Alster Ego 19 - Michael Vier

Shownotes

Michael Vier war ein bedeutender international tätiger Opernsänger. Er ist der Adoptivsohn des bekannten Fotografen Max Scheler und lernte durch dessen Kontakte in die High Society schon früh bekannte Persönlichkeiten kennen. Er studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Hamburg uns sang auf vielen international renommierten Bühnen in aller Welt und arbeitete unter anderem mit Leonard Bernstein.

Wie hat sein schwieriges Verhältnis zu seiner Mutter sein Leben geprägt? Wieso wurde er auf dem Weg zum Auftritt am Flughafen festgenommen? Wie kam es zur Adoption durch Max Scheler? Welche unangenehme Situation hat er mit Bernstein erlebt?

Michael erzählt sehr offen und emotional, was er erlebt hat und was er sein Leben lang vermisst hat. Ehrlich, emotional und sehr unterhaltsam. Der bisher längste Podcast dieser Serie - und jede Minute hörenswert!

Transkript anzeigen

00:00:02: Moin, hier ist Alster Ego.

00:00:09: Der Podcast aus Äppendorf für Äppndorf und alle die gern so tun als würden sie hier boden.

00:00:18: ich bin Tetschemieren Dorf euer Tour Guide durch Cafés, Butikken, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.

00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol High Heels auf Gummistiefel Und ihr seid mitten drin, also Kopfhörerein Ego raus.

00:00:36: Es ist Alster-Ego Zeit!

00:00:42: Ich freu mich, dass Ihr wieder eingeschaltet habt hier bei Alster Ego aus dem Manzels in der Appen der Verlandstraße Hunderfünfundsechzig.

00:00:51: Etpes Schubachstraße ... Aber wer kennt es nicht?

00:00:54: Ihr wisst das mittlerweile.

00:00:56: Heute mein Gast Michael

00:00:59: Vier.

00:01:04: Ein Applaus verwöhnter ehemaliger Opern-Sänger international auf sehr vielen Bühnen unterwegs gewesen.

00:01:12: Michael, ich freu mich sehr, dass du mein Gast bist!

00:01:14: Du hast

00:01:16: in Hamburg aufgewachsen und bist hier auf die Hegepenne gegangen im Ettendorf?

00:01:21: Ja, das waren ... Ich glaube, da war es noch ein Gymnasium für Knaben.

00:01:30: Es waren wirklich nur Jungs auf der Hegepennel.

00:01:34: Oh Gott, ist das nicht unglaublich langweilig?

00:01:36: Nein!

00:01:37: Ich fand das ganz interessant.

00:01:38: Also für mich gab's ... Das war tatsächlich früher so.

00:01:43: Da wurden die Schulen ... Es gab ein Gymnasium für Mädchen und es gab einen Gymnasiums für Knappen.

00:01:48: Das war in den Siebzigerjahren in Hamburg teilweise Gang und Gebe noch.

00:01:52: Ja.

00:01:53: Nein?

00:01:54: Doch.

00:01:59: Sind wir gleich altbrich wahrscheinlich?

00:02:02: Achtundfünfzig.

00:02:03: Baujahr.

00:02:07: Nie im Leben bist du Baujahr, Achtundfünfzig.

00:02:09: Doch!

00:02:10: Doch doch doch doch.

00:02:11: Achso, ja war hervorragalt.

00:02:13: Dankeschön,

00:02:13: Mann.

00:02:15: Du junges Küchen ... Was hast du für Erinnerungen an Eppendorf in deiner Kindheit?

00:02:21: Ach unbeschwertes Spielen als kleiner Junge im Hegepark.

00:02:26: Ich glaube, Heinstraße war ein schöner großer Rotelberg, wo wir im Winter waren zugefroren, was da fast ... jeden zweiten Winter hatten in der damaligen Zeit und ... ja, einfach ein schöner Stadtteil.

00:02:42: Also gerade für Familien, die da damals gelebt haben.

00:02:47: Und wenn du heute durch Eppendorf gehst, was erkennst du wieder?

00:02:50: Beziehungsweise was erkennst du überhaupt nicht wieder?

00:02:52: Du denkst so wow das hat sich irgendwie verändert.

00:02:55: Das war früher aber...

00:02:56: Also früher war ja Eppgendorf glaube ich zu meiner Zeit einen Stadtteil mit sehr vielen Kinos, die alle weg sind.

00:03:03: Ich kenne nur noch das Monocle.

00:03:05: Da war ich früher K-Stadt-Sport drinnenbar?

00:03:08: Marijonasplatz, wo jetzt Lidl drin ist ...

00:03:11: Genau!

00:03:11: Da gab es ein großes Kino, wo man runtergehen konnte.

00:03:14: Für einen Mark Fünfzig gab's dann in den Siebzigerjahren die tollen Godzilla-Filme, die wir uns alle angeguckt haben und das war ein ganz großes Kinos.

00:03:23: Dann gab es so ein ganz großes Kino Eppenhofer Landschasse, wo Edeka ist.

00:03:29: Das war ein Riesenkino da drin.

00:03:33: Im Knick.

00:03:33: Nee, nicht der Stellmann-Markt.

00:03:35: Ist das Eppener Verbaum?

00:03:37: Oder Eppner Verbaum, meinst du da?

00:03:38: Zwischendurch

00:03:39: durch die Bolle drin war.

00:03:41: Da war ein Riesenkino.

00:03:42: und dann gab es noch einen Kino in der Hegestraße, wo eine große Tankstelle ist ... Die Shelter-Stelle.

00:03:49: Ach!

00:03:50: Da war ganz früher ein riesiger Schockplatz.

00:03:52: Das weiß ich auch noch.

00:03:53: Da haben wir als Kinder gespielt.

00:03:56: Und danach war da ein Kino drin.

00:03:57: Aber das hatten nur kurz gehalten.

00:03:59: Oh, okay.

00:04:01: Also...

00:04:02: Ähm ... Du bist Opernsänger?

00:04:07: War.

00:04:08: Du warst Opernsenger, sagst du bist kein Opernsänger mehr und bleibt man das nicht sein Leben lang irgendwie?

00:04:14: Nein ich glaube nicht.

00:04:15: also ich habe das abgeschossen, im Jahr zwei tausend achtzehn hab gesagt es reicht jetzt.

00:04:19: Ich habe fast vierzig Jahre gesungen und hatte Erfolge und glücklicherweise keine Misserfolge

00:04:27: Sagst

00:04:27: du?

00:04:28: Sagt ich.

00:04:29: Ja, stimmt!

00:04:30: Kann natürlich sein ja.

00:04:31: Aber ich hab dann irgendwann auch gedacht ... Es reicht jetzt.

00:04:34: Ich muss ganz ehrlich sagen die Lust verloren.

00:04:38: Obwohl ich gerne in die Oper noch gehe aber selber ... Das ist mir alles zu abstrus gewesen.

00:04:46: später in der späteren Zeit das Reisen nach Italien oder nach Spanien.

00:04:52: Dann sitzt man da vier Wochen, fünf Wochen.

00:04:54: Wirklich klebt man da am Platz und man muss immer zugegen sein, sie müssen immer vor Ort sein.

00:05:01: Und sind einfach weg aus Hamburg ja?

00:05:03: Ich hab Familie also Freunde Vater etc.

00:05:06: pp und auch ein Leben irgendwie und ich habe mir immer gesagt irgendwann ich möchte nicht der Sklave meines Berufes sein.

00:05:16: Und wenn Sie wirklich ganz oben mithanzen wollen, ich gehe jetzt nicht in die Treppkuliga aber da drunter so dann sind sie eigentlich, wenn sie nicht jeden Tag hundert Prozent geben auf der Opernbühne, ganz schnell unten durch.

00:05:32: das geht von heute auf morgen.

00:05:34: Sie können sich in einem Job irgendwie irgendwas aussuchen und sagen, okay also ich hab heute einen schlechten Tag den mache ich.

00:05:40: Und dann mein Chef sieht drüber weg sie sind abends auf der Bühne und dann sind die Leute da.

00:05:44: das sind denn tausendfünfhundert leute und die wollen einfach ein perfekten Papageno hören oder perfektifigero oder meine wegen auch was dramatisches.

00:05:53: wenn wir ihnen waren dann fragt sie nicht und da können sie nicht sagen ach tut mir leid ich kann heute nicht so richtig aber ich sehe mal gerne bisschen.

00:06:02: Nehmen Sie es mir nicht übel, wenn der manche Ton daneben geht.

00:06:05: Das geht einsamlich und das ist verdammt anstrengend.

00:06:09: Muss ich dir nicht sagen als Schauspieler?

00:06:10: Und Musical-Darsteller bist du wahrscheinlich genauso in der ...

00:06:15: Ja!

00:06:16: Wobei ich glaube, dass das Musical-Publikum doch mehr verzeiht als das Opernpublikum.

00:06:20: Stimmt ja.

00:06:21: Ihr seid alle immer noch mit Mikrofonen unterstützt oder Pochts

00:06:25: und... Nein, nicht für Züchte freiwillig

00:06:27: auf einem Mikrofon.

00:06:28: Nein!

00:06:29: Aber bei uns ist es halt eben da die nackte Stimme.

00:06:32: Nein aber auch das ist schon passiert dass das Mikrofone mal ausgefallen ist und dass sich dann auch wirklich so ein bisschen die Spreufer im Weizen trennen.

00:06:38: Das stimmt

00:06:40: insofern kann man dann mal zeigen.

00:06:42: Aber egal wann hast du denn gemerkt dass deine Stimme etwas besonderes ist?

00:06:45: Dass man daraus was machen kann?

00:06:47: Oder hat das vielleicht jemand anders gemerkt?

00:06:49: Nee Nein, nein.

00:06:51: Das hab ich komischerweise gemerkt.

00:06:52: Also meine Mutter ... Ich muss mal kurz ein bisschen zurückgehen.

00:06:54: Meine Mutter wollte unbedingt, dass sich in jungen Jahren so mit elf Zwölf zu den Wiener Sänger-Knarven gehen sollte.

00:07:01: Weil ich habe dann irgendwann mal in der Martini-Kirche hier, die auch irgendwo in der Nähe

00:07:05: ist... Da wurde ich konfirmiert!

00:07:10: Ein Solo gesungen und das zum Weihnachten irgendwie ja?

00:07:13: Und dann war sie also so begeistert Und da hat sie gesagt, der Junge, der hat eine schöne Stimme.

00:07:17: Den bringen wir zu den Wiener Senkel nach und das fand ich so fürchterlich dass sich dann es war tatsächlich ein Vorsingen auch hier in Hamburg die suchen ja ständig auch kur neue Mitglieder und Ich habe mich einen ganz nach Heiser gebrüllt bis denn an der Tag dann kamen und ich bekam nichts raus.

00:07:34: Ja Da war das Thema dann auch durch.

00:07:36: ich hatte auch grundsätzlich in Musik Auch auf der Hegepenne immer eine fünf.

00:07:42: Also erstaunlich, ja.

00:07:43: Es war immer eine Fünf gehabt und ich bin auch irgendwie durch alle Musikarbeiten gerasselt usw.

00:07:48: Da war das Singen natürlich nicht, es war eher die Theorie und dann eben auch die Praxis...

00:07:52: Das ging mir genau so!

00:07:53: Ich war in der Musik immer schlecht, richtig schlecht.

00:07:55: Und was bin ich geworden?

00:07:56: Studiert und bin Opernsänger geworden.

00:07:59: Das ist manchmal zufällig.

00:08:01: Die Stimme entdeckt habe ich eigentlich als ich noch dazuseinigt.

00:08:05: Ich bin gelernter Konditor.

00:08:14: Das Schlimme ist, bei mir wissen es auch viele Freunde.

00:08:18: Die sagen dann jetzt backen wir mal was und abschießen kannst du ja noch etwas singen.

00:08:23: Mach ich glücklicherweise nicht mehr.

00:08:32: Mit Gesang!

00:08:40: Da muss sie mich wieder reinsteigern.

00:08:42: also ich muss dann wirklich mich erst mal ein halbes Jahr wieder dran gewöhnen dass ich überhaupt eine Stimme

00:08:46: habe

00:08:50: Ab November schon.

00:08:53: Na ja, Weihnachtsgeschäft und so?

00:08:55: Ja, es ist besinnungsvoll!

00:09:01: Schöne Antwort.

00:09:02: Wir sind doch nicht so impulsvoll.

00:09:04: Nein also ich bin dann wirklich... Ich habe eine Kontiteurlehre gemacht weil ich wollte eigentlich da... Hab dann immer so schon Opern-Arien nachgesungen auf Platte, was man früher hatte.

00:09:13: Mein Bruder war immer so auf Rockmusik und Deep Purple'l und Led Zeppelin

00:09:18: usw.,

00:09:18: was ich grauen wollte fand.

00:09:20: Und ich fühlte mich immer zur klassischen Musik hingezogen und hab dann immer gedacht, oh irgendwie klingt das ja ganz was der da singt?

00:09:25: Das kannst du doch auch!

00:09:27: Und hab gemerkt, aha da ist auch irgendwas irgendwie... in der Konditorei tatsächlich, das war damals die Konditorial Wende.

00:09:35: In der Serischstraße gibt es nicht mehr Horst Wende leider verstorben auch und da habe ich dann immer im Kühlraum gesungen.

00:09:42: Das Ergebnis war einmal ... Der ist ja schön abgeschottet!

00:09:45: Ich war auch leider immer gleich erkältet danach.

00:09:48: aber das ist ja egal.

00:09:50: Thema war denn doch dass sich nach der abgeschossenen Berufsausbildung dann tatsächlich zur Hochschule gegangen bin.

00:09:56: Ich würde gerne vorsingen mal ein Professor, ob das was bringt.

00:10:01: Da am Mittelweg Hochschule

00:10:02: für Musik und Theater?

00:10:03: Ja, Hochschulle für Musik-Unterstellungsgrund hieß es früher.

00:10:06: Und da bin ich dann auch gleich an den Chefdozenten gekommen, Prof.

