Alster Ego 16 - Helmut Gentsch

Shownotes

Helmut Gentsch - Schauspieler a.D.
Als Nachkriegskind aus Kassel, ausgebombt und buchstäblich nur mit den Kleidern am nackten Leib muss seine Familie sich ohne den Vater, der noch in Kriegsgefangenschaft ist, durchschlagen.
In Helmut wächst der Wunsch, Schauspieler zu werden. Erste Engagements führen ihn auf verschiedene Bühnen und vor die Kamera.
Wie war die Arbeit damals? Welche Herausforderungen gab es? Hat sich das Schauspiel verändert? Und welche Fallen stellt man sich unter Kollegen so auf der Bühne?

Helmut weiß Antwort!

Viel Spaß beim Zuhören!

Eppendorf ist einer der schönsten Stadtteile Hamburgs - dörflich, liebenswert, klischeebehaftet. Wer sind die Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten?

Darum soll es in meinem Podcast "Alster Ego" gehen.

Warum "Alster Ego"? In Anlehnung an das "Alter Ego" beschreibt "Alster Ego", das Ich, das in starker Verbundenheit zur Alster steht (an dieser Stelle der kurze Hinweis, dass ich mich klar distanziere von falschem Patriotismus oder rechten Gedanken. Ich bin froh und dankbar, in diesen Verhältnissen hier leben zu dürfen und hoffe, dass wir unsere Demokratie noch sehr lange erhalten können).

Ich möchte Politik aber weitestgehend aus meinem Format heraushalten, dafür sind andere Plattformen weitaus besser geeignet. Ich möchte Geschichten erfahren, Leute unterhalten und vielleicht meinen Beitrag zu einer besseren Nachbarschaft leisten, in der man miteinander redet, statt übereinander - an einem Ort der Begegnung. Ich zeichne die Podcasts live im "Manzels" in Hamburg Eppendorf auf (www.manzels.de). Einmal im Monat begrüße ich zwei Gäste vor Publikum, die jeweils einzeln aus ihrem Leben erzählen, daraus entstehen dann zwei Folgen.

Mich bewegen Menschen, Lebenswege, Leidenschaften.

Wenn Sie einen starken Eppendorf-Bezug und etwas Interessantes zu erzählen haben, das in diesen Podcast passen könnte, dann schreiben Sie mich an unter tetje@tetje.com.

Ich freue mich auf Sie - ob im Publikum oder mit am Mikrofon.

Ihr Tetje Mierendorf

Transkript anzeigen

00:00:02: Moin, hier ist Alster Ego.

00:00:09: Der Podcast aus Äppendorf

00:00:12: für Äppndorf

00:00:14: und alle die gern so tun als würden sie hier boden.

00:00:18: ich bin Tetschemieren Dorf euer Tour Guide durch Cafés, Butikken, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.

00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol High Heels auf

00:00:31: Gummistiefel

00:00:32: Und ihr seid mitten drin.

00:00:34: Also Kopfhörer rein, Ego raus!

00:00:36: Es ist Alster-Ego-Zeit.

00:00:39: Und hier ist Alste-Egos dem Malzen!

00:00:49: Mit heute meinem wahrscheinlich ... Ich schäbe mich es zu sagen bis hierher Gast mit den meisten erlebten Frühlingen.

00:00:58: Habe ich das gut ausgedrückt?

00:01:03: Ist das die Mehrzahl von Frühlingen?

00:01:05: Frühlinge.

00:01:06: Frühlingen... Länsen.

00:01:09: Mit den meisten

00:01:10: Läntzen?

00:01:11: Ah,

00:01:12: gut um Schiff!

00:01:13: Da sind wir bei deinem Beruf zu Gast ist ... Heymut Gensch, Schauspieler!

00:01:25: Heymut, man mag es kaum glauben aber wir kennen uns ja auch schon bummelig jetzt, wenn nicht noch länger.

00:01:30: Genau.

00:01:31: Bestimmt nein, dreißig Jahre glaub ich?

00:01:34: Nein...

00:01:35: Doch wie lange bist du jetzt?

00:01:36: Wir sind nämlich im selben Fitnessstudium.

00:01:38: Man sieht das uns an.

00:01:41: Wie lange bist Du jetzt Mitglieder?

00:01:43: Ich glaube, seit neun meine ich.

00:01:46: Zwei tausendneun?

00:01:47: Ja, meine ich so.

00:01:48: Man

00:01:48: muss die Idee ja fragen.

00:01:50: und neunzehnhunderten neun zwei tausende... Nein um Gottes Wille!

00:01:54: Nein nein klar.

00:01:56: Ich glaube neun plus mich meine Neuen wäre das gewesen.

00:01:59: Okay dann bin ich doch schon ein bisschen länger da.

00:02:02: Ich bin

00:02:02: seit achtundachtzig Mitglied.

00:02:04: Naja siehst du.

00:02:05: Mitglied

00:02:05: heißt nicht dass ich da war.

00:02:06: Achso

00:02:09: Hey, Mutz.

00:02:09: Du bist Schauspieler und kommst aus ... In

00:02:12: Rente?

00:02:14: Ja, aber man bleibt ja Schauspieler oder?

00:02:17: Oder gibt man das ab?

00:02:18: Was

00:02:18: heißt es, dass man bleibt es?

00:02:22: Ich höre oft, wenn man lustig ist oder eine Geschichte erzählt, dann sagt man auch du bist ein Schausspieler.

00:02:32: Das stimmt doch gar nicht!

00:02:35: Schauspiele reisen ganz normal einen Job.

00:02:40: Und man sagt dann, ach du bist ein Schauspieler und so.

00:02:43: Wenn man irgendwie einen Scherz macht oder sowas ... Aber das Schauspieler ist ein Job weiter nix.

00:02:52: War's da?

00:02:53: Ja, stimme ich dir zu!

00:02:56: Mit dem man Geld verdienen kann, möchte will.

00:02:59: Kannst du auch, dass die Leute dir unterstellen, dass du gut lügen kannst nur weil du Schausspieler bist?

00:03:04: Das hab' ich noch nie gehört.

00:03:05: Ach so echt

00:03:06: nicht?!

00:03:07: Meine Frau sagt das.

00:03:07: Ja?

00:03:09: Das habe ich noch in dir gehört.

00:03:10: Nein,

00:03:10: aber das stimmt nicht!

00:03:11: Also ich bin im privaten ganz schlechter Lügner.

00:03:13: Ich glaube auch Da müsste ich meine Frau fragen.

00:03:17: Aber ich glaube...

00:03:18: Ihr soll mir sie mal fragen.

00:03:19: Vorsitzte.

00:03:22: also da bist du.

00:03:23: Ist er ein schlechter lügner?

00:03:27: Glaubst Du?

00:03:33: Aha

00:03:34: So ist es so.

00:03:35: Na ja, aber es ist doch gut wenn man in seinem Leben an einem Punkt ist wo man nicht lügen muss.

00:03:39: Aber wenn du heute auf dein Leben zurückschaust oder überhaupt auf den Leben schaust, ähm ... Welcher Akt war denn der dramatischste?

00:03:48: Meinst Du jetzt welcher Lebensakt oder welcher Akt im Job.

00:03:55: Das darfst Du Dir aussuchen!

00:03:57: Also dann müsste ich mal bei meiner Geburt anfangen.

00:04:00: Aber das kann ich ja nicht.

00:04:01: Da hast Du nicht so gute Erinnerungen.

00:04:03: Nee nee, aber meine erste Wahrnehmung war mit drei als unser Haus in Kassel abbrannte.

00:04:15: Oktober Nacht, Äh, Zweiundzwanzigsten Oktober, äh, wann war das?

00:04:22: nineteenhundertdreiundvierzig.

00:04:24: Da war so meine erste Wahrnehmung die ich überhaupt zu hatte als Dreijähriger.

00:04:30: Das saß ich in einem dunklen Raum.

00:04:33: Mein Elternhaus brannte oben Niemand war da und es war so ein Raub.

00:04:38: Ich glaube zwar die Küche damals Und dann ging die Türe raus So einen kleinen, kleinen Stadtgarten oder wie man das nennen will Und irgendjemand nahm mich dann auf den Arm und wir gingen über die Straße, um gegenüber des Hauses in einen Luftschutzkeller zu gehen.

00:05:04: Ich werde nie vergessen, alles war ein einziger Funkenregen.

00:05:10: Stellte ich einen Regen vor einem Platzregen oder sowas?

00:05:13: Aber das entfunkten unbemünsst!

00:05:16: Das war so meine erste Wahrnehmung, die ich überhaupt hatte.

00:05:20: Naja ... Das war so, so fing es an.

00:05:23: Hast du da Angst verspürt in dem Moment als Kind?

