Alster Ego 5 - Carsten Gerloff

Shownotes

Die Baustelle in Eppendorf! Die hohen Ladenmieten! Was passiert auf dem Marie-Jonas-Platz?
In dieser Folge spreche ich mit Carsten Gerloff. Er ist Regionalpolitiker und Sprecher der SPD-Fraktion in der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Wir sprechen über seine Arbeit im Künstlerischen Betriebsbüro in der Neuen Flora, sein Engagement als Regionalpolitiker, wie es ist, sein Gesicht auf einem Wahlplakat zu sehen, warum keine Kultur mehr auf dem Marie-Jonas-Platz stattfindet und warum er als HSV-Fan den Antrag auf Umbenennung einer Straße zu Ehren Uwe Seelers ablehnt.
Das alles in dieser Folge.
Viel Spaß!

Eppendorf ist einer der schönsten Stadtteile Hamburgs - dörflich, liebenswert, klischeebehaftet. Wer sind die Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten?

Darum soll es in meinem Podcast "Alster Ego" gehen.

Warum "Alster Ego"? In Anlehnung an das "Alter Ego" beschreibt "Alster Ego", das Ich, das in starker Verbundenheit zur Alster steht (an dieser Stelle der kurze Hinweis, dass ich mich klar distanziere von falschem Patriotismus oder rechten Gedanken. Ich bin froh und dankbar, in diesen Verhältnissen hier leben zu dürfen und hoffe, dass wir unsere Demokratie noch sehr lange erhalten können).

Ich möchte Politik aber weitestgehend aus meinem Format heraushalten, dafür sind andere Plattformen weitaus besser geeignet. Ich möchte Geschichten erfahren, Leute unterhalten und vielleicht meinen Beitrag zu einer besseren Nachbarschaft leisten, in der man miteinander redet, statt übereinander - an einem Ort der Begegnung. Ich zeichne die Podcasts live im "Manzels" in Hamburg Eppendorf auf (www.manzels.de). Einmal im Monat begrüße ich zwei Gäste vor Publikum, die jeweils einzeln aus ihrem Leben erzählen, daraus entstehen dann zwei Folgen.

Mich bewegen Menschen, Lebenswege, Leidenschaften.

Wenn Sie einen starken Eppendorf-Bezug und etwas Interessantes zu erzählen haben, das in diesen Podcast passen könnte, dann schreiben Sie mich an unter tetje@tetje.com.

Ich freue mich auf Sie - ob im Publikum oder mit am Mikrofon.

Ihr Tetje Mierendorf

Transkript anzeigen

00:00:02: Moin, hier ist Alster Ego.

00:00:09: Der Podcast aus Eppendorf, für Eppendorf und alle, die gern so tun, als würden sie hier wohnen.

00:00:18: Ich bin T.Jemirendorf, euer Tour Guide durch Cafés, Boutiquen, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.

00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol, High Heels auf Gummistiefeln und ihr seid mitten drin.

00:00:34: Also Kopfhörer rein, Ego raus.

00:00:36: Es ist

00:00:37: Alster Ego Zeit.

00:00:40: Herzlich willkommen

00:00:41: zu unserer mittlerweile fünften Ausgabe von Alster Ego hier im Mansis.

00:00:50: Wie man uns schwer hören kann, wieder mit Live-Publikum.

00:00:53: Ich habe heute wieder einen wunderbaren Gast hier bei mir sitzen.

00:00:57: Ja, der selbst hat, glaub ich, noch keinen sitzen.

00:00:59: Nein, er bleibt noch beim alkoholfreien Bier im Moment.

00:01:03: Mein erster Gast, korrigiere mich, wenn ich falsch lege.

00:01:07: Du bist Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg-Nord.

00:01:12: Ist das richtig?

00:01:13: Genau, Regionalsprecher für den Bereich Eppendorf und Winterhude.

00:01:17: Und dein Name ist Karsten Gerloff.

00:01:22: Aber der Titel ging ja eigentlich noch weiter.

00:01:25: Der Titel geht dann nicht mehr weiter.

00:01:26: Es kommt dann noch der nächste Sprecher dazu, weil ich auch noch Sprecher für Bildung und Kultur bin für den Bereich Hamburg-Nord.

00:01:33: Oha.

00:01:33: Für die SPD-Bezirksfraktion.

00:01:35: Ja.

00:01:35: Für die SPD-Bezirksfraktion.

00:01:38: Sprecher für Bildung und Kultur.

00:01:39: Ja.

00:01:40: Sieht man dir gar nicht an.

00:01:43: Nein, ich darf so mit ihm reden.

00:01:44: Wir kennen uns mittlerweile seit Bummelig-Fünfund-Reißig-Jahren, glaube ich.

00:01:48: Wir haben uns als kleine Kinder kennengelernt, genau, ja.

00:01:50: In der

00:01:50: Sandkiste quasi, ich weiß.

00:01:52: Ja.

00:01:53: Man sieht uns das an, dass wir noch eigentlich sehr jung sind.

00:01:56: Also, thirty-fünf würde man uns auch gar nicht glauben.

00:01:58: Nein, wir kennen uns seit, ich glaube, im Jahr zweiundneunzig.

00:02:01: Und zwar haben wir in einem der damals nicht so sehr beliebten Gebäude zusammengearbeitet.

00:02:06: Und zwar war es die neue Flora, ne, neunzehnneunzig war

00:02:10: es.

00:02:11: Die neue Flora, wo damals das Phantom der Oper spielte.

00:02:14: Und wir waren zusammen am Einlass und haben da Karten eingerissen und Leute auf ihre Plätze gebracht.

00:02:21: Da haben wir uns kennengelernt und haben uns immer wieder mal in diesem Theater auch lustigerweise getroffen.

00:02:28: Das stimmt, das stimmt.

00:02:30: Tatsächlich dann irgendwann mal, was du auch endlich mal als Darsteller bei uns auf der Bühne ... Das

00:02:34: ist eine andere Geschichte.

00:02:35: Das war eure

00:02:37: erste gemeinsame Rolle, nicht?

00:02:40: An der Tür zusammen.

00:02:40: Und wir waren sehr, sehr, sehr gut.

00:02:43: Die

00:02:43: zweite Stimme, die wir eben im Mikro gehört haben, das ist Marthe Friedrichs.

00:02:46: Sie ist die Betreiberin des ehemaligen Mont-Marthe, das Kabarett hier in der Tapenbeekstraße, Ecke-Lock steht der Weg.

00:02:53: Und mit ihr mache ich den Podcast, der in zwei Wochen herauskommt.

00:02:57: Aber sie ist natürlich hier auch schon da, weil wir jetzt an diesem Abend zwei Podcasts aufzeichnen.

00:03:01: Ja, Karsten, wir haben zusammen an der Tür gestanden und damals noch nicht gedacht oder gewusst, dass wir uns so lange noch über den Weg laufen, immer mal wieder an unterschiedlichen Stellen.

00:03:11: Bevor wir zu deiner Tätigkeit als SPD-Politiker kommen, was ja, glaube ich, ein sehr abenfüllendes Thema ist, würde ich erst mal gerne ein bisschen dein Lebenslauf ab.

00:03:22: Arbeiten, wenn man das so sagen darf.

00:03:24: Du kommst ja ursprünglich nicht aus Eppendorf.

00:03:26: Du wurdest geboren in, darf man das sagen?

00:03:28: Ich wurde geboren in hohen Felde im wunderbaren Marienkrankenhaus, immerhin schon im Bezirk Hamburg Nord.

00:03:35: Aber meine Eltern haben beide am Asselbruckbahnhof gewohnt, also im noch schöderen Hamm-Nord.

00:03:44: Und ja, ich kenne alle Witze über Hamm, die sich darauf reiben.

00:03:47: Es war viel, viel schöner.

00:03:50: Nein, das machen wir nicht.

00:03:52: Wie weiß immer noch, Bill steht Hamm und Horn, er schuf der Liebe Gott im Zorn und so was.

00:03:57: Das hörte man immer zum Thema Hamm.

00:04:00: Und dann gibt es ja auch noch die Geschichten von Hamm Süd und von der Süderstraße und alles.

00:04:05: Das wurde alles immer sehr in einen Topf geworfen, aber wir waren auch nette Menschen da in Hammnott.

00:04:09: Also ich kenne das von Freunden, die gesagt haben, auch in der Süderstraße gab es sehr nette Menschen.