00:10:09: Pölde, auch schon verstorben.

00:10:10: Dem habe ich vorgesungen ...

00:10:12: Du bist doch einfach alt!

00:10:15: Das ist leider so, tatsächlich.

00:10:17: Das ist auch ein Grund mit, warum ich nicht mehr singe.

00:10:20: Weil das einfach ein Alter ist ... Man kann's noch machen.

00:10:25: Aber es gibt Leute, die nicht mehr wissen, wo das Ende ist ... Das stimmt!

00:10:31: Ein

00:10:31: hab ich noch, Simone?

00:10:33: Heute machen wir ihn fertig.

00:10:37: Ich bin da hin und habe mich beworben und den Mann vorgesungen.

00:10:43: Sie haben wirklich Potenzial, muss ich sagen.

00:10:45: Ich hab drei Leuten vorgesung.

00:10:47: Und er sagte aber, für die Aufnahmebrümer in der Hochschule reicht das leider noch überhaupt nicht.

00:10:51: Sie müssen sich jetzt erst mal ein bisschen ins Zeug legen und wir müssen ein halbes Jahr mindestens privat arbeiten... ...und das habe ich dann auch gemacht!

00:10:59: Ich hab dann Klavier gelernt und das ist ja nicht nur einen Hochschulstudium an der Musikhochschule fechten, Klavier lernen, Formenlehre, Harmonielehre

00:11:07: etc.,

00:11:07: pfp, sondern Riesenverding.

00:11:12: Auch bei der Aufnahmeprüfung im darauffolgenden Jahr, die Prüfung bestanden war auf der Warteliste.

00:11:17: Weil es da jemand war, der aus Berlin eigentlich auch vorgesungen hatte den wollten sie nehmen, der dann aber abgesprungen ist und so bekam ich glücklicherweise den Posten oder ... die freie Stelle als Student und das war für mich natürlich ein Glückstil.

00:11:33: Hättest du es damals gewusst?

00:11:33: Ich wollte ja auch Opernsänger werden, ich habe auch vorgesungen an der Hochschule damals...

00:11:39: Abgelehnt!

00:11:39: ...ich wurde abgelehnt, ich war achtzehn, hab dann Lipporello vor gesungen und dann meine Fuge vorgespielt bzw versuchten paar Takte irgendwie da Musiktheorie alles gut und haben sich gesagt Ja wunderbar, toll gesungen aber nö.

00:11:52: und hätte ich gewusst dass man das wiederholen kann Hätte ich das gemacht.

00:11:55: Dann hab ich gesagt, okay die wollen mich nicht.

00:11:57: und ...

00:11:58: Nee natürlich dann

00:11:59: mach' ich jetzt eine Bank her.

00:12:01: Leporello habe übrigens oft gesungen!

00:12:03: Aber ich hab tatsächlich auch Leporrello vorgesungen damals an der Hochschule und Sarastro weil ich immer dachte, ich bin ein Bass.

00:12:09: Ja aber ehemals kannst du ja überhaupt kritisieren?

00:12:11: Nee ich bin reiner Bariton also.

00:12:13: Man fängt ja an als junger Baritón, dann singt's irgendwo so die italienischen Aryen, die man so früher hatte, Skalati und solche Sachen Und dann wird man langsam vorbereitet.

00:12:23: Dann geht's ins Mozart-Fach, in das Leichterfach oder Deutsche Zaunzimmermann diese ganzen ... Aarien und dann irgendwann haben sie denn das Glück auch mal was Besseres zu singen?

00:12:35: War schöneros!

00:12:36: Also ich will das nicht schmiedern im Gottessehen.

00:12:38: Nein also es ist ein ... Ich finde schon dass es eine Gottesgabe oder es ist toll wenn man ne Stimme hat und wenn man damit Menschen glücklich machen kann.

00:12:49: Das sind mir glücklicherweise noch einen Wohl gut gelungen und bin da auch sehr dankbar, also auch dafür die Möglichkeit gehabt zu haben.

00:12:59: Es ist

00:12:59: ja auch eine Verantwortung wenn man so ne Gabbe hat um ehrlich zu sein.

00:13:02: Ja leider bin ich zur Frau gewesen in meinem Leben immer.

00:13:06: Ich habe dann lieber einen sechswöchigen Kalifornierurlaub vorgezogen als meinetwegen jetzt eine, wie sagt man so schön, Meisterklasse von Fischer-Discount zum Beispiel.

00:13:18: Sie kennen wahrscheinlich alle noch Fischer Discount Dietrich und habt dann gesagt ach nee ich möchte lieber eigentlich nach Kalifornien fahren in Urlaub.

00:13:25: ja weil ich das irgendwie schöner fand

00:13:26: aber du hast trotzdem eine respektable Karriere hingelegt?

00:13:30: Ja

00:13:31: Kann man so sagen.

00:13:32: Also, ich hab ... Ich kann ... Ja!

00:13:34: Du konntest

00:13:35: die Miete zahlen?

00:13:36: Ich konnte die Mietz zahlen mit tollen ... Mit tollen Dirigenten gearbeitet und Regisseuren gearbeitet.

00:13:43: Ich habe Bernstein kennengelernt in Moskow.

00:13:46: Ich hatte das Schleswig-Horstein-Festival eröffnet als Montsart-Achtung-Arzt.

00:13:49: Du verschießt

00:13:49: ja mein ganzes Pulver.

00:13:51: Entschuldigung.

00:13:53: Der Opernsänger hat dir gesagt.

00:13:56: Fangen wir ein bisschen voran.

00:13:58: Dein biologischer Vater bei Italiener.

00:14:02: Ist es wahr, dass die italienische Anatomie der Stimme eine etwas andere ist als beim Rest der Menschheit?

00:14:11: Nein das glaube ich nicht.

00:14:12: Davon habe ich mal gehört!

00:14:13: Das hat mir mal ein Gesangstlehrer erzählt.

00:14:14: Ja und was... Und es gibt aber weltbekannte russische Sänger und weltbekante bulgarischen Sänger.

00:14:22: Nein das ist also entschuldige wenn ich das jetzt muss sagen das ist Quatsch

00:14:26: Das ist wirklich, sag ich ihm.

00:14:28: Nein!

00:14:28: Also es kommt ... Ich glaube der italienische Bariton ist ein Baritón, der einfach diese Lehrer gibt das leider auch nicht mehr haben.

00:14:36: Ich hab zwar in Hamburg studiert und mein Professor war ein Finnel Nahen-Pölde, Tenor Und ich schweige mal kurz raus, ich hoffe dass ist okay.

00:14:47: Total!

00:14:47: Während ich also in der Klasse war und er bekam eine neue Schülerin Géraldine de Rossi, seine Französin Und die sagte zu mir nach der Stunde bei Pölz, sie hatte zugehörig gesagt du musst zu meinem Lehrer gehen.

00:14:59: Der lebt in Paris und das ist ein Italiener.

00:15:02: Der heißt Ugo Gabbaccio.

00:15:05: Mit deiner Stimme hier kommst Du nicht weiter.

00:15:07: Ich bin da in Hamburg geblieben habe auch immer brav studiert da und meine Semester gemacht aber war tatsächlich dann in den Sommerferien oder in den Monaten wo ich mal nichts zu tun hatte In Paris und hab bei dem Mann gelernt gelernt, wie man italienische Opernarehen singt und so entspannt.

00:15:27: Und ich habe hier Hochschullehrer erlebt in Hamburg an der Hochschule wo man sagt das kann doch alles nicht wahr sein.

00:15:34: Ja drücken gehen Sie mal unter das Klavier und drücken sie jetzt wenn ihr den hohen Ton seht mit dem Rücken unter den Flügel nach oben.

00:15:41: also da wurde mir schon schwindelig vom zuhören.

00:15:43: oder wir haben jetzt hier eine Apfelsine.

00:15:45: Jetzt nimmst du diese Apfelesin und wenn sich die Hohentonen singen das ist wirklich passiert denn quetschen sie dieser Apfelessina raus als wenn es.

00:15:52: Das kann doch nicht, das ist tatsächlich.

00:15:56: Und diese Herrschaften wurden auf die deutschen jungen Studenten losgelassen.

00:16:01: und wie viele Lehrerwechsel es gab in einem Semester.

00:16:04: der Schüler sprang zu dem Lehrer.

00:16:10: Das war wirklich entsetzlich.

00:16:11: Aber ich ... War denn

00:16:12: Lehrerwechsel ist ja alles andere als Zielführend beim Gesangshinterricht?

00:16:15: Ja, weil es hat dann irgendwann gemerkt das geht nicht weiter.

00:16:18: Es kann ja nur der Lehrer sein!

00:16:20: Ich gehe jetzt mal zum anderen.

00:16:22: Manchmal war auch die Stimme eigentlich nicht genug aber es war wirklich so dass die deutschen Lehrer hier also kakrapes Namen inzwischen... Die sind leider gründlicherweise schon alle verstorben.

00:16:36: Leider auch mein Lehrer in Paris, aber da hab ich dann gemerkt ... Der Mann war Achtzig und hat sich ans Klavier gesetzt und hat ein Rigoletto gesungen, wo ich dachte, das kann nicht wahr sein!

00:16:44: Wie kann jemand mit Achtzig so entspannt im Sitzen singen?

00:16:49: Der hat noch mit Kallers zusammen an der Meilen der Skala gesungen.

00:16:54: In den Fünfzigerjahren.

00:16:56: Und das war ein wahnsinnig toller Lehrer.

00:16:59: Er hat einfach nur gesagt, Apri la Borca Und ich habe das gemacht.

00:17:05: Ich kam dann immer nach den drei Wochen Paris, war ich wieder in Hamburg an der Hochschule und man lehrer sagte mir mal das und singen wir das machen sie die Übungen.

00:17:15: Der guckte ganz entsetzt und dachte was hast du denn da gemacht?

00:17:19: Das ist ja toll wie deine Stimme aufgegangen ist!

00:17:21: Ich war dann drei Monate drüben und schon war alles zu.

00:17:25: Ja okay

00:17:26: und das ist leider gut Aber trotzdem war er ein guter Lehrer, muss ich trotzdem sagen.

00:17:32: Nein!

00:17:33: Er hat sich trotzdem sehr gut für mich eingesetzt.

00:17:35: Weil da ist ein junger Bariton, der hat eine tolle Stimme ... Ich sag das jetzt mal was er gesagt hat, konnte nicht gut Klavier spielen aber auch genau das, was die Hochschule in der Zeit auch suchte.

00:17:47: Ja, da sind ja in der Hochschule bewerben sich dann sechs, siebenhundert Studenten Gesangstudenten und es werden vielleicht zehn genommen oder so weiter.

00:17:55: Und inzwischen ist es so dass das dann die koreanischen Stimmen sind natürlich auch die bulgarische Stimmen gibt.

00:18:00: sehr gute Lehrer auch in Korea übrigens Korea.

00:18:05: ich habe dann auch später in der Laufbahn Entschuldigung.

00:18:12: Ja, wie sagt man so schön.

00:18:13: In den verschiedenen Häusern immer koreanische Kollegen gehabt, die fantastisch gesungen haben.

00:18:19: Großartig!

00:18:21: Ich möchte mal einen Schritt zurückgehen.

00:18:23: Also dein Vater war Italiener über den haben wir schon gesprochen.

00:18:26: Deine Mutter war keine Italienerin, die war Dolmetscherin...

00:18:33: Auch schön ja?

00:18:35: Ja meine Mutter!

00:18:36: Also

00:18:36: und sie war eine, ich rück's mal so aus einer Schillernden Persönlichkeit

00:18:40: Ja, meine Mutter war leider eine Frau die ... Ich hab's ja vorhin im Einwurf gehabt.

00:18:47: Eine Frau, die leider keine Liebe für ihre Kinder hatte.

00:18:51: Es war fürchterlich!

00:18:53: Also für mich, ich habe wirklich noch im Alter bis jetzt, sie ist vor drei Jahren gestorben um die Liebe dieser Frau gebohlt und es ist mir einfach vergönnt geblieben.

00:19:05: Und sie hat immer gesagt, sie hat immer die feine Dame nach außen gespielt und war zu ihren Kindern wirklich nicht lieb.

00:19:14: Also das war einfach Horror.

00:19:17: Echt?

00:19:17: Für mich ... Ich hab auch nie eine Unterstützung von ihr bekommen.

00:19:21: Gar nichts!

00:19:22: Ja also es war einfach ... Sie hat sich die reichen Männer ausgesucht und ihr Kinder wurden dann abgeschoben entweder aufs Internat oder woanders hin

00:19:29: usw.,

00:19:30: und sie war einfach... Und sie hat sich nie in meinem Leben für irgendwas bei mir entschuldigt.

00:19:36: Es tut mir leid, oder ich hab einen Fehler gemacht.

00:19:39: Nichts!

00:19:40: Das war wirklich Hoche.

00:19:42: Und deswegen war ich so berührt als sie sagten ... Oder als du sagtest diese Zusammenhalt dieser Menschen und der großen Familien mit Großmutter

00:19:50: usw.,

00:19:52: also meine Mutter verstand sich schon mit ihrer Großmütter nicht die Eltern waren schon geschieden Der Großvater lebte irgendwo anders ist mit neunzig gestorben in der Nähe von Bielefeld.

00:20:05: Und tatsächlich.

00:20:13: Meine Mutter war einfach ... Ich musste es leider sagen, auch für sie eine böse Frau.

00:20:20: Eine wirklich böse Frauen, die mal eben zu ihrem Sohn gesagt hat, wo ich dann sage, Mama, ich bin doch dein Sohn?

00:20:26: Ja nur biologisch!

00:20:27: Das ist so ne Antwort, wo man ja ... Und damit hatte ich zu dealen.

00:20:31: Ich hatte Angst, nach Hause zu gehen nach der Schule weil ich dachte jetzt gibt es erst mal wieder ein paar an die Backen.

00:20:38: Das ist ganz feuchterlich dass sich überhaupt so einigermaßen gut funktioniere auch wenn ich jetzt im Moment sehr viel quatsche aber

00:20:45: für mich ist das ein gutes Funktionieren.

