Alster Ego 15 - Anja King
Shownotes
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00:00:02: Moin!
00:00:05: Hier ist Alster Ego, der Podcast aus Äppendorf
00:00:12: für Äppndorf
00:00:14: und alle die gern so tun als würden sie hier boden.
00:00:18: Ich bin Tetschemierendorf euer Tour Guide durch Cafés, Butikken, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.
00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol, Heilhils auf Gummistiefeln Und ihr seid mitten drin, also Kopfhörerein Ego raus.
00:00:36: Es ist als der Ego-Zeit!
00:00:39: Mit einer fröhlingshaften Folge aus dem Ranzel!
00:00:49: Ach merkt man auch die Sonne scheint?
00:00:51: Ihr seid alle gut gelaunt und es wirft immer später dunkel draußen und das hat auf uns alle auch energetische energetische Auswirkungen.
00:01:01: Und über Energie möchte ich heute sprechen mit meinem Gast, bei mir auf dem Sofa ist Anja King!
00:01:09: Yay!
00:01:13: Unternehmen auf dem sofa Marvin A. Smith, den ich im letzten Podcast zu Gast hatte der hier lecker sein Stück Kuchen ist und wenn er dann vielleicht aufgekaut hat ... Vielleicht auch das eine oder andere noch dazu sagt.
00:01:26: insofern also nicht wundern Wenn er zwischendurch einmal reingregt.
00:01:29: genau das ist so gewollt.
00:01:32: Ich freu
00:01:32: mich, dass du da bist.
00:01:33: Hallo!
00:01:34: Danke,
00:01:34: dass ich da sein darf.
00:01:35: Aber sehr gerne.
00:01:37: Anja, wie würdest du dich selbst vorstellen?
00:01:41: Ja ... ich bin Anya King.
00:01:43: Äh, neunundach ... äh, Neunundfünfzig Jahre.
00:01:48: Neun und Achtzig Jahre?
00:01:51: Und bin Mutter zweier Kinder und heute Heilpraktikerin.
00:01:57: Und freue mich hier zu sein.
00:02:00: Schön, dass du hier bist.
00:02:01: Du wohnst seit einundzwanzig Jahren in Eppendorf?
00:02:04: Ja, ich glaube, ich wohne sogar schon ein bisschen länger hier.
00:02:07: So was knappe... ...von zwanzig Jahre sind es ja.
00:02:11: Ach so!
00:02:12: Okay.
00:02:14: In Hamburg bin ich schon dreißig.
00:02:17: Aber in Eppendorf glaube ich paar und zwanzivzig bestimmt.
00:02:23: Und wohnen hier Eppendorfer Baum gegenüber vom Schlemmermarkt und freu mich, mittendrin zu sein.
00:02:29: Wo früher der Bolle war?
00:02:31: So ist das ...
00:02:33: Kennst du den noch als
00:02:33: Boller?
00:02:33: Ich kenne den nicht!
00:02:34: Aber ich hab das nur noch gehört.
00:02:36: Den gab's bei mir schon nicht mehr.
00:02:38: Das wär
00:02:38: ganz ursprünglich mein Kino, glaub ich.
00:02:41: Ich hab das gehört aber das is wirklich eine Weile her.
00:02:44: Da
00:02:46: hab ich ein altes Foto vor Augen.
00:02:47: Irgendwie, da lief so einen ... Ich glaube der Mann vom Mars oder der Mann von ... Keine Ahnung mit Heinz Briemann?
00:02:52: Egal tut nicht zur Sache!
00:02:54: Aber eigentlich kommst du aus Halle Westphalen.
00:02:56: Halle-Westphalen...
00:02:56: Was hat dich nach Hamburg verschlagen?
00:02:59: Ja mein vorheriges Leben.
00:03:02: Hier hat eine Agentur aufgemacht in der ich gearbeitet habe.
00:03:06: Ich komme aus der Werbung und hab ... Marketing und Kommunikation, also habe erst eine Werbekaufmannsausbildung gemacht.
00:03:17: Und zeitgleich Marketing und kommunikation in Köln an der Werbefachakademie gelernt.
00:03:23: Und Zeitgleich machte dann hier ne Agentur auf die meines Vaters vor hundert Jahren ungefähr... ...und da bin ich mit eingestiegen!
00:03:34: Und hab dann Reklame gemacht und ich muss, hab dir sehr wohl zugehört Es war die große, weite Welt und ich hab ganz viel wunderschöne Werbung gemacht.
00:03:44: Und ... Ich war verantwortlich für Filme und Produktionen und hab ... Hab Werbefilme gedreht, ich glaub ... weiß nicht.
00:03:52: Weiß nicht, fünfhundert oder so was?
00:03:55: Für Messi und für Toffifee und für ... Wurst und für Käse und für alles, was an Lebensmittel gab!
00:04:04: Merciwurst!
00:04:05: Ich habe viele Filme gedreht und war ganz wichtig.
00:04:10: Es hat viel Spaß gemacht, es war die große weite Welt und wirklich eine aufregende und tolle Zeit.
00:04:18: Dann kam das Leben und dann habe ich noch mal eine kleine Korrektur vorgenommen.
00:04:24: Eine kleine Korrek-Tour?
00:04:25: Das ist die Kurzfassung!
00:04:28: Ich habe das lange Jahre gemacht bei meinem Vater und dann hat auch da schon das Leben zugeschlagen.
00:04:34: Es kam dazu, dass mein Vater Ausstieg aus der Werbeagentur – und es tat er doch nicht so richtig!
00:04:41: Und als er das dann doch nicht so richtig tat, bin ich mit meiner Schwester da ausgestiegen und habe eine eigene Agentur aufgemacht.
00:04:47: Also der klassische Fall?
00:04:48: Ich übergebe euch den Laden mal, aber ich lasse mich wirklich los.
00:04:50: Genau so war das!
00:04:51: Und dann haben meine Schwester und ich gesagt wir machen das noch mal neu und haben dann eine eigene Agentur auf gemacht, haben das auch viele Jahre gemacht – ich weiß nicht.
00:04:59: Hat euer
00:04:59: Vater euch das nicht übel
00:05:00: genommen?!
00:05:00: Doch
00:05:01: sehr... und hat uns erklärt, dass wir seinen Lebenswerk ruiniert haben.
00:05:09: Das war der klassische Fall von einer Übergabe, die so gar nicht geklappt hat.
00:05:14: Und wir haben es dann noch mal neu versucht und haben viele Jahre eine Eigenagentur gehabt.
00:05:18: Es war ne schöne Zeit, ne aufregende Zeit.
00:05:21: Wir haben furchtbar viel gearbeitet, hart gearbeitet ziemlich wenig Geld verdient.
00:05:30: Als dann noch das Leben dazukam, ich denke, ich komm gleich noch drauf.
00:05:36: Dann haben wir gesagt vielleicht nochmal was anderes und haben dann noch mal ... Ich hab dann noch alles neu geschüttelt und dann noch mit vierzig, Mittevierzig noch einmal alles neu sortiert und ganz neu angefangen.
00:05:51: Und deine Schwester entsprechend?
00:05:52: Meine Schwester auch.
00:05:56: Wir sind zum Glück immer noch ... superengen verbunden.
00:05:59: Aber wir haben noch mal alles neu auf den Markt geschmissen und gesagt, wir müssen nochmal etwas ganz anderes
00:06:05: machen.".
00:06:05: Was macht sie jetzt?
00:06:06: wenn ich fragen
00:06:06: darf?
00:06:06: Meine Schwester ist elf Jahre älter als ich und es arbeitet gar nicht mehr was ich ein bisschen neidisch beobachte denn ihr habt so viele jahre hart gearbeitet und hat selber vier Kinder groß gezogen und dann hat ... ist jetzt durch und braucht nicht zu arbeiten muss nicht mehr arbeiten.
00:06:28: Ich bin noch ein ganz bisschen jünger und hab gesagt, ich fang noch mal was Neues an.
00:06:33: Okay, du hast jetzt schon dreimal angeteasst?
00:06:35: Das Leben kam dazwischen!
00:06:36: Ja, das Leben kam da zwischendurch.
00:06:38: Es kam eigentlich ... Ich habe zwei Kinder gekriegt, eine Zwei-Töchter.
00:06:44: Und eine ist jetzt ... Pauli hilft mir, sie ist hier, sechsundzwanzig.
00:06:50: Sechsundzwantzig.
00:06:52: Und gesund und munter.
00:06:54: Und ich habe anderthalb Jahre später nach meiner Großen eine kleine bekommen, die nicht heile geboren ist und mit einer schweren Behinderung zur Welt gekommen ist.
00:07:05: Das hat wirklich alles einmal das ganze Leben auf links gedreht.
00:07:09: Alles was bis dahin sich selbst erklärend war und ganz normal war, hat plötzlich keine Bedeutung mehr gehabt.
00:07:25: Ja, hat einfach wirklich alles nochmal um hundert-achtzig Grad gedreht.
00:07:32: Das ist ja wahrscheinlich eine der ersten Fragen die du immer hörst in diesem Zusammenhang.
00:07:38: War vor der Geburt schon klar dass das Kind mit Behinderung zur Welt kommt?