00:04:14: Von mir selbst weiß ich das natürlich nicht.

00:04:16: Die haben dann auch immer angesprochen und wollten dann irgendwie Geschäfte machen.

00:04:19: Ja, genau.

00:04:20: Aber gut, das ist ein anderes Thema.

00:04:21: Wer da nicht weiß, wovon wir sprechen, kann hier mal googlen, hat irgendwas mit horizontalen ... horizontalen Tätigkeiten zu tun, wie auch immer.

00:04:30: Ja, und du bist dann auch ziemlich schnell ... oder ziemlich schnell hast du gemerkt, dass du eigentlich am Theater bleibst.

00:04:36: Oder zumindest im Unterhaltungsbereich.

00:04:37: Du hast ja ... Wenn ich mich recht erinnere, auch eine Ausbildung als Rettungssanitäter, ist das richtig?

00:04:44: Genau, ich habe meinen Zivilienstehms damals noch gemacht bei der Firma Garatissi damals.

00:04:50: Jetzt ist es Falk, die fahren auch immer noch durch Hamburg, ist Krankentransport- und Rettungsdienst und da ist man dann zum Rettungssanitäter ausgebildet worden.

00:04:58: Und das hab ich dann, ich glaube, wir mussten noch einundzwanzig Monate Zivildienst machen.

00:05:03: Hab danach auch noch ein bisschen weitergearbeitet, weil wir die großen Vorteile hatten, dass wir irgendwann am Ende meines Zivildienstes die Konzertdienste in einer großen Freiheit im Docks und in einer Sporthalle Hamburg übernehmen durften.

00:05:15: Und auch in der Jahr two-neunzig das wunderbare Michael Jackson-Konzert im Volksparkstadion betreuen durften.

00:05:20: Wow.

00:05:21: Michael selbst?

00:05:23: Michael selbst durfte ich aus zwanzig Meter Entfernung sehen.

00:05:27: Dann kam ein sehr großer, sehr stark wirkender Security-Mensch, der uns auf Englisch sagte, dass wir jetzt hier wirklich nicht weitergehen durften und wir ihn nur fragten, ob das da Michael Jackson wäre, der da längst gegangen ist.

00:05:38: und er sagte ... Ja, deswegen dürfte ich jetzt hier nicht weitergehen.

00:05:42: Schade.

00:05:43: Damals gab es aber auch noch keine Handys, mit denen man hätte Fotos machen können.

00:05:46: Deswegen war es ein bisschen schade, genau.

00:05:48: Das heißt, du hast eigentlich dein Zivildienst dafür genutzt, oder ich fasse das mal anders zusammen, dein Zivildienst bestand darin, Konzerte zu besuchen?

00:05:55: Mein Zivildienst bestand am Abend nach zwölf Stunden Krankentransporten machen.

00:06:00: Darin noch Konzerte zu besuchen.

00:06:01: Das war sozusagen das ... Später im Anschluss

00:06:04: nach?

00:06:04: Im Anschluss nach.

00:06:05: Wir hatten das noch nicht so mit Arbeitszeit gesetzt und so.

00:06:08: Das galt auch nicht für Ziviliensteleisten.

00:06:09: Einmal

00:06:12: ein kollektives ... Wir

00:06:12: müssen.

00:06:13: ein bisschen Mitleid, hätte ich jetzt gerne gehabt.

00:06:14: Bitte.

00:06:16: Danke schön.

00:06:17: Das erklärt

00:06:17: aber viel.

00:06:18: meiner spätere Laufbahn dann.

00:06:22: Ja, das erklärt so einiges.

00:06:24: Okay.

00:06:26: Nein.

00:06:27: Was war die Frage?

00:06:28: In der Politik verdient man besser war die Frage, dadurch, dass ich das auch nur ehrenamtlich mache.

00:06:33: Also wenn ich das hochrechnen würde auf die Stunden, dann ist das nicht sinnvoll.

00:06:38: Das macht man auch Spaß.

00:06:40: Ich finde auch gut, dass du das gleich am Anfang sagst, dass du für deine politische Arbeit kein Geld bekommst.

00:06:44: Ich hatte mir eigentlich für dieses Format mal auf die Fahnen geschrieben, weder Politik noch Religion hier zu thematisieren.

00:06:50: Bei der nächsten Aufzeichnung habe ich übrigens ein Passort dabei.

00:06:54: Also, hat wunderbar funktioniert.

00:06:57: Aber bevor wir jetzt dir jetzt eine Generalschuld geben für eine Menge Sachen, die hier in Eppendorf passieren, finde ich es gut, dass du sagst, du bekommst zumindest kein Geld dafür.

00:07:04: Eine Aufwandsentschädigung, aber die rechnet sich nicht.

00:07:07: Das machen wir genau.

00:07:08: Kein Geld stimmt auch nicht, aber es ist eine wirklich ... Man kriegt ein bisschen was dafür.

00:07:15: Und Anerkennung.

00:07:16: Und Anerkennung und Freude und Spaß.

00:07:21: Und hoffentlich irgendwann Weltfrieden.

00:07:23: Das ist das nächste Projekt.

00:07:24: dann, ja.

00:07:25: Aber wir kommen noch mal zurück zu deinem Werdegang.

00:07:28: Wir bleiben mal am Theater.

00:07:29: Dann hast du nach deinen ganzen Michael Jackson-Konzerten oder dem einen, wo du ihm nicht zu nahe kommen durftest, gedacht, okay, der Unterhaltungsbereich ist genau mein Ding.

00:07:38: Ich bleib dabei.

00:07:39: Wie ging es dann weiter für dich?

00:07:41: Das ging tatsächlich mit dem Unterhaltungsbereich noch ein bisschen früher los, weil meine Eltern beide Statisten an der hamburgischen Staatsoper waren und mich da als Kind auch immer schon mitgenommen haben und ich als kleiner Junge dann an der Hand einer Ankleiderin an der Seite stand und ganz beeindruckt war von diesem Riesenhaus, dieser Riesenbühne und ... und dieser Musik, die da irgendwie passierte.

00:08:02: Und mein Vater hat mich dann auch irgendwie überredet, dass ich das doch auch machen könnte als Statist und hab dann von, ich glaube, vierzehn weich, vierzehn halb.

00:08:10: habe ich dann da als Statist auf der Bühne gestanden, war ein fantastischer Engel in Hänsel und Gretel, der die Treppe untergegangen ist, falls das schon mal jemand gesehen ... Es gibt da wirklich ... Mein Vater hat natürlich Fotos davon gemacht, mit denen kann man mich heute noch erpressen mit den Fotos.

00:08:25: Aber das war ein tolles Erlebnis, dass irgendwie vier, fünf Jahre neben der Schule konnte man das gut machen zu machen und dann da auch ... Auf einmal mit Leuten wie Pavarotti, Domingo und Co.

00:08:36: auf der Bühne zu stehen und das mitzukriegen.

00:08:39: Dadurch kam der erste Schwung ... Hast du das

00:08:43: als Kind mitbekommen, wer daneben steht?

00:08:46: Wusstest du, um die Tragweite ist Pavarotti?

00:08:49: Ich glaube, ich hab es noch nicht so richtig gemerkt.

00:08:52: Man wusste schon, dass das ein echter Star war.

00:08:55: Aber es war irgendwie so normal, weil man ja zusammen hinter der Bühne war und auch mit den ganz normalen ... Kollege zu Kollege gesprochen hat.

00:09:04: Deswegen war das, das war keiner, der so oben drüber pflegte, sondern das waren halt einfach nette Menschen.

00:09:11: Und das war toll.

00:09:13: Und wenn man das so hinterhergegeben und erzählt hat, dann kam, war es mit Pavarotti und dachte, ja.

00:09:18: Und dann hat es dir ja auch kein Handy dabei, man konnte keine Selfies machen.

00:09:22: Nein.

00:09:22: Okay, dann war's da ne Staatsgruppe.

00:09:24: Haben sich deine Eltern da kennengelernt?

00:09:27: Nee, die haben sich vorher schon kennengelernt.

00:09:29: Das war eine etwas merkwürdige Konstellation.

00:09:33: Weil mein Onkel und meine Tante ... Also, meine Tante ist die ... Als Schwester meiner Mutter hat den ... Noch

00:09:41: mal von vorne.

00:09:41: Was?

00:09:44: Genau.

00:09:44: Meine Tante ist ja die Schwester meiner Mutter.

00:09:47: Das ist ja meistens so.