00:05:26: Das

00:05:26: kann ich nicht beurteilen.

00:05:28: Ich wusste gar nicht was los war irgendwie ... Ich hab das gar nicht mitgekriegt und später wenig Angst gehabt.

00:05:34: Wir wurden dann evakuiert nach Bad Hersfeld.

00:05:39: Da habe ich im Nachhinein auch noch Bombenangriff erlebt oder

00:05:44: bzw.,

00:05:45: wir saßen im Keller Wenn die berühmten Sirenen gegen Fliegeralarm und dann weißte nie, was passiert jetzt.

00:05:57: Aber wenn ich es heute zurückblicke ... Ich weiß nicht, wie habe ich Angst gehabt?

00:06:03: Wahrscheinlich war irgendwas Unterbewusstes da aber ich konnte das nicht so reflektieren sag' ich mal.

00:06:12: Naja diese Zeit in der Evakuierung im Bad Hersfeld, da waren man natürlich die Armen Leute, die ausgebombt waren.

00:06:23: Und fanden dann Unterschlupf in einem Rückgebäude des vorderen Gebäudekomplexes.

00:06:32: Das gehört einem Lebensmittelhändler und wir hatten zwei Zimmerchen und es war so eine Tor-Einfahrt oder sowas.

00:06:40: Unten war so ein Nühnerstall.

00:06:42: Na ja, da bin ich zur Schule gekommen mit sechs ... Nee, mit fünf schon glaube ich, ich weiß nicht mehr!

00:06:52: Wie war das?

00:06:53: Ja.

00:06:54: Es war dann also, wenn man so was ... Was mir noch in Erinnerung ist diese Züge.

00:07:00: Vielleicht hat es schon mal jemand im irgendwelchen Dokumentarfilm gesehen, äh ... Im Krieg noch die ZüGE, die überfühlt waren und so.

00:07:09: Ich weiß ich, ich wurde dann noch in den Zug ins Fenster reingehoben weil alles ... Du hast überhaupt keinen Platz mehr gehabt und so.

00:07:19: Und naja, so habe ich dann In der Zeit in Hersfeld eben, bis wir dann wieder nach Kassel waren.

00:07:28: Wie gesagt zur Schule gekommen da und ja das war die Zeit Da gab es eine ganz komische Geschichte.

00:07:43: Ich hatte einen ganz verwegenen Klassenkameraden Der hieß Max Krone kann ich auch euch sagen den kennt man wahrscheinlich gar nicht Und wir haben dann unsere Streiche so gespielt und so.

00:07:55: Wir waren dann eines Tages im Garten der Eltern von Max Krone, und haben da irgendwelche Büchsen leer gemacht und gegessen.

00:08:03: Dann hat er Max in eine leere Büchse geschissen ... hinter die Heizung ausgeschüttet!

00:08:13: Und dann gab es natürlich am nächsten Tag der Lehrer, oh Gott, ihr Bösen, schreibt hundertmal das und das auf.

00:08:21: Das waren so kleine Erlebnisse, die man hatte.

00:08:25: Aber was anderes auch auf dem Vorplatz vom Bahnhof von Hersfeld weiß ich noch ... Ja?

00:08:32: Da lag ein abgeschossenes Flugzeug aber das muss so ein-zwei Leuteflugzeug gewesen sein.

00:08:39: und wir als Kinder sagten Mensch das ist ein Abenteuer da gehen wir rein und bla bla bla.

00:08:45: Und ich hatte irgendwie Schiss da reinzugehen Und da hab ich vielleicht zum ersten Mal gespürt, weil wir eben von Angst sprachen.

00:08:54: Irgendwie oh Gott, das ist was ... Da saß jemand drin.

00:09:00: Das Flugzeug ist da abgestürzt und da soll ich jetzt reinkriechen oder so was?

00:09:07: Das war mir ungeheuerlich!

00:09:13: Aber noch eine schöne Geschichte.

00:09:14: Habt ihr da noch etwas gefunden in dem Flugzeug?

00:09:16: Na ja, ich war ja nicht drin.

00:09:18: Weil die Schiss hatte.

00:09:20: Es war mir unheimlich.

00:09:22: Aber die hatten ja nichts zu essen, wir waren wie gesagt die armen Ausgebomben da für den Lebensmittelhändler der da vorne das Haus was hatte und das Geschäft aber aus... Also ihr

00:09:36: wart mehr so ein Klotz am Bein?

00:09:39: Ja wahrscheinlich!

00:09:41: Und es waren irgendwelche Räume Lagerräumen oder die über der Arten und die wollten uns mal etwas Gutes tun und dann haben sie uns So einen kleinen Eimer gegeben.

00:09:55: Und da war Kochkäse drin, das war eine gute Gabe von denen.

00:10:02: Allerdings mussten wir dann aus diesem Kochkäsen Maden raussammeln.

00:10:08: Das war alles so Geschichten, die ich noch in meinem Kopf habe, Bilder und

00:10:16: so.

00:10:16: Oh, dass alle schon mit dem ersten Gang durch sind hier?

00:10:21: Ja ...

00:10:22: Das heißt, ihr wurdet dann quasi dem Menschen der da gewohnt hat zugeteilt?

00:10:27: Ihr hattet eure zwei Zimmern dazu dritt oder zuviert drin gewonnen.

00:10:31: Ich glaube damals ... Mein Vater war ja im Krieg.

00:10:34: Ach so!

00:10:34: Der ist ja mit forty-three noch eingezogen worden und muss man sich mal vorstellen, während er im Krieг war, wurde sein Haus zerstört in Kasseln.

00:10:46: Das war ein schöner, so'n willerminischer Bauder habe ich noch ein Foto von.

00:10:54: Der ist dann in Hersfeld auch aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekommen.

00:10:59: Er war in der Ukraine und hat Lastwagen gefahren, Munition immerhin und hergefahren.

00:11:04: Das war das Einzige was ich von dem jemals gehört habe.

00:11:09: Also dein Vater hatte wahrscheinlich wie viele andere aus der Generation nicht über den Krieg gesprochen oder wie fast alle aus der generation?

00:11:16: Ich hab auch damals...ich hätte ja fragen können aber ich kam gar nicht darauf ihn zu fragen.

00:11:22: Ich war froh, dass er da war wieder.

00:11:24: Wir alle waren froh und ... dann kam ja die Währungsreform.

00:11:30: Mhm.

00:11:33: Was war das damals?

00:11:34: Die Reichsmark, ne?

00:11:36: Ich war jetzt persönlich noch nicht der ... Aber ja.

00:11:40: Ja,

00:11:41: so was.

00:11:42: In D-Marken, jeder kriegte irgendwie jeden Menschenwand, glaub ich, für sich D- Mark zugeteilt oder so.

00:11:48: Ja genau.

00:11:50: Und naja, und am Tage bevor diese Währungsreform eintrat, also wie das ein neuer Geld in der Hand hatten, sagte mein Vater, komm her Junge von dem restlichen Reichsmarkt.

00:12:04: Das zwanzigtausend war noch da dreizeh ich weiß nicht mehr.

00:12:07: Kannst dir was kaufen?

00:12:09: Von den restlichen?

00:12:11: Von der restlichen... ...von der Reichsmark die auch da war.

00:12:15: Ach so.

00:12:15: Jetzt konnten wir noch ausgeben am letzten Tag.

00:12:17: Ah okay verstehe.

00:12:17: Am letzten Tag kannst du dir etwas kaufen.

00:12:22: Aber was soll ich da kaufen?

00:12:23: Es gab ja nix und Wusste, dass da oben so ein Briefmarkengeschäft war.

00:12:27: Dann bin ich dahin gegangen und hab mir eine Pinzette für meine Briefmarken gekauft.

00:12:33: Eine Pinzettel?

00:12:34: Das wär auch mein erster Gedanke gewesen!

00:12:39: Hast du die noch?

00:12:40: Nein,

00:12:41: habe nicht mehr.

00:12:42: Auch wenn dann noch ne Geschichte.

00:12:44: als der Krieg zu Ende war, mussten alle Privatleute ... Wenn sie Waffen oder irgendwelches Kriegswerkzeug, Handwerkszeug, Patronen oder irgendeinem Scheiß hatten mussten den Hersfeld bei dem kleinen Rathausmarkt vor des Denkmal.

00:13:03: Mussten Sie ihre Waffen abliefern und dahin legen?

00:13:08: Da waren wir natürlich auch als Kinder und haben da geguckt und ich weiß noch, dass ich mir so eine kleine Patrone geklaut habe die ich dann ganz lange aufbewahrt habe.

00:13:20: Du bist geboren, darf ich das sagen?

00:13:22: Ja.

00:13:22: Also du bist gebore... Ich

00:13:24: bin geboren!

00:13:24: Das durfte ich sagen.