00:07:43: Ja
00:07:44: war klar!
00:07:45: Allerdings waren die Prognosen so unterschiedlich.
00:07:48: Also keiner wusste genau was es wird also was daraus wird.
00:07:52: Es hieß dann nach ein paar Monaten Ja, irgendwas ist irgendwie nicht richtig im Ultraschall.
00:07:57: Und dann kam so das erste Wort zum ersten weiß ich noch, kam auf die Cisterna Magna des Kindes.
00:08:06: Die ist nicht richtig geformt.
00:08:09: und dann sitzt man da und sagt ...
00:08:13: Okay, das sind jetzt erst mal zwei lateinische Ausdrücke?
00:08:15: Cisterner
00:08:15: Magna ist richtig geformed.
00:08:18: Was heißt denn das hier?
00:08:19: Das können wir Ihnen wirklich nicht sagen, das wissen wir nicht.
00:08:23: Aber ... Da ist alles möglich und alles offen.
00:08:27: Aber das ist eine Struktur im Gehirn, die muss aussehen wie ein Knochen.
00:08:32: bei diesem Kind sieht sie aber nicht aus wie einen
00:08:34: Knochern.".
00:08:35: Und dann sitzt man da und sagt, was mache ich jetzt damit?
00:08:41: Das können wir Ihnen nicht sagen!
00:08:43: Dann habe ich erst mal abgewartet und dann kam es mit jedem Ultraschall.
00:08:47: Wurde es immer schlimmer, dann kamen andere Sachen hinzu.
00:08:50: Das Kleinhirn ist zu klein Und dann zu.
00:08:54: ganz kurz vor der Geburt hieß es, sie hat keinen Balken.
00:09:00: Das ist eine Struktur zwischen linker und rechter Gehirnhälfte.
00:09:03: Die gibt's nicht, die ist gar nicht angelegt.
00:09:05: Und das ist schwer.
00:09:09: da können wir aber auch nichts zu sagen.
00:09:11: Da ist alles möglich ... Ja, und da war dann klar dass gar nix klar ist und ich abwarten muss was passiert.
00:09:22: Das habe ich auch.
00:09:24: Als keiner mir sagen konnte, was wirklich wird, habe ich gedacht das ist Chefsache.
00:09:29: Das weiß keiner genau.
00:09:32: und dann lass sich passieren, was passiert.
00:09:36: Und das war dann auch so.
00:09:37: also als Lähnchen dann kamen, da waren ganz viele Kinderärzte da und alle standen mit großer Spannung drum herum und waren ganz gespannt, was dabei rauskommt.
00:09:53: ziemlich spannend.
00:09:54: Ich fand sie unfassbar süß, sie war super niedlich und ganz klein und ganz zart und ich fand sie so schön dass sich gedacht hat vielleicht ist es gut gegangen aber die Ärzte sagten dann sieht nicht so gut aus also ist wahrscheinlich... Also es ist nicht alles richtig.
00:10:16: Was genau wusste noch keiner?
00:10:19: Wir konnten sehen, ihr Kopf war ein bisschen verformt und sie war zu klein.
00:10:24: Sie hatte keinen Muskeltonus also sie war ganz schlapp.
00:10:28: Eine offene Kiefer-Spalte.
00:10:31: Also der Gaumen hinten war offen Und ja ... Sie sahen ein bisschen komisch aus glaube ich heute Aber zuckersüß und zauberhaft aber Ganz schön schlapp.
00:10:44: Es stellte sich raus, sie konnte nicht schlucken und nicht gut atmen.
00:10:47: Ihre Luftröhre war zu weich und kollabierte immer dadurch, konnte sie schlecht atmen ... Ja, Sie ließen uns dann nicht aus der Intensiv- ... Und wir waren viele Monate in einer Intensifstation und haben versucht das Kind am Neben zu erhalten.
00:11:05: Das war eine ziemlich büste Zeit!
00:11:08: Wie?
00:11:10: Ich kann mir das nur ganz schwer vorstellen wie man als Paar als Eltern damit umgeht, wenn man diese Information bekommt.
00:11:18: Also letztlich erst mal diesen lateinischen Ausdruck um die Ohren gehauen bekommt und letztlich damit ja allein gelassen wird.
00:11:27: Ist auch so?
00:11:28: Gab es sowas wie eine psychologische Betreuung oder irgendwas ... Oder wird man als Eltern nach Hause geschickt?
00:11:35: Ja, ist so.
00:11:36: Jetzt sehen Sie zu, wie Sie damit klarkommen.
00:11:38: Als wir dann nach Hause durften war das etwa so ... Ich hab gelernt in den Monaten, in denen ich mit Lähnchen im Krankenhaus war, habe ich gelernt, wie man einen Säuglingenbieder belebt und ich hab ein Monitor mitgekriegt.
00:11:53: Und wir durften dann nach dreieinhalb Monaten etwa nach Hause.
00:12:00: Das war ziemlich furchtbar, weil ich erst gedacht habe, ich würde gerne mit ihr nach Hause.
00:12:06: Das ist das Ziel.
00:12:08: Hab dann allerdings lernen müssen, dass es zuhause ziemlich furchtbar ist, weil dann gar keiner mehr da ist der mit aufpasst und man is dann mit dem Monitor alleine und ... Und der Monitor piept die Kleine kann nicht atmen und die Ärzte haben auch mitgegeben, dass sie nachts dass man besonders aufpassen muss, was es wirklich schwierig macht.
00:12:38: Weil wenn man weiß, dass man nachts besonders aufpassen muss ...
00:12:41: Kannst du da keinen Augezug
00:12:42: kriegen?
00:12:42: Genau so ist das und das merkt man erst nicht weil man denkt ja, das schaffen wir schon aber es stellte sich dann eben ziemlich schnell raus nicht geht, also dass man nicht Tag und Nacht alleine aufpasst.
00:12:56: Und der Monitor piept und die Kleine wird blau und kann nicht atmen.
00:13:01: Dann rennt man wieder ins Krankenhaus und dann wird man wieder entlassen.
00:13:07: Sie konnte nicht schlucken – das war das Hauptproblem.
00:13:10: Sie hatte dadurch keinen Balken da.
00:13:14: Durch die Nichtverbindung rechter und linker Gehirnhälfte entstehen ganz schwierige Koordinationsprobleme.
00:13:20: Und Schlucken ist ein besonders komplexer Vorgang, der am schwersten ist wenn man sich nicht gut koordinieren kann.
00:13:30: Das ist schwer weil die Kinder dann nicht essen können.
00:13:34: Wir haben versucht Essen reinzukriegen.
00:13:36: das ging dann nicht.
00:13:36: Dann haben wir Sonden gelegt durch die Nase in den Bauch, dann haben wir das Essen versucht per Spritze zu geben.
00:13:44: Okay, sie sich ja wahrscheinlich auch gewährt hatten.
00:13:46: Logisch und das kam dann auch immer wieder raus und dann immer wieder ins Krankenhaus.
00:13:49: also es war eine wirklich besonders anstrengende und wüsste Zeit um dich.
00:13:54: Das Schwierige war dass war dass meine Paula meine große anderthalb war.
00:13:59: Und
00:14:00: eben das wollte ich sagen Es gab ja immer noch einen Alltag mit einem anderen Kind.
00:14:03: So ist der
00:14:03: so ist.
00:14:04: das
00:14:05: hat's dann eifersucht auch eine Rolle gespielt überhaupt
00:14:08: nicht weil Ich habe Ich habe mir wirklich Mühe gegeben.
00:14:12: Ich hatte auch einen lieben Mann, von dem ich mich origineller Weise erst jetzt ganz frisch hab scheiden lassen.
00:14:22: Als alles überstanden war?
00:14:23: Als
00:14:23: alles wunderbar überstanden was ist ein wunderbarer Mann!
00:14:26: Ich habe ihn sehr lieb.
00:14:27: wir sind ganz glücklich geschieden besonders eng und haben ein besonders enges und gutes Verhältnis Aber wir haben doch gelernt, dass mein Mann ist Künstler.
00:14:40: Ich habe doch sehr an ihn gedacht als du erzählt hast.
00:14:44: Ihr kennt euch glaube ich auch.
00:14:47: Marvin und Billy kennen sich.
00:14:50: Mein Mann ist künstler und ist ein wunderbarer Sänger und ein wunderbares Produzent und ein lieber Mensch.
00:14:57: aber das mit dem... und mit den täglichen normalen Dingen, das ist einfach nicht so auf seinem Plan.
00:15:06: Und ich hab nach all den Jahren dann doch gedacht ... Ich guck noch mal,
00:15:12: ob
00:15:12: wir vielleicht auf getrennten Wegen besser unterwegs sind.
00:15:17: Wir haben das ziemlich gut entschieden!
00:15:18: Und ich habe einen wunderbaren Partner der heute da ist und mir die alltägliche Dinge teilt.
00:15:27: Pauli?
00:15:28: Meine Große war, ich habe versucht mich ein bisschen zu teilen und habe besonders in der Krankenhauszeit als ich mit Lähnchen im Krankenhaus war entschieden dass sich nachts nach Hause gehe.
00:15:41: Und das war ganz gut!