00:09:49: Und die hatte den Bruder meines Vaters geheiratet.

00:09:52: Und darüber haben sich meine Eltern damals kennengelernt.

00:09:57: Deine Tochter ist eigentlich deine Großtante.

00:09:59: Genau.

00:10:00: Und nein, wir hatten keine Haustiere.

00:10:05: Okay, so haben die sich... Ach, das ist ja eine süße Geschichte eigentlich.

00:10:08: Ja, genau.

00:10:09: Deswegen ist die Familie sehr klein und kompakt, aber das ist ja auch nicht im Stil.

00:10:13: Aber man braucht

00:10:13: ja auch nicht so viele neue Namen, das ist ja ganz gut eigentlich.

00:10:15: Ja, genau.

00:10:17: Und so hat nicht so viele Weihnachtsgeschenke.

00:10:19: Ja.

00:10:20: Okay, dann bist du also am Theater geblieben, hast du als Statist an der Staatsober gearbeitet und dann bist du so langsam in den Theaterbetrieb reingewachsen.

00:10:28: Genau.

00:10:29: Okay, und dann haben wir uns ja im Phantom eben kennengelernt und haben ja auch das eine oder andere Mal dann unseren Verdienst des Abends auch direkt umgesetzt.

00:10:39: Ja.

00:10:40: In der einen oder anderen Bar.

00:10:41: Ja, da gab es da nie immer welche, wo wir sehr, sehr gerne waren.

00:10:45: Ich erinnere mich doch, ich glaube, das Markanten.

00:10:46: Das Markanten, ja, genau.

00:10:49: Ja, die haben gut von uns profitiert.

00:10:52: Genau, und dann hatten wir, wir hatten immer so Aufkleber, kennt euch immer diese Phantommaske, die hatten wir immer... Wir haben damals nichts gestellt bekommen.

00:10:59: Wir mussten einfach uns schwarze Klamotten kaufen.

00:11:01: Die haben wir dann angezogen und dann mussten wir diesen Phantomaufkleber auf die Brust kleben.

00:11:05: Und nach der Vorstellung sind dann immer die ganzen Gäste zu uns gekommen und haben uns dieser Aufkleber abgerissen, die man eigentlich auch am Souvenirstand hätte kaufen können.

00:11:12: Mir gab es eben nicht, am Souvenirstand zu kaufen und deswegen konnten sie uns teilweise auch Geld geboten, dass sie diesen wahnsinnig tollen Aufkleber kriegen konnten.

00:11:20: Ich hab

00:11:21: die Maum sonst weggegeben.

00:11:23: Ich auch.

00:11:25: Natürlich.

00:11:25: Ja.

00:11:26: Und es gab teilweise Diskotheken in Hamburg, wo Wände waren, wo überall diese Phantomaufkleber klebten.

00:11:32: Es war, glaube ich, auch unter anderem das Madhouse, wo die dann klebten und solche Sachen.

00:11:36: Man muss dazu ja sagen, damals war ja wie gesagt die neue Flora nicht gerade das beliebteste Gebäude.

00:11:40: Es gab ja viele Demonstrationen in Altona Nord, Stichwort Geentrifizierung.

00:11:44: Ich bin froh, dass ich das Wort sauber über die Lippen bekommen habe.

00:11:47: Und da waren ja viele Demonstrationen.

00:11:50: Ich erinnere mich, dass damals auch noch Polizei patrouillierte, ums Haus herum mit Schäferhunden, wer etlose Bombendrohungen hatten damals.

00:12:01: Wir durften das eigentlich gar nicht, aber wir haben ja immer dann die Taschen kontrolliert.

00:12:06: Und haben da auch sehr, sehr viele Gummibärchen erstaunlicherweise immer wieder gefunden.

00:12:10: Gummibärchen scheint für Zuschauer im Musicaltheater eines der Grundnahungsmittel zu sein, habe ich damals festgestellt.

00:12:16: Ja, das war insgesamt interessant, was man in den Taschen fand.

00:12:20: Und es war, man muss ganz ehrlich sagen, es war auch interessant, dass man als Musical-Besucher, dass da lustige Schüler standen, die sagten, so jetzt machen sie mal die Tasche auf, die gucken wir mal durch, und wir die natürlich auch liebevoll durchwühlt haben.

00:12:33: Das wurde aber auch einfach ... Einfach so hingenommen, das war einfach in Ordnung.

00:12:37: Und das waren halt auch damals im ersten Jahr, war das da Anzug, Smoking, Abendkleid und Tasche.

00:12:43: Und dann sind lustige Menschen in schwarzen eigenen Klamotten mit so einem Aufkleber und sagen so ... Tasche her.

00:12:50: Und es hat funktioniert.

00:12:52: Ja,

00:12:52: das war wirklich erstaunlich.

00:12:53: Es wäre schön, wenn es noch so wäre.

00:12:56: Als man noch illegal Taschen durchführen durfte.

00:12:59: Nein,

00:13:01: ernst genommen werden, das war ... Ja, gut, das stimmt.

00:13:03: Okay, und dann bist du also am Theater geblieben, hast dann der nächste Schritt.

00:13:08: War denn der nächste von der Tür vom Einlass?

00:13:11: Der nächste von der Tür vom Einlass war dann nachher in die Gastronomie und zu unserer fantastischen Cocktail-Bar, die wir da hatten.

00:13:20: Und dann ging es so langsam los, dass ich ... dass Abteilungen, in denen ich war, outgesourced oder geschlossen worden sind und nicht so ein Weg der Verwüstung hinter mir hergezogen habe.

00:13:34: Ich

00:13:34: finde, du gehst jetzt.

00:13:34: Danke schön.

00:13:39: Das ist jetzt der letzte Podcast.

00:13:40: Aber fünf Folgen waren auch toll.

00:13:44: Dieses Vorderhaus ist dann outgesourced worden, eine Fremdfirma.

00:13:48: Zu der wollte ich nicht gehen, sondern wollte da am Theater bleiben.

00:13:53: Dann war an der Theaterkasse eine Stelle frei.

00:13:55: Das war ein etwas härterer Kampf mit unserem Geschäftsführer, der das nicht so wollte, sondern uns alle loswerden wollte, worum auch immer.

00:14:02: Aber dann bin ich da gelandet, bin dann irgendwann stellvertretender Kassenleiter und auch Kassenleiter geworden.

00:14:09: Bis dann Corona kam.

00:14:10: Lass mich raten, die Kasse hat dann zugemacht.

00:14:13: Ja, es kam dann Corona.

00:14:14: Und mein Arbeitgeber hat dann beschlossen, dass ein Theater keine Theaterkasse braucht, dass das völlig unflug

00:14:22: wäre.

00:14:23: Und dass man das alles digital machen könnte.

00:14:26: Und wenn es ein Problem gibt, dann kann man halt so ein Servicepoint bei dem Fremdienstleister machen und dann ist auch alles gut.

00:14:31: Zack, die nächste Abteilung weg.

00:14:33: Und mittlerweile zittern meine beiden Kollegen im Künstlerischen Betriebsbüro, weil dann bin ich da hingegangen, dass ... Dass der Nächste wird und ich warte drauf, was meine Geschäftsführerin zu mir sagt, wo ich dann hinversetzt werde, was sie denn noch los werden möchte oder so.

00:14:49: Aber das schaffe ich jetzt seit thirty-fünf Jahren, das ist doch ganz gut.

00:14:52: Was war denn dein erstes Stück, das du im künstlerischen Betriebsbüro betreut hast?

00:14:57: Mein erstes Stück, was ihr im künstlerischen Betriebsbüro betreut hast, passt gerade jetzt zu der Zeit, war Wicked.

00:15:03: Wicked?

00:15:03: Ja, in einer neuen Szenierung mit einem nicht so talentierten britischen Regisseur, aber ... Das ist ja meine persönliche Meinung.

00:15:13: Dafür hatten wir eine fantastische Cast und das hat das Ganze schon rausgeholt.

00:15:20: Okay, und wie lange lief das?

00:15:22: ein Jahr?

00:15:24: Wicket lief ein gutes Jahr.

00:15:25: Genau, es war so ein bisschen gestückelt dank Corona, dass wir erst unter Corona-Bedingungen geprobt haben, dann nochmal wieder ... Ich glaube, drei, vier Monate zugemacht haben, bevor wir wieder Premiere hatten und dann noch mit wirklich so schachbrettartigen Saal und allem und so was.