00:13:25: Ja

00:13:25: ja ja.

00:13:27: Ja.

00:13:27: Ja...

00:13:29: ...wau, das hat diese Zeit damals, also dein Vater kam aus der Ukraine zurück und hat dann eben sein Haus zerbompt vorgefunden.

00:13:38: Genau.

00:13:38: Was habt ihr mit dem Grundstück dann gemacht?

00:13:40: Ja, er wurde entlassen aus der Kriegsgefangenschaft, Gott sei Dank, kam ein Amerikaner und war dann bald da Und sein Bestreben war natürlich aus Hersfeld, aus dieser Notunterkunft wieder zurückzukommen nach Kassel.

00:13:59: Das hat er dann bewerkstelligt und wir sind dann wieder zurück in den Mainweg gezogen.

00:14:05: Da hat man so eine kleine Dachwohnung.

00:14:11: Dann das Grundstück... Also es lag erst mal brach.

00:14:19: Ich bin da also in Hersfeld zur Schule aber weiter Volksschule in Kassl Und da weiß ich noch, da sind wir oft auf das Grundstück.

00:14:27: Wir Kinder oder ich mit dem Freund und haben da so kleine Autobahnen gebaut zwischen diesen Trümmern da.

00:14:38: Da haben wir diese kleinen Blechautos immer fahren lassen und sowas.

00:14:42: Aber was mir dem Grundstuck passierte ... Ich weiß es nur aus späteren Zeiten, als ich schon raus von zu Hause weg war, dass meine Mutter irgendwann mal sagte Also ich fragte, was es damit passiert.

00:14:57: Ja das hat Herbert dann oder mein Vater.

00:14:59: dann hat er verkauft.

00:15:03: und ich weiß also heute wäre das eine gute Einnahmequelle heutzutage weil es war ziemlich ziemlich zentral gelegen in Kassel in der kölnischen Straße.

00:15:13: ja

00:15:16: Wie hat deine Kindheit dein späteren Lebensweg geprägt privat wie beruflich?

00:15:27: Also der Wunsch, ja es war so.

00:15:32: Ich habe dann die Volksschule da zu Ende gemacht und bin dann aufs Gymnasium Willemsgymnasium Und ich war leider ein schlechter Schüler.

00:15:42: Da gab's ja auch Lateinen sowas Und ähm...ich hab's dann bis zur Untersekunde.

00:15:49: das war das damalige heutige Einjährige glaub' ich.

00:15:54: Ja ähm..Ich bin dann von der Von der Volksschule auf die Wilhelm-Schule, Latein Nachhilfe.

00:16:04: Drohte sitzen zu bleiben, Mathematik glaube ich fünf oder ...

00:16:08: Hey!

00:16:08: Ich auch?

00:16:08: Ja?

00:16:10: Aber auch Latein auch fünf?

00:16:11: Nee, Lateine hatte ich nicht.

00:16:12: Ich hatte Französisch, aber da war ich gut.

00:16:14: Da warst du gut ja.

00:16:15: Ich war schlecht in Latein und hatte auch Nachhilfestunde und sowas.

00:16:22: Und dann, wir hatten es geprägt, fing das damals schon an, ich weiß es nicht.

00:16:27: Jedenfalls im Laufe der Zeit.

00:16:28: dann Habe ich Statisterie am Kastler Staatstheater gemacht, während der Schulzeit.

00:16:38: Da war ich noch auf dem Gymnasium genau und dann auf der Wirtschafts ... Ah ja!

00:16:43: Und dann kam ich auf die Wirtschaftsoberschule weil ich drohte Sitzen zu bleiben, zu bleiben auf dem Gymnasium.

00:16:49: und da sagte mein Vater Ja ist drohste sitzen zu bleiben.

00:16:53: was machen wir jetzt?

00:16:55: Aber du kannst auch Tankwarp werden oder so.

00:16:57: ne Ich habe das gar nicht so wahrgenommen, war das ein Scherz oder meinte er es ernst?

00:17:03: Aber dann gab's einen Ausweg.

00:17:07: Wie wärs denn?

00:17:08: du hast jetzt das Einjährige und es gibt den Kassel die Wirtschaftsoberschule Und die hat nur die letzten drei Jahre also obersekunder unter prima Oberprima und da machst Du Wirtschaftsabitur Ja hab ich gedacht klar warum nicht?

00:17:27: aber wirtschaft kaufmännisch und sowas.

00:17:31: Ob mir das liegt?

00:17:33: Ich weiß, immer gut.

00:17:35: Aber mein Vater kannte den Direktor!

00:17:38: Das ist praktisch.

00:17:41: Und du musstest ja irgendwie auch eine Aufnahmeprüfung machen, ne?

00:17:46: Du dann auch noch?

00:17:47: Ja natürlich, aber weil ... das war ja auch eine gewisse Auslese.

00:17:52: Wirtschaftsoberschule kamen Leute hin die wahrscheinlich auch schon eine Ausbildung hatten oder so und Ob ich dann würdig war oder ob ich den Kopf dazu hatte, auf der Wirtschaftsoberschule zu bestehen.

00:18:09: Ja.

00:18:10: Ich war ... Und dann hat man ... Oder ... Der Direktor war mit meinem Vater gut befreundet und ich hab dann irgendwie schon so was in der Prüfung wohl anstehen würde.

00:18:25: Hat mir auch ein bisschen zugeschüßt dort.

00:18:28: Verstehe.

00:18:31: Na ja, also bin ich auf die Wirtschaftsoberschule gekommen hab natürlich prompt ... bin natürlich prompt im ersten Jahr sitzen geblieben.

00:18:40: Und danach hatte dein Vater einen Freund weniger?

00:18:43: Nee, nee, nee!

00:18:45: Das war dann auch ... Er hat's akzeptiert und das fand ich toll an ihm.

00:18:49: Mein Vater war ... Ich weiß nicht, ob es durch den Krieg kam, er war sehr introvertiert.

00:18:56: Er war sehr knöchern ... schwer zugänglich... Ja, das war schwierig.

00:19:06: Ich bin eigentlich in der Erziehung einfach nur mitgenommen worden.

00:19:12: So Zärtlichkeiten oder Umarmungen, Küsschen oder sowas gab es eigentlich gar nicht.

00:19:19: Aber gut!

00:19:20: Hast du das in deinem Umfeld?

00:19:21: War das so ein Generationending, dass ihr das als Kinder von Kriegsteilnehmern, so nenn ich sie jetzt einfach mal... Nicht erfahren durftet, dass da grundsätzlichen Problem war, Liebe weiterzugeben?

00:19:32: Wenn man solche Kriegserlebnisse hatte oder war das jetzt im besonderen ...

00:19:35: Ich weiß noch nicht ob's nur ... mag der Krieg eine Rolle gespielt haben.

00:19:40: Aber es glaub ich, mein Vater war Jahrgang Null-Null und der ... Ob es die Gesellschaft damals war, die nicht so miteinander umgehen konnte oder Ich weiß es nicht, was es war.

00:19:58: Jedenfalls war die Situation so und mein Vater war es Gegenteil von meiner Mutter.

00:20:03: Meine Mutter war sehr feinsinnig, sehr kreativ und so.

00:20:10: Die wollte immer ... Die hat Astrologie gemacht und die wollte immer die schönen Dinge des Lebens.

00:20:16: Die ging immer in den Wilhelmshöher Park Kaum kam die Sonne raus im März oder im Februar, geht's in Wilhelmshöher Park, setzt sich auf den Bank und hält das Gesicht in die Sonnen.

00:20:27: Mein Vater fand es alles tünniv, so was.

00:20:31: Aber vielleicht hat der Krieg eine Rolle gespielt?

00:20:35: Ich weiß ja nicht, was er erlebt hat genau, ich wusste nur, was ihr da gemacht habt ... Nicht drüber gesprochen!

00:20:42: Naja... Und dann kam es dazu, dass ich anfing, Statisterie zu machen am Theater Und vielleicht hat sich da schon so ein bisschen etabliert, okay das ist ein Gute.

00:20:53: Das möchte ich eigentlich werden, das möchte ich werden, dass will ich werden und das werde

00:20:59: ich.".

00:21:00: So fing das an!

00:21:01: Dann hast du eine Schauspiel-Ausbildung begonnen?

00:21:04: Ja also ich habe das Abitur dann natürlich geschafft.

00:21:11: sie haben mich natürlich in Deutschland genommen was ja nicht so schwierig war und es war das einzige Was anderes brauchte ich nicht.

00:21:18: Und ich glaub, sie haben irgendwie was Schriftliches, was auch leicht zu bewältigen war.

00:21:24: Die wussten alle, der wird sowieso Schauspieler kommen.

00:21:28: Na ja gut und ich hab dann die Prüfung gemacht in München auf die Falkenberg.