00:20:47: ja

00:20:47: nein das hat.

00:20:48: das habe ich dann wirklich meinen Adoptivhauter zu verdanken.

00:20:52: Du wurdest dann, also offenkundlicher hast du nun ein sehr schwieriges Verhältnis zu deiner Mutter gehabt.

00:20:58: Ich weiß nicht, gibt es hier Fachleute im Publikum?

00:21:00: Was würde man dazu sagen zu so einer Persönlichkeit?

00:21:02: Ist das Narzissmus?

00:21:03: ist das keine Ahnung ich weiß es nicht

00:21:07: oder... Das war Narzismus bei meiner Mutter egoistisch narzisstisch und hat sich einfach.

00:21:14: sie wollte nach außen immer.

00:21:16: Ja, also lebte in der Schweiz und hatte dann da am Lago Maggiore.

00:21:21: Hatte dann ihr Domizil usw.

00:21:23: Und ich sag, kannst du nicht mal stolz sein?

00:21:26: Was hab' ich denn schon gebracht als meine Mutter ... Ein Sohn ist Drogenabend!

00:21:30: Mein Bruder ist an Drogengestorben, das war dreiundneunzig.

00:21:32: ein anderen Halbbruder habe ich noch.

00:21:34: Der war auch in den Drogen abgerauscht, hat sich aber so einigermaßen gefangen.

00:21:39: Und was hab ich denn da?

00:21:40: Also den und den und dann hab ich noch einen.

00:21:41: Ich muss das jetzt dazu sagen, Homosexuell, ja.

00:21:46: Aber ich bin das nicht geworden... Ich war früher verliebt in Romy Schneider mit elf Jahren!

00:21:53: Ja als Sissi, ich konnte meinen Blick nicht von dem Fernseher, wenn die in ihrem Dekotekleiter standen.

00:22:01: Und dann irgendwann hab ich gemerkt, die Liebe des Vaters fehlte natürlich auch.

00:22:07: Weil meine Mutter hat in den sechzehren Jahren, nachdem der italienische Vater verstarb, den ich gar nicht kennengelernt hatte ...

00:22:13: Das ist beim Unfall ums

00:22:14: Leben?

00:22:14: Ja, beim Flugzeugunglück mit einem Bekannten sind sie abgestürzt und haben ja nie gefunden.

00:22:20: Das ist zumindest die Geschichte meiner Mutter.

00:22:22: Auch ob sie stimmt weiß ich nicht!

00:22:24: Dann hat sie sich noch seit dreiundsechzig einen deutschen Hamburger Unternehmer geangelt.

00:22:29: Der war gut gestopft

00:22:30: usw.,

00:22:31: Der hat dann gesagt, ja okay.

00:22:35: Also sie war wirklich muss ich sagen eine bildhübsche Frau.

00:22:39: also das kann man wirklich sagen im Alter natürlich nicht mehr so aber sie war sie war Sie war wirklich und der Mann ist dann auch auf sie reingefallen und Das war Ja es ist wirklich so.

00:23:00: Also ich erzähle das jetzt nicht, um hier Gelächter zu produzieren.

00:23:03: Aber es ist so ein dramatisches auch ist und sie geistert mir immer noch im Kopf umher.

00:23:08: Und ich wäre auch nicht mal zum Bekreten gegangen wenn mein Haltbruder mich wirklich darum gebeten hätte.

00:23:14: Weil ... Ich wurde dann auch noch enterbt.

00:23:17: am Ende aber das sind unschöne Geschichten waren wir jetzt nicht.

00:23:21: Gut, aber Götcher genauso dazu.

00:23:23: Ja!

00:23:24: Das heißt bis zum Schluss auch keine Versöhnung mit deiner Mutter?

00:23:27: Doch...

00:23:28: Also, bis zum Schluss natürlich nicht.

00:23:31: Meine Mutter war so gemein, dass sie die beiden Söhne mal ausgespielt hat.

00:23:35: Ja?

00:23:36: Mein Haltbruder, Stefan, der ist jetzt fifty-fünfzig.

00:23:40: Ich bin altundsechzig und mein anderer Bruder, der ja schon dreieinundzig verstarb.

00:23:44: Und dann hat sie immer ... So, jetzt hab ich mal fünf Jahre Stefan.

00:23:48: Der liegt mir besonders am Herzen.

00:23:50: Der wird gepudert von vorne bis hinten und oben bis unten usw.

00:23:54: Nach fünf Jahren ging er so auf die Nerven, dass sie gesagt haben ... Ich hol den anderen raus!

00:23:59: Dann war er plötzlich der Böse.

00:24:00: Dann wurde er zur Seite gelegt aber wirklich auch mit boshaftigen ... Argumenten.

00:24:05: Und dann war ich der Bravo, ja?

00:24:07: Dann wurde ich fünf Jahre geprudert und dann ... mit Geld gelockt.

00:24:12: Hier und da bin ich ja alt!

00:24:13: Jetzt kannst du hier und haste nicht.

00:24:15: Ich hab mich die letzten nach meinem Gesang im Corona-Zeit um meine Mutter gekümmert, weil sie mich darum gebeten hatte.

00:24:23: Sie ist aus der Schweiz zurück nach Hamburg gekommen.

00:24:25: Sie hat ein Haus am Nonnenstieg.

00:24:27: Und ich hatte ein Auto, mein Bruder hatte keinen Führerschein.

00:24:31: Der lebte auch außerhalb von Hamburg und so wurde dann gedacht, das ist ja alles ganz praktisch.

00:24:36: den hole ich mir mal jetzt wieder.

00:24:39: Ich sag das mal jetzt wirklich auch so wie es war.

00:24:42: Als er mich am neunundfünfzigsten Geburtstag ansagt, achja nach fünf Jahren kein Kontakt!

00:24:47: Ich bin in den bayerischen Alpen mit Hund am Wandern.

00:24:50: Ja, hier ist Mama.

00:24:51: Ich wollte ja mal ... Wie geht's dir denn so?

00:24:54: Wir müssen auch über das Geld sprechen und über das Erbe.

00:24:57: Bei mir leuteten natürlich die Alarmglocken.

00:24:59: Und ich dachte, ah, was ist interessant

00:25:00: usw.,

00:25:02: naja, also ich bin jetzt krank und kannst du nicht vielleicht mal ... So hat sie mich dann wieder reingeholt ins Boot.

00:25:09: Ich war fünf Jahre lang der Beste und Liebste und Bravste.

00:25:13: Dann gab es einen totalen Umknick wieder.

00:25:17: Sie hatte ... bekam er mit ... oder mit ... Brustkrebs.

00:25:23: Es ist ja, damit wird man alt, glaub ich, hat mir als ihrer Hausärztin gesagt, man muss nicht unbedingt dran sterben.

00:25:30: Aber ich fand es schon merkwürdig, dass man dann als Mutter zu seinem ... Sechzigjährigen oder ... Hier, fass mal an meine Brust!

00:25:37: Guck mal, merkst du diesen Knoten?

00:25:38: Wo ich denn auch ... Das war alles unangenehm, muss ich sagen.

00:25:43: Naja, und dann hat sie irgendwann ihre Medikation komplett abgesetzt.

00:25:46: Sie war auch manisch depressiv, was man so alles kriegt, Krebsmedikamente

00:25:49: usw.,

00:25:50: hat sie medich mitgeteilt ... Und dann hat die eine ... dreihundertsechzig-Graddrehung gemacht.

00:25:58: Und wurde so bösel, dass sie also plötzlich sagte ich ... Sie wollte sie erschlagen mit einem Stuhl.

00:26:06: Und sie hätte sich nur noch in ihr Schlafzimmer gerettet, also es war eine ganz groteske Geschichte.

00:26:10: und ich hab gesagt Mama, es gibt jetzt nur noch einen Weg!

00:26:12: Also entweder entschuldigt's mich jetzt bei mir und wir machen da ein Schlich und ich mache jetzt weiter für die Einkaufe... Ich fahr dich in die Krankenhause, hole dich ab, geh mit dir einkaufen

00:26:21: etc.,

00:26:22: BP-Ärzte besuchen uns er weiter oder wir lassen das?

00:26:26: Und dann hat sie gesagt ach, passt mir ganz gut eigentlich, ich muss den anderen mal wieder aus der Schublade holen.

00:26:31: Ja so ist das gewesen wirklich.

00:26:32: Und dann habe ich gesagt, okay hier hast du deinen Schüssel.

00:26:35: Dankeschön das war's.

00:26:36: und dann hab' ich mich bei ihrer Ärztin vorgestellt und gesagt Ich kann was nicht mehr machen.

00:26:41: meine Mutter ist gaga geworden irgendwie aus.

00:26:43: Sie sagt es gut dass sie mir das sagen.

00:26:45: wir haben das oft.

00:26:46: ich habe das oft erlebt als ärztin auch wo die mutter denn völlig abdreht irgendwie Auch ein Teil der von demenz.

00:26:53: wahrscheinlich wirds auch sein.

00:26:55: ne Sie sagten gerade, ja.

00:26:57: Wo dann irgendwie ... Ich muss Ihnen sagen, ich hab zu meiner Mutter gesagt, du, ich möchte mich mit Menschen umgeben, die mich lieb haben und ich krieg das bei dir einfach nicht und ich habe das lange versucht und jetzt die Schnauze voll!

00:27:08: Und das war das Thema dann mit meiner Mutter.

00:27:12: Das ist aber ein ziemlich gut funktionierenden Freundeskreis?

00:27:15: Ja.

00:27:16: Und wurde es dann adoptiert?

00:27:18: Wie

00:27:18: kam's dazu?

00:27:20: Also meine ... Meine Mutter war eingeladen, unter anderem eben auch ... Wir waren abends da bei Max Schäler.

00:27:29: Das ist ja jetzt den namendlichen Trage-Schäler und der Max Schähler war homosexuell?

00:27:41: Ich sag das jetzt mal, einige kennen ihn vielleicht noch.

00:27:44: War ein berühmter Sternfotograf in den Sechziger-Siebzigerjahren.

00:27:48: Max Schäler da gab es Robert Lebeck und der hat also König Bumi fotografiert.

00:27:54: Und ich war ein Serikit mit Martin Luther Kingen und ich weiß nicht was alles hatte groß und hat Geo mit gegründet auch mehrere Jahre.

00:28:02: Wir haben uns kennengelernt und einen Freund ... ... der mit ihm sehr befreundet war, den ich auch kannte.

00:28:07: Er sagte, du, Michael sucht gerade eine Wohnung,... ... hast du nicht was in deinem Haus?

00:28:12: Und Max sagte, nein im Moment nicht... ... aber guck mich aufweise.

00:28:14: zwei Wochen später rief er mich an.

00:28:16: Ganz nett!

00:28:16: Ich hatte ihm meine Telefonnummer gegeben.

00:28:18: Es ging alles noch ohne Handy und sagte, nee, ich hatte einen Brief bekommen.

00:28:22: Da sagte er, lieber Michael haben Sie nicht Lust mal mit mir heute Abend essen zu gehen oder nächste Woche usw.

00:28:27: Und ich fand das ganz spannend.

00:28:29: Da war ich knapp zwanzig und habe gesagt ja würde ich gerne machen.

00:28:33: Und so sind wir uns näher gekommen Und es war aber nie irgendwie eine sexuelle Nummer.

00:28:40: Das war einfach ... Ich glaube, er wollte immer einen Sohn haben.

00:28:44: Sein Vater war der Brümpelphilosoph Max Schäler, der in Köln promoviert hat und Ardenauer hat ihn nach Kölnen an die Universität geholt.

00:28:51: Und Max war auch eben ein Mann, der ohne Vater aufgewachsen ist.

00:28:55: Seinen Vater starb, er ist erst geboren.

00:29:01: Und so bin ich da reingekommen.

00:29:02: Und das waren noch während des Studiums?

00:29:06: Vor

00:29:06: meinem Studium?

00:29:06: Ja,

00:29:08: nach der abgeschossenen Contita-Ausbildung.

00:29:12: Die wir nicht unterschlagen.

00:29:15: Was hast du von ihm gelernt?

00:29:22: Sehr gut!

00:29:23: Mehrmals ... Ach so.

00:29:26: Er war bei den Filmaufnahmen Cici dabei in den Sechzigerjahren.

00:29:31: In Venedig hat er lange auch in Italien gelebt.

00:29:36: Was habe ich von Ihnen gelernt?

00:29:37: Wie die Welt funktioniert.

00:29:39: Er hat mich ... er hat von seinen Reisen erzählt und er hat die Kennedys fotografiert, also sind alle jetzt gestorben.

00:29:47: Königin Sirikid Künich Bumi Pult der war mit den Ski-Fanning-Staaten.

00:29:50: Der hat den Dr.

00:29:52: Bleiberg fotografiert.

00:29:53: das war ja der erste ... Die erste H-Transpension bekommen hat in Südafrika.

00:29:59: Barney!

00:30:00: Ja Professor... Professor Bernat und der Dr.

00:30:02: Bleiberg war der Empfänger des Herzens, bei dem hat er gewohnt.

00:30:05: Und diese Geschichten hat er mir erzählt!

00:30:08: Ich habe das natürlich aufgesogen.

00:30:10: Ja ich kam aus einem Haushalt wo die Mutter sich eigentlich nur um sich gekümmert hat und der Vater auch schon damals der zweite Mann sehr viel älter war als sie ja aber gestopft.

00:30:24: Ich hab das dann aufgesogen.

00:30:25: Ich fand das so spannend, was man alles erleben kann und wie er mir das erklärt hat auch ohne irgendeinen Hintergedanken.

00:30:38: Er war einfach ein wahnsinnig warmherziger großzügiger Mensch aber nicht großzägig im Sinne von ... Du willst das haben, dass kauf ich dir?

00:30:49: Nein.

00:30:49: Mein erstes Auto musste ich, was ich haben wollte, selber bezahlen auch.

00:30:52: Dafür hat er schon gesorgt.