00:15:42: Das war schon spektakulär.

00:15:44: Das ist ja ein Riesenbetrieb.

00:15:46: Also, es werden ja acht Shows pro Woche gespielt.

00:15:49: Jede Rolle ist dreifach besetzt.

00:15:51: Gibt es da besondere Erlebnisse mit Darstellern zum Beispiel, die kurz vor knapp Absagen oder während der Vorstellung ausfallen?

00:16:02: Also mir ist das ja einmal passiert.

00:16:03: Da hatte ich Mama Mia gespielt in der neuen Flora mit dir im künstlerischen Betriebsbüro und ich hatte dann so ein leichtes Hüsteln.

00:16:11: Ich habe gedacht, was ist das denn?

00:16:12: Na gut, nicht schlimm.

00:16:13: Und dann sagte dann der Kollege zu mir, sag mal, hast du mal einen Test gemacht?

00:16:17: Und dann habe ich mir dann so einen Corona-Test geholt und tatsächlich, ich war positiv und dann musste die Show unterbrochen werden.

00:16:23: Und ein Kollege hat dann für mich übernommen.

00:16:25: Obwohl es mir wunderbar ging, ich hab nur ein bisschen wie gesagt, Heizkratzen gehabt.

00:16:28: Aber es ist ja auch eine enorme Gefahr.

00:16:30: Das ist ein riesiger Betrieb, und wenn da dann auch einmal alle krank sind, kann das ja in die Millionen gehen.

00:16:35: Ja, während Corona sind zwischendurch sehr, sehr wenige Schoß, aber auch Schoß ausgefallen, weil einfach auch aus dem ganzen technischen Betrieb zu viele krank waren.

00:16:48: Wir hatten eine Variante, wo wir ... Keine Elfarbar mehr hatten.

00:16:55: Die Hauptrolle?

00:16:55: Genau.

00:16:57: Wo halt eine Kollegin sagte, naja, sie könne es spielen, aber ihre Stimme ist weg, sie kann nicht singen.

00:17:03: Eine lag mit Corona, glaube ich, zu Hause im Bett.

00:17:06: Eine war im Urlaub irgendwo tief in Spanien.

00:17:09: Und dann gab es die große Idee, dass wer eine Darstellerin, die es auch schon mal gesungen hat ... vorne an die Bühnenkante stellen, so ein bisschen wie in der Oper, wo man die dann in der Orchestergaben stellt und die singen und jemand anders spielt.

00:17:22: Und wir haben es so kurz versucht.

00:17:23: Und dann kam aber noch ein paar Krankheitsfälle dazu, dass wir gesagt haben, es wäre bestimmt eine sehr, sehr, sehr spannende Aufführung geworden.

00:17:32: Aber wir haben es dann doch gelassen.

00:17:33: Aber ansonsten haben wir so diese kurzfristigen Umbesetzungen, das haben wir schon gerne mal.

00:17:38: Ist es eine besondere Aufgabe im künstlerischen Betriebsbüro zu arbeiten?

00:17:42: Also ich kenne es noch von früher so aus einigen Erzählungen, dass es gerade mit sehr sehr jungen Darstellerinnen oftmals Probleme gibt, die dann in ein fremdes Land kommen und ihre erste Wohnung vielleicht haben, vielleicht sogar direkt aus dem Elternhaus gezogen sind und erstmal mit dem Leben an sich überfordert sind.

00:17:58: Müsst ihr da auch immer so ein bisschen Nanny spielen für die Leute?

00:18:01: Es ist so ein bisschen so.

00:18:02: Ich würde es gar nicht so problemen, denn das klingt so negativ.

00:18:05: Das ist so ein bisschen ein Vorteil.

00:18:06: Meine Tochter selber ist jetzt, ist jetzt achtzehn.

00:18:08: Und wenn ich eine Darstellerin oder ... Die ist schon achtzehn, ja.

00:18:12: Ja, letzte noch fünfzehn.

00:18:14: Ja.

00:18:15: Ich bin ja aber auch erst ... Ich weiß es nicht mehr genau.

00:18:20: Wenn man da eine Darstellerin oder ein Darsteller vor sich stehen hat, der Anfang zwanzig ist, dass irgendwie aus Großbritannien aus den USA kommt und dann auf einmal ... in dieses deutsche Behörden- und Krankenversicherungssystem kommt, wo man selber denkt, ja, man, da gehst du dahin, da machst du das, das ist doch kein Problem.

00:18:39: Krankenversicherung machst du das, das kann doch nicht so schwer sein.

00:18:43: Wenn man sich dann vorstellt, das ist irgendwie die eigene Tochter, die jetzt im fremden Land ist und alles neu hat, die würde sich jetzt auch freuen, wenn man das einfach mit offenen Armen aufnimmt und sagt, klar, helfe ich dir, wir hatten bei Wicked eine Darstellerin.

00:18:57: Die war ganz erstaunt, dass ihre ganzen Unterlagen immer nicht bei ihr ankamen.

00:19:02: Und die sagte dann irgendwann mal zu mir, ja, sie wusste nicht, wie sie sich anmeldet.

00:19:06: Dann bin ich mit ihr hier zu unserem wunderbaren Bezirksamt gegangen und hab das alles gemacht.

00:19:11: Habt ihr

00:19:11: gehört zu unserem wunderbaren Bezirksamt?

00:19:15: Ja.

00:19:15: Und dem wunderbaren Einwohneramt hier auch.

00:19:19: Ja.

00:19:22: Und die sagte dann, als wir rausgingen, als sie dann angemeldet war, sagte sie, oh, Carsten, das ist so toll.

00:19:28: Endlich kann ich Post kriegen.

00:19:30: Und dann hab ich sie angeguckt und hab gesagt, wieso kannst du jetzt Post kriegen?

00:19:33: Ja, jetzt bin ich ja angemeldet.

00:19:35: Ich so, aber du hast doch einen Brief, Carsten, und sie, ja, aber da durfte ich meinen Namen doch nicht ranmachen, ich war doch noch nicht angemeldet.

00:19:43: Das erklärte auch viele andere Fragen, die sie hatte, warum Sachen nicht angekommen sind bei ihr, wie eine Steueridentnummer und so was.

00:19:50: So was hat man dann?

00:19:51: und dann denkt man sich, jetzt haben wir es ja.

00:19:55: Jetzt haben wir es ja.

00:19:56: Na Gott sei Dank.

00:19:57: Würdest du wieder in diesen Beruf gehen?

00:19:59: Also ist fünsterisches Betriebsberuf für dich etwas, wo du sagst, ja, dafür stehe ich morgens oder mittags, je nachdem, wann ihr anfangen

00:20:06: müsst,

00:20:07: dafür stehe ich gerne auf.

00:20:09: Wir fangen unmenschlich früh um zehn an.

00:20:11: Das muss man einfach so sagen.

00:20:13: Das ist sehr, sehr, sehr früh.

00:20:17: Ja, das würde ich noch mal machen, weil es eine tolle Mischung ist aus der Tätigkeit selber, die man da macht und dadurch, dass man einfach vielen unterschiedlichen Menschen zusammen ist, wo zwischendurch auch mal welche dabei sind, wo man dann auch froh ist, wenn der Vertrag nach einem Jahr endet.

00:20:37: Aber ich sag mal, neunzig Prozent plus doch irgendwie eine tolle Erfahrung einfach sind.

00:20:45: Und gibt es auch Lieblingsdarsteller aus deiner Zeit da?

00:20:49: Ja, wir hatten bei Mama Mia einen der Väter.

00:20:52: Der war ganz, ganz, ganz toll.

00:20:53: Ich kann mich an den Namen aber nicht mehr so richtig...

00:20:56: Pass auf, was du sagst.

00:20:57: ...ich

00:20:57: erinnern.

00:20:58: Was, ich glaube, der ... Nee, attitumieren, bevor das, glaube ich, der war toll.

00:21:03: Der war immer sympathisch.

00:21:05: Der war auch zu uns im Betriebsberuhemmer wahnsinnig nett.

00:21:07: Ja, und hatte immer eure leeren ... Nee, immer eure bunten Teller leer gegessen,

00:21:11: ne?

00:21:12: Ja, aber der konnte sie auch vertragen.

00:21:15: Mhm.

00:21:15: Mhm.

00:21:17: Gut, hier kommen wir zu einem anderen Thema.

00:21:19: Ich höre Husten aus der Ecke hierhin.