00:21:35: Naja das waren also auch so von zweieinhalbzig Leuten schon damals Anwärter.

00:21:44: Hier werden ungefähr zwölf aufgenommen ... Dann ist nach einem halben Jahr eine Zwischenprüfung und nach dem Jahr wieder.

00:21:53: Damals war das eine städtische Schule, und es waren nur zwei Jahre Ausbildung.

00:22:01: Und wir waren glaube ich zwölf oder zehn?

00:22:05: Ich weiß nicht mehr genau... Zum Schluss waren wir noch sechs.

00:22:15: So fing das Ganze an.

00:22:16: und diese Münchner Zeit Die war eigentlich sehr schön und ich kriegte dann mit, also die Falkenbergschule war die Kammerspieler angelehnt.

00:22:27: Wir machten das Statisterie wir konnten immer in der Kantine essen.

00:22:31: Wir sahen die damaligen etablierten guten Leute alle, die Schauspieler

00:22:38: usw.,

00:22:39: Kortnern ... Wir sind reingeschlichen als Kortener da Regie führte.

00:22:47: Die Leute, die Derek kennen, kennen auch den.

00:22:52: Also Courtney war einer der bekanntesten Regisseure Anfang des Jahrhunderts bis in D. Sechziger, siebziger Jahre.

00:23:02: Das Helmut das noch mal sagt!

00:23:05: Du musst dazu erklären.

00:23:07: in der anderen Podcast-Folge die wir heute aufgezeichnet haben hatte ich Leonie meinem Gast eine Frage gestellt und hatte etwas zu Derrick gesagt und da hatte sie nur gefragt wer ist Derrick?

00:23:17: Ja ein kleiner Seitenhieb auf meinen Breiter musste sich das hier nochmal aufnehmen.

00:23:23: Da fing ja auch diese Fernsehzeit an damals und wie Schüler Ich weiß noch, in der Leopoldstraße saß man dann in den Cafés und da war dann der Intendant der Kammerspiele da.

00:23:39: Und da waren Schauspieler da die damals also wirklich etabliert waren.

00:23:46: Man hatte mit denen Austausch und so was alles.

00:23:49: Wir hatten auch das Privileg jedes Mal zur Faschingszeit ins deutsche Theater.

00:23:57: Da war die große Fasching ... Gala immer und wir Schüler durften da rein, ohne Eintritt zahlen zu müssen.

00:24:05: Und wir hatten natürlich alle kein Geld und ... Weiß noch?

00:24:08: Wir tranken, wir gingen dann immer aufs Klo um was zu trinken.

00:24:12: Da war ein bisschen Wasser zu trinken, dass mal was feuchtes im Mund hat oder so was.

00:24:17: Und da ist eine Geschichte passiert.

00:24:20: Ich hab mich schon einmal ausgeruht und wir saßen mit zwei Leuten, zwei Mitschülern auf der Bank irgendwie und

00:24:26: ha-ha!

00:24:27: Wir haben ja schwer mitgetanzt, immer waren verschwitzt und so.

00:24:33: Und dann sprach mich einer an, ein älterer, sehr gediener

00:24:36: Herr ...

00:24:38: und sagte ... Hallo?

00:24:40: Mein Name ist So-und-So.

00:24:43: Und ... schreiben sich doch mal meine Telefonnummer auf.

00:24:48: Vielleicht ergibt sich was oder wer sich ausgedrückt hat.

00:24:52: Das kann ja alles bedeuten erst.

00:24:54: Ja, das kann alles bedeuten!

00:24:56: Ich hab gesagt, also ich war so'n bisschen Ich war so ein bisschen skeptisch, hab gesagt.

00:25:00: Nee, was?

00:25:02: Nein, nein!

00:25:02: Also ich geb ihn meine Nummer nicht.

00:25:05: Und er sagte ja, wir haben sie meine Nummer.

00:25:07: Wir haben sie meiner Nummer.

00:25:11: Und die neben mir sagten, Samar, du hast da abgesagt ... Weißt du wer das war?

00:25:19: Das war der große Produzent, der bekannte Produzent damals, Georg Richter und der hat damals viele, viele Produktionen mit Rühmern Auch den aus Buchholz entdeckt und so.

00:25:36: Und da hab ich gedacht, na ja scheiße aber gut.

00:25:42: Vielleicht ruft er mich an?

00:25:45: Und später hatte er angerufen!

00:25:47: Oh sehr gut!

00:25:48: Ja.

00:25:49: Und so habe ich mein erstes Fernseher-Film gemacht.

00:25:51: Es hat sich tatsächlich versagt.

00:25:52: Welcher Film war das?

00:25:54: Nachtzug D-Einhundert Sex heute noch zu sehen auf YouTube.

00:25:59: Was hast du da gespielt?

00:26:01: Den Robot, also den Jungen... der im Zug war.

00:26:05: Also kann man heute noch sehen auf YouTube, Nachtzug D-Einhundert sechs und das ist eine Geschichte damals die eigentlich heute noch aktuell sein kann.

00:26:18: es ging darum in dem Film dass Wessis die in der DDR waren verschiedene Geschäfte zu erledigen hatten dass sie zurückfuhren mit dem Zug wieder nach Westdeutschland Und da gab es eine Baustelle innerhalb der DDR, wo der Zug langsam fährt.

00:26:50: In diesem Augenblick steigt oder versucht ein DDR-Flüchtling kommt in den Zug rein und hofft natürlich auf die Hilfe dieser westdeutschen Zugreisenden.

00:27:07: Jetzt entsteht natürlich eine große Diskussion.

00:27:12: Nehmen wir dem mit!

00:27:14: Es kommt Kontrolle ständig.

00:27:16: Wie bewältigen wir das?

00:27:18: Nein, nein!

00:27:19: Ich mach dann nicht ... ich mische mich da nicht ein, sagen die einen.

00:27:23: Ich hab Familie, wenn die uns herwischen und ja wie komme ich dazu?

00:27:29: Also es ging verschiedene Meinungen trafen sich.

00:27:36: Dann kam zwischendrin immer ein Kontrolleur.

00:27:40: Und natürlich alles stillt dann und so was.

00:27:45: Und dann hat sich der Jugendliche Mitreisende, das war ich, eingesetzt Menschenskinder.

00:27:56: Wir können den doch hier unten verstecken und ich gebe mich dafür aus oder irgendwie sowas.

00:28:01: Wir könnten auch eine Lösung finden.

00:28:03: Nein es kommt gar nicht infrage.

00:28:04: und bla bla bla.

00:28:06: Und lange Rede kurz zu sehen über dieses viele Diskutieren was wir da die Mitreisen angestellt haben.

00:28:17: Sie waren so vertieft in der Diskussion und dann sah man, in der letzten Einstellung die Tür klapperte.

00:28:25: Und der Flüchtling war wieder ausgestiegen.

00:28:29: Also eine ziemlich ... für damalige Verhältnisse eigentlich heute noch ein bisschen aktuell, wenn man so geht?

00:28:36: Ja,

00:28:38: absolut!

00:28:40: Wie hat denn damals, als du deiner Familie gesagt hast, die eine Zuschauerfrage, dass du Schauspieler werden möchtest?

00:28:45: Wie hat deine Familie reagiert.

00:28:47: Du hast ja erzählt, dein Vater hat dich unterstützt und hat ja als Kohlenvertreter gearbeitet.

00:28:52: Ja, ja, Vertreter für Kohlen!

00:28:55: Und hattest du sonst auch Unterstützung aus der Familie?

00:28:59: Ja meine Mutter fand das natürlich toll.

00:29:01: Als feinsinniger, als kreative Dame fand ... aber ich muss sagen Dadurch, dass ich in Kassel schon Statisterie gemacht hatte.

00:29:12: Also eine kleine Verbindung zum Theater hatte.

00:29:16: Ich habe auch dann so kleine Rollen gekriegt, wo mal jemand zu zwei Sätze sagen kann als Komparser und das hat ... Das

00:29:24: gab ja dann schon mal einen Euro, ne Mark extra denn?

00:29:27: Ja, genau!

00:29:28: Und er hat gesagt okay mach das.

00:29:38: Das fand ich toll.

00:29:39: Super.

00:29:40: Weil er so, wie gesagt ... Ich hab ja vorhin geschildert, der war zurückhaltend ein bisschen ... Ja, er war Kaufmann halt oder ... Ja.

00:29:49: Kaufmännisch verhandelagt.

00:29:51: Rechnen!

00:29:52: Er hatte immer Einsen in der Schule und ich hatte nie Einsen.

00:29:58: Er hatte einen Schuldirektor als Freund?

00:30:03: Ja klar.

00:30:04: Aber er hat gesagt okay, dann habe ich glaub ich gekriegt.