00:30:54: Aber er hat einfach weitergedacht und ... Ich finde es so wichtig, für mich war das eine Unheimie.

00:31:04: Das war mein Sechser im Lotto, diesen Mann kennengelernt zu haben.

00:31:08: Für mich war der Sechzer im Lottow.

00:31:09: Weil ich wäre sonst als dicker, fetter Kondito gestorben.

00:31:13: Dick ist nichts Schlimmes!

00:31:14: Entschuldigung.

00:31:21: Nein, ich weiß es nicht!

00:31:27: Die Liebe zur Musik hatte ich auch ohne Max Schäler.

00:31:30: Aber er hat mir die Augen so geöffnet und der hat gesehen ... Der Junge hat einen Potenzial.

00:31:38: Das muss man fördern.

00:31:41: Es gab auch ... Moment, wo er sagte, nee das geht so gar nicht weiter.

00:31:45: Ich kann das nicht machen.

00:31:47: und dann hat er aber an mich geglaubt.

00:31:51: Und ich wollte ihn auch nie enttäuschen.

00:31:53: Dann hab gesagt, ich mach jetzt dieses Studium und ich mache diese Arbeit ... Ja, das war ... Er war stolz darauf.

00:32:03: Adoptiert hatte mich sehr viel später erst.

00:32:08: Was dir dann ja aber auch eine tolle Sicherheit gegeben hat, also rein finanziell und was die Stellung der Zukunft angeht.

00:32:16: Und vielleicht ja auch die Möglichkeit gegeben hatten künstlerischem Beruf auszuüben?

00:32:20: Ja gut!

00:32:21: Also zum Studium musst du einfach... nein da konnte er nicht anrufen und sagen ach Herr Professor lassen Sie mal durchfallen oder lassen sie mal gewähren oder so weiter.

00:32:29: Das war eine eigene Nummer.

00:32:31: Ja, das

00:32:32: meine ich auch nicht!

00:32:33: Was ich meinte ist, dass du einfach eine finanzielle Freiheit insofern hattest, dass zu deinem Studium weiterverfolgen konntest ohne der Gedanken machen zu müssen wie andere Künstler die dann...

00:32:43: Nein, auch nicht muss ich auch widersprechen.

00:32:45: Ich habe Bafüch bekommen.

00:32:47: Ich bin ja mit siebzehnten, da hat meine Mutter mir glücklicherweise den Tritt gegeben weil ich ihr gesagt habe ja also ich bin eher homosexuell als irgendwas anderes.

00:32:55: und dann gab es gleich die Tür aufzackt.

00:32:59: Und dann stand ich da, erst mal alleine auf der Straße und hab mir den Zimmer gesucht.

00:33:04: Das habe ich auch gleich am Abend gewonnen im Jungfrauental bei einer älteren Dame als Unterbieter.

00:33:09: Und daraus bin ich mehr oder weniger, hab mich berappelt.

00:33:12: Ja?

00:33:12: Und dieses ... alles was da mit Musik und Klassik usw.

00:33:19: zu tun hatte, das kommt schon aus, kam aus mir selber aus.

00:33:23: Ich wusste, dass ich wollte dich provozieren!

00:33:27: Aber du bist ja dann früh schon mit Menschen in Berührung gekommen, die andere nur aus der Zeitung kannten.

00:33:32: War dir da denn bewusst das es eine andere Welt als ... als die, die sonst stattfindet?

00:33:36: Das ist hier schon was Besonderes.

00:33:37: Die Ettendorferwelt!

00:33:38: Nein!

00:33:39: Nein aber wirklich... Ja, es war ... Wir waren in New York mit Max.

00:33:44: Ich hab Andy Whirl kennengelernt, wer hat denn noch mal das Glück?

00:33:48: Der hat mir Autogramme gezeichnet, Interviewmagasine ... Er hatte früher ein Interviewmagasi im Limelight, war seine Werkstatt, das war eine ehemalige Kirche und ich stand da ... Man wusste gar nicht, wie mehr geschah.

00:34:03: Das waren Momente, die bringen einen ein.

00:34:06: Vor allen Dingen ... das war alles in den Achtzigerjahren.

00:34:10: Da ist man in Paris weggegangen und saß noch Grace Jones und guckte einfrech an oder ...

00:34:15: Die war auch hier im Trinity?

00:34:16: Ja!

00:34:17: Da hatte ich übrigens eine Goldkarte für ihn.

00:34:21: Aber das war eine Möglichkeit.

00:34:23: Die hat Max gehabt als Journalist.

00:34:27: War das damals so, bekamst du das dann irgendwie?

00:34:31: Cool.

00:34:34: Es gab ja auch bei McDonald's so goldene Karten mit.

00:34:37: Genau.

00:34:38: Guck!

00:34:40: Da sind wir wieder.

00:34:42: Aber wer aus dieser ... Ich nenn sie jetzt High Society hat dich besonders beeindruckt und wer hat dich enttäuscht?

00:34:50: Eine

00:34:50: Person eigentlich komischerweise dieselbe Person hat mich sehr ... beeindruckt und dann aber auch wiederum sehr enttäuscht.

00:34:59: Und das war ... Das war im Rahmen dieser Geschichte mit dem Schleswig-Holstein Festival, ja?

00:35:06: Ich lade Leona Dornstein kennen.

00:35:09: Wir hatten in Bielefeld eine Oper aufgeführt... In Biele ... In Bilefeld!

00:35:15: Da war ich ... Ach ja, ich muss sagen, ich hab viel gelernt und ich muss gleich dazu sagen, vielleicht kann ich das noch kurz mit reinbringen.

00:35:22: Aber

00:35:22: bitte.

00:35:23: Ich habe meinen Hochschulstudium hier abgeschossen.

00:35:25: Und ich hatte zwei Vorsinne, direkt nach gleich zwei Tagen später.

00:35:29: Eines war an der Oper in Köln.

00:35:32: Da war noch Herr Hampel leider auch schon verstorben und die zweite war im Bielefeld.

00:35:39: Dann

00:35:39: kriege ich Angst neben dir zu sitzen, dass du alles ...

00:35:42: Nein, weil die alle älter sind!

00:35:45: Und ich hab in Kologne vorgesungen und da war Herr Hampelt das Top raus.

00:35:50: Also fast nur vor der Bayerische Staatsoperwelt.

00:35:54: Viele kennen sie nicht mehr, MarketPrice etc.

00:35:56: Waren alle fest engagiert in Köln weil der Hamper hatte wirklich einen guten Draht und ich habe davor gesungen und da hat man mir gesagt ja wir finden das ganz gut und so weiter.

00:36:04: also wir könnten ihnen was ein Anfänger vertragt bieten aber Sie können nur das dass das und das singen und alles andere nicht.

00:36:10: und dann habe ich zwei Tage später in Bielefeld vorgesungen und der Generalmusikdirektor in Bilefeld.

00:36:16: Rainer Koch war gleichzeitig erster Kapellemeister an der Kölner Oper.

00:36:21: Da gibt's den Generalmusik-Rektor und alles, was da runter ist.

00:36:24: Erster Kapellenmeister ist der Stellvertreter des GMDs.

00:36:28: Und ich hab dann in Bielefeld wo gesungen ... Nach der ersten Aree hat Herr Koch schon abgebrochen und sagte, oh Scheiße, das ging dahinten los.

00:36:36: Ich hab sie vorgestern in Köln gehört

00:36:38: usw.,

00:36:39: Sie haben mir sehr gut gefallen.

00:36:40: Ich würde sie gerne hier ins Haus holen mit dem Internan, war auch dabei.

00:36:44: Aber bei mir können sie gleich singen, Figaro Papageno also die Hauptrollen?

00:36:49: Leporello, etc.

00:36:50: pp.

00:36:50: und dann habe ich mit meinem Erkenntnengespräch gesagt, macht das!

00:36:53: Und das muss ich sagen ... Das gute an Bielefeld war es war ein tolles Haus.

00:36:57: ja

00:36:58: also weil auch der Oberspielleiter damals John Yu Namen hatte und da kamen viele Kritiker usw.

00:37:04: Wir hatten tolle Inszenierung da auch und Opern von denen ich noch nie gehört hatte.

00:37:08: und so Ich wollte eigentlich zur Bornschein kommen.

00:37:14: Da haben wir eine Oper aufgeführt die hieß A Quiet Place.

00:37:19: Das ist

00:37:20: ein Supername für einen Singenspiel.

00:37:21: Ja, der deutsche Titel war Ruh in Frieden und das war auch die Kritik dieser Oper in Deutschland nach unserer Präniere.

00:37:30: Ja?

00:37:30: Ruh im Frieden!

00:37:32: Die Überschrift... Und ich musste damals ... Es ging darum, dass ein Bonsang hatte also die fixe Idee einem jungen Sänger, der Schauspieler oder der Sänger soll einen jungen Baseball-Darsteller spielen.

00:37:48: Ungereintheit, Homosexuellität und so weiter.

00:37:51: Was ja bei Bernstein Gang & Gebe war ... Und ich musste mich auch glücklicherweise nackt ausziehen!

00:37:58: Und während ich ...

00:37:59: Komplett?

00:38:00: Komplet nackte!

00:38:02: Und ich während ich nach vorne ins Publikumsstand in einer Duschstabine ... Ist was passiert?

00:38:09: Oh Gott!

00:38:12: Der zweite Gast Caroline hat gerade den Tisch fluchtartig verlassen.

00:38:17: Hat sich glaube ich ... Ich weiß nicht.

00:38:19: Hast du dich verschluckt?

00:38:20: oder was ist passiert?

00:38:23: Ach so.

00:38:25: Also ich musste, also auf jeden Fall...

00:38:28: Dabei hast du nicht mal ein Bild rausgeholt von der...

00:38:30: Nein, nicht mal einen Bild raus geholt!

00:38:32: Und ich musste tatsächlich und der John Yu wollte das Ich musste wirklich singen Ich zieh mich aus, hab den Pokal gewonnen.

00:38:40: Das gibt die Geschichte der Oper.

00:38:41: Muss mich ausziehen, werde ich ausziehe, singe ich und gehe nackt in die Dusche und dusche natürlich bei offenen Kabinen.

00:38:47: Wer macht das schon?

00:38:49: Aber das sollte wohl so sein!

00:38:50: Und glücklicherweise war der Agent von Leonhard Bernstein in dieser Produktion weil es war die erste Deutschsprache also die deutschsprachige Ersterführung dieser Oper unter dem Bielefeld.

00:39:03: So kam ich dann zum Schleswig-Holschern Festival Und so habe ich dann auch Bernstein kennengelernt.

00:39:07: und auf deine Frau zurückzukommen.

00:39:10: Ich bin denn auch engagiert worden von Bernstein, wir haben also eine Konzertreise gehabt nach Moskau und Leningrad im Rahmen des Schleswig-Holstein Festivals – das war ja damals in Salzer auch und soweit er wurde die ganze Geschichte hier auch eröffnet mit Justus Franz übrigens dann auch... Also!

00:39:29: Wir haben tatsächlich diese Reise gemacht und bei Bernstein war es dann so.

00:39:34: Natürlich war er auch homosexuell, auch wenn er Frau und Kinder hatte.

00:39:38: Aber es war so die Sänger, die er dann gerne mochte oder die Musiker- oder Orchestermitglieders waren das junge Orchester, stetsige Holstein Musikfestivalorchester.

00:39:49: Waren ja alle Studenten wir waren ja fast alle irgendwie Mitte der zwanzig oder ja so sechsundzwanzig.

00:39:53: ich war glaube ich sechstundzwansig siebenundzwannzig Und er war natürlich penetrant.

00:39:59: hat er irgendwie ein Alkoholspiegel drin?

00:40:01: Und jedes Mal, wenn er einen dann begrüßte, gab es ein Kuss und er steckte immer seinen Lappen gleich hinterher.

00:40:09: Ich muss sagen ja, das war so unangenehm!

00:40:12: Sie sind natürlich da als junger Sänger und denken was mache ich jetzt?

00:40:16: Soll ich die Zunge abbeißen oder soll ich ... Ja aber da stehen sie als jungersänger und haben einfach nicht die Möglichkeit zu reagieren.

00:40:25: Man kann natürlich sagen, ich will's nicht.

00:40:28: Wir haben es auch mit den meisten gemacht, aber es wurde abends nach der Probe immer getuschelt.

00:40:32: Wo war die Zunge jetzt drin?

00:40:35: Also letztlich diese Geschichte zu hören ...

00:40:38: Es ist wirklich so passiert!

00:40:40: Das ist natürlich schockierend das zu hören, aber auf der anderen Seite wenn man's mal umdreht muss man sich vor Augen halten.

00:40:48: Die meisten Frauen auf der Welt erleben sowas täglich.

00:40:51: Ja und Amerika und Epstein größte Problem oder das beste Beispiel dafür.

00:40:59: Und ich war einerseits enttäuscht davon, weil ich das dann irgendwann auch nicht mitmachte und er wurde denn auch richtig ooshaft.

00:41:08: Er sagte plötzlich ah ja you're a hustler also du bist ein kleiner Stricher

00:41:13: usw.,

00:41:13: solche Beleidigungen kamen da auch Und ich hab das aber alles überhört und so weiter.

00:41:18: Wir haben auch diese Konzertreise zu Ende gemacht, die war auch ganz toll!

00:41:21: Also wir waren in der russischen Botschaft, er hat jüdische Witze erzählt, wir lagen alle im Gras... Die Botschafterin fragte mich was hast du denn gemacht?

00:41:28: Wo waren sie denn?

00:41:28: Ich sag' ja, ich stand da irgendwo in einer Schlange.

00:41:30: Oh wo

00:41:31: denn?!

00:41:31: Ich sag', ja da und da!

00:41:32: Was gab's denn da?

00:41:33: Ja Bananen!

00:41:33: Oh sagen Sie mir, wo die Schlange

00:41:34: war!?

00:41:35: Das war acht neunundachtzig, also da war ja noch... Gab es noch keine Bananien?

00:41:39: Das war ganz selten da irgendwie in Moskau.