00:21:22: Und kein Tag ist wie der andere.

00:21:24: Ja.

00:21:25: Es ist nie langweilig.

00:21:27: Das stimmt.

00:21:29: Das glaube ich wohl, ja.

00:21:31: Ja,

00:21:31: und es macht einfach, wie gesagt, die meiste Zeit macht es auch einfach Spaß.

00:21:34: Und das ist toll, wenn man das nach so langer Zeit noch sagen kann, dann ist das nicht der falsche Beruf.

00:21:39: Hattest

00:21:40: du ein Lieblingsstück in der Zeit?

00:21:43: was bei uns war.

00:21:45: Also, Wicked ist ein wirklich, wirklich tolles Stück.

00:21:49: Das erste Mal Tatsan war auch was ganz Besonderes, dieses, das Fliegen, was ich auch sehr mochte, was allerdings eine sehr, sehr große Pleite war.

00:21:59: Nein, nicht Dirty Dancing.

00:22:01: Mozart als Musical.

00:22:03: Das war wirklich toll.

00:22:05: Und, na ja, vierzehn Jahre Phantom waren es am Ende, glaube ich, mit den beiden Varianten, die wir hatten.

00:22:12: Das war auch schon schön.

00:22:13: Phantom war auch so schön, dass ich das als Thema meiner mündlichen Musikabie-Prüfung hatte.

00:22:18: Oh,

00:22:18: wirklich?

00:22:19: Ja, neben der Fuge von Bach hatte ich auch das Phantom Lover.

00:22:22: Welche Fuge

00:22:22: hat ja fünfhundert Stück?

00:22:24: Ja.

00:22:26: Die Fuge allgemein.

00:22:26: Die

00:22:27: Fuge allgemein.

00:22:27: Genau, ja.

00:22:28: Das war so.

00:22:29: das Zweite, weil mein Musiklehrer meinte, von Musical hat er keine Ahnung, irgendwas ernsthaftes müsste ich noch machen.

00:22:33: Und dann hast du chromatische ... Genau.

00:22:38: Fuge

00:22:38: singen, genau.

00:22:39: Vorgetanzt.

00:22:40: Wo getanzt?

00:22:41: Ja, tanzen ist meine Leidenschaft.

00:22:43: Man sieht das dir an.

00:22:44: Danke.

00:22:45: Ein markeloser Körper.

00:22:47: Aber kommen wir jetzt zu einem anderen Thema, das sicherlich viele Eppendorfer im Besonderen auch interessiert.

00:22:52: Du bist ja dein Titel noch mal.

00:22:57: Regional, politischer Sprecher für Eppendorf und Winterfude für die SPD-Bezirksfraktion Hamburg Nord

00:23:03: und

00:23:03: Sprecher für Bildung und Kultur.

00:23:05: Aber auch ... Absolut im Bild, was unsere wunderschöne Designerbaustelle hier in Eppendorf angeht.

00:23:12: Am Eppendorfer Marktplatz?

00:23:14: Ja, also man könnte, ich habe das auch jetzt einer Bürgerin in einer Mail mal geschrieben, wenn es nicht so traurig wäre, könnte man sagen, dass diese Baustelle ein bisschen so wie ein Adventskalender ist.

00:23:30: Weil man jeden Tag ein Türchen aufmacht und einen neuen Weg kennenlernt oder eine neue Absperrbarke kennenlernt.

00:23:40: Oder auch eine neue Verbindung, wie der Hundertvierzener heute fährt, kennenlernt.

00:23:48: Aber es

00:23:49: wird nie langweilig.

00:23:50: Nee, es wird nie langweilig.

00:23:53: Genau.

00:23:54: Und das ist so ein bisschen ... Diese Baustelle ... Treibt ein bisschen in den galben Humor.

00:24:00: Wir wohnen direkt darüber.

00:24:04: Wir können direkt runter gucken und denken so.

00:24:07: Punkt eins.

00:24:07: Das Tolle ist, sie haben bei uns diese Straßenlaterne, die wir direkt vor unserem Wohnzimmer standen und reinschienen.

00:24:13: Die haben sie geschlachtet.

00:24:15: Das ist schon mal was Schönes.

00:24:16: Auf der anderen Seite stößt man sich jetzt mehr, wenn man nachts pinkeln muss.

00:24:20: Der nächste Punkt ist, wie gesagt, es ist jedes Mal eine neue Barke.

00:24:23: Aber man braucht auch keinen Wecker mehr.

00:24:25: Morgens wird man so toll gewachsen.

00:24:27: und zwar von so einem Vibrationsalarm, weil das Haus mal wieder wackelt.

00:24:30: Und man muss sich wundern, wie viele Schichten Asphalt die da so abtragen.

00:24:34: Das ist wahrscheinlich, als würde man so eine alte Wohnung renovieren und fünf, sechs, sieben Schichtentapete darunter kratzen.

00:24:39: Das ist schon Wahnsinn, was da an Asphalt alles zutage kommt.

00:24:44: Ich habe jetzt ein bisschen Angst, dass die da irgendwie noch so prehistorische Sachen finden in der Erde.

00:24:49: Und dass die jetzt erst mal entscheiden, für fünf, sechs, sieben Jahre das Ganze dicht zu machen, um für die Archäologen zugänglich zu halten.

00:24:55: Aber

00:24:56: warst du aktiv in die Planung der Baustelle mit einbezogen?

00:25:01: Das ist jetzt eine Frage, die kann ich mit einem klaren Nein beantworten.

00:25:05: Die Planung, das macht die Behörde für Verkehr und ... Was kann ich sagen?

00:25:12: Die Verkehrsbehörde und der Landesbetrieb Straßen berücken Gewässer.

00:25:17: Die machen sozusagen eine Planung.

00:25:20: Die stellen sie dann einmal in der ... Das

00:25:22: merkt man gar nicht.

00:25:24: Ja, ich kann da noch einen draufsetzen, dass die dann auch eine Planung, wie das Ganze ausgeschildert wird und an die Bürgerinnen und Bürger kommuniziert wird.

00:25:41: haben die auch behauptet, dass sie das gemacht hätten.

00:25:44: Das wird im Regionalausschuss einmal vorgestellt.

00:25:46: Das ist die Schlussverschickung, dann kann man da noch mal Anmerkung zu machen.

00:25:52: Was man besser machen könnte, das wird oft nicht so ernst genommen, weil natürlich jemand, der das plant, klar, richtiger Stadt- oder Straßenplaner, der weiß fachlich mehr als ich persönlich, aber ... Wenn man da sitzt und sagt, das klingt für mich irgendwie komisch, überdenkt das doch noch mal, oder achtet darauf, dass das vernünftig kommuniziert wird, dann wurde einem da von den Vertretern vom Landesbetrieb gesagt, das müssten wir jetzt ja mit denen nicht erklären, das wüssten sie schon selber, dass sie das können.

00:26:28: Und wir sollten jetzt einfach mal ruhig sein.

00:26:32: Das war irgendwann im letzten Jahr.

00:26:35: Und wir sehen jetzt, wir sehen jetzt halt, was passiert ist.

00:26:38: Und was wir jetzt gemacht haben, was man halt so ein bisschen noch das wenige, was man dann aus der Bezirkspolitik machen kann, ist, dass wir jetzt im letzten Regionalausschuss nochmal einen Antrag abgestimmt haben, dass die Behörde sich das bitte alles nochmal genau angucken soll und dass auch der HVV sich das angucken soll und auch berichten soll, was sie verbessern sollen und dass man auch vernünftig über die Straße kommt.

00:27:01: Also ich hatte es, ich glaube, vor drei, vier Wochen.

00:27:04: Vorne direkt am Eppendorfer Marktplatz.

00:27:07: Wenn man versucht hat, von der Eppendorfer Landstraße auf die andere Seite zu kommen, dann stand man da und dachte so, da drüben sind nur Barken.

00:27:17: Ich seh da hinten eine kleine Lücke.

00:27:18: Das könnte sein, dass ich da rüberkomme.

00:27:20: Es gab zwar keine Ampel so richtig mehr, aber man hat sich dann, weil der Verkehr ja auch komisch umgeleitet war, hatte man dann gedacht, hier ist eine Lücke, hier kann ich mich mal durchtrauen.

00:27:29: Und stand dann auf der anderen Seite, ging durch diese Lücke der Barken durch und stand vor der nächsten Barke.