00:15:42: Ich hab also tagsüber bestimmt zehn Stunden acht neunzehn Stunden im Krankenhaushus gesessen mit der Kleinen die sehr verkabelt waren an Sonnen und Kabeln und Honitoren lag.
00:15:54: Ich hab sie gehalten.
00:15:56: Die Ärzte sagten mir, das weiß ich noch an der besonders schwierigen Aussage ... Sie haben gesagt, Frau King sind verantwortlich für den Lebenswillen des Kindes.
00:16:06: Sie müssen versuchen, sie am Leben zu halten!
00:16:08: Jetzt geht's nicht schon genug Verantwortung?
00:16:10: Ich hab gedacht, wow, wenn ich die Verantwortung für den Lebenswillen meines Kindes habe, dann hau' ich mal rein und hab sie also wirklich ... wirklich acht Stunden, neun Stunden, zehn Stunden gehalten und geküsst und gedrückt.
00:16:24: Und ihr was vorgesungen und ihr Fotos hingehalten und gebetet und ihr Sachen erzählt und alles Mögliche gemacht.
00:16:32: aber hab abends gesagt ich geh nach Hause Ich geht zu meiner großen dies knapp zwei ich die küssig jetzt und Gebe Abendbrot und wir gehen zu les ihr etwas vor.
00:16:43: also das muss auch noch gehen.
00:16:44: ist es dir trotzdem schwer gefallen um aus der klinik rauszugehen?
00:16:47: ätzend Aber irgendwie hat der liebe Gott mir da das vor die Füße geworfen, dass ich eine Entscheidung treffen muss.
00:16:59: Und hab dann gesagt okay, ich schlafe nicht in der Klinik und komme morgens erst wieder.
00:17:05: Und mach abends meine Große!
00:17:07: Das war gut.
00:17:08: also wir hatten Zeit füreinander aber es war natürlich schwierig... Ich habe mich gemerkt Wie schwierig es war.
00:17:18: Ich hab nicht richtig mitbekommen, dass meine Kräfte schwanden und ...
00:17:24: Über welchen Zeitraum reden
00:17:25: wir jetzt?
00:17:26: Ja, ich hab sie nach etwa dreieinhalb, vier Monaten nach Hause bekommen.
00:17:33: Und zu Hause war's dann besonders wüst.
00:17:35: Also das habe ich dann gelernt, also zu Hause sollte ich zum Beispiel Krankengymnastik machen.
00:17:42: Förderung, Sie haben gesagt ja ein behindertes Kind muss Förderung kriegen und besonders viel, damit die Entwicklung so gut wie es geht klappt.
00:17:51: Und dann haben wir also Krankengymnastik gemacht nach Weuter und nach Bo-Bad.
00:17:55: Das habe ich den ganzen Tag gemacht und hab meine Große noch dabei gehabt.
00:18:00: Die war inzwischen zwei.
00:18:03: Und hab gemerkt ... dass beides zusammen aufpassen auf die Kleine, damit sie lebt und atmet Luft kriegt und essen kann.
00:18:17: Und zeitgleich die Große, die da ist und die man automatisch immer wieder ein bisschen wegschiebt und sagt das schaffe ich jetzt nicht.
00:18:25: Ich muss selber ein bisschen spielen, ich muss jetzt ein bisschen kran gemnastik.
00:18:32: Es war eine Zeit ... Ja, ich hab gemerkt Ich hab gemerkt, es ist zu viel.
00:18:42: Es ist einfach zu viel!
00:18:44: Mein Mann ging dann arbeiten, irgendeiner musste auch arbeiten und ...
00:18:48: Warst du neidisch auf deinem Mann?
00:18:50: Ein bisschen
00:18:50: ja ein bisschen.
00:18:52: Ich glaub er war auch ein bisschen neidig auf sich weil das schön war dass man ein bisschen Luft holen kann... Das kann ich auch verstehen.
00:19:00: also und irgendeine Muster arbeiten.
00:19:02: Also das war schon gut verteilt aber es war einfach zu schwierig.
00:19:08: Nach ein paar Monaten, ist es dann passiert.
00:19:10: Ich hab dann ... Ja, ich weiß gar nicht wie man das ordentlich nennt.
00:19:15: Ich glaube, ich bin ausgeklinkt also... Ich bin morgens aufgewacht und habe gemerkt, ich konnte nicht mehr sprechen.
00:19:28: Also, ich konnte nur noch rumlaufen.
00:19:32: Ich weiß, dass ich immer wieder um den Tisch gelaufen bin.
00:19:37: Ich kann das jetzt nicht mehr sagen, ich kann nicht mehr sprechen.
00:19:40: Ich muss irgendwas tun.
00:19:43: und ich weiß, dass ich dann meinen Schwager angerufen habe.
00:19:45: der war verfügbar und er hörte mich am Telefon irgendwie Geräusche machen und er sagte irgendwas stimmt nicht.
00:19:52: ich komme jetzt zu dir Und der kam und hat mich an die Hand genommen und gesagt wir gehen jetzt in die Klinik.
00:19:57: Warst du da dissoziiert?
00:19:59: Hast du selbst nicht mehr kontrolliert, was du tust.
00:20:02: Ist das mit dir ... Ich weiß
00:20:03: dass ich nicht dissoziert bin.
00:20:04: Ich hab ziemlich genau gedacht, ich kann nicht mehr aber ich konnte wirklich nicht mehr sprechen.
00:20:12: also es kam einfach nichts mehr raus.
00:20:14: Ich weiß, dass ich in der Klinik war und mit meinem Schwager, der gesagt hat wir müssen hier etwas machen, hier geht nichts mehr.
00:20:26: Ich weiß, dass der Arzt dann gesagt hat hier ist Schluss.
00:20:29: Die braucht eine Pause und ich weiß das ich gedacht habe.
00:20:34: was mache ich jetzt?
00:20:34: Also ich muss meine Kinder versorgen Und das hat dann alles ganz gut geklappt.
00:20:40: Ich durfte tatsächlich aus der Klinik nicht mehr raus.
00:20:42: Ich war dann sechs Wochen in der klinik und Mein Mann war da meine Schwester war da Meine Schwiegermutter war da.
00:20:55: Alle haben dann versucht, das an den Laufen zu halten.
00:20:57: Ich war im UKE ...
00:20:58: Die Zutritt, was du vorher allein gemacht hast?
00:21:01: Ja und es hat ganz gut geklappt.
00:21:04: Die haben mir dann ganz lieb meine Kinder jeden Tag gebracht.
00:21:07: Und ich hab die in der Klinik jeden Tag gesehen.
00:21:10: Und war im Park mit denen in der Sonne und habe sie gesehen.
00:21:13: Jeden Tag, das war mir wichtig.
00:21:15: Aber es hat wirklich sechs Wochen gedauert.
00:21:20: In der Klingel durfte ich dann einmal ... Pause machen und einmal ein bisschen durchatmen.
00:21:25: Und hab dann gedacht zu Hause, jetzt kriegen wir's hin?
00:21:28: Jetzt habe ich genug Kraft!
00:21:31: Und jetzt hab' ich mich erholt... ...und dann bin ich nach Hause gekommen und hab' dann gemerkt hier ist alles wie immer.
00:21:39: also mein Kind ist immer noch am Monitor kann immer noch nicht schlucken kann immer auch nicht richtig atmen und muss immer wieder ins Krankenhaus.
00:21:48: und meine Paula wurde Ja, war angeschlagen.
00:21:53: Also das merkte man schon.
00:21:54: Sie hatte Augenringe und war weinerlich und angespannt.
00:21:58: Und da habe ich dann gewusst jetzt muss irgendwas grundlegendes passieren weil sonst fliegen wir hier alle auseinander.
00:22:06: Das war eine schwierige Entscheidung und für mich glaube die schwerste die ich treffen musste.
00:22:14: aber ich hab das dann entschieden und wir haben das dann Und wir haben Lähnchen in den Ehrenbusch gegeben, was eine Institution ist für Kinder mit schweren Behinderungen.
00:22:31: Das war also wirklich eine Entscheidung die eigentlich fast unfällbar ist weil es kommt dann der Tag wo man mit einem Köfferchen dahingeht und sein Kind wirklich abgibt.
00:22:49: Und das war der Moment, wo ich gedacht habe ... Das geht nicht.
00:22:55: Das darf nicht sein und es gehört so nicht.
00:23:00: Aber ich wusste ... Also umgekehrt!
00:23:03: Ich wusste keine Alternative.
00:23:05: Es stellte sich für mich keine Alternativen da.
00:23:11: Entweder behalte ich Lähnchen ganz Dann bezahlt allerdings Paula, meine Große die Zeche.
00:23:21: Oder ich gebe Lähnchen ab und versuche beiden Kindern trotzdem gerecht zu werden.
00:23:31: Und ... Ich glaube aus heutiger Sicht, dass das die richtige Entscheidung gewesen ist und mir das so Gutes gelungen ist.
00:23:42: Aber es gab nur den einen Schuss und den hab' ich ... haben wir gewählt!
00:23:53: Du hast eben gesagt, diese Entscheidung, Lähnchen abzugeben.
00:23:56: Das geht nichts!