00:30:09: Ich glaube, Vierhundert D-Mark oder was?

00:30:12: Davon muss ich Hundert D. Mark, glaub' ich Miete bezahlen... ...ich hatte möbliertes Zimmer und glaub', ich hundert D.-Mark.

00:30:22: Während des Studiums jetzt?

00:30:24: Ja während des Studiumes.

00:30:25: Hundert d. Mark kostete die Schule so dass ich noch Zweihundert d.-Mark für mich hatte.

00:30:30: Du hast dann viel Theater gespielt

00:30:33: Und hab auch

00:30:34: gedreht, dass ja eben gesagt das Fernsehen kam dann dazu.

00:30:38: Ja aber das war irgendwie durch Zufall entstanden und ich bin dann ab dann eigentlich eine Theaterlaufbahn gemacht.

00:30:47: also fing an mit festen Engagement.

00:30:49: so in Theater wie Oberhausen war mein erstes Engagement Oberhausendang kam Hof an der Saale Ein Jahr, dann kam, glaube ich, Augsburg.

00:31:06: Dann kam Münster und so weiter.

00:31:09: Also das waren diese Etappen.

00:31:11: da war ich in einem Befest engagiert für ein, zwei, drei Jahre, vier Jahre oder so.

00:31:17: Und das erste Jahr im Oberhausen, das war also sehr interessant weil ... Da war ein Oberspielleiter der der immerhin ja mehr hertapste.

00:31:36: Er war schwul und ich hatte keine oder ganz wenig Ahnung von Homosexualität, also in Kassel hatte ich null Ahnen!

00:31:47: Ich kam nach München auf die Schauspielschule und da fing es so langsam... Hatte ich einen Begriff, dass es sowas gibt?

00:31:53: Ich hatte auch ein Mitschüler damals, der mich ans Lesen gebracht hatte.

00:31:57: Da hat mir immer André Gid empfohlen, ich hab André-Gid gelesen.

00:32:01: Und eines Nachts oder eines Tages war bei mir vom Zimmern ganz schüchtern.

00:32:06: damals wurde ja noch gar nicht darüber gesprochen.

00:32:09: Wir reden von Anfang der Sechziger zur Einordnung

00:32:12: Genau Anfang der sechzigern.

00:32:14: Niemand drüber gesprochen.

00:32:15: da gab es noch dem Paragraf von hundert fünf siebzig und sowas und er hat mir zaghaft fast zärtlich mir gestanden dass er schwul ist.

00:32:33: Aber wir haben uns geliebt, nicht mit sexuellen Sinn, sondern ich mochte ihn sehr gern.

00:32:39: Er mochte mich und wie gesagt, der hat mich zum Lesen gebracht.

00:32:44: Es war auch später immer mein ... Mein Zuhause war das Lesen.

00:32:50: Und ich greife noch mal zurück.

00:32:53: Wir haben dann eine Wanderung zusammengemacht weil wir zwei, drei Tage frei hatten.

00:32:58: Wir hatten ja Statisterie an den Kammerspielen, muss man zwei Tage frei haben.

00:33:02: Dann haben wir eine kleine Wanderung gemacht und das kam die erste Übernachtung.

00:33:08: Und wie bewerkstelligen wird das?

00:33:15: Das Zimmern, dass wir kamen war Gott sei Dank so, dass sie beiden Betten an der Wand standen.

00:33:22: In der Mitte war der Gang.

00:33:25: Na ja gut!

00:33:25: Wir haben uns ins Bett gelegt gesprochen miteinander und du war alles ganz, ganz schön und ganz friedlich.

00:33:33: Und dann sagte er plötzlich hielt seine Hand in diesen Gang hinein und sagte gib mir doch deine Hand

00:33:39: mal!

00:33:42: Ich habe sie ihm gegeben und plötzlich lag er bei mir im Bett.

00:33:47: Wie das denn immer so ist?

00:33:49: Aber

00:33:49: aber aber aber... Ganz zart hat er seinen Kopf auf meine Schulter gelegt und dann ist er wieder gegangen.

00:34:02: Das fand ich eine gute Geste.

00:34:04: Und ich hab in den folgenden Jahren einige Erfahrungen mit Schwulen gemacht, die waren sehr unterschiedlich.

00:34:13: Zum Beispiel da im ersten Engagement von dem Regisseur über Oberspielleiter, von dem mich eben sprach ... Der war auch ständig hinter mir her und von dem hing es ab, ob ich Rollen kriegte.

00:34:24: Oh okay also wir haben Abhängigkeitsverhältnisse, machen Befälle?

00:34:28: Ja ja und ständig Schwänzelt er hinter mir her, der war noch so klein.

00:34:38: Ja, ja, wuchstäblich!

00:34:41: Äh ... Und da war so klein und dick hatte immer ein fettiges Gesicht.

00:34:47: Hatte so eine Brille, so ne kurzsichtigen Brille.

00:34:50: Die war oben aufgehängt und wenn den Kopf so hochnahm, klappt die Gläse so bis jetzt zurück.

00:34:56: Na gut, aber ich hab immer ... auf Abstand gehalten und bin immer ein paar Schritte vor oder wenn er kam, immer naja.

00:35:06: Und es gab dann einen ... Ein Stück zur Urhaufführung kam das, das hieß Ugolino.

00:35:16: Das beschrieb ich glaube, es gibt da irgendeine Geschichte.

00:35:20: Ein Ugolinho wurde eingemaut in einem Turm mit seinen beiden Söhnen.

00:35:28: Und das musste ... Ich glaub, das war von einem Zeitgenossen von Goethe und das musste bearbeitet werden.

00:35:36: Und es machte einen Bekannte, damals auch ein ehemaliger Regisseur und Oberspielleiter der bearbeitete dieses Stück und dazu fuhr er in Taunus oder irgendwo hin und dieser Oberspieleiter sagte kommen wir besuchen den mal.

00:35:52: ich hatte damals einen VW und wir besuchten ihn.

00:35:57: Na schön gut machen wir!

00:36:00: Wir haben dann da zusammengesessen mit diesem Bearbeitenden Und dann ging es wieder darum, jetzt übernacht mal hier.

00:36:11: Ich dachte natürlich, wir haben zwei Zimmer ... hat man nicht!

00:36:17: Schon schwänzelt er wieder um dich?

00:36:20: Ja, nun kam er in dieses Zimmer rein.

00:36:22: Doppelbett natürlich.

00:36:23: Kein Gang daneben.

00:36:26: Ich war erst mal ein bisschen konsterniert, stand da.

00:36:29: Was machst du jetzt?

00:36:32: Da hab ich mein Bett genommen und habe so weggezogen.

00:36:36: weggezogen.

00:36:39: Und dann war da ein Abstand und es passierte nichts, Gott sei Dank!

00:36:48: Aber das andere war.

00:36:50: wir fuhren dann zurück, wir mussten am nächsten Tag zur Probe wieder da sein und in dieser Nacht war der Todestag von Gründgens auf Manila.

00:37:00: Da sprach sich herum.

00:37:01: als wir zur Probekamen sagten die Kollegen alle habt ihr schon gehört?

00:37:05: Habt ihr schon?

00:37:07: Der ist ermordet worden.

00:37:11: Und das war natürlich auch ein kleines Erlebnis,

00:37:14: ja

00:37:14: gut.

00:37:15: Aber Gründkinds ist ja unbekannt?

00:37:18: Auch gar nicht oder...

00:37:19: Theater ist Verabredung?

00:37:21: Ja!

00:37:22: Gustav Gründkens?

00:37:23: Gustav Gründkens, naja gut.

00:37:25: Wir

00:37:25: haben eine Frage aus dem Publikum und wir haben sogar ein paar Fragen gesammelt hier.

00:37:31: Ich mach direkt zurück.

00:37:34: Blättern Helmut Schaust du gern die Feuerzangenbohle?

00:37:38: Da hättest du doch mitspielen können.

00:37:40: Also, nein!

00:37:41: Das ist ja nun nicht... das kommt ja jetzt nicht hier zeitlich,

00:37:43: ne?

00:37:44: Aber schaust Du die gern?

00:37:46: Ob ich die gerne schaue?

00:37:47: Ich hab's ein paar mal gesehen und ich fand es sehr besann muss ich sagen.

00:37:51: Ja,

00:37:52: Pfeiffer

00:37:54: mit drei F.

00:37:55: Würdest Du deinem heute zwanzigjährigen Ich oder was würdest Du Deinem Heute Zwanzig Andersrum?

00:38:01: Ich fang nochmal an Was würdest du heute deinem zwanziggährigen Ich sagen wollen?

00:38:06: oder raten

00:38:10: Ein bisschen mutiger zu sein, ein bisschen Schüchternheit abzuwerfen und selbstbewusster zu werden.