00:41:43: Das waren die Geschichten und dann sind wir zurück.

00:41:45: Und das Thema Bornstein war auch erst mal beendet...

00:41:47: Aber das ist alles, weil du nackt unter der Dusche gesungen hast?

00:41:49: Das war mit der Aufwäldung!

00:41:50: Ja natürlich!

00:41:52: Und das Interessante war dann auch dass wir dann aber ich bin da nochmal mit Bornstein zusammengekommen.

00:41:58: Das war ein knappes Jahr vor seinem Tod.

00:42:00: Wir haben beim Beethoven-Westfalen in Bonn sein Songfest aufgeführt, was er komponiert hat zur Zweihundert-Jahrfeier Amerikas.

00:42:08: Mit Gedichten von Walt Whitman der war schwul, Gettrode Steinverlesbisch, Edgar Allen Po

00:42:13: etc.,

00:42:13: pp.

00:42:15: und das war auch nie in Amerika gut angenommen worden und wir haben es aber denn hier im Beethoven Festival, der Dirigent damals war Russell Davis Und ich hab da die Bariton-Partien gesungen.

00:42:26: Ja, und er war auch wahnsinnig ... Ich gibt ein Video davon!

00:42:28: Er war wahnsinnigt herzlich und hat mich umarmt

00:42:30: usw.,

00:42:30: und war auch ganz lieb.

00:42:32: Und ja, ich hätte mir einen anderen Umgang gewünscht eigentlich von ihm, also ein bisschen respektvoller.

00:42:39: Aber das ist grade wenn man aus diesem Business kommt und gerade einem Mann wie Bernstein unter gibt es genug andere deutsche Dirigenten.

00:42:49: Da ist wahrscheinlich auch nicht sehr viel anders gewesen.

00:42:53: Dann ist man einfach so ein Showman.

00:42:55: Und dann kann man sich alles erlauben, Harvey Weinstein!

00:43:00: Ja es gab ja auch gerade bei Carreras Domingo...

00:43:03: Ja natürlich!

00:43:04: Es war

00:43:05: wie Domingos gesagt hat damals eine andere Zeit.

00:43:08: Ich habe nun das Theater, bzw.

00:43:09: Mieselke Theater Anfang der Neunziger auch erlebt.

00:43:12: Es war eine andere Selbstverständlichkeit und man muss das natürlich komplett überdenken was damals als normal empfunden wurde Denn das war auch nach damaligen Maßstäben eigentlich nicht normal, aber es hat eben stattgefunden.

00:43:27: Und ich hatte bei mir dann auch, also Justus Franz... Ich war mit Justus Frans, hatte eine Probe und erfragte mich der Mensch Michael, ich würde gerne mit dir einen Winterreise machen, hast du Lust dazu?

00:43:36: Und ich hätte solche Schiss in der Hose auf gut Deutsch Angst, dass ich gesagt habe, nee, möchte ich nicht!

00:43:43: Also nicht wegen Justus-Franz, um Gottes Willen.

00:43:47: Aber ich hab's mir einfach nicht zugetraut, weil ich in so einer Ich war dann in so einer Phase mit dieser Bronze-Seinnummer und so weiter, wo ich dachte Gott was kommt denn da jetzt auf dich zu?

00:43:54: Private Unterricht irgendwo zu Hause.

00:43:57: Und dann weißt du auch nicht, was du machen sollst.

00:43:59: Da hab' ich eher gesagt die Nummer lasse ich lieber laufen.

00:44:01: Auch ein Fehler!

00:44:02: Wenn man als junger Sänger von jemandem die Justus Franz gefragt wird der damals ja noch einen Mitbegründer dieses Schleswig-Holstein-Festivals war... ...und dem eine Abfuhr erteilt, auch nicht gerade Karriere fördert.

00:44:19: Was war dein erster großer Moment auf der Bühne?

00:44:22: Wo du sagst so, ja jetzt habe ich es geschafft.

00:44:28: Das fing eigentlich schon in der Hochschule an.

00:44:30: Ich hab als also der Bariton da in der Horschule, als hier in Hamburg.

00:44:37: viele kennen das wahrscheinlich auch das Forum was da ist.

00:44:40: Ja dass ist ja ein großes Musikforum was extra gebaut worden ist für die Hochschul gesponsert.

00:44:45: Und damals haben wir, da war ich stolz wie Bolle, Figurus Hochzeit.

00:44:50: Damit ist das eröffnet worden mit Figurs Hochzeit und ich habe den Figuro gesungen bei dieser Öffnung.

00:44:55: Das war für mich ein toller Moment.

00:44:57: ja alles was danach noch kam auf dem großen Operbühnen ist denn immer noch eine ganz andere Nummer.

00:45:03: aber auch während der Studienzeit wurde ich schon engagiert an einen Stadttheater in Fortzein Und eine ganz kleine Bühne und da war der Figaro ausgefallen.

00:45:16: Da hat man mich gefragt, und da gab es ... Achthundert D-Markt?

00:45:21: Also abzüglich steuern blieben vierhundert übrig.

00:45:23: Aber er hat noch den Krebsler

00:45:24: frei betragen!

00:45:25: Ja, aber als Student war das schon allerhand.

00:45:28: Ich hab dann zwölfmal den Figaro gesungen.

00:45:30: Bin immer zwischen Hamburg und Pforzem umhergependelt.

00:45:34: Hattet auch skurrile Momente.

00:45:35: Ein Skurrin einer meiner lustigsten Opernmomente war da.

00:45:39: Können wir ja irgendwann darüber erzählen...

00:45:40: Nein, nein.

00:45:41: Komm nicht antieseln und dann nicht erzählen!

00:45:44: Ja?

00:45:45: Bei Kaffee-Gruppen... Also ich kam da als Gast hin und es gab eine Kollegin die hieß Gelindelocker, den Namen weiß ich noch.

00:45:54: Und Locker... Kennt ihr

00:45:56: jemand?!

00:45:59: Du kennst die Gelinde

00:46:00: Locker!?

00:46:04: Der Name ist da aufprogrammt.

00:46:06: Man hatte mich gewarnt, die Kollegen haben gesagt, erst mal wenn du dahin kommst, spielte die Marceline.

00:46:12: Das Figaro stellt sich am Mitte der Opa raus, dass sie Mutter ist und hat ein wahnsinniges Pferde gebissen.

00:46:21: Und jedes Mal, wenn diese Frau vor mir stand ... Ich dachte, die wollte mich auffressen!

00:46:26: Die Zähne ging wirklich so raus... Sie selber sagte mir vor der Vorstellung, ich trage einen Gebiss vorne.

00:46:38: Ich jetzt fast nicht bemerkt?

00:46:40: Nein!

00:46:43: Also wenn ich nachher singe und so weiter, vielleicht kannst du ein bisschen Abstand halten... Und es gibt diese Szene im dritten Aktfigur und ihr ist mein Vater, er weiß es ja selbst

00:46:53: usw.,

00:46:54: und sie kommt auf mich zu Und während sie singt, fliegt das obere Teil was.

00:47:05: Es war wirklich so ... Ich stand vor ihr guckte so und der Scheinwerfer ... Die Bühne war dunkel weil es im Moment zwischen Marceline und Figaro war in Fortzeim wo das Licht direkt nur auf die Köpfe ging.

00:47:19: Sie sagte zu mir, während ich sang

00:47:22: keinen Schritt!

00:47:24: Und ich hab das gar nicht richtig gestanden gehört und ich mach natürlich einen Schritt und ich bin genau auf dieses Gewiss getreten.

00:47:33: Und es war natürlich kaputt, ja?

00:47:36: Und sie sagte dann ... Scheiße!

00:47:39: Auf der Bühne,

00:47:40: ja?!

00:47:41: Scheiße... Na

00:47:41: ja, aber heise natürlich.

00:47:44: Das waren's Koriler momentan.

00:47:47: Sie hatte noch eine zweite Ersatzdinge, aber es war zu komisch.

00:47:51: Die haben alle gelacht auf der Bähne.

00:47:53: Ich meine, es ist so tragisch.

00:47:57: Die gucken ganz böse aber das ist tatsächlich tragisch... Aber es ist passiert!

00:48:03: Ja heute würde man ja Buddy-Shaming sein bisschen... Also wir machen noch eine Triggerwahlung vor dem Podcast.

00:48:07: Ja

00:48:08: macht Trigger Warnung.

00:48:09: Aber es gibt doch andere schöne Momente?

00:48:11: Das waren lustige

00:48:11: Momente.

00:48:11: Ja erzähl mal einen schönen Moment.

00:48:16: Schöner Moment in der Oper.

00:48:18: Ja mein erster Kurvenal in Pristern und die Säule.

00:48:22: Das war ein schöner Moment für mich weil ich lange auf diese Partie hingearbeitet Und das war, allerdings muss ich sagen in Gera.

00:48:35: Aber trotzdem ein sehr schönes Haus.

00:48:37: Gera Altenburg haben zwei tolle Opernhäuser und kleine Häuser.

00:48:41: aber da habe ich es dann gelernt glücklicherweise und aus so einem Engagement entsteht dann das nächste Engagement und das nächste in der Rolle wo sie dann auch vielleicht an großen Häusern singen und dass ist tatsächlich auch dann passiert.

00:48:54: ja Aber ein schöner Moment war auch zum Beispiel, dass ich in Zürich ... Ich war in Hamburg und wollte nach Amerika mit meinem Adoptivvater.

00:49:05: Zwei Tage später, die Sommerferien fingen an, also die Theaterferien in diesen Falle.

00:49:10: Und mich ruf mein Ergänter und sagte, kannst du Papageno und Zürch singen morgen Abend?

00:49:13: Dann habe ich gesagt, ja, ich fliege übermorgen nach Amerika!

00:49:17: Und ich hab gesagt, wie soll das

00:49:18: funktionieren?!

00:49:19: Ich sag, wenn die mir den Flug bezahlen von Zürach nach London weil dann treffe ich da meinen Vater, dann kann ich das machen Und ich bin dann tatsächlich, also jeder hätte wahrscheinlich gesagt, das würde ich nicht machen.

00:49:30: Ich bin denn tatsächlich los, hab mich ... hab das Gepäck gepackt und hab zu meinem Vater gesagt oder so magst du, ich muss nach Zürich

00:49:38: usw.,

00:49:38: ich singe da heute Morgenabend den Papageno in der Zauberflöte usw.

00:49:43: und bin dann auch tatsächlich abreisebereit am Flughafen.

00:49:49: Damals war noch Schengenraum Und ich musste an den Zoll, die Passkontrolle.

00:49:55: Dann legt mein Ausweis dahin und da sagt er plötzlich zu mir ... Ja, gegen Sie lichten Hapsbewege vor.

00:50:01: Ich sag bitte was?

00:50:02: Wir haben Ihren Hartbefehl Michael V., tut mir leid, wir können Sie nicht

00:50:07: rauslassen.".

00:50:08: Das kann nicht sein!

00:50:08: Doch doch, sagte.

00:50:11: Kommen Sie mal bitte zur Seite usw.

00:50:12: Und dann das ist die Tragik, die ich hatte mit meinem Bruder der ... Ja, unter Drogen.

00:50:19: Also schwer heroinabhängig dann immer irgendwie ... Geldbeschaffung ging dann irgendwo bei Edeka und hat sich dann waschen Whisky geholfen oder was geklaut ja?

00:50:28: Oder mitgenommen damit er überlegen konnte.

00:50:31: Und äh, hat dann immer ... Bei der Polizei gesagt, ich wohne sicher.

00:50:36: Ich wohnte da und da.

00:50:36: Und die haben kontrolliert und sagten, da wohnt Michael tatsächlich.

00:50:40: Er hatte keinen Ausweis dabei, stimmt.

00:50:42: Dann haben sie ihn laufen lassen.

00:50:43: Das passierte den vier, fünf Mal.

00:50:46: Als ich ausreisen wollte Hieß es dann, tut mir leid.

00:50:49: Und die war sie denn in Zürich schon am Opernhaus?

00:50:53: Dann haben wir wirklich mit einer der Fluggegenstunde später oder so weiter ... Mit einer Staatsanwältin, die waren so nett damit, mit einer StaatsaanwältInnen verbunden und Der musste sich dann handfest erklären, obwohl ich am Telefon war.

00:51:08: Und die war glücklicherweise so lieb und hat das akzeptiert und mir geglaubt.

00:51:13: Ich bin Michael Vier, ich bin der Opernsänger.

00:51:14: Das geht um meinen Bruder Angelo, der ist drogenabhängig usw.

00:51:18: Die hat es tatsächlich nicht abgenommen, die Nummer!

00:51:21: So konnte ich in den Flieger in den letzten fünf Minuten und bin nach Zürich geflogen und hatte nur ... Wir hatten meine Maße, ich habe ein Kostüm

00:51:29: angekommen

00:51:31: Und dann waren da fünf Projet-Assistenten und jeder hat gesagt, du musst jetzt dahin, dahinter.

00:51:35: Ich kannte die Inszenierung gar nicht!

00:51:40: Es war doch schon ein Riesenerfolg für mich weil die waren auch wahnsinnig nett wie Schweizer.

00:51:44: Die saßen nämlich schon eine Stunde und warteten auf dem Papageno und man sagte wir haben einen aus Hamburg aber der wird gerade von der Polizei festgehalten.

00:51:53: Und die waren aber sehr herzlich nachher.

00:51:55: Das war wirklich eine schöne Geschichte, aber ...

00:51:59: Stimmt es im Verhörerum vor?

00:52:00: Singen Sie endlich!

00:52:02: Ja, ich hatte glückerweise auch die Noten dabei von der Zauberflöte so, dass sich die einigermaßen überzeugen konnte.

00:52:07: Auch die Herren da an der Zeug- und Passkontrolle.

00:52:11: Gibt es noch

00:52:15: eine Rolle, die dich am meisten geprägt hat?

00:52:19: Papageno.

00:52:20: Papagenoh?

00:52:21: Ehrlich?

00:52:22: Papageno hab' ich.