00:27:34: Und da hat so gedacht, Puh, was ist denn jetzt, wenn ich im Rollstuhl sitzen würde, ein Rollator dabei hätte, ein Kinderwagen dabei hätte, oder einfach nicht gut laufen kann, Was wär denn dann, dann würde ich hier stehen und würde mich weinend auf den Boden werfen und sagen, das wär's jetzt.

00:27:52: Und das ist halt, natürlich kommt das auch auf, kriegen wir das nicht nur mit, nicht nur selber mit, sondern mit uns wird ja auch gesprochen.

00:28:01: Und deswegen haben wir das nochmal gemacht.

00:28:02: Wir sind mal gespannt, ob es denn jetzt besser wird.

00:28:07: Ich bin auch sehr entschuldigen.

00:28:09: Genau das hab ich erlebt, dass die weinend da gesessen haben und mir erzählt haben, Sie müssten doch und Sie könnten doch kaum laufen und dass diese Strecken und dann wissen Sie nicht, wo der Bus hält und müssen sonst wie schon ab vorher aussteigen, dass das also sehr schlecht organisiert ist.

00:28:30: Wir haben hier ja nun wirklich enorm viele ältere Menschen ruhen, dass das überhaupt nicht bedacht

00:28:36: worden

00:28:37: ist.

00:28:37: Das merkt man sehr deutlich.

00:28:40: Ja, absolut.

00:28:41: finde ich auch.

00:28:41: Und schwierig ist auch, wir müssen auch wahnsinnig aufpassen, wenn wir bei uns zum Beispiel aus der Haustür treten, müssen wir erstmal links und rechts gucken, sonst wird man ja nichts gegen Lastenräder im Allgemeinen.

00:28:51: Aber die haben ja nun doch eine gewisse Breite und auch ein gewisses Tempo.

00:28:55: Es kann zum Teil wirklich lebensgefährlich werden.

00:28:58: Und es ist wirklich zum Teil so blöd überdacht.

00:29:01: Also ich frage mich auch, was so schwierig daran ist, ein Schild aufzustellen.

00:29:05: Radfahrer bitte an dieser Stelle am Flaschenhals der Straße.

00:29:08: Absteigen.

00:29:09: Ich weiß nicht, was daran so schwierig ist.

00:29:14: Und wir haben auch immer, wenn wir zuständige Leute mit irgendwie einem Clipboard unten stehen sehen, sind wir immer runtergegangen und haben gefragt, wie sieht das denn aus?

00:29:21: Und dann gesagt, nein, gewöhnen Sie sich dran.

00:29:23: Das ist nun mal gerade so.

00:29:24: Wir stellen da kein anderes Schild hin.

00:29:26: Da steht ja schon ein Schild, das Fußgängervorrang haben und Radfahrer sich dem anzupassen haben.

00:29:32: Aber ich kann nicht begreifen, warum man so was in Kauf nimmt.

00:29:36: Genauso eine Garagenausfahrt.

00:29:37: Man hat keine Chance, irgendetwas zu sehen.

00:29:39: Wir sind in der glücklichen Lage, da eine Garage zu haben.

00:29:41: Und jedes Mal, wenn ich rausfahre, warte ich, bis ein Passant kommt, den ich dann bitte für mich zu gucken, ob alles frei ist.

00:29:48: Anders kann man da nicht rauskommen.

00:29:50: Und noch eine kurze Anekdote.

00:29:52: Andere Leute, die in der Garage unten einen Platz hatten, haben mal ein Spiegel angebracht.

00:29:56: Der war aber nicht zulässig.

00:29:58: Es gab rein physikalische überhaupt keine Möglichkeit, dass die Sonne irgendwie hätte blenden können.

00:30:03: Aber nein, das war ein Eingriff in den Straßenverkehr.

00:30:06: Dann denke ich mich, wie viele Hunde, Kinder, was weiß ich, müssen wir erst umfahren, damit so eine Kleinigkeit ein Spiegel auf eigene Kosten genehmigt wird.

00:30:19: Und da stehen wir uns, glaube ich, bürokratisch oftmals einfach so dermaßen selbst im Weg.

00:30:25: Und was ich auch ehrlich gesagt nicht verstehen kann, ist, dass so viele Baustellen gleichzeitig stattfinden.

00:30:31: Wenn ich mir angucke, ist das Fahrsweg, glaube ich.

00:30:36: Schrammsweg ist alles aufgerissen, Kelling-Husenstraße, nirgendwo darf man parken.

00:30:41: Es ist völlig unmöglich.

00:30:43: Ich finde es gut, dass der ÖPNV ausgebaut wird, dass für die Fahrradfahrer was getan wird.

00:30:46: Was ich aber auch nicht verstehen kann, ist, dass man nicht einem holländischen Modell folgt, sondern dass jetzt zum Beispiel die Fahrradfahrer auf einer Spur mit den Bussen sind am Eppendorfer.

00:30:54: Marktplatz, wenn es fertig ist.

00:30:56: Und da keine bauliche Trennung ist durch einen Kammstein oder was weiß ich, es ist doch nur eine Frage der Zeit, bis da der erste Fahrradfahrer oder Fahrradfahrerin von einem Bus umgenietet wird.

00:31:05: Sorry, dass ich so sage, aber ich begreif es nicht.

00:31:08: Ich begreif es nicht.

00:31:10: Und da, da frage ich mich halt wirklich, die gar nicht an dich gerichtet ist, damit ja nichts zu tun.

00:31:14: soweit, aber frage ich mich, was denkt das für, für, für um das vielleicht ein bisschen transparenter zu kriegen.

00:31:20: Was sind das für Entscheidungswege, bis das Ganze schließlich beschlossen wird?

00:31:25: Durch was für Gremien geht das Ganze?

00:31:27: Und sind die Leute wirklich vor Ort?

00:31:29: oder sitzen die selbst auch mal auf einem Fahrrad?

00:31:31: Schleif-Tisch-Täter.

00:31:34: Manchmal hat man tatsächlich das Gefühl, ich glaube, dass sich die Planer in den Bereichen schon mit der Situation im Groben beschäftigen.

00:31:47: Aber wie gesagt, diese Baustelle ist das beste Beispiel.

00:31:50: Dass man dafür eigentlich ausgelacht wird, dass man sagt, achtet auf die Kommunikation.

00:31:54: Es würden ja schon Schild erreichen.

00:31:55: Ich bin jetzt auch aus der Flora hierhergekommen.

00:31:58: Und es steht dann vorne vor dem Bezirksamt, steht irgendwie ein Schild, dass vor sich das Baustelle ab dem und dem Zeitpunkt.

00:32:08: Und ... Und danach ist da noch ein zweites Schild, dass die Schottmüller Straße, dass man da jetzt nicht rechts Richtung bezirksamt abbiegen kann.

00:32:17: Das sind aber die einzigen Schilder.

00:32:20: Deswegen werden hier auch Varianten, wenn man dann hier gerade ausgefahren ist und dachte, ich muss ja irgendwo mal links rum, das ging dann nicht.

00:32:26: Dann ging es aber rechts rum, dann konnte man die ganze Zeit im Kreis fahren den ganzen Tag.

00:32:29: Das war auch eine schöne Idee.

00:32:32: Und da kann ich das ... Total verstehen, wenn man hier wohnt, dass man auch irgendwann einfach wütend wird, wenn man das immer wieder sieht.

00:32:46: Wir haben die Möglichkeit in jedem Regionalausschuss und auch in den Bezirksversammlungssitzungen.

00:32:53: Da ist ein bisschen eingeschränkter in den Regionalausschüssen, dass es da auch eine Bürgersprechstunde am Anfang gibt.

00:32:59: Das ist immer einer der ersten Tagesordnungspunkte, weil jeder Regionalausschuss auch öffentlich ist, wo auch wirklich jeder hinkommen kann.

00:33:06: Und was man auch machen kann, man kann an den Ausschuss eine Eingabe schreiben, dass sich sozusagen mit den Sachen beschäftigt wird.

00:33:14: Da ist es immer sehr hilfreich, wenn man vorher von ... dass irgendeiner Fraktion jemand auch angesprochen hat, weil dann kann man vorher Sachen besprechen und kann auch gucken, ob man daraus vielleicht auch einen Antrag machen kann, dass man da einfach in kleinen Schritten ein bisschen weiterkommt.

00:33:30: Aber da muss ich dann auch sagen, wenn ich dann versuche, diese Pläne zu lesen, die öffentlich zugänglich sind, da sind erstens Begrifflichkeiten und Schraffierungen.