00:24:00: Was hat denn ... oder wer hat denn in dir gerufen?
00:24:02: War das das Mutterherz, die mütterliche Verantwortung?
00:24:06: Oder war es eher die gesellschaftlich Oktroyierte?
00:24:09: Beides, beides.
00:24:10: Also die mütterliche Sowieso eine Mutter, die ihr Kind abgibt.
00:24:13: Hallo?
00:24:14: Ich meine, ich glaube, dass gibt's nicht.
00:24:18: Das ist nicht vorgesehen und ... überhaupt die Vorstellung, dass das geht.
00:24:28: Also, dass es eine Möglichkeit ist.
00:24:30: Das habe ich lange, lange weit von mir gewesen.
00:24:33: also bevor ich meine kleine bekam hat meine Schwiegermutter schon gesagt du kannst das nicht wenn das Kind so behindert ist wie die Ärzte das Prognostizieren kannst du das nicht?
00:24:44: Du hast nämlich noch ein Kind und ich weiß, unglaublich empört war und gesagt habe, also wirklich wie kannst du das denken?
00:24:51: Und natürlich mache ich das.
00:24:52: Und natürlich schaffe ich das schaffen andere auch.
00:24:56: Ich fand es derartig ein verwerflichen Vorschlag.
00:25:02: als es dann soweit war bin ich als erstes zu meiner Schwiegermutter und hab ab Bitte geleistet und gesagt Du hast das vorher gesehen.
00:25:09: Der Arzt, der uns behandelte hat gesagt Sie müssen dieses Kind in eine Institution geben damit sie ein normales Leben leben können und auch ihrer großen Tochter gerecht werden.
00:25:22: Dem hab ich auch gesagt, also hören Sie mal ... Wer sind sie denn?
00:25:25: Klar!
00:25:25: Ich meine es ist natürlich leicht so etwas zu raten, wenn man emotional nicht drinsteckt.
00:25:30: So ist es aber das war die gute Seite.
00:25:33: Denn nur wer nicht emotional da drin steckt kann darauf einen ziemlich objektiven Blick wagen.
00:25:39: Denn als Mutter mag man keinen objektive Blick.
00:25:44: Und ist ziemlich ... Ja, ist ziemlich verhaftet in dem was sowieso zum Mutter sein dazu gehört.
00:25:55: Nämlich unbedingte bedingungslose Liebe und zeigt gleich allerdings die Verpflichtung auch... Ich hatte das Gefühl dass der liebe Gott mich vor diese Entscheidung gestellt hat, mich zwischen beiden Kindern zu entscheiden weil beide gerecht werden.
00:26:11: es halte ich auch aus heutiger Sicht für fast ausgeschlossen.
00:26:16: also mag selbstverständlich Ausnahmen geben und mein Weg ist keineswegs der einzige, und geschweige denn der einzig gangbare.
00:26:24: Aber ich glaube dass wenn man ein schwer betroffenes Kind hat es wirklich schwer einem oder mehreren gesunden Kindern noch gerecht zu werden.
00:26:36: Denn man muss sich einfach.
00:26:39: ein solches Kind braucht vierundzwanzig Stunden Betreuung.
00:26:43: Du hast jetzt eben schon zwei, drei Mal den Glauben angesprochen.
00:26:47: Hatte sich verändert bei dir?
00:26:48: Bist du von Haus aus schon ein gläubiger Mensch und hat sich dein Glaube dann noch mal eben ... verändert?
00:26:58: Ich glaub ja ich glaube also ich war immer gläube.
00:27:03: ich bin nicht sehr kirchlich da weiß ich nicht genug drüber aber ich hab eine ziemlich gute Connection zum Chef glaube ich.
00:27:11: Aber ich habe schon das Gefühl gehabt dass eine Entscheidung treffen muss, die eigentlich nicht für Menschen oder für Mütter gemacht ist.
00:27:22: Also dass es eigentlich außerhalb des Portfolios von Eltern und ich musste das trotzdem und glaube, dass wir das richtig gemacht haben.
00:27:36: Und ich weiß, dass ich mich in der ... Ich hätte fast das Wort Klappsmehl benutzt.
00:27:41: Das nehme ich zurück.
00:27:42: also im UKE.
00:27:43: in den sechs Wochen Aufenthalt in der Psychiatrie im UKe habe ich mich mit einem Pastor getroffen, mit dem ich befreundet bin und der hat gesagt du brauchst das nicht alleine zu tragen.
00:28:00: Und ich fand diesen sehr banalen Satz sehr tröstlich weil ich plötzlich gedacht hab ja was ist wenn ich das nicht ganz alleine irgendwie alles entscheiden und tragen muss?
00:28:11: denn es kann ich gar nicht Das habe ich ja gesehen.
00:28:13: Also, ich weiß wie das ist wenn man plötzlich ausklingt und sagt es geht einfach nichts mehr.
00:28:19: Wenn man keine Nacht schläft und immer im Krankenhaus sitzt und immer nicht genügt und immer weiß dass man eins der beiden Kinder nicht genügend versorgt hat in zweifel zwei war's dann meine große denn die kleine hat wirklich alles absorbiert was da war weiß man, dass man das nicht alleine kann.
00:28:40: Und der Gedanke, dass mans nicht alleine muss war ... hab ich als sehr tröstlich empfunden und hab gedacht okay, dann entscheide ich jetzt was, was unpopulär ist aber vielleicht eine wirklich gangbare Möglichkeit.
00:28:55: Das war so!
00:28:59: Ich muss daran denken, die Chefin des Hauses mit denen ich heute eng befreundet bin, des Kinderheims Die gesagt hat, als die hat gemerkt wie groß unsere Not war und die hat gesagt okay innerhalb von zwei Wochen haben wir für sie einen Platz.
00:29:15: Das war großes Glück!
00:29:16: Und wir haben das dann auch wirklich innerhalb von Zwei Wochen gemacht.
00:29:21: Und die sagte dann... Als ich unsere kleine Abgabe habe, hat sie gesagt kommen Sie denn dann auch wieder?
00:29:28: Kommen Sie noch mal
00:29:29: wieder?!
00:29:31: Und ich hab gesagt, ich versteh nicht.
00:29:34: Ich bin auch gerade ...
00:29:35: Dann hat sie gesagt, wir lernen, dass manche Eltern ihr Kind abgeben und nicht wiederkommen.
00:29:43: Das ist schlimm?
00:29:46: Das ist wirklich schlimm!
00:29:47: Ich habe das gar nicht verstanden.
00:29:49: Wir haben das auch wirklich anders gemacht.
00:29:51: Ich hatte großes Glück.
00:29:53: Ich hab dann meine Paula genommen von da an, ganz am Anfang jeden Tag in den Ehrenbusch gefahren.
00:30:02: Ich hab Paula mitgenommen und Paula war klein und wir ist einfach mit diesen wunderbaren Kindern – das ist noch mal eine andere Geschichte aber wir sind wirklich dann jeden Tag da gewesen und sie ist mit diesen Kindern aufgewachsen und ich hatte professionelle Unterstützung, ich war nie allein, hatte immer Angst dass Lähnchen bei mir zu Hause stirbt.
00:30:27: verantwortlich bin, was hätte besser machen können.
00:30:30: Ich hatte immer Angst, dass sie alleine bei mir stirbt und ich ... Alleine bin während Sie stirbt!
00:30:35: Und hab das als unglaublich bedrohlich und beängstigend empfunden.
00:30:40: Als ich dann professionelle Hilfe immer da hatte, jemand der sagte, komm mal einen Augenblick raus, machen wir jetzt, kein Problem.
00:30:47: Wir sind da und gucken mit.
00:30:49: Du bist nicht allein, das war eine unglaubliche Erleichterung Die auch die professionelle Distanz, die jemand hat.
00:30:58: Also wenn diese panische Angst, mütterliche Angst ein bisschen in den Niederboden geht und jemand Professionelles drauf guckt... Das ist also wirklich ein Geschenk gewesen!
00:31:10: Und wir haben es als wirklich unglaublich erleichternend.
00:31:15: Da kamen dann auch Vorschläge, die macht das mal so oder hast du das mal probiert?
00:31:19: und Sachen, die ich bis dahin weit von mir gewiesen habe.
00:31:22: Und gesagt, es geht nicht!
00:31:26: Das durfte sehr wohl sein und Lähnchen ging's gut.
00:31:28: Plötzlich fing dieses Kind an sich aufzurichten und konnte plötzlich den Kopf selber halten.
00:31:37: Die Kleine hat selber gespürt ... dass es entspannter und gelassener, weniger panisch war.
00:31:47: Das war für alle Beteiligten eine unglaubliche Erleichterung.
00:31:50: Das muss man als Mutter dann allerdings auch aushalten.
00:31:53: Ja, das kann ich mir vorstellen ...
00:31:54: Plötzlich ist die Mama nicht die Beste und die Einzige, sondern da gibt's andere, die sagen, ich kann das!
00:31:59: Und ich mach' das jetzt!
00:32:00: Ich weiß was ich tun muss und du brauchst keine Panik zu
00:32:04: haben!".
00:32:05: Das ist ne ganz andere ... Auffassung von Mutter sein.
00:32:12: Wie hat denn das Umfeld reagiert?