00:38:18: Mit Dramaturgen uns?

00:38:19: Na überhaupt in dem Job!

00:38:22: Oder ein bisschen mehr Kommunikation pflegen.

00:38:26: Das lag mir überhaupt nicht bis heute nicht.

00:38:29: So Netzwerken oder...

00:38:31: Ja ja nur gab es damals.

00:38:33: also unsere heutens Social Medias und unsere digitale Welt gab's natürlich noch nicht.

00:38:40: Ja.

00:38:41: Da gab es noch Telefon im Kaffekäsebrot?

00:38:43: Ach

00:38:43: Gott, du musst das immer ab sechs warten bis dann ein bisschen billiger anrufen konntest und ab neun wurde's noch billiger.

00:38:50: aber nützt dir ja nichts.

00:38:53: Welche Rolle war die schwerste und weshalb?

00:38:58: Für mich war jede Rolle nicht schwer Aber mein Manko war und ist bis heute.

00:39:08: der sich ganz Schwertext lerne

00:39:10: Kann ich gut nachvollziehen.

00:39:11: Ja siehst Du Darum

00:39:12: habe ich mit Impro angefangen.

00:39:14: irgendwann

00:39:14: Siehst Du.

00:39:16: Also ich musste ... Es war sauschwer, Text zu lernen.

00:39:22: Es war eine Qual für mich.

00:39:25: Und der Text kam dann festigte sich langsam in dem ich oft abgehört wurde und natürlich dann in den folgenden Proben.

00:39:33: Wenn es in die Proben reingingehnt oder hat das wie Dialoge, du hattest die Regie und das ganze Umfeld der Proben auf den Bühnen und sowas, dann hat sich das natürlich gefestigt.

00:39:44: Aber der Beginn, wenn ich so ein Buch vor mir sah Bis andauend dran, andaund ran.

00:39:51: Also das war schon eine Herausforderung.

00:39:54: Du denkst ja jetzt hab ich's geschafft und dann oh, da ist noch ein Akt.

00:39:57: Oder Lessing?

00:39:58: Ich habe auch den Nathan gespielt später.

00:40:00: Lessing Text, Nathan, Nathan ... Natron der Leise.

00:40:05: Natron Der Leise aus!

00:40:07: Ja

00:40:09: oder jedermann oder solche Geschichten.

00:40:11: also es war schon... Eine Herausforderung teilweise

00:40:15: Wenn du dir heute so ein Schauspiel anguckst, also sei es im Theater oder im Fernsehenfilm.

00:40:20: Hat sich das Spiel verändert zu damals?

00:40:23: Ja!

00:40:24: Gewaltig.

00:40:25: Also kannst du mit damals aus der Zeit gar nicht vergleichen.

00:40:30: Ich bin da old school... Gott ich habe ja zweitausend aufgehört und sechs hab ich dann noch Gasgeschichten gemacht, also zweitausend bin ich raus aus dem Engagement.

00:40:44: Aus dem Festen, danach Gasgeschichte gemacht und so.

00:40:48: Also ... Ich muss ja ehrlich sagen, ich guck mir heute überhaupt keinen Schauspiel mehr an weil ich die ganzen Strukturen, den ganzen Macharten kenne und nachvollziehen kann.

00:40:57: Ich finde heute Oper viel schöner und ich gehe öfter in die Oper.

00:41:01: Kommt da komische Erinnerungen hoch?

00:41:03: Wenn du sagst schnell!

00:41:04: Überhaupt nicht.

00:41:05: Die Zeit läuft Man verändert sich und ich weiß nicht, ob ich heute noch gut ... Es gibt ja unterschiedliche Arten von Theater.

00:41:15: Also wenn du heut ins Schauspiel gehst oder in etablierte Häuser, ähm ... Ich versteh's manchmal nicht.

00:41:26: Oder ich finde das alles ganz schön aber es meist so.

00:41:30: dieses Regie-Theater?

00:41:31: Ja.

00:41:32: Das war früher nicht so stark!

00:41:35: Natürlich gäbe es auch schlechte und gute Regisseure, mit denen du dich auseinanderzusetzen hattest.

00:41:41: Damals auch!

00:41:43: Du hast natürlich auch Reibereien gehabt... Du hast Hochzeiten, Tiefzeiten gehabt,... ...Du hast Applaus gehabt, du hast Miesenapplaus oder Keinen oder wenig Applaus und also gibt unterschiedliche Dinge.

00:42:02: die Zeit schreitet fort und mit ihm auch Entwicklungen.

00:42:09: Und so auch im Theater, ne?

00:42:13: Ja würde ich dir unterschreiben.

00:42:14: Aber ich glaube gerade in den Achtzigern wurde eben auch viel kaputt inszeniert.

00:42:17: Da wurde ja sehr viel experimentiert aber auch das Publikum ein Stück weit vergrault weil es am Publikums vorbei ist.

00:42:25: Ich glaube das Theater hat sich nur sehr schwer davon erholt.

00:42:31: Kann sein, also wie gesagt im Schauspiel habe ich keine Ahnung.

00:42:34: Ich sehe manchmal ein Schausspiel so wenn auf drei satt oder sowas kommt und ich sage ach das interessiert mich.

00:42:42: oftmals bin ich einverstanden finde es gut gibt ja auch gute Sachen darunter Und oftmals denke ich Puh was Soldat?

00:42:52: Was Soldat!

00:42:53: Du

00:42:54: hast irgendwann sowieso gesagt wat soldat und du hast noch einen Ausflug in ein anderes Genre gemacht.

00:43:00: Du hast dich mit Wein beschäftigt

00:43:01: Ja, erst kommt er.

00:43:03: Oh ja, das ist lange Zeit vergangenen!

00:43:07: So ein kleiner Sprung.

00:43:09: Darf ich noch eine Frage stellen?

00:43:10: Hau raus...

00:43:11: Hast du das Lampenfieber irgendwann ablegen können?

00:43:16: Also hat es irgendwann abgebaut, dass du vor irgendeinem Auftritt

00:43:20: oder vor irgendem...?

00:43:22: Es ist so.

00:43:23: Lampenfieber hast du natürlich wenn die Premiere da ist und vor allem wenn du auf der Bühne stehst du nur Text zu plappern hast.

00:43:32: Da ist natürlich, da bin ich immer... Da darf nichts um mich herum vorgehen.

00:43:39: Du hast natürlich vorher Haupt- und Generalprobe klar, das ist schon so eine Art Einstieg in der Premiere.

00:43:47: Sagen wir mal so, da muss alles sitzen?

00:43:50: In der Haupt oder Generalproben muss alles mit Kostümen sitzen, mit allem, mit Umbauten usw.

00:43:57: und sofort.

00:43:58: Also du kommst rein, wächst da rein!

00:44:01: Aber wenn dann die Premiere da ist Da sitzen ja nur Leute drin.

00:44:08: Und dann ist schon ein bisschen Zettan da, also das ist schon ... Das hab ich sehr oft erlebt und eigentlich immer erlebt.

00:44:15: Egal wie oft du etwas gespielt hast?

00:44:18: Das war

00:44:18: immer da?

00:44:19: Nein nicht immer!

00:44:20: Es hat sich langsam abgebaut.

00:44:22: Dann Gott sei Dank muss ich sagen.

00:44:25: Gott sei dank.

00:44:26: Du kommst dann in eine Routine.

00:44:29: Routine is scheiße.

00:44:31: Aber du kommst ... Ja, wie soll ich sagen?

00:44:35: In so ein Flow rein.

00:44:38: Richtig!

00:44:40: Und denkst gut jetzt freue ich mich und jetzt ja siehst du

00:44:49: Jetzt hast du dich freigespielt und

00:44:50: jetzt kannst du ... Genau, genau.

00:44:52: Das

00:44:52: ist dann aber so ein schöner Moment, wenn man sich freigespielt hat und wirklich mit allen... Und sich eigentlich manchmal wünscht das auch mal was passiert?

00:44:58: Dass irgendein Kollege nicht auftritt oder dass eine Requisite fehlt.

00:45:02: Ja, es gab auch Vorstellungen, das waren sogenannte Schülervorstellungen wo ich eins, zwei Mal ausgerastet bin.

00:45:13: Aber nicht weil jemand mit dem Handy gespielt hat in der ersten Reihe?

00:45:15: Nee, ja, gab's auch schon!

00:45:17: Gab's auch.

00:45:20: Aber ich erinnere mich an eine Geschichte.

00:45:24: Emilia Galotti, wo ich den Odoardo, den Vater gespielt habe und zum Schluss geht es ja um diese Geschichte mit der Tochter die ja verführt wird und so was.

00:45:34: Und ich hab schon die ganze Zeit gehört da oben.