00:33:38: Und hier, gemarkung, IVC ist eine Absenkjungs- ... Polizität, blah, blah, keine Ahnung.

00:33:48: Irgendwelche Ausdrücke, die ich nicht verstehe als Normalbürger.

00:33:51: Und ja, gut, ich würde jetzt nicht sagen, dass mein IQ gerade bei sechzig ist.

00:33:55: Aber ich begreife einfach diese Pläne auch nicht.

00:33:57: Aber was ich da rauslesen konnte, ist, dass wenn alles fertig ist, es zum Beispiel nicht mehr möglich ist, aus der Ludolfstraße rechts abzubiegen in die Kellingusenstraße um in die Innenstadt zu gelangen.

00:34:07: Das bedeutet, wenn die Baustelle fertig ist und wenn ich mit dem Auto in die Innenstadt muss, muss ich über Munzburg fahren.

00:34:14: Wie bekloppt ist das?

00:34:16: Ja.

00:34:20: Du kannst ja den Verkehrsenator auch mal einladen.

00:34:24: Das ist ja... Der kann auch was... Hans-Jax

00:34:26: ist jetzt

00:34:27: auch sehr sympathisch.

00:34:28: Das können wir bestimmt organisieren.

00:34:29: Der freut sich für solche Termine.

00:34:31: Er ist offen

00:34:32: für solche...

00:34:32: Wir haben den auch... Wollten den auch... Ich kann ja... Das Schlimme ist ja, dass... Wenn das fertig ist, wird hier auch noch eine Fernwärmeleitung von ... Hoheluft Richtung ... Don't kill the

00:34:51: messenger.

00:34:54: Wenn

00:34:55: es schon zu ist.

00:34:57: Nee, nee, aber nicht an dieser Ecke.

00:34:59: Da darf ein anderer Teil von Eppendorf Spaß haben.

00:35:02: Wenn nicht die selben Straßen wieder aufgerissen, das ist ja auch schon mal was.

00:35:06: Da ist auch tatsächlich ... Also, da soll bei dieser Baustelle und auch bei der Ecke, bei der Ecke, Killing-Husenstraße, soll auch wirklich drauf geachtet werden, dass die Straße nur einmal aufgemacht wird.

00:35:18: Nicht, wie man das sonst auch gerne mal erwärtet, sondern Bramkamp bei mir, bei mir auf der anderen Seite, dass dann einmal kam der Strom, dann kam das Wasser und dann kam nachher noch mal der Asphalt oben drüber.

00:35:29: Und dann kam das Glasfaser.

00:35:31: Nein, das haben wir noch nicht.

00:35:34: Das hat wohl erst alles Eppendorf abgekriegt, bevor wir ein Winterhude das kriegen.

00:35:39: Dafür kamen die Leute von der Telekom circa neun bis elf Mal bei uns zur Haustür und wollten uns immer wieder was Neues verkaufen.

00:35:45: Das ist

00:35:45: auch schön, ja.

00:35:46: Das ist auch schön.

00:35:47: Da haben sie sich bei ihr bei irgendeiner Telekom Jacke gekauft.

00:35:51: Sie können hier direkt unterschreiben.

00:35:54: Wie bist du denn überhaupt zur Politik gekommen und auch im Besonderen zur SPD?

00:35:58: Was hat dich bewogen?

00:35:58: Hast du gedacht, Mensch, hier ist eine blöde Baustelle bei mir vor der Tür.

00:36:01: Ich mach jetzt mal was.

00:36:04: Ich glaube, es war die Wahl, eine Bundestagswahl, wo es einen spektakulären Auftritt, das da gerade noch Kanzlers Gerhard Schröder in der politischen Runde in der ARD gab, wo er Wohlen mit zwei, drei Bier schon hinter sich.

00:36:26: Angela Merkel sagte, dass sie sich jetzt mal nicht einbilden solle, dass sie Bundeskanzlerin werden würde.

00:36:32: Sondern der Gerd ist hier und der Gerd macht das jetzt.

00:36:38: Das war so ein Moment, wo ich mich wahnsinnig über Politik geärgert habe.

00:36:45: Warst du da schon SPD-Mitglied?

00:36:46: Nein.

00:36:47: Da war ich noch kein SPD-Mitglied.

00:36:49: Meine Eltern haben sie behaupten, oder haben sie behauptet, wir haben immer die SPD gewählt, waren aber auch nie Mitglieder.

00:36:57: Erste Berührungspunkte zur SPD war mein Gemeinschaftskundelehrer, war Bürgerschaftsabgeordneter.

00:37:01: Und eine aus meinem Abi-Jahrgang war bei den Jusos.

00:37:05: Das fand ich damals aber irgendwie alles ein bisschen merkwürdig noch und hab nicht richtig verstanden, lieber Handball gespielt.

00:37:10: Und dann war auch gut.

00:37:12: Das reichte mir dann als Verein.

00:37:14: Aber nach der Wahl hab ich gedacht, so, ich kann mich nicht rüber aufregen oder anfangen zu meckern.

00:37:21: Ich hab jetzt zwei Varianten.

00:37:22: Entweder ich mach selber was und gehe in eine Partei und versuche, was besser zu machen.

00:37:29: Oder ich lass das Thema einfach sein und reg mich nicht mehr rüber auf und rede auch nicht rüber.

00:37:34: Das hab ich aber irgendwie nicht hingekriegt und hab dann gedacht so, was könnte es denn hier in Hamburg sein?

00:37:40: Hier in Hamburg war mir die CDU immer eher unsympathisch, obwohl wir jetzt mittlerweile hier in Hamburg-Nord eine Koalition mit der CDU haben.

00:37:49: Und ich muss sagen, dass die Bezirksabgeordneten hier von der CDU sehr vernünftig sind und man toll mit ihnen zusammenarbeiten kann.

00:37:57: Und ihnen auch die Sache und auch die Stadtteile wirklich am Herzen liegen.

00:38:03: Auch wenn sie einen Kreisvorsitzenden haben mit Christoph Plost, der ... Wider etwas schwierig ist, aber das ist auch noch mal was anderes.

00:38:10: Das müssen wir jetzt hier nicht machen.

00:38:12: Und dann hatte ich halt so geguckt, was war.

00:38:14: Und dann hatte ich erst SPD und auch Grüne so ein bisschen im Kopf und hatte dann aber gedacht, nee, die SPD ist mir doch am nächsten.

00:38:22: Ich guck doch mal, ob ich hier bei mir in der Nähe jemand finde.

00:38:26: Damit hab ich noch Dorotheenstraße gewohnt und hab dann den zuständigen Bürgerschaftsabgeordneten angesprochen.

00:38:33: War damals auch schon in der neuen Flora Betriebsrat und bin dann dazu so ... Distriktvorstandsitzung gekommen, habe mit dem Bürgerschaftsabgeordneten gesprochen.

00:38:43: Seine Frau war damals Gewerkschaftssekretärin für die IG Metallküste, für die ganzen Werften zuständig, die das fantastisch fand, dass ich Betriebsrat war und dass ich auch in der Gewerkschaft war und wurde mit offenen Armen aufgenommen.

00:38:58: Und so ging es dann los.

00:39:00: Dann war ich da im Distrikt und dann irgendwann zugewählter Bürger, damals schon im Regionalausschuss.

00:39:07: war dann auch in der vor vorletzten Wahlperiode auch schon Bezirksabgeordneter, hatte da auch ein sehr großer Spaß, die Busbeschleunigung, und ich weiß nicht, wie es am Ende genannt wurde, am Mühlenkamp.

00:39:21: Das war ein ähnliches Vergnügen wie diese Baustelle mit großen Veranstaltungen im Goldbighaus.

00:39:33: Was war für dich ... Das Projekt, bei dem du besonders überrascht

00:39:38: war,

00:39:39: an dem du beteiligt warst, wie Bürgerinnen reagiert haben, also Bürgerinnen, im Positiven wie im Negativen.

00:39:46: Gibt es da

00:39:46: etwas?

00:39:47: Also die Busbeschleunigung Mühlenkampf, das war schon da... schon eine Herausforderung.

00:39:54: Da war der eben schon genannte Christoph Plost noch Bezirksabgeordneter und saß auf der anderen Seite und erzählte allen im Wyrnkamp, wie schlimm es werden würde und erzählte ganz schlimme Geschichten.