00:32:15: Also mein direktes Umfeld wunderbar, das kann ich nicht anders sagen.
00:32:20: Manche haben gesagt war spät, war knapp und ...
00:32:26: Aber gab es auch Leute die sich abgewandt haben von euch?
00:32:29: Die gesagt haben, ich hätte das niemals gemacht.
00:32:32: Nicht von unseren Nächsten wirklich nicht!
00:32:34: Also die es alles miterlebt und mitgetragen haben sind immer noch alle da.
00:32:40: Besonders meine Schwester und mein Mann und also meinen Ex-Mann und Paula selbst.
00:32:48: wir sind ganz eng und ganz dicht aber Es gab natürlich Leute bis heute, die gesagt haben dass würde ich niemals machen Insbesondere der Satz, das würde ich niemals können.
00:33:01: Ich würde niemals meinen Kind abgeben können und das verstehe ich.
00:33:06: Könnte ich auch nicht?
00:33:07: Muss dich aber!
00:33:09: Ja, try walking in my shoes.
00:33:10: Genau
00:33:11: so ist es.
00:33:12: Das ist Try to Walk In My Shoes.
00:33:15: Natürlich gibt man sein Kind nicht ab also natürlich könnte man das nicht.
00:33:19: Was würdest du den Eltern raten die jetzt genau vor dieser Entscheidung stehen?
00:33:28: Da wohnen zwei Herzen.
00:33:29: ach in meiner Brust.
00:33:31: Am liebsten würde ich, also wenn es nicht das einzige Kind ist und es sind andere Kinder da die
00:33:46: auch
00:33:46: eine Mutter brauchen, würde ich sagen versucht es nicht allein.
00:33:52: Allerdings ist das sicherlich auch vom Gerat der Behinderung abhängig und von den Umständen in denen die Familie lebt.
00:34:00: Vielleicht gibt es Mitbetreuer oder Kinderfrauen, Pflegedienste.
00:34:07: Das ist so ein komplexer Bereich.
00:34:10: Aber wenn eine Mutter das alleine macht, glaube ich, dass es schwer wird, eine gerechte Mutter zu bleiben, die auch ihren anderen Kindern dieselbe Aufmerksamkeit zukommen lässt?
00:34:28: Ich glaube, dass das schwierig ist, eine Frau zu bleiben eine Ehepartner zu bleiben, weil man mutiert ganz schnell zu einer Mischung aus einer Krankenschwester und einer allwissenden Mama ist die Beste.
00:34:48: Und die Einzige, die alles kann.
00:34:52: Eine liebende Lebende ... Pflegekraft.
00:34:56: Das
00:34:57: ist ein wichtiger Punkt, den du ansprichst.
00:34:59: Also es bist ja nicht nur du als Mutter und als pflegende Person oder erste Bezugsperson wahrscheinlich.
00:35:06: Und zweite Mutter, sondern du bist ja auch nach wie vor Ehepartnerin ...
00:35:11: Aber auch
00:35:12: Frau!
00:35:13: So ist
00:35:14: das mit Bedürfnissen und einer eigenen Persönlichkeit, einer eigenen Drang sich ja auch zu entfalten und eigene Wünsche zu verfolgen, um Träume zu haben.
00:35:28: Wenn der Grad der Behinderung so groß ist, halte ich das für ausgeschlossen, dass das zeitgleich möglich ist?
00:35:37: Ich möchte keinen so nahe treten.
00:35:38: es gibt sicherlich Mütter die sagen sie kriegen das hin.
00:35:41: Für mich war das nicht möglich.
00:35:46: Ich glaube auch, dass viele dann viele Müttern insbesondere sich entscheiden, ihre Entfaltung von der du da sprichst dann in der Pflege des Kindes zu finden.
00:36:00: Ich habe das natürlich erlebt.
00:36:02: mein Kind ist zur Schule gegangen ich hab viele Eltern getroffen und viele Eltern auch in dem Heim.
00:36:07: Viele Eltern in der Schule wo Lähnchen war heute lebt Lähhnchen in einer erwachsenen Wohngruppe in Amersbeck im Vogthof bin mit so vielen Eltern zusammengekommen und habe ganz viele Mütter kennengelernt, die tolle Müttern sind und liebende Mütte ohne Frage.
00:36:27: Aber die eben doch sehr verloren gegangen sind in der aufopfernden Rolle sich vierundzwanzig Stunden ... Vierundzwansicht sieben um dieses betroffene Kind zu kümmern.
00:36:42: Und Sie sind die einzigen, die alles wissen, alles können auf jede Frage eine Antwort haben und die einzigen sind, die dieses Kind adäquat betreuen können.
00:36:55: Und das ist glaube ich für alle Beteiligten inklusive des Betroffenenkindes nicht die einzige Lösung will ich mal sagen.
00:37:07: Denn auch das hat ein Ende, denn auch diese betroffenen Kinder werden irgendwann mal erwachsen wieder eine Entscheidung treffen.
00:37:17: Und ob das dann die bessere ist, wenn ein Kind ... achtzehn Jahre unter Mamas einziger Betreuung gelebt haben?
00:37:24: Das wage ich zu bezweifeln.
00:37:26: aber... Letztlich nimmt
00:37:27: man dem Kind ja auch ne Entfaltungsmöglichkeit.
00:37:29: So
00:37:29: is' das!
00:37:30: Die Kinder leben natürlich in diesem Umfeld auch anders.
00:37:35: Da sind andere betroffenen, da sind welche mit denen sie sich vergleichen messen, mit denen Sie zusammen sein können die ihr Tempo haben, die ihre ähnlichen Bedürfnisse haben.
00:37:50: Wenn Mama die Einzige ist, die da ist ... weiß ich nicht, ob das der Förderung
00:38:01: so
00:38:01: zuträglich ist wie sich Mama das ganze Jahr mal gewünscht hat?
00:38:05: Das vermag ich nicht zu beurteilen.
00:38:07: Für uns war es die richtige Entscheidung.
00:38:10: Mädchen is heute toll also ...
00:38:13: Sieh's jetzt wie alt?
00:38:15: Lähnchen ist jetzt, zwei-tausendzwei geboren.
00:38:18: Sollen wir ihn jetzt sagen?
00:38:20: Vierundzwanzig.
00:38:20: Vier und zwanzig im Kopf ist sie ungefähr wie drei.
00:38:25: Sie ist super süß und das Leben ist wunderbar wenn es Nudeln gibt und manchmal... Ist ein Lebensvormensch?
00:38:32: Unglaublich!
00:38:33: Also sie lebt im Fokthof.
00:38:34: da ist sie sehr glücklich.
00:38:36: Wir besuchen sie immer also mindestens einen bis zweimal die Woche.
00:38:42: Wochenends kommt sie oder wir besuchen Sie und es gibt regelmäßige Besuchswochenenden.
00:38:48: Und ja, sie ist happy und stolz.
00:38:51: Sie findet Erwachsen sein gut.
00:38:52: Sie hat ihr eigenes Zimmer und sie lebt in der Gruppe und sie muss den Tisch abdecken und abwischen.
00:38:58: vor allem das ist eine große Aufgabe.
00:39:01: Und sie arbeitet in einer Kerzenwerkstatt.
00:39:04: da puddelt sie so kleine Wachsdinger auseinander und findet das sehr, sehr gut, ist sehr stolz Nudeln gibt und wenn sie Feuerwehrmannsämen gucken darf, dann ist das Leben unfassbar gut.
00:39:19: Ja.
00:39:20: Gibt es ja auch so ganz pragmatische Fragen?
00:39:22: Also existenziell ist es aber nie gewesen.
00:39:27: also die Unterbringungskosten in dieser Einrichtung sind voll abgedeckt durch ... Voll!
00:39:32: Wer übernimmt das Krankenkasse oder ... Voll.
00:39:34: Krankenkassen-
00:39:35: und Pflegekasse und Sozialamt.
00:39:37: Lähnchen ist gewissermaßen Sozialhilfeempfänger.
00:39:42: Wir sind wirklich Nutzenieser des Sozialstaates in ganzer Form und ich bin unglaublich dankbar, dass das so ist.
00:39:50: Denn wir hätten es alleine niemals tragen können.
00:39:52: Also völlig unmöglich!
00:39:54: Wir haben es damals einmal versucht... Du hattest eben gefragt wie das am Anfang war und wie man da allein stand?
00:40:01: Wir haben das dann ausrechnen lassen und gesagt gibt uns einen Bruchteil dessen was ein Heimplatz kostet.
00:40:08: aber lasst uns dürfen wir jemanden haben, der tagsüber kommt damit ich mich um meine andere Tochter kümmern kann.
00:40:17: Vielleicht arbeiten kann weiterarbeiten kann.
00:40:21: Das geht aber nicht.
00:40:22: das geht in deutschland nicht.
00:40:24: also solche deals kann man mit dem amt nicht machen.
00:40:27: Also darin die gleich gesagt sowas gibt es nicht.
00:40:30: so wenn gibt es entweder ein heimplatz oder sie behalten ihr kind zuhause Aber dann kriegt man keine pflegekraft.
00:40:36: also dann hat man dass als mommy muss man das dann alleine machen und da handelt es uns schon haltig für ausgeschlossen, dass das geht.