00:45:37: Oben rechts ist ein Klumpen von Schülern, die irgendwie ein bisschen unruhig sind und so Kulaflaschen rollen lassen Hahaha.

00:45:53: Meine Emilia Galotti-Lessing ist nicht gerade einfach, ne?

00:45:59: Und vor diesem Auftritt mit meiner Tochter Emilia ... Ich hab da schon hintergehört, dass da was los ist und ich komme raus und das hört ihr nicht auf!

00:46:15: Dann habe ich meinen Herz genommen, bin an die Rampe getreten und habe so im Sinne nachfolgendes gesagt also es ist nicht einfach sich zu ... konzentrieren, wenn da so ein Radau gemacht wird.

00:46:29: Und ich glaube auch nicht, dass es den Zuschauern gefällt, wenn sie abgelenkt werden und das ist eine große Sache des Konzentrierens – und das wäre doch nett!

00:46:40: Wenn ihr das Haus verlassen könnt oder wenn ihr noch drinbleiben wollt dann seid bitte ruhig.

00:46:46: Das

00:46:46: nennst du ausgerastet?

00:46:51: Ja, ich bin nicht ausgerasted.

00:46:53: Ausgerastet bin ich ein anderes Mal, aber es war dann ruhig.

00:46:57: Aber

00:46:57: das hast du ja sehr respektvoll gesagt?

00:46:59: Ja!

00:47:03: Aber ... Es geht nicht anders.

00:47:04: Wenn du auf der Bühne bist und du hörst die ganze Vorstellung lang dieses Gequatsche, diese Unaufmerksamkeit und so was, es geht nicht an.

00:47:14: Du musst es einfach tun.

00:47:16: Ja, es ist respektlos.

00:47:18: Und ein anderes mal, das war früher in Münsterama ein Stück gespielt Da war auch so eine Vorstellung und ich hatte da so ne Rolle, wo ich ein Kotlet essen muss.

00:47:34: Und irgendwie in meinem Dialog, in meinem Monolog den ich da hatte ... hab' ich geschrieben, verdammt noch mal!

00:47:41: Und habe dieses Kotlet in den Zuschauerraum geschmissen.

00:47:45: Den Rest ist den Knochen in den Zuschauern geschmiss'.

00:47:49: Ja ja, und am nächsten Tag kam dann der Beschwerde vom Bürgermeister der Knoche.

00:47:55: Er hat meine Tochter getroffen.

00:48:01: Ja, aber es ist nichts passiert.

00:48:03: Aber du hast mir noch nicht von deinem Wein-Erlebnis erzählt?

00:48:08: Du hattest also zwischendurch eine Aussage... Ich muss leider ... Wir sind schon auf die Uhr.

00:48:11: Das sieht schon verdächtig langsamer

00:48:13: aus.

00:48:15: Und wir haben noch nicht mal Seite eins hier geschafft!

00:48:18: Na ja gut, also nach den festen Engagements bin ich dann frei beruflich.

00:48:23: Habe ich gearbeitet und hab ein bisschen Fernsehen gemacht an vielen Theatern in Deutschland.

00:48:28: Das ist immer

00:48:28: der Tatort?

00:48:30: Was Leoni nicht guckt?

00:48:31: Ja, Tatort ...

00:48:32: Der rückt nicht ne?

00:48:34: Tatort gucke ich auch heute noch nicht!

00:48:37: Aber Tatort, ich liebe die Skandinoyer, die liebe ich.

00:48:42: Das sind richtige Krimis aber nicht Tatort und so'n Kram.

00:48:45: Na gut, was war jetzt?

00:48:48: Ich war ja lang frei beruflich mit Fernsehen.

00:48:51: Aber nicht so viel in der obersten Liga sondern irgendwie dazwischen paar Sachen gemacht und dann bin ich aufs Land gezogen.

00:49:00: Ich war dann verheiratet und wir haben einen tollen Sohn bekommen in meiner ersten Ehe den Moritz bei Frankfurt lebt, mit einer kleinen Familie und eine Enkeltochter.

00:49:15: Und deshalb geschieden die Ehe aber mein Sohn lebt da.

00:49:19: Wir haben gutes Verhältnis zueinander und vielleicht hat er etwas von mir bekommen.

00:49:24: Er macht diese Nerdgeschichten, das sind diese mittelalterlichen Spiele.

00:49:27: Vielleicht ist er etwas übergegangen zu ihm?

00:49:30: Das mag alles sein!

00:49:32: Ja...und dann wurde es ein bisschen kritisch ...weil ich wollte nicht immer.

00:49:43: Ich lebte dann in Hamburg, in der Freiburglichen Zeit.

00:49:46: Und da bin ich rausgezogen und ein kleines Häuschen aufgebaut in eine Hechthausen Richtung Hinterstade.

00:49:53: Ein Häuschenschönes Land, einen Hektar lang dabei ... Ich wollte das Land leben kennenlernen.

00:50:01: Das wurde schwierig, weil ich wollte die Erziehung meines Sohnes mitbekommen.

00:50:06: Deshalb bin ich daraus.

00:50:08: Und ich musste aber immer wieder weg und dann habe ich irgendwann gesagt, gut.

00:50:13: Ich bleibe jetzt hier und mache einen Weinladen auf damit ich bei euch bin und so was.

00:50:18: Hab dann auch Seminare gemacht usw.

00:50:24: Aber die Ehe trotz alledem ging in die Brüche.

00:50:29: Aber wie gesagt den Wein laden habe ich aufgemacht.

00:50:32: Ab dann, das war die Wendezeit DDR Westdeutschland und so.

00:50:38: Ich bin immer rübergefahren, hab die DDR beliefert mit Wein.

00:50:41: Das war ... Könnte ich Dinge erzählen?

00:50:44: Das war sagenhaft!

00:50:46: Und hab diesen Weinladen aufgemacht.

00:50:49: Es war aber sehr unglücklich nach drei Jahren wieder da raus, weil ich das Geschäft gekauft hatte und alles so ein Scheiß.

00:50:58: Dann ging der Ehe in die Brüche.

00:51:01: Ja, was alles damit zusammenhängt und ja aber vorher muss ich noch sagen.

00:51:08: Ich war vor in den letzten Jahren ab ab drei neunzig war im festen Engagement wieder am Schleswig-Holsteinischen Landestater und da habe ich meine liebe süße über alles geliebte Frau kennengelernt.

00:51:28: Hat sie da gearbeitet oder saß sie in Reihe Vier und... Nein,

00:51:30: nein.

00:51:30: Sie hat damit gearbeitet.

00:51:31: Das hier war auch als Schauspieler mein Ja.

00:51:34: So wo waren wir jetzt noch?

00:51:38: Jetzt haben wir deine Frau erwähnt.

00:51:39: Jetzt können wir aufhören!

00:51:40: Oder wie?

00:51:41: Nein, so kommst du mir nicht raus hier.

00:51:45: Ich habe ich auch hier natürlich für dich eine Schnellrate Runde.

00:51:49: Wie ich das immer mit deinen Gästen mache.

00:51:53: Bühne oder Kamera?

00:51:55: Bühnen.

00:51:55: Premiere oder Dernjere?

00:51:58: Premiere

00:52:00: Lampenfieber?

00:52:01: Freund oder Feind?

00:52:03: Freund.

00:52:04: Ein Regisseur, der alles vorgibt oder einer, der laufen lässt?

00:52:07: Um Gott das Willen vorgeben und um Gottes Willen.

00:52:11: Du magst es für den Vorgegeben werden?

00:52:12: Nein

00:52:13: nein, ob Gott's will sagen, laufen lassen!

00:52:16: Du hast ja schon genug mit einem Text zu tun, den du lernen musst.

00:52:17: Eben

00:52:18: eben, klar.

00:52:18: Ähm,

00:52:20: Text vergessen oder Einsatz verpasst?

00:52:23: Ach, es kam öfter vor.

00:52:24: Ja.

00:52:26: Kassel oder Hamburg?

00:52:27: Natürlich Hamburg.

00:52:29: Richtiger Antwort.

00:52:31: Früher war alles besser, ja oder nein?

00:52:35: Nein!

00:52:36: Du musst mit der Zeit gehen.

00:52:38: Alles ist gut.

00:52:39: Applaus oder gute Kritik?

00:52:45: Applaus ist mir lieber.

00:52:48: Ein Wort...

00:52:48: Die Kritik ist vergängt und das andere ist auch vergänglich.

00:52:51: Na gut,

00:52:52: die Kritik kann man weh, es ist nochmal ausgedruckt irgendwie.

00:52:55: Achja

00:52:55: aber du trägst dann die Kritie in einer Brieftasche mit und zeigts zwanzig Jahre später.

00:53:00: Das habe ich, das habe

00:53:01: den Ja-Ha-Ha gespielt.

