann werden sein Björk, der hier das Bootshaus Barmeyer betreibt und sich wundervoll ums Planchie im Heinz-Parks kümmert.
01:06:48: im Heinz-Park
01:06:49: gemacht.
01:06:50: Und Carlotta
01:06:52: Pahl, sie ist ein Model-Synchron-Sprecherin und sie wird auch hier aus ihrem jungen Leben erzählen.
01:06:58: Sie spricht unter anderem in Stranger Things, die, wie heißt sie, Millie Bobby Brown, genau so.
01:07:03: Also Karten zum dabei sein kann man erwerben, beziehungsweise kostenfrei sind sie erhältlich.
01:07:09: Unter mannsitz.de.
01:07:10: da findet
01:07:11: ihr alle Daten, die ihr braucht, um hier eine Reservierung vorzunehmen.
01:07:14: Also wir hören uns beim nächsten Mal.
01:07:16: Vielen Dank, dass ihr dabei wart, hier im Mannsitz.
01:07:19: Das ist mein Gesicht.
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