00:40:46: Können wir wirklich unfassbar dankbar
00:40:49: sein?
00:40:50: Wir sind wirklich sehr dankbar und es wäre uns niemals möglich das zu bezahlen was so ein Heimplatz kostet.
00:40:58: diese Kinder, mit dieser Art der Behinderung oder mit diesem schwere Grad der Behindrungen brauchen ... Vierundzwanzig Stunden betreuen.
00:41:07: Wie lange würdest du sagen, hattest gedauert?
00:41:09: Also wenn du überhaupt schon an diesem Punkt bist, bis zu sagen würdest, du lebst jetzt das Leben einer Mutter zweieerwachsender Kinder.
00:41:21: Wow!
00:41:21: Wo du dich wieder auf dich selbst ... mehr oder weniger fokussieren kannst, deinen eigenen Weg verfolgen kannst.
00:41:27: Du bist ja, worüber wir gleich sprechen werden innerhalb einer Praxis?
00:41:33: Also ich glaube mit Lähnchen oder jemandem wie Lähhnchen stellt sich als Mutter niemals wirklich das Gefühl ein Mutter zweier ... also Lähndchen wird niemals eine Erwachsene sein.
00:41:49: Lähnnchen braucht einfach und wenn da im Heim irgendwas wäre oder ist, bin ich da.
00:41:56: Und das Lähnchen wird bis ich so Gott will zuerst in die Kiste steige immer für mich eine Zubetreuende sein.
00:42:07: Und solange ich kann, werde ich das auch machen.
00:42:10: Meine Große ist natürlich auf ihrem eigenen Weg und ich bin super stolz.
00:42:14: Sie hat fertig studiert und arbeitet als Sozialarbeiterin.
00:42:18: Ich bin dankbar, wir haben ein superenges Verhältnis.
00:42:21: und worauf ich fast noch stolzer bin.
00:42:24: Und was mich wirklich glücklich macht ... Meine Große hat einen sehr engen Verhältniss zur Kleinen!
00:42:30: Wir konnten diesem unsäglichen Damokless-Schwert entfliehen oder nicht unterfallen.
00:42:41: zur Seite rutschen, dass sie ihre Schwester ... Ja, ich möchte fast sagen ... ja, ich sag's aber nicht.
00:42:54: Also dass sie ihre... Uns ist es gelungen, dass sie Ihre Schwester lieben kann und ihr zur Seite stehen kann und mir tatsächlich auch angeboten hat die Betreuung zu übernehmen wenn ich das nicht mehr kann aus freiwilligen eigenen Stücken da weil wir geschafft haben Paula, ein eigener Mensch mit eigenen Eltern sein konnte und mit allem was sie für sich brauchte.
00:43:26: Ohne dass sie sagen musste ja ich musste immer hinter meiner behinderten Schwester zurücktreten und ich darf jetzt endlich selber und ich will mit Behinderten nichts zu tun haben.
00:43:38: ganz im Gegenteil.
00:43:39: heute kümmert sie sich um Menschen die psychologische Hilfe brauchen.
00:43:46: Also ich glaube, dass uns da dank der Hilfe und des Heimes und der Entscheidung unser Kind nicht ... Unser Lähnchen nicht zu Hause automatisch zu behalten ist es uns gelungen beide auf den Weg zu schicken.
00:44:02: Und Lähhnchen wird immer meine Kleine bleiben um die Ich mich zu kümmern habe und das werde ich auch tun!
00:44:08: Ich hab Gott sei Dank meinen Menschen, meinen Freund, meine Paula, meine Schwester Und ihren Vater, mein Billy, der sich lieb um die Kleine kümmert.
00:44:18: Aber sie wird immer meine bleiben und ich werde mich darum kümmern so lange ich kann.
00:44:24: Toll!
00:44:25: Ganz gut.
00:44:26: Anders geht es nicht und das tue ich natürlich gern.
00:44:34: Wie alle Eltern wahrscheinlich für ihre Kinder.
00:44:36: Auch toll, dass dieses Konstrukt-Familie gehalten hat.
00:44:39: Auch wenn ihr als Paar euch entschieden habt, getrennte Wege zu gehen und du in der neuen Partnerschaft bist.
00:44:44: Ganz großartig ist das trotzdem
00:44:46: ... Wir sind auch wirklich dankbar!
00:44:48: Also wir haben unsere Ehe nicht halten können aber es hat ganz sicher nichts mit Lähnchen zu tun.
00:44:55: Das ist toll.
00:44:55: also wir haben das wirklich hingekriegt und sind uns alles sehr nahe.
00:45:00: da bin ich auch dankbar Aber es ist mir auch gelungen, wieder jetzt wo Linchen gut aufgehoben ist schon so viele Jahre und meine Große auf dem Weg ist.
00:45:09: Habe ich selber seit ein paar Jahren das Gefühl dass ich selber meinen eigenen Weg wieder gehen kann.
00:45:18: Und das...das ist toll.
00:45:20: also das ist was womit ich vor ein paar jahren als das anfing niemals gerechnet hätte dass das noch mal möglich ist.
00:45:27: und das habe ich gemacht.
00:45:30: Du arbeitest heute als Heilpraktikerin.
00:45:31: Genau, ich ...
00:45:33: War das eine bewusste Entscheidung aus freien Stücken oder war das einfach die Konsequenz aus deiner Lebensgeschichte?
00:45:39: Vielleicht beides also... Ich hab jetzt die Praxis seit zehn Jahren etwa elf so was und habe ne Heilpraxis für Akupunktur, für Psychotherapie und für Ähm ... Osteopathie Und ich.
00:45:56: Also Da kamen zwei Sachen zusammen.
00:46:01: Das eine war die Entscheidung nach diesem sehr aufregenden Leben, ich hab ordentlich zugehört als du erzählt hast nicht dass ich das vergleichen möchte.
00:46:09: Sie guckt zu Marvin nicht zu mir.
00:46:12: Eigentlich zu euch beiden aber ... Ich hab keine Lebensgeschichte!
00:46:15: Ja, ich bewährt, nein.
00:46:18: Aber Marvin, du hast von Superstars erzählt, ich kann nichts über Superstars berichten.
00:46:23: Aber über das Leben mit ... aufregendem vielen Arbeiten, mit Filmdrehs und mit Reisen in alle Länder.
00:46:35: Und mit ein bisschen Schickey-Mickey und ein bisschen Aufregung ... Wir haben furchtbar viel gearbeitet!
00:46:45: Es war sehr lustig.
00:46:45: Wir hatten eine tolle Agenturzeit.
00:46:48: Das war wirklich toll.
00:46:49: Aber dann kam das Leben mit Lähnchen.
00:46:52: War das eine?
00:46:54: Der andere Schicksalsschlag, Ja, bis heute... Den wir bis heute tragen müssen ist der Tod meiner Nichte.
00:47:04: Meine Nichte, die Tochter meiner heiß geliebten Schwester hat sich das Leben genommen und das waren zwei Sachen, also Lähnchen und meine nichte Anna wo ich dann doch auch gedacht habe Das aufregende Leben und das Schillernde.
00:47:31: Hattest du das Gefühl, dass es nicht zusammenpasst in deine Welten?
00:47:34: Also diese zwei Schicksalsschläge und die oberflächliche Wärmewelt.
00:47:38: Ja ich will es nicht nur ober flächlich nennen weil es hat wirklich großen Spaß gemacht.
00:47:42: wir haben tolle Sachen gemacht und sicherlich auch viel bewegt aber Es kam doch so ein Gefühl von Sinnhaftigkeit.
00:47:52: was will ich?
00:47:56: Ja, was ist wichtig im Leben und welche Menschen möchte ich um mich herum haben?
00:48:00: Und was möchte ich ... Was erwarte ich von den Menschen die um mich rum sind.
00:48:04: Was die wiederum machen!
00:48:08: Ich habe da doch ein bisschen etwas korrigiert und lernen dürfen dass mir andere Sachen auch wichtig wenn nicht sogar wichtiger sind dass plötzlich dies mit dem Heilpraktiker das kam, weil ich hab mich immer für Medizin interessiert.
00:48:29: Ich glaube, wenn mein Vater nicht gewesen wäre mit seinem Gefühl für Werbung und für Werberagentur ... dann wär ich vielleicht in die Medizin gegangen.
00:48:40: Das hat sich aber gar nicht gestellt.
00:48:42: Für mich war damals klar, dass ich Werbung machen würde und Musik machen würde.
00:48:48: Und ... Meine Schwester und ich waren ein enges Team für kreative Arbeit, und für schaffen.
00:48:57: Und erschaffen von Ideen.
00:49:00: Das war eine tolle Zeit aber als dann das Leben doch so zu schlug haben wir dann doch gesagt vielleicht sind andere Sachen auch wichtig.
00:49:12: Der Heilpraktiker kam mir mit der Möglichkeit was mit Menschen zu tun mit Medizin zu tun, Menschen gutzutun.
00:49:22: Auf kurzem Wege das Gefühl zu haben, wenn einer aufsteht von der Liga und sagt Alter es geht mir besser!
00:49:28: Und die Schmerzen sind weg.