00:53:06: Was weiß ich nicht alles?

00:53:07: Ich war bei Derrick!

00:53:08: Ja genau.

00:53:10: Du wirst heute nicht mehr los Leonid.

00:53:15: Monolog im Fahrstuhl oder Dialog im Dunkeln?

00:53:22: Was ist das

00:53:23: denn?!

00:53:26: Was kann der in dem Fahrschul an im Dunkel passiert?

00:53:28: Stell

00:53:28: dir ein Foto, bleibst du im Fahrstoel stecken und hälst dann ein ... Würdest du das nutzen um einen Monologue?

00:53:34: Nee.

00:53:37: Ja, es kommt drauf an.

00:53:39: Falls ich da Zuhörer habe oder was im Fahrstuhl der Stecken bleibt?

00:53:42: Vielleicht die Hoffnung, dass da eine Kamera ist ... Dann vielleicht ein Sicherheits-Mensch... Na okay, vergiss die Frage!

00:53:49: Okay war ne doofe Frage.

00:53:50: Nein, nee!

00:53:51: Shakespeare auf hessisch oder brecht als Musical?

00:53:53: Brecht

00:53:58: als musical.

00:54:01: Gibt's ja eigentlich auch schon.

00:54:03: Ich glaube, er hat ja einige Sachen also nicht als musical.

00:54:08: Aber wo viel Musik drin vorkommt, also Songs drin vorekommen hat er ja.

00:54:15: Ja so was zum Beispiel und andere schweig und was weiß ich nicht alles.

00:54:21: Schweig

00:54:21: der brave Soldat?

00:54:22: Ja

00:54:23: komm überall Songs drin vor!

00:54:26: Generalprobe mit Katastrophe oder Premiere mit Perfektion?

00:54:31: Eigentlich beides ne?

00:54:32: Beides,

00:54:33: ja beides

00:54:34: Das eine bedingt ja ein bisschen das andere.

00:54:35: man sagt ja wenn die Generalproben muss schief gehen

00:54:39: Damit

00:54:39: die Premiere gut klappt.

00:54:40: Ja, richtig!

00:54:41: Ich hab alle Variationen durch.

00:54:42: Ich auch

00:54:43: ...

00:54:45: Bühne ohne Publikum oder Publikums ohne Bühnen?

00:54:51: Was heißt PublikUM ohne BÜNE?

00:54:53: PublikUmm ohne BÖNE zum Beispiel auf der Straße erkannt werden.

00:54:58: Ach so Gott!

00:54:59: Nein am Gotteswillen!

00:55:01: Dann lieber BühNe mit PublikUm.

00:55:04: So war's doch, oder?

00:55:10: Standing Ovations oder ein einziger ehrlicher Blick aus der ersten Reihe

00:55:15: Ein einziger ehrlicher Blick aus der ersten Reihe.

00:55:18: Von deiner Frau?

00:55:22: Ja, ja... aber meine Frau kenne ich ja!

00:55:25: Aber nein es ist auch ... Ja, aber wie ... Juan erkennst du das?

00:55:30: dieser einzige Blick aus einer ersten Rei heerlichen?

00:55:33: Du

00:55:33: fühlst es einfach.

00:55:36: Aber beim Applaus erkennt man gar keine erste Reihe.

00:55:41: Na doch, die erste geht noch.

00:55:43: Es sei denn du bist in einem kleinen Zimmertheater dann?

00:55:45: Ja, da nennst

00:55:46: du ... Ich hab nie so große Häuser gespielt wie du!

00:55:51: Also ... Standing ovation ist auch nicht schlecht.

00:55:58: Wenn man sie denn sieht... Wer hat's gesagt?

00:56:02: Brecht oder Shakespeare?

00:56:04: folgende Zitate Der Mensch ist erst wirklich tot wenn niemand mehr an ihn denkt.

00:56:11: Das könnte brecht sein.

00:56:13: Stimmt!

00:56:15: Die ganze Welt ist Bühne,

00:56:20: das könnte jubihästers sein

00:56:23: aber nur weil ich ihn so gesprochen habe.

00:56:25: jetzt

00:56:25: ja

00:56:27: dass war Shakespeare

00:56:28: auch Shakespeare.

00:56:29: er stimmt Ja

00:56:31: Jetzt meiste ihr ganz etwas sein oder nicht sein?

00:56:34: Das ist hier die Frage.

00:56:37: Wer hat es gesagt?

00:56:39: Hamlet

00:56:41: Sehr gut Wer kämpft, kann verlieren.

00:56:44: Wenn nicht, hat schon verloren.

00:56:46: Das war natürlich brecht!

00:56:51: Richtige Antwort.

00:56:52: Ach so ja.

00:56:53: Aha gut, ja.

00:56:57: Hat es zu Kollegen die absichtlich falsche Einsätze geben um besser dazustehen?

00:57:02: Die dich manipulieren auf der Bühne so?

00:57:04: Ja ich habe schon erlebt dass viele mich zum Lachen bringen wollten und das auch geschafft haben.

00:57:09: Das stimmt ja.

00:57:11: Was hältst du davon wenn sowas passiert auf der bühne?

00:57:16: Ich war eine Lachwurzen und ich habe jedes Mal lachen müssen, auch hier an den Kammer spielen.

00:57:22: Da hab' ich ja viel gespielt dann bei jeder Ehre.

00:57:25: Und da hat man einige Stücke und einige Kollegen... Es gab ein Einstück, einen Boulevard-Stück.

00:57:33: Da waren drei junge Männer und die beiden Freunde von mir, die standen vorn, hatten einen Dialog direkt aus der Mitte von hinten dazukommen.

00:57:48: Und während die den Dialog hielten, drehten sie sich um mit dem Gesicht zu mir und grinst mich an.

00:57:56: Ich musste jedes Mal da rauskommen und ich musste jedes mal

00:58:00: lachen.".

00:58:02: Oder wir hatten noch eine schöne Geschichte mit einem Kollegen, der inzwischen verstorben ist.

00:58:07: Wir hatten auch einen Dialog und wir kamen ins Lachen – aber beide!

00:58:14: Und wir konnten nicht aufhören.

00:58:16: Wir konnten nichtaufhören!

00:58:19: Und allmählich hat das Publikum das natürlich spitzbekommen und hat applaudiert.

00:58:24: Dann haben die gesagt, Mensch du, das bauen wir aus.

00:58:26: Ja... Aber das war jeder Vorstellung gemacht und jedes mal gab's Applaus.

00:58:32: Und nie Ärger von der Intendanz?

00:58:34: Nein, nein.

00:58:36: Und zum Abschluss möchte ich nur wissen was war die absurdeste Situation, die Du je auf der Bühne erlebt hast?

00:58:46: Ja, ein bisschen absurd war ... ja ist es absurd.

00:58:51: Bisschen absurd war Minna von Barnhelm, wo plötzlich einen Schmetterling auftaucht und auf der Bühne rumflatt hatte und alle guckten so und guckte dahin und ... Ein Schmetternling, der sie irgendwo vorsteckt hatte und darum schwirrte.

00:59:07: Aber sonst wüsst ich eigentlich gar nichts!

00:59:10: Aber was für ein schönes Symbol eigentlich?

00:59:14: In diesem Sinne danke ich dir ganz herzlich, dass du mein Gast warst.

00:59:17: Ich danke dir!

00:59:18: Tolle Geschichten!

00:59:19: Vielen vielen Dank Helmut Jens!

00:59:31: Ja das war eine weitere Folge von Alster Ego hier live aus dem Manzelt und wenn ihr einmal dabei sein möchtet dann bucht euch dort ein.

00:59:38: unter manzelt.de findet ihr alle Kontaktdaten und auch die nächsten Daten

00:59:43: für den Nächsten Veranstaltungen

00:59:45: hier.

00:59:45: Also seid dabei, ihr findet uns unter allen gängigen Podcast-Portalen.

00:59:49: Wird also auch mal in die anderen

00:59:50: Podcast

00:59:51: folgen mit rein!

00:59:52: In den nächsten Folgen bei der nächsten Aufzeichnung wird dabei sein zum einen

00:59:56: Frau Cortz.

00:59:57: sie ist

00:59:58: Leiterin des Ronald McDonald Hauses hier im Eppendorf und außerdem dabei

01:00:03: Michael

01:00:04: Vier Opansänger

01:00:05: aus Hamburg.

01:00:06: Er wird auch aus seinem Leben auf der Bühne berichten, was er in verschiedenen Opernhäusern erlebt hat und wem er alles schon begegnet ist.

01:00:12: In sehr jungen Jahren!

01:00:13: Also ich freue mich wenn ihr wieder da bei seid.

01:00:15: schaltet ein und empfehlt uns weiter.

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