00:40:05: Da wurde man auch wirklich beschimpft, dass wir damit ja unser Geld verdienen würden.

00:40:09: Und das alles Schlimmes, damals gab es noch weniger als jetzt.

00:40:16: Und da war es dann aber auch, wenn man das dann erklärt hatte und auch Menschen einfach erklärt hatte, was man selber überhaupt bewegen kann und was man dafür kriegt.

00:40:24: Dann kam man auch schnell in gute Gespräche.

00:40:28: Das heißt, das war sehr, sehr anstrengend.

00:40:31: Aber dann auch wieder so, dass man sagt, ja, wenn man einfach offen die Wahrheit sagt, wofür man zuständig ist und was man machen kann und auch einfach die Bedenken aufnimmt, das ist jetzt genauso, dass das auch angenommen wird und auch akzeptiert wird.

00:40:45: Und das ist eigentlich das Schöne, dass ... dass man das auch an der jetzigen Zeit merkt, wenn man den Problem auch einfach offen gegenüber ist.

00:40:57: Oder wir hatten vor zwei Wochen einen Infostand an der Killinghusenstraße, wo Leute auch ankommen und sagen, so, es geht um die Baustelle, darf ich Sie mal beschimpfen?

00:41:06: So.

00:41:06: Und man dann sagt

00:41:08: ... Woanders bezahlt mir die Geld für so was?

00:41:11: Legen Sie mal los, ich versuch dazu, was zu sagen.

00:41:13: Und am Ende war es, also von Beschimpfen war es, weit entfernt.

00:41:18: Das war auch aus dem Schrammsweg zum Thema Parkplätze.

00:41:20: Einfach mal ... ausgekotzt.

00:41:22: Und das aber auch noch, das kann ich auch anders, aber wo man auch wirklich sagt, ich verstehe sie total.

00:41:28: Das ist einfach so.

00:41:29: und lassen Sie uns mal gucken, ob man was machen kann und was man machen kann und wem man das weitergeben kann.

00:41:35: Und dann war es am Ende doch ein nettes Gespräch.

00:41:38: Ich kann mir auch vorstellen, dass das ein großes Missverständnis ist.

00:41:41: Oh, das ist ein Politiker, den habe ich jetzt mal hier am Schlafittchen.

00:41:44: Jetzt kann ich mal ordentlich meine Meinung sagen, man kriegt ja eigentlich als Politiker gerade wenn man dann noch offensichtlich an der Partei zugeordnet ist, die Generalschuld für alles.

00:41:54: Ja, und es ist auch so, das kann man selber ja auch sagen.

00:41:57: Ich finde ja auch, was, ich sag mal, bundespolitisch, wie da schon auf politiker Ebene miteinander umgegangen wird und wie da auch teilweise kommuniziert wird, das finde ich auch, wenn ich net ausdrücke, nicht glücklich.

00:42:15: Und das ... Da gibt es auch Jobs, die da hätte ich auch keine Lust zu.

00:42:22: Da muss ich ganz ehrlich sagen, ich muss nicht Berufspolitiker werden, um Berufspolitiker zu sein.

00:42:28: Aber was einem da um die Ohren fliegt, teilweise, wo man manchmal auch selber Schuld dran ist, aber das finde ich auch nicht den guten Umgangstronen.

00:42:37: Da muss man es wirklich sagen, dass es auf dieser Bezirks-Ebene ist es tatsächlich ... deutlich leichter, weil man auch viel einfacher mit Betroffenen ins Gespräch kommt.

00:42:49: Und wie gesagt, wenn man zuhört, dann sind viele Menschen einfach schon glücklich und zufrieden.

00:42:58: Und wenn man dann noch eine Lösung anbieten kann und die Lösung auch noch umgesetzt wird irgendwann, dann ist das auch wirklich was, wo man merkt, es ist zwar viel Arbeit, aber auch das macht dann Spaß.

00:43:09: Und ich finde, das merkt man so auf dieser Bezirks-Ebene, sieht man halt auch, wenn was passiert.

00:43:15: Ja, es hat ja dann so eine unmittelbare Auswirkung, wenn man plötzlich merkt, okay, das wofür ich mich einsetze.

00:43:21: funktioniert hier auch im Stadtteil.

00:43:22: Und ich kriege es eben auch mit, dass es funktioniert, weil ich täglich damit zu tun habe.

00:43:26: Genau.

00:43:27: Und ich will einem sagen, also bei so lustig, wie wir uns auch unterhalten hier und da und uns auch da mal gegenseitig anfrotseln, ich ziehe meinen Hut vor den Leuten, die sagen, okay, ich möchte etwas bewegen, die nicht nur sagen, ich gebe blöde Kommentar in den sozialen Medien ab, sondern die selbst sagen, nein, ich opfere auch meine Freizeit und mache das Ganze, also dafür meinen tiefsten Respekt erst.

00:43:47: Ja, danke.

00:43:52: Eins muss man ja auch sagen, von Sitzung zu Sitzung haben die im Schnitt achtzig Seiten, die sie durcharbeiten

00:43:59: müssen.

00:44:00: Mit Themen, von denen sie noch nichts verstehen.

00:44:04: Mit Ausdrücken, die du nicht verstehst.

00:44:07: Ja, ich ... Ja, und da

00:44:09: müssen die jedes Mal machen, wenn sie da überhaupt mitreden können wollen.

00:44:15: Genau, ich hab auch, also ich hab die Planverschickungen hier vom App nur vermarkt, hab ich vorhin mal ausgedruckt, die hab ich dabei.

00:44:21: Was Teeche vorhin gerade sagte, wer die gerne haben möchte, ist es ein großer Spaß.

00:44:26: Ich würde da gerne mal mit der Kreihen werden.

00:44:28: Ja, du kannst sie gerne haben, ich überlasse sie dir.

00:44:30: Das ist mein Geschenk.

00:44:33: Ja, genau, die sind

00:44:33: ... Das wird alles aufgeschrieben, was auch besprochen

00:44:38: worden ist.

00:44:39: Genau, man hat auch Zugriff auf die Protokolle von den Sitzungen, wenn man da was sucht.

00:44:43: Und auch die Suchfunktion von diesem Ratsinformationssystem, auch ein wunderbares deutsches Wort, die ist auch so gut, dass man vieles auch schnell findet, tatsächlich.

00:44:55: Gibt es noch jemanden hier, der sich politisch engagiert?

00:44:59: Außer Aussage, jetzt sein Kreuzchen zu machen?

00:45:01: Das ist ja auch schon was.

00:45:02: Mal Hand heben?

00:45:04: Ich finde ja interessant.

00:45:05: Ich muss

00:45:05: ja nicht parteipolitisch.

00:45:07: Nein, nein, nein, nein, nein.

00:45:09: Man kann sich ja durchaus hier und da einbringen und ... Dann

00:45:11: würde ich sagen, ich wohn.

00:45:13: Du wohn.

00:45:14: Ein Applaus für Marte.

00:45:18: Herr Kabarett macht ... Herr Kabarett anbietet sollte auch wissen, worüber er redet und worüber die anderen reden.

00:45:27: Ist Kabarett ... Politik aus

00:45:31: der ... Ist sozialkritisch.

00:45:33: Sozialkritisch.

00:45:34: Ist es wenig?

00:45:35: Ist es kein Kabarett?

00:45:36: Ja.

00:45:36: Comedy ist was völlig anderes, das ähme.

00:45:41: Okay, darüber sprechen wir später in deinem Podcast.

00:45:44: Okay.

00:45:45: Karsten, gab es noch irgendeine Situation?

00:45:50: Humorvoll, skurril, die du jemals bei einer Ausschusssitzung hattest?

00:45:59: So spontan fällt mir nichts ein.

00:46:02: Es feinert mir eher so die Sachen ein, die so ein bisschen, na ja, traurig ist nicht das richtige Wort, aber die ein bisschen kritischer sind.

00:46:13: Insbesondere, wo wir jetzt auch drei Abgeordnete der AfD bei uns haben, die immer wieder solche Showanträge einbringen.

00:46:26: Die AfD hatte hier die fantastische Idee, dadurch dass ... Uwe Seeler hier in Eppendorf aufgewachsen ist und seine Eltern hier gewohnt haben, dass man jetzt in Hamburg endlich auch mal den Namen Uwe Seeler nach vorne bringen muss und dass die AfD genau die richtige Fraktion dafür ist, um das zu machen.

00:46:46: Der