00:52:23: Land auf, Land abgesungen.

00:52:25: Und das war immer ... Ja, das ist eine so schöne Rolle und es ist echt ein Gottesgeschenk diese Rolle zu singen.

00:52:34: Wenn man als Bariton viel schöner als in Tannino kriegt er für seine ... Er kriegt ja seine ... Entschuldigung schon wieder gegen ihn.

00:52:45: Kriegt der seinen Applaus?

00:52:46: Aber der Papageno ist einfach ... Die Leute gehen in die Oper, weil sie im Papageno sehen wollen.

00:52:51: Wenn der gut ist ... Also wenn man schon als Barreton ein Papagenofahrhaut, dann isst man echt eiser als Sänger und ich hab da auch einige gesehen.

00:53:01: Was?

00:53:04: Im November!

00:53:06: Vielleicht aber nicht drauf hin.

00:53:08: Ich verspreche es noch nicht, aber da müssen Sie bitte alle kommen.

00:53:20: Ja, ich werde dann jetzt auch fangen... Ich habe wirklich erst überlegt ob ich mich wirklich ein bisschen einsingen soll.

00:53:25: Aber ich werde Ihnen gleich noch sagen warum ich das nicht jetzt nicht gemacht habe.

00:53:29: aber nichtsdestotrotz Papageno hat mich sehr geprägt natürlich weil das wirklich eine begnatete Rolle ist.

00:53:35: Dann eben auch die teilweise schönen Opernhäusern an denen man gesungen hat also Zürich zum Beispiel Stuttgart hab' ich Papagenos gesungen und Stuttgarter ist auch eines der Tophäuser in Europa.

00:53:45: Und ich hab an Paris an der Opera Bastille gesungen und in Barcelona, in der anderen großen Riesenoper da.

00:53:58: Aber Papageno hat mich sehr ... Das war schon immer ... Da hab' ich mich immer riesig drauf gefreundet noch.

00:54:03: Ich habe mit Talbach, mit der Kathi Talbach in Berlin eine ... Sie hat die Zauberflöte inszeniert!

00:54:10: Da muss sie allerdings sagen, durfte ich nicht mit Papagenos singen Weil da ist ein Schauspieler Gerhard Köster.

00:54:17: Vielleicht sagt ihn was, ne?

00:54:18: Ein Berliner und es war unter Riebel irgendwie ... Der hat den ... weil der aus dem Schauspiel kamen und die wollten unbedingt ihn als Papageno haben, weil er auch die Massen in Berlin anzog.

00:54:28: Aber ich durfte den Sprecher machen!

00:54:30: Und der Sprechern in der Zauberflöte isst eine ganz kurze Rolle aber der wird denn immer den Baritön gegeben.

00:54:39: Bitte entschulden Sie wenn ich jetzt hier so sagen, die eine besonders schöne Stimme haben Und jetzt geht es ... Das hat viel Spaß gemacht.

00:54:47: Die Kritik der Premiere war, ich sag's jetzt auch, die schönste Stimme des Abends war der Sprecher von Michael Vier!

00:54:58: Also wenn das wirklich leid ist soll ja nicht Eigenlob sein, aber so was in der Kritik steht, das ist einfach toll für den Sänger und da ist ein Papageno natürlich und er macht das auch toll.

00:55:12: Aber das hat mich natürlich sehr gefreut.

00:55:14: Solche Sachen, solche Bombons, solche Kleinen...

00:55:16: Hast du eine Lieblingsoper?

00:55:18: Zum einen als Sänger ist ja noch mal ein Unterschied und zum anderen als Konsument!

00:55:23: Ja also eine Lieblingsober hab ich von klein auf an, dass es Salomey vom Richard Strauss.

00:55:35: Ja ganz anders auch.

00:55:40: Ich hab in Salome ja mal mitspielen dürfen.

00:55:42: Ja?

00:55:43: Ich hab dreimal hier an der Staatsoperin Hamburg den Hänker gegeben.

00:55:49: Da kenne ich auch wieder eine schmutzige Geschichte, aber das wirklich hat's geklappt.

00:55:53: Weil du sagst es ... Aber doch, Salome Johannan, ich muss sagen, ich bin ein ... Absoluter Straussianer.

00:56:00: für mich Richard Strauß ist das Beste was der Deutschmusik passieren konnte also nach Mozart und Beethoven oder so weiter.

00:56:07: Und Franz

00:56:07: Josef Strauß!

00:56:09: Und Franz-Josef Strauß.

00:56:10: Aber Ritt doch, ich hatte Strauß!

00:56:12: Das ist mein absoluter Liebnis vom Prinzess.

00:56:15: Nur mal den Ball gesagt und dann auch Elektra von ihm.

00:56:18: Auch eine Wahnsinnsofe.

00:56:19: Und natürlich auch ein Rosentapetier.

00:56:20: Und Ariadna Halikin habe ich oft gesungen in der Ariadne auf Naxos.

00:56:24: Auch einer Oper von ihm...

00:56:27: Das ist toll, Jen.

00:56:29: Also

00:56:29: das geht so.

00:56:29: Bei mir sind gerade so eins, zwei Flashbacks wo ich dachte, oh mein Gott hier, das war auch meine einzige Opern Erfahrung in dem Haus.

00:56:35: aber...

00:56:37: Ja, in Hamburg hatte ich andere.

00:56:37: Da musst du dich ja.

00:56:38: Ich hab da Was hab ich da gemacht?

00:56:39: Meister-Singer von Nürnberg mit Konwitschni.

00:56:42: Und we come to the river, mit ... Wie hieß der GmbN?

00:56:46: Von Hans-Werner Hänze dieser Oper, ein grauenvolles Werk!

00:56:48: Wie hieß denn der Komponist, wie hieß das Dirigent noch?

00:56:51: Der Ingo Metzmacher war damals KMD in Hamburg.

00:56:55: Das waren noch vor Simone Young die KMd und da haben wir diese Hänseoper gemacht.

00:57:01: Von alle so nicken ja ja ja... Den

00:57:04: ich übrigens auch kennengelernt hatte Weil der Max Schäler hat auch den Hans Werner Hänze fotografiert in den Fünfzigerjahren.

00:57:11: Wir waren ins Spoleto unten und da ist mir auch der Hänzel, hat mir der Maxim Hänzer vorgestellt.

00:57:18: Der übrigens auch schwul ist natürlich logischerweise.

00:57:21: Und er dann auch eher dachte, oh ja das ist schon ein kleiner knackiger Italiener da wenn der auch noch Opernsänger ist.

00:57:27: aber gut

00:57:29: Aber wo wir schon so viel über Homosexualität geredet haben, lasst uns das ein bisschen vertiefen.

00:57:34: Ich möchte gerne...

00:57:37: Oh Leute!

00:57:41: Du hast in den Siebzigern und Achtzigern in Hamburg gelebt?

00:57:45: Ja eigentlich durchgehend in Hamburg geliebt.

00:57:47: ich hatte zwar immer einen Wohnsitz außerhalb, aber ich hab mein Domizil eigentlich in Hamburg behalten.

00:57:53: Wie war das Schwulsein in Hamburg?

00:57:56: In den achtzigeren Zeiten von HIV-AIDS ... War das Thema überhaupt?

00:58:03: Na ja also damals, in den Achzigern hieß es erst mal, dass ist in Amerika, das ist weit weg, das passiert uns auch gar nicht und daraus wurde ganz schnell was anderes Horrormäßiges.

00:58:14: Ich glücklicherweise habe ... Das ist das glückweise an mir und fast am größten Teil meines Freundes auch vorbei gesegelt, ohne dass da was passiert ist.

00:58:23: Ich hab zwar auch bekannter verloren ... Die allerdings muss ich sagen exzessiv ihren Sex-Trieb ausgelebt haben.

00:58:31: Und ich gehörte einfach nicht zu dieser ... Das war nie mein Gusto irgendwie ja?

00:58:37: Also ich bin jetzt auch nicht jemand der nun sagt, ach ja ... Lieb jetzt wie die Koische Marianne irgendwo das nicht.

00:58:44: Aber es war einfach so, dass ich ... Ich wusste immer genau ... Wo ich glaubte, das kann ich machen bei gutem Gewissen und das nicht!

00:58:56: Und auch in Amerika, als ich dann in Amerika war, weil wir eine Wohnung hatten, da war's eher für mich, wo ich dachte, nee, da fasse ich gar keinen an.

00:59:03: Weil

00:59:06: mir vorstellen kann, dass das eigentlich immer so eine Angst ist, immer so ne dunkle Wolke über einem schwebt.

00:59:11: Also ich hab das ja damals in den Achtzigeren als Kind eben auch mitbekommen, dass AIDS eben so aufkam und überall riesige Kampagnen waren.

00:59:17: Und Leute ihr müsst aufpassen, ihr müsst euch schützen und so ...

00:59:21: Naja du ist wie Corona, also ich meine die Leute, die eine Maske tragen haben sich geschützt oder die eben große Massenkundgebung gemieden haben.

00:59:32: In Amerika hat man damals einfach noch gerade in dieser homosexuellen Szene.

00:59:36: in den achtzigern Jahren Als ich da drüben war und Mitte Ende zwanzig war, war das für mich ... Trotz alledem muss ich sagen ein Mäcker.

00:59:45: Weil ich war Deutscher, sah gut aus, pech schwarze Haare.

00:59:50: Nicht mehr, aber ist ja egal.

00:59:52: Ich hab die schönsten Jungs kennengelernt, wo ich dachte, Alter, der kommt nie dran irgendwie.

00:59:57: Die dachten auch, da kommt ein deutscher Wursche.

01:00:00: Der sieht auch noch ganz gut aus.

01:00:01: Deutschland fanden die Amerikaner früher immer toll.

01:00:04: Das war ja irgendwie international.

01:00:07: Aber ich hab dann trotzdem, da gab's immer noch eine unterschiedliche Szene.

01:00:11: Da gibt es diese Heavy-Leder-Szene und da ist ja das HIV auch wirklich exzessiv ausgebrochen.

01:00:19: Und die eher entspanntere Nummer ... Das hat sich da so ein bisschen ...

01:00:26: Ja.

01:00:27: Du hast nicht nur Jungs kennengelernt in New York, hast du mir erzählt?

01:00:30: Nein!

01:00:32: Ich habe sogar Drew Barrymore kennengelernen.

01:00:35: Und zwar war ich in einer schwulen Bahn mit einem Freund und der war an irgendeinem Set, fast ja alle da irgendwo beteiligt dran.

01:00:45: Wir stehen so und plötzlich kommt die rein und erstellt sie mir vor und wir haben ... Da waren auch noch sehr viele, wir haben uns fantastisch unterhalten.

01:00:53: Ich hab gesagt, ich bin Opernsänger und das find's toll

01:00:57: usw.,

01:00:59: wie er nach dem anderen getrunken und dann hat sie mich auf eine Party eingeladen, für ihre große Party.

01:01:03: Ich bin aber leider zwei Tage vorher schon abgereist und es wäre echt auch hingegangen.

01:01:08: Nicht ob da was sind, das wär nie was bei rausgekommen, aber um Gott zu wählen!

01:01:11: Aber es war schon toll irgendwie.

01:01:16: Heute ist die glaube ich auch verheiratet?

01:01:19: Ja

01:01:20: mit Brad Pitt.

01:01:22: Der war ja eigentlich mit fast allen schon vor Brad

01:01:24: Pitt...

01:01:27: Opa heute Also nicht Opa, Oper.

01:01:32: Gehen die Menschen heute anders mit Kultur um?

01:01:34: als noch irgendwie zu deiner aktiven Zeit?

01:01:37: Ja

01:01:37: doch ja!

01:01:39: Also ich habe ganz komische Geschichte.

01:01:42: Nein so komisch ist es gar nicht aber... Ich war in der Elfi und hab ein Konzert gesehen.

01:01:49: Ich weiß gar nicht Beethoven war's und dann glaube auch eine Sache von Richard Strauß Und das ist im Moment ne neue Masche und ich vermisse das so sehr an der Musikhalle.

01:02:00: Ich vermisse das so sehr, weil es in der Musikhalle war, dass nie ein Thema.

01:02:03: Die Leute klatschen zwischen den Sätzen und ich finde das fürchterlich!

01:02:07: Und das ist schlecht für die Sänger und das ist schlecht für die Pianisten und es schläft für die Solisten.

01:02:12: Und ich habe dann einen Brief geschrieben an die Elfi und dann bekam ich eine nette Antwort zwei Wochen später ja lieber Herr Wohnsohn wie auch immer und ja er tut uns leid wir haben das oft aber wir wollen dem jetzt nicht irgendwie entgegenwirken, denn wir versuchen ja junge Leute und übrigens haben wir ja also früher hat man ja während der Zeit von Zauberführte auch während der Gänge gegessen und gequatscht.

01:02:37: Und was weiß ich nicht?

01:02:38: Weil sie habe gesagt Ja okay, ich nehme das gerne hin Aber muss sich damit rechnen dass der nächste jetzt ein Käsebrot neben mir auspackt weil Sie das gerne haben wollen.

01:02:47: Das ist so eine Unart, die auch aus Amerika überkommen ist.

01:02:51: In Amerika macht man das ständig und klatscht sich durch den Setzen, weil ... Die auch nicht so richtig, wie immer.

01:02:58: Und ich vermisse es ein bisschen.

01:03:00: Auch in Opernpubbis, ich gehe nicht mehr so gerne in die Oper.

01:03:03: Ich gehe zum Beispiel viele mögen's mir verzeihen, wenn ich das sage.

01:03:06: Ich geh in keine Traviate mehr, aber ich kanns nicht mehr hören!

01:03:09: Und ich geh auch in kein Rigoletto mehr, weil ich hab's oft gemacht.

01:03:14: Da finde ich die Musik inzwischen zu langweilig.

01:03:16: Aber wenn Sie sagen Heute abends den Richard Strauss-Upper, da bin ich drin.

01:03:19: Oder wenn Sie sagen, das ist eine Symphonie von Gustav Mahler.