00:49:32: oder sie konnten mir helfen oder es hat mir gut getan.
00:49:37: Das ist unglaublich befriegend und unglaublich unmittelbar also... Wirklich sehr befügelt und bin froh, dass ich es gemacht habe.
00:49:47: Das bedeutet für dich Heilung wirklich?
00:49:50: Körper-, Seele-, System?
00:49:53: Also spätestens mit meiner Arbeit als Akkupunktöse, um dieses Wort zu benutzen... Jetzt hast du das mal gesagt!
00:50:02: Jetzt hab' ich's mal gesagt.
00:50:03: ...also der Begegnung mit der chinesischen Medizin ist Körper und Seele nicht zu trennen.
00:50:11: Das, allerdings wusste ich auch schon vorher.
00:50:14: Lähnchen hat es uns beigebracht ... Körper-und-Seele kann man nicht trennen!
00:50:21: Aus chinesischer Sicht, was ich wirklich faszinierend finde, die trennen Körper und seele gar nicht.
00:50:26: Es gibt keine Psychologen.
00:50:27: Und es gibt nicht die Schulmedizin oder körperliche Medizin.
00:50:32: Die Chinesen trennen das gar nicht, sondern es gehört zu jeder ... Körperlichen Seite, auch eine seelische.
00:50:39: Und es wird nicht getrennt, sondern es wird vollkommen normal gemeinsam behandelt.
00:50:45: Wie ist das jetzt mit Schulmedizinern?
00:50:47: Mit denen du Hand in Hand arbeitest ... Aber kommst du da trotzdem immer wieder auf Skepsis?
00:50:54: Hast du dann Schulmediziner die irgendwie
00:50:55: ... Natürlich!
00:50:56: Ja?
00:50:56: Natürlich und ich verstehe das auch.
00:50:59: Ehrlich gesagt ... Ich möchte auch da keinem aus meiner ... Manchmal ein bisschen sonderlichen Branche der Heilpraktiker möchte ich da eigentlich nicht basten, aber es gibt schon sonderliche Auswüchse aus meiner Sicht.
00:51:16: Also wenn es sehr sphärisch wird und sehr englastig dann bin ich auch eher zurückhaltend.
00:51:23: also es gibt Patienten die kommen... Ich hatte gerade eine, die sich hinsetzt und dachte sie legen die Hand auf und dann bin dass das halte ich für ausgeschlossen.
00:51:35: Ich glaube, dass es Menschen gibt, die das können aber keineswegs alle dies von sich behaupten.
00:51:41: Ich glaub, dass Medizin viel mit Arbeit und viel mit Wissen zu tun hat.
00:51:46: Und dass Heilung ein hochkomplexes Ding ist, wo man nicht einfach die Hand auflegt und sagt, ich glaube jetzt bist du gesund oder ... mit den Engeln und den Geistern, da bin ich doch sehr zurückhaltend.
00:52:04: Aber verheilt hat recht?
00:52:05: Ich hatte hier auch ein Apotheker im Podcast.
00:52:07: der hat zu Homöopathie seine eigene Meinung.
00:52:09: aber letztlich hat er gesagt wer heilt hat Recht.
00:52:14: Ja das stimmt.
00:52:17: also wem es möglich ist zu heilen das finde ich ganz toll.
00:52:22: allerdings glaube ich dass es ich glaube dass weniger heilen können als die dies von sich glauben.
00:52:33: Ich glaube, dass Heilung wirklich schwer ist.
00:52:36: Dass es ganz viel mit dem ... Mit dem Commitment des Patienten zusammenhängt und das man unheimlich viel wissen muss, ehrlich gesagt.
00:52:46: Von Medizin und von den Zusammenhängen zwischen Körper- und Geist.
00:52:52: Ich glaub, dass es so einfach nicht geht, dass man sich ... sich hinsetzt und es von außen anzapft.
00:53:00: Also, vielleicht gibt es welche die das können aber ich glaube dass das...
00:53:04: Aber wie entscheidest du?
00:53:05: Wie jemand am besten jetzt behandelt wird?
00:53:07: also hast du ein Gespür dafür.
00:53:09: wenn du siehst jetzt ah okay Ich sehe jetzt an deinen Augen rendern oder was weiß ich?
00:53:13: Du brauchst Vitamin L-Fumon-Zwanzig Keine Ahnung.
00:53:17: Oder
00:53:18: du brauchst jetzt einfach nur mal jemanden der dich eilt Und dir etwas sagt hey Du brauchst eigentlich eine andere Unterstützung.
00:53:25: Naja,
00:53:26: also
00:53:27: jemand der sich... Also ich glaube dass wir am Ende spätestens einer der zum High-Practiker geht, glaube ich das Ei können wir alle gut gebrauchen.
00:53:38: Das ist in keinem Fall falsch aber ich glaube man wissen muss Ob einer Vitamin ... Was hast du für einen schönen Traum?
00:53:47: Elf, fünf und zwanzig.
00:53:48: Das kennen
00:53:48: die wenigsten!
00:53:49: Ja das kennen die wenigen.
00:53:50: Also mir ist es natürlich bekannt, elf, fünfundzwanzig brauchen aber nicht so viele.
00:53:54: Ich glaube ich hab hier noch eine kleine.
00:53:56: Also ich glaube dass man seine Arbeit tun muss.
00:53:59: also ich glaube daß man eine gute Anamnese machen muss gucken muss wo der Schuh drückt Und ähm... Dass es hilft wenn der Patient für möglich hält körperlichen Leiden auch was mit seiner Seele zu streuen hat, denn das ist oft der Fall.
00:54:19: Also das kann man schon sagen.
00:54:20: ich glaube wirklich dass man es schlecht trennen kann.
00:54:23: aber so wie das ist mit manchen Heilpraktikern wo man dann sagt ja komm um und leg dich hin und du wir spüren dann ein bisschen.
00:54:31: ich glaube Das ist schwer.
00:54:33: Das wird so nix.
00:54:34: Du hast
00:54:35: deine Praxis am Plan, ne?
00:54:37: Genau, Plan fünf!
00:54:38: Das ist
00:54:40: ein schöner Adresse.
00:54:43: Da beim Rathaus und eine kleine, feine Praxis ...
00:54:49: Kann ich das jetzt verhaben machen?
00:54:50: Wie ist die Website?
00:54:52: Heilpraxis-Am-Rathaus-Markt.
00:54:54: Heilpraxis Am-Rathaus.
00:54:56: www.heilpraxisamrathausmarkt.htp.
00:55:02: Genau, und ich mache wirklich ... Ich gucke was kommt.
00:55:07: Und ich entscheide meistens mit den Patienten zusammen, was er braucht.
00:55:11: Und Akkupunktur ist etwas Wunderbares.
00:55:14: Ich glaube, dass das inzwischen auch schulmedizinisch-unstrittig ist.
00:55:18: Dass das was ist, wo man ordentlich was bewegen kann.
00:55:24: Das ist die Kurzfassung.
00:55:25: Mehr Werbung kann ich nicht machen!
00:55:30: Ich komme mal auf das andere Thema zurück.
00:55:31: Du unterstützt gezielt Eltern von behinderten Kindern?
00:55:34: Genau, das ist ein Teilbereich, den ich mir natürlich jetzt nicht nehmen lasse nach meiner Geschichte.
00:55:39: Ja.
00:55:41: Hab hier die Frage aufgeschrieben ... Ich sag's dir jetzt einfach.
00:55:46: Was sind die größten unausgesprochenen Wahrheiten in diesen Familien?
00:55:53: Ich glaube, die ... Die unaus gesprochene ... Am wenigsten ausgesprachende Wahrheit dass ich glaube, aus heutiger Sicht das Mütter je nach Grad der Behinderung wohl gemerkt natürlich aufhören müssen zu glauben, dass sie die einzigen sind, die das wuppen können.
00:56:21: Ich glaube, dass es nicht geht und ich weiß, dass das unpopulär ist und dass es Aufschreihe gibt und dass Müttern sagen Natürlich kann ich das!
00:56:29: Und ich möchte denen das auch nicht nehmen.
00:56:31: wenn eine Mutter sagt Sie kann das dann wünsche ich ihr wirklich von Herzen großes Glück.
00:56:37: Aber ich glaube, dass je nach Grad der Behinderung es dringend nötig ist, das die Mütter Hilfe annämen und mit dem gleichen Maße in der es der Mutter gut geht.
00:56:55: Es auch den Kind gut gehen kann – bedauerlicherweise auch ungekehrt!
00:57:00: Wenn es der Mutter nicht gut geht, glaube ich, dass es den Kindern insgesamt schlecht geht, dann allerdings auch den gesungenen.
00:57:10: Und das erfordert Entscheidungen.
00:57:13: Haben die Behördeninstitutionen, Krankenkassen und sozialen Dienste in den letzten Jahren nach deiner Erfahrung dazugelernt?
00:57:25: Oder stehen
00:57:26: Mütter
00:57:27: und verlieren immer noch vor dem gleichen Problem
00:57:28: wie du damals?
00:57:29: Ich glaube, dass Müttern immer noch vorm gleichen Problem stehen, weil sie mit dieser unsäglichen Entscheidung gebe ich mein Kind weg oder nicht alleine sind – dafür gibt es keine Stelle!