01:03:22: Also Tchaikosti Klavierkonzert, es klingt immer toll!

01:03:25: Es ist auch toll.

01:03:26: aber irgendwo ist bei mir im Kopf irgendwas anderes passiert.

01:03:31: Ich mag eher das Spätromantiker.

01:03:34: also ich mag die großen Wuchten des Orchesteres, Mahler, Strauss Schusterkovic auch und so.

01:03:39: Das finde ich haupt mich immer vom Hocker.

01:03:41: Und auch ne Siebbe von Beethoven ist klar, wenn das Orchester stimmt oder der Dirigent stimmt?

01:03:46: Aber so wie gesagt, du kriegst mich auch keine Kursi von Tute mehr oder in kein Figaro.

01:03:51: Und nicht mal mehr eine Zauberflöte.

01:03:53: Was angesaumt?

01:03:55: Wenn jetzt junge Leute vor dir stehen und versuchen würdest die zu überzeugen, in die Oper zu gehen... was wäre dein stärkstes Argument?

01:04:04: Welche Inszenierung sollte man gesehen haben?

01:04:06: Oder welche Oper?

01:04:08: Was gehört zur Grundausbildung?

01:04:10: Da bin ich der falsche Ansprechpartner weil ich würde sofort immer sagen Geht in die Oper.

01:04:18: Und der wäre im Salon mehr oder so weiter, aber da passiert auch was und die Oper ist eindreifend.

01:04:22: Das ist ja heute immer das Thema.

01:04:23: Die Leute wollen nicht fünf Stunden in der Oper sitzen und dann noch drei Pausen.

01:04:26: Also wir haben Meistersinger gemacht, die dauert ein halb vier, dreiviertel Stunde mit zwei Pausens.

01:04:32: Ja?

01:04:32: Das ist ab fünfzig mit einer normalen Blase gar nicht mehr zu stellen!

01:04:36: Du sagst es... Und ich weiß, als wir Tristan gemacht haben in Barcelona, fing die Oper um eine Zwanzig-Uhr an.

01:04:45: Mein Auftritt war zwanzig Minuten nach eins ...

01:04:49: Da ist die Hälfte des Publikums schon verstorben?

01:04:51: Nein!

01:04:51: Nee, nee, nee!

01:04:53: Da kommen erst ... In Spanier kommen ja immer erst ab zwei und zwanzi Uhr aus den Löchern irgendwie.

01:04:57: Deswegen fangen sie auch um eine zwanzige Uhr an.

01:04:59: Aber das Problem ist immer eine Zeitfrage der Opern.

01:05:04: Ich würde immer eine Kurzoper empfehlen.

01:05:06: Und selbst heute kannst du ... Da kannst du die kleinen Kinder mit reinkriegen.

01:05:10: Wir haben eine Kinderoper gemacht in Köln, sie ist damals gebaut worden extra für Opernen-für-Kinder.

01:05:16: Da hab ich z.B.

01:05:17: auch mit der Elke Heidenreich zusammengearbeitet, wo dann auch der Intendant sagte, jetzt brüllen wir nicht mit deinem Opernorgan hier, weil die fliegen ja alle weg und kriegen Todesengel.

01:05:26: Und wir haben dann halber Stimme gesungen.

01:05:30: Das find ich immer, das ist viel wichtiger!

01:05:33: als ich muss heute keinen siebzehnjährigen Überzeugung in die Oper zu gehen, der wird sowieso nicht reingehen.

01:05:38: Also weil das einfach ... Entweder hast du das Ding und du gehst da rein und sagst, das interessiert mich oder du lebst in deiner Blase?

01:05:46: Und ich sehe es ja heute!

01:05:48: Wenn du an der Alster bist oder weiter, es geht nur diese Mucke los und den Leuten kannst du nicht reinkrusten.

01:05:54: Geh mal in die Opera, die lachen sich

01:05:55: tot.".

01:05:56: Aber wenn ich jetzt sagen würde, zu meiner Nachbarin mit ihr Enkeln.

01:06:01: Ich hab vier Karten und für die Zauberfilter wollte da reingehen.

01:06:04: Dann siehst du wie die Kinderagen leuchten ... Oh ja!

01:06:08: Und das ist viel überzeugender das Argument.

01:06:10: Das stimmt.

01:06:14: Eine Zuschauerfrage?

01:06:15: Gerne.

01:06:15: Wir sind hier unter uns.

01:06:18: Wie, wenn du das Programm ... Jetzt.

01:06:23: Mit der neuen Intendanz.

01:06:25: Die haben neun Intendanten jetzt.

01:06:27: Ja aber auch wirklich unter uns.

01:06:31: Musik.

01:06:31: Sie sind Musiker auch.

01:06:35: Ich muss sagen, ich war selten in der Hamburger Staatsoper wirklich.

01:06:39: und jetzt kommen sie wieder auf Richard Strauss.

01:06:42: Es war die letzte Mal Elektra, weil ich da auch die Inszenierung mochte und das Grandios war.

01:06:51: Die Hamburger Staatsober hat wirklich nachgelassen.

01:06:58: Generalmusikdirektor, Management von Kent Nagano an in Ehren.

01:07:02: Ein toller Musiker.

01:07:04: aber wenn man von der Bayerischen Staatsoperin nach Hamburg kommt ist das ein Sprung nach unten und nicht nach oben.

01:07:09: Und die ich kenne Orchester-Musik in München auch weil man ist natürlich irgendwie auch irgendwie weil man sich mal getroffen hat bei irgendeinem Konzert.

01:07:17: Die Aussagen er war einfach kein guter Dirigent mehr und er hat auch wenig gehört.

01:07:21: Und was mir hier mein Dozent teilweise auch noch hatte, Professor Werner Hagen.

01:07:25: Der sagte, das war unter Simone Young.

01:07:30: Es gab nur noch Sänger aus Australien am Haus und wenn sie dann eine deutsche Oper hören ... Ich fühle ein heisses Prickle minus Blutus!

01:07:40: Da ist kein deutscher Repetitor mehr weil es alles Amerikaner sind oder Australia oder Engländer die deutsche Sprache nicht mehr beibringen können.

01:07:53: Das war hier in Hamburg, das ist mir sehr aufgefallen.

01:07:57: An anderen Häusern wird es glücklicherweise noch gepflegt.

01:08:00: Und wie ist jetzt?

01:08:05: Ich habe noch nichts gesehen aber bis jetzt nur Gutes gehört eigentlich.

01:08:08: Also das letzte Stück diese Schubertgeschichte und übrigens auch diese Bernstein-Nummer soll ja auch ganz toll sein.

01:08:18: Dann sind wir wieder bei Bernstein.

01:08:20: Der Zungenakrobat!

01:08:23: Da hab ich noch einen kleinen Schmanker.

01:08:26: Ich war in Frankfurt ... Die

01:08:29: nachfolgenden Sendung?

01:08:32: Schon Feierabend, ja!

01:08:34: Soll ich die noch erzählen oder nicht?

01:08:35: Nein, erzähle

01:08:36: auf jeden Fall.

01:08:37: Ich hab noch vier Seiten.

01:08:38: das schaffen

01:08:39: wir.".

01:08:40: Ich war im Frankfurter Opernhaus, was damals abgebrannt war ... ein Mann genächtigt hat in der Küche und hat sich bedient.

01:08:50: Die lag im Keller unten, also die Eingang zur Kantine... Und da ist es vorher gelegt von uns, pahnt er aus!

01:08:56: Und ein neunzig wurde das Opern aus Neue öffnet mit Zauberfilte.

01:08:59: Ich hab Papageno gesungen.

01:09:00: Mal was anderes?

01:09:01: Was mal was anderes.

01:09:02: Und es kam einen Anruf aus Hamburg von John Neumeyer.

01:09:08: Und John Neumeyer wollte Leonard Bronstein on the Town machen.

01:09:13: Das Musical.

01:09:14: New York, New York I have a town, The Bronx is up at Paris.

01:09:16: Wie spät ist

01:09:17: das?!

01:09:17: Ja, du kennst es genau.

01:09:19: Und ich hab tatsächlich ... Er hat gesagt ja, er würde mich gerne hören als Aussie.

01:09:24: Das sind diese drei Sailors.

01:09:26: Einer ist ein bisschen kräftiger mit Muskeln und so weiter was sich früher war.

01:09:30: Dann zwei andere noch und dann habe ich gesagt, gut, ich fahr hin.

01:09:34: Ich bin inzwischen Frankfurt und Hamburg gependelt.

01:09:36: Hab das Vorsingen gemacht auch bei Neumeier.

01:09:40: Und er war ganz begeistert weil der Typ war, das war genau sein Typ den er haben wollte.

01:09:45: Da waren, ich weiß gar nicht, zweihundert Sänger oder so weiter.

01:09:48: Es war auch eine Nummer ... wo man sagt, bis der bekloppt dahin zu fahren, kriegst du sowieso nicht den Job!

01:09:53: Und dann bin ich wieder zurück nach Frankfurt und dann kam die erste Tanzprobe.

01:09:58: Dann musste ich nach Hamm ins Ballettzentrum.

01:10:02: Und da sitzt natürlich John Neumeier ja?

01:10:04: Ich kam mit meinen Kackstellzen an.

01:10:08: Das ist auch ne Horrorgeschichte.

01:10:10: kann ich jetzt wieder zurückgreifen will.

01:10:11: Ein Geburtsfehler am Fuß, seitdem ich klein bin Auch weil meine egozentische Mutter was anderes wollte, was sie nicht hat.

01:10:19: Aber gut!

01:10:21: Und musste vortanzen und das ging leider völlig daneben in die Hose.

01:10:28: Man sieht es jetzt nicht aber ich habe keine Einlagen.

01:10:34: Der eine Fuß ist anders als der andere.

01:10:36: Ich bin geboren mit zwei Füßen nach innen gewachsen.

01:10:39: Weil meine Mutter ... von ihrer Mutter rausgeschmissen worden war, als sie mit mir schwanger waren.

01:10:44: Als ich aus Italien zurückkam und bin mit einem Geburtsfehler.

01:10:47: Und beide Füße waren nach innen.

01:10:49: Die ersten zwei Jahre ... Ich spreche ja auch gerade vom kleinen Kindern.

01:10:53: Baby war ich auf einem Brett, das war in den Fünfzig ... Ende der Fünfzehrjahr nicht.

01:10:57: Ich musste auf einen geraten Brett liegen.

01:10:59: Man hat dann die Beine gebrochen und die Füße gebrochene.

01:11:01: Und ich hab die ersten vier Jahre nur mit Schienen schlafen können, damit es zusammenwächst wieder.

01:11:07: Also Horrorstories!

01:11:09: Das hätte alles nicht passiert, wenn meine Mutter sich mit ihrer Mutter vertragen hätte.

01:11:13: Dann hätte sie auch keine Nierenbeckenentzündung bekommen.

01:11:16: Ich wäre auch mit heiligen Füßen auf die Welt gekommen.

01:11:19: Heiligen?

01:11:20: Mit heilen Füßern!

01:11:21: Entschuldigung!

01:11:26: Auf diesen heiligen

01:11:29: Flüße.

01:11:32: Wir kommen jetzt zur Schnellrat, zur Schnellefeuerrunde mit der ...

01:11:39: Ich hab auch nur einen halben Teil meines Lebens erzielen.

01:11:42: Du hast

01:11:42: nur einen Halbentag lang hier erzählt?

01:11:48: November.

01:11:48: Dann machen wir die große Torten-Schlacht.

01:11:52: Nee, also wirklich.

01:11:53: Das geht jetzt hier schnell mit Tabitte um kurze Antworten.

01:12:05: Wie hat sich die Stimme im Laufe der Jahre verändert?

01:12:10: Zum Besseren auf jeden Fall!

01:12:13: Weil das Interessante ist einfach wenn man... älter wird, reift die Stimme mehr und man kann einfach die Partien singen, die einen herausfordern.

01:12:21: Wagner-Fach, Schringert-Schrausbach also die Def-Ding-Nummern ja wo man als Bariton einfach glänzgen oder Verdiopern.

01:12:28: Ja, André Nato im Mastenball oder Rigoletto eben oder German Traviata oder so weiter und das sind natürlich dann denn wirklich.

01:12:35: irgendwann ist Mozart auch langweilig und man freut sich dann auf das wirklich große Fach!

01:12:40: Ich kenne die Antwort eigentlich schon aber bei welchen Komponisten würdest du sofort als WG mit Bewohner einziehen?

01:12:45: Richard Strauß, Tarkentan.

01:12:47: Alles klar!

01:12:51: Was ist schwieriger in Wagnerabend oder ein Familienfest?

01:12:56: In meinem Falle ist es schwieriger das Familienfest.

01:13:00: Also erstens weil ich keine Familie hatte und zweitens weil es eigentlich schon immer ein Grauen war ... Weil ich wusste wenn ich meine Mutter nach der Zeit wo ich mit ihr die letzten fünf Jahre noch im Positiven verbracht habe Wenn ich sie dann Weihnachten einloot War sie schon zwei Stunden vorher hacken Strang.

01:13:20: Und das ist dann wirklich ... Ja, es ist tragisch, weil ich hab natürlich auch andere Freunde und sie wird dann auch schnell leider in irgendeiner Form mal ausfallen oder so weiter, wo ich immer sage, ich habe schon eine Woche vorher vor Heiligabend kriege die Schweißausbrüche, da ich denke, oh Gott!

01:13:38: Die kriegst du diesen Abend einigermaßen um die Ecke ohne dass's wieder zu peinlich wird.

01:13:43: Also... Aber gut, ich hab ein verständnisvollen Ehemann.

01:13:46: Ich bin seit zehn Jahren verheiratet und hab einen verständnisfollen Ehemmann, der sie genauso nimmt ... Und der mich schon damals gewarnt hat gesagt, glaub nicht!

01:13:54: Ich hab meiner Mutter gedacht, ich find toll, dass du inzwischen altersmilde geworden

01:13:57: bist.".

01:13:57: Ja, ja

01:13:58: natürlich!".

01:13:59: Das war ein Trugschluss.

01:14:07: Nein, das sollte so sein.

01:14:08: Gut.

01:14:10: Welche Klischees über Opernsänger nervt dich am meisten?

01:14:18: Die, die immer ... Gott, hoffentlich trete ich jetzt nicht ins Fetthämpfchen.

01:14:22: Sie werden die größten, die schönsten und hätten die tolle Stimme!

01:14:25: Und das findet meistens statt bei den Tenüren oder bei den Baritönen oder Besten, die im Chor singen.

01:14:33: Die immer besonders auftreten.

01:14:34: Ist

01:14:34: Post für

01:14:35: mich da?

01:14:35: Ja, ist Post!

01:14:36: Guten Tag,

01:14:37: ich hätte gern drei Brötchen...

01:14:39: Ja diese, die mag ich nicht.

01:14:41: Wenn du für einen Tag die Stimme tauschen könntest mit wem?

01:14:46: Piero Cappuccilli Robert De Niro?

01:14:54: Aber der hat ... Aber diese

01:14:55: Grundstimme, also Christian Brückse oder...

01:14:58: Ich bin ja jetzt als Oper ... Die Frage gemünzt auf dem Opernsänger würde ich den Capuchini nehmen.

01:15:03: Ein begnadeter Marathon.

01:15:04: Übrigens früher Pernthaucher gewesen.

01:15:07: Ein Siebzig hoch aber ... Ich hab den hier an Hamburger Staatsoblogel gesagt, der Mann konnte singen wie ein Gott.

01:15:12: Der hatte eine Stimme ... Der hat einmal eingeatmet was wo andere Sänger vier Phrasen brauchte.

01:15:17: das hat er in einem durchgesungen.

01:15:19: es war ein Fest!

01:15:21: Was hatten wir für Sänger?

01:15:22: Da war Pavarotti hier, der Cappuccili, Margit Price, Leonton Price.

01:15:26: Es war wirklich unter Liebermann noch teilweise und dann auch ja... Das war schon wieder zu langen

01:15:34: Aber ich freue mich über deine Entwicklung dass du es allmählich merkst In dir.

01:15:43: die Frage lasse ich aus, die kann man nicht kurz machen.

01:15:48: Welche Opernfigur wäre eine Katastrophe als Lebenspartner für dich?

01:15:55: Jochana Hahn wahrscheinlich!

01:15:57: Nee, den musste ich leider abgeben.

01:15:59: das war ganz fürchterlich für mich.

01:16:01: Das waren meine letzten.

01:16:02: gut zwei tausend achtzehn darf ja nicht mehr erzählen aber keine Zeit mehr.

01:16:09: November Ja wie war die Frage?

01:16:10: nochmal

01:16:11: habe ich vergessen.

01:16:13: Nein, welche Opernfigur wäre eine Katastrophe für dich als Lebenspartner?

01:16:23: Salome.

01:16:25: Nein!

01:16:27: Nein, nein ... Ortrud von Ratzbotz.

01:16:30: Die hatte ich auch als erstes im Kopf.

01:16:33: Ist das wahr?

01:16:34: Nein!

01:16:35: Aus der Oper

01:16:35: ...

01:16:37: Ähm ... Na, Wagner-Oper... Jetzt komm ich nicht mal drauf auf die Wagner-OPER.

01:16:43: Lohngring war die böse Gegenspielerin von Elsa von Brabant.

01:16:47: Ortrud vom Ratzbotz.

01:16:49: Eine böse Frau.

01:16:50: Erinnert mich gleich an meine Mutter.

01:16:53: Hast du jemals auf der Bühne improvisiert und gehofft, dass es niemand merkt außer bei dem Gebiss?

01:16:58: Ja das habe ich tatsächlich.

01:17:00: Das war in Lissabon Wir hatten Götterdämmerung Ich hab Gunther gesungen Und es war eine wahnsinnig schwierige Inszenierung Nach einem Terzett zwischen Brünnhilde, Gunther und Hagen.

01:17:14: Der Gunther ist der Baritone.

01:17:18: Es wird immer lauter und ich musste einen hohen Ton singen.

01:17:22: Den hab ich am Abend nicht geschafft, dann hab ich mich immer so ganz geschickt weggedreht.

01:17:27: Das war sozusagen ... das konnte man auch mal machen.

01:17:30: Aber es gab auch Momente wo ich ihn gesungen habe aber da war er nicht gut drauf an dem Abend.

01:17:33: Das ist der Moment wo man immer sagt die Leute bezahlen ja dafür.

01:17:36: Man muss eigentlich immer gut sagen.

01:17:37: Gut, du musst dich jetzt auch nicht kaputt bohlen.

01:17:39: Nein, nein, nein.

01:17:40: Vielleicht

01:17:40: ist er ja auch mal versittelt irgendwie.

01:17:46: Leidensfähig.

01:17:48: Das

01:17:50: hätte ich mir... Wenn Leonard Bernstein heute neben uns ist, welche Frage würdest du ihm stellen?

01:18:00: Warum mit Zunge?

01:18:01: Ja!

01:18:03: Genau warum ... Nee aber ich hätte ... Warum?

01:18:08: ja was würde ich ... Welche Frage würde ich ihn stellen?

01:18:10: Wieso hat er?

01:18:12: jetzt weiß ich es genau.

01:18:13: Warum hast Du die West Side Story, die Partie des Tonys nicht auch als für den Bariton geschrieben.

01:18:20: Denn der Tony, denn ich wollte im Bielefeld wollten die West Side Story machen und ich sollte den Tony singen als Baritonn Und die Intendanz und der Dramaturg haben lange gesucht ob es eine Baritontfassung gibt dafür und die gab's leider nie.

01:18:32: Und das ist schade.

01:18:33: Wir haben gerne

01:18:33: gemacht den Tony?

01:18:34: Ja.

01:18:37: Oh Gott!

01:18:38: Das sind ja ein Riesenprogramm.

01:18:43: Heute machen wir ihn fertig.

01:18:51: Heppendor.

01:18:52: Ich muss sagen, wirklich jedes Opernpublikum egal in welcher Stadt sie sind wenn die begeistert sind und wenn Sie merken als Sänger die gehen auch mit dann ist es.

01:19:06: ich habe schon wieder ich in Lissabon haben wir Nein!

01:19:10: In Athen haben wir Tristan oder die Solle gemacht Viermal, ich hab den Kurven all da gesungen.

01:19:15: Und es ist nun wirklich die deutsche Oper und das war in diesem Mega-Wonder passen zwei tausend, fünf Leute rein.

01:19:21: Die Vorstellungen waren alle ausverkauft und die Athena waren als.

01:19:24: es war ein so was Herziges an Publikum.

01:19:27: Bravus ohne Ende und wahnsinnig liebe Griechen sowieso!

01:19:31: Ich mag sie sehr.

01:19:34: Also ich glaube jedes Opernpublikum ist immer sehr dankbar wenn der Abend gefällt und wenn die Sänger gut sind wenn das Orchester schön ist.

01:19:42: Und vor allem, wenn die Inszenierung heute gibt es ja manchmal nur noch ein Stuhl auf der Bühne und keiner weiß, was passiert ... Ja?

01:19:49: Die ganze Oper spielt sich darum!

01:19:50: Das ist leider das Drama.

01:19:53: Die Frage hätte ich dir gerne beantworten.

01:19:57: wegen dieser Inszenierung teilweise, die so fragwürdig sind.

01:20:00: Wo ich dann sage muss das sein und da wurde ...

01:20:05: Das hatte ich mit Helmut das Thema.

01:20:06: Ich weiß nicht ob du reingehörst hast in den Podcast?

01:20:09: Nein, das hab' ich immer noch nie.

01:20:10: Vielen

01:20:10: Dank dass du

01:20:11: hier bist!

01:20:14: Doch, ich auch.

01:20:14: Da haben wir drüber geredet, dass viele Inszenierungen gerade in den Achtzigern oder viele Stücke kaputt inszeniert wurden und mit fragwürdigen Regieprojekten Leider, dass Publikum verkrollt wurde.

01:20:25: Aber okay ... Worüber wirst du vermutlich noch mit neunzig leidenschaftlich diskutieren?

01:20:35: Über mein Leben über meinen Hund!

01:20:38: Wir haben gerade einen neuen Hund aus dem Tierheim geholt aus Spanien.

01:20:41: Sunshore heißt der und ich meine gut jetzt bin ich achtundsechzig, neunzig, zwanzig Jahre.

01:20:47: nie so alt wird er nicht aber wir sind unter.

01:20:50: wir sind wirklich unheimliche Hunden darin.

01:20:52: und ja also und Ich hoffe, dass ich dann immer noch mit meinem Partner zusammen bin.

01:21:00: Wir sind zehn Jahre auseinander.

01:21:02: Erst wird dieses Jahr fünftig, dieses Jahr sechzig.

01:21:06: Aber knock on wood solange wir fit bleiben, glaube ich ist das ganz schön.

01:21:10: und wenn man so ein Freundeskreis hat ... Ich muss Ihnen sagen als mein Hund, wir hatten einen Hund aus Spanien der hieß Homer Und es war ein Boxernix den habe von klein auf einen bekommen und wir mussten ihn alle vor drei Jahren einschläfern lassen.

01:21:24: Mir ist das Herz gebräunt Zwei Jahre wirklich Rots und Wasser gerollt, immer wenn ich an den Hund dachte.

01:21:30: Ich war bei meiner Mutter beim Begegen nicht eine Träne vereint.

01:21:33: Und das ist doch fürchterlich oder?

01:21:35: Ist das nicht fürchterisch?

01:21:36: Wenn man da steht am Graf der Mutter und sagt ... Aber gut!

01:21:43: Ja aber ... Homa ist im Garten begraben.

01:21:48: Mein Vorgänger der Hund, das war ein Erdertärer, der ist Gurke und Rüde.

01:21:52: Der ist auch im Gaten begrabe.

01:21:54: Ich hab zu meinem Freund oder Partner gesagt, irgendwann bin ich da auch, dann kannst du mich verschargen

01:21:59: in den Garten!

01:22:00: In Rheinland-Pfalz geht es ja?

01:22:01: Ja,

01:22:02: inzwischen als Urne.

01:22:05: Und letzte Frage ...

01:22:18: Also ich

01:22:19: bin...

01:22:20: trotz dieser etwas verhagelten Kindheit eigentlich immer ein sehr positiv denkender Mensch gewesen.

01:22:26: Und ich bin ein Mensch, der ... Das wird ein bisschen länger entschuldigen.

01:22:29: Ich bin ein Menschen, der wirklich sehr lebensbejahend ist und sich freut wenn... Ich bin auch einen Frühaufsteher um halb sieben die Vögel mir ins Fenster zwitschern!

01:22:39: Und ich freue mich, wenn es riechen, ich freue mit wenn die Sonne scheint.

01:22:43: Und natürlich ist Musik immer ein wichtiges mit das Wichtigste in meinem Leben, klassische Musik.

01:22:51: Aber ich finde die Menschheit jetzt auch so ... Wir sollten weniger diesen und wir sollten mehr so aufeinander ... Audio-Diskretion?

01:23:00: Und keine

01:23:01: Ellenbogen sondern umarmt!

01:23:02: Ja, und ich finde das vermisse ich irgendwie.

01:23:06: Wenn ich mal irgendwie mit neunzig abrede, möchte ich einfach, dass die Leute damit ... Ach, der Michael war immer lustig.

01:23:12: Übrigens, der Max auch immer sehr an mir.

01:23:14: Max war sehr depressiv manchmal auch, weil er durch lange Reisen weg war und ... Er hat mir immer gesagt, Mensch, Michael, das Schöne an dir ist, dass du immer gut drauf bist, immer lustiger bist.

01:23:24: Und du bringst einen zum Lachen!

01:23:27: Ich glaube, das ist eine Gabel, die man hat und die wir vielleicht viele alle hier haben.

01:23:33: Sie auch, du auch, sie oder wie auch immer.

01:23:36: Das sollten wir uns alle bewahren, Ich find das so wichtig, und das geht so verloren in dieser Zeit.

01:23:42: Und gerade wenn ich jetzt noch politisch wegen dem anderen Idioten auf der einen Seite ... Zeig mich nicht was!

01:23:47: Nein du weißt ja wo ich meine ... Waschenken wir sprachen ja grade davon.

01:23:51: Und ich hoffe dass das irgendwann dieses Übel aus der Welt verschwindet.

01:23:55: Da haben die so schnell als möglich.

01:23:56: aber gut... Michael soll ein ... Er war ein netter Mensch.

01:24:04: Das ist doch

01:24:05: ein schönes Schlusswort.

01:24:07: Vielen lieben Dank, lieber Michael, dass du meinen Gast warst.

01:24:10: Michael Kier!

01:24:14: Ja das war bisher mit Abstand der längste Poppastringe hier hatten.

01:24:19: Eine Stunde, vierundzwanzig und wir sehen dich als singenden Konditor hier im Manzels.

01:24:28: Wenn ihr wieder dabei sein möchtet die nächste Aufzeichnung ist am zweiten Siebten.

01:24:34: Anaheisch ist Moderatorin, Breit Channel einundzwanzig gewesen und Tilman Link ist unser Stadtteilklämpner hier.

01:24:40: Dichtung und Wahrheit mit seinen Bäumen in der Erika Straße!

01:24:45: Ja Wir freuen uns, wenn ihr dabei sein möchtet.

01:24:47: Also hier im Mansils könnt ihr buchen unter mansils.de.

01:24:51: Da könnt ihr dann der Telefonnummer oder per Mail einfach eine Reservierung vornehmen und bei den nächsten Aufzeichnen dabei sein.

01:24:58: Ich freu mich, wenn Ihr dabei seid!

01:24:59: Wenn Ihr Fragen, Anregungen, Kommentare habt schreibt es bitte in die Kommentare.

01:25:05: ich freue mich auf Feedback.

01:25:07: Bis dahin

01:25:08: macht

01:25:08: es gut

01:25:09: Euer Teacher

01:25:19: Vielen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.