00:57:39: Das kann man nur im eigenen Kreise besprechen.
00:57:42: Natürlich kann man sozial Stellen in Krankenhäusern besuchen, aber das, ehrlich gesagt, kann man auch lassen.
00:57:52: Schwierig ist es dass das Thema Inklusion jetzt noch so sehr dazu gekommen ist was natürlich ein Riesenfass ist und ich weiß dass sich das nicht hier mal eben klären kann Aber der Anspruch auf Inklusion ist gewaltig.
00:58:06: Ich glaube, dass Inklusion gar nicht unser Problem ist.
00:58:09: Sondern ich glaube das es schon reichen würde wenn alle behinderten Menschen in den Bus steigen könnten und ihre und eine U-Bahn erreichen können und einen Fahrtenden Restaurant besuchen können ohne zu scheitern weil sie ein Klo nicht besuchen kann Dass das ein Riesenproblem ist.
00:58:31: Und bevor man anfängt, Inklusion zu leben und uns zu sagen wir sind alle gleich.
00:58:37: Wir haben uns alle lieb ich glaube da überhaupt nicht dran.
00:58:40: Ich glaube das behinderte ihren je nach Grad der Behinderung dass sei immer dazu gesagt denn es gibt so viele verschiedene Formen von Behinderungen und an vielen Stellen ist Inklusion wunderbar aber dass es auch viele Formen Von Behinderungs gibt wo geschützter Raum dringend nötig ist Und dass es wichtig ist, dass diese Menschen in einem sicheren Ort sein dürfen wie sie sind.
00:59:08: Ohne das Maßstäbe angelegt werden die gesunde Menschen schon kaum erfüllen können.
00:59:14: also ich finde das ein riesiges Thema und schweres Thema und damit sind die Ämter sehr beschäftigt mit Inklusion und setzen arme behinderte Schwerbehinderte schwer betroffene Menschen in.
00:59:27: normale Schulklassen Wundern sich dann, dass sowohl Lehrer als auch Gesunde als auch die Behinderten selber daran scheitern.
00:59:33: Also das ist nochmal ein Riesenthema ... Das können wir nicht mal eben hier machen.
00:59:38: aber ich glaube, dass die Ämter damit beschäftigt sind und das ist schade weil wir könnten viel pragmatischere Hilfe gebrauchen.
00:59:48: wenn man als Mutter gesagt kriegt oder weiß, dass man behindertes Kind bekommen hat bräuchte man ganz viele Hilfe, pragmatische Hilfe.
00:59:57: Die gibt's dann aber nicht.
00:59:58: Hast du als Mutter einer behinderten Tochter Angst, dass jetzt die politischen Strömungen in eine Richtung gehen, die katastrophale Folgen haben können?
01:00:08: Also du weißt worauf ich anspiele!
01:00:11: Das rechte Parteien sicher immer weniger für die Rechte von Behinderten einsetzen werden aller Wahrscheinlichkeit nach.
01:00:20: Sind das Ängste, die mitschwingen bei
01:00:21: dir?!
01:00:24: Ich finde diese Vorstellung, ich meine um es mal ganz deutlich zu sagen.
01:00:27: Ich weiß nicht, hoffe ich mache mich nicht so unbeliebt aber die Vorstellung dass die AfD ums mal kurz zu fassen soweit kommt das sie solche Entscheidungen trifft finde ich so und denkbar und unvorstellbar abartig dass sich mir das nicht vorstellen kann.
01:00:44: Ich glaube allerdings dass wir unabhängig von der AfD Probleme haben Menschen mit Behinderung so zu integrieren, dass sie ... Mit ihren Abhängigkeiten gut leben können.
01:01:03: Von Inklusion mal ganz zu schweigen?
01:01:05: Das ist schon schwierig genug!
01:01:08: Also ich brauche gar nicht soweit zu gehen.
01:01:11: Ich weiß das eine ... Ja, ich weiß das ... Schon die Frage mit einem lauten Lautierenden ... Menschen in ein Restaurant zu gehen, bereits ein Problem ist.
01:01:24: Weil die Leute sich gestört fühlen und weil sie zum Teil laut sind ... Weiß nicht, peinlich sind Sachen machen, die man vorzugsweise hinter verschlossenen Türen macht.
01:01:37: Das sind Sachen auf die da braucht man gar nicht die AfD für.
01:01:41: Und die katastrophalen Entscheidungen, die die treffen würden.
01:01:44: Sondern da ist es schon ein Problem zu sagen geh ich im Restaurant.
01:01:48: Und das Schlimme ist, ich kann sogar beide Seiten verstehen.
01:01:56: Ich kann als Restaurantbesucher verstehen dass sich es schwierig finde wenn ein Kind oder einen Mensch nach Sachen riecht die ich beim Restaurantbesuch nicht riechen möchte.
01:02:09: auf der anderen Seite finde ich es schwierig dass eine Mutter nicht sagen kann menschlich wird auch gerne meine Stunde essen gehen Obwohl mein Kind laut ist oder ob es nicht weiß, wann es zur Toilette muss.
01:02:20: Oder nicht?
01:02:21: Das sind Schwierigkeiten die wirklich jeden Tag stattfinden.
01:02:25: Ich weiß das.
01:02:26: mich einer angerufen hat und gesagt hatte hast du für mich ein Restaurant wo ich mit meinem Rollstuhl zur Toillette kann.
01:02:32: Und dann habe ich kurz überlegt und gedacht, äh ... Wo wird das?
01:02:38: Ich kann dir keins empfehlen!
01:02:39: Das Blockhaus um mal ganz banale Sachen zu sagen.
01:02:41: Sie ist verbunden mit einer großen Treppe.
01:02:45: also Das sind schwierige Fragen, die unbeantwortet bleiben und schon problematisch genug sind.
01:02:52: Ohne so weit zu gehen, dass ich mir vorstellen muss, dass die AfD unsere Zukunft
01:02:57: entscheidet.".
01:02:58: Was bedeutet ein gutes Leben für dich?
01:03:02: Wow!
01:03:06: Ist auch die letzte Frage.
01:03:07: Kannst du dir also ...
01:03:09: wow!
01:03:09: Die
01:03:10: habe ich mir zum Schluss auf dem Rad.
01:03:14: Also... Ich sehe mich nicht in der Lage, diese Frage allgemeindültig zu beantworten.
01:03:20: Ich kann das wirklich nur für mich sagen und für mich gilt dass wenn es mir gelungen ist meine Kinder, meinen beiden Mädchen froh zu machen und selber ein Leben mit meinem Freund hoffentlich, mit meiner Arbeit, Mutter als Frau, als arbeitende Frau hinzukriegen.
01:03:56: Dann glaub ich ... ist mir jedenfalls, wäre mir jeden falls ein gutes Leben gelungen?
01:04:02: Toll!
01:04:04: Vielen,
01:04:04: vielen Dank.
01:04:05: Danke schön.
01:04:07: Das
01:04:08: war kann ich glaube ich sagen kein einfaches Gespräch aber ich glaube ein verdammt wichtiges.
01:04:17: Ich zieh meinen Hut vor deiner Lebensleistung und von deiner Offenheit hier
01:04:21: Vor der Offenheit vielleicht.
01:04:22: Lebensleistung,
01:04:24: da geht noch was!
01:04:25: Also vielen Dank, dass du das mit uns geteilt hast.
01:04:28: Vielen Dank, Dass Sie zugehört haben und alle geblieben sind nach seiner
01:04:31: Story.
01:04:36: Das war eine nicht ganz so leichte, eine ziemlich diepe Folge von Alster Ego.
01:04:42: Ich freue mich, dass ihr zugehört habt Und wenn ihr mal dabei sein möchtet hier im Manzels wo wir es aufzeichnen meistens am ersten Donnerstag des Monats dann Bucht euch euer Ticket unter manzels.de.
01:04:55: Dort findet ihr alle Kontaktmöglichkeiten.
01:04:57: Beide nächsten Aufzeichnungen am siebten, fünften sind dabei Helmut Gensch und Michael Vier ehemalige Schauspieler und ehemals international agierender Opernsänger.
01:05:06: die beiden kappeln sich immer.
01:05:09: Ich kenne die beiden vom Sport und da ist es immer ein ziemlich lustiges Duo, das ich gedacht habe.
01:05:13: Die lade ich einmal hier ein!
01:05:15: Außerdem dabei Leonie Sillent – sie ist Polizistin, arbeitet auch hier im Manzels als Ausgleich und sie wird darüber berichten welcher der beiden Jobs härter ist.
01:05:27: also Ich freu mich, wenn ihr das nächste Mal dabei seid.
01:05:29: Wenn ihr Fragen, Kommentare, Anregungen oder sonst irgendwas habt, schreibt es mir einfach in die Kommentare!
01:05:34: Oder unter TEACHED.com könnt ihr mir auch schreiben.
01:05:37: Vielleicht möchtet ihr auch selbst mal Gast hier in meiner Sendung sein?
01:05:40: Dann freue ich mich über eure Bewerbung.
01:05:42: Also bis zum nächsten Mal.
01:05:44: Ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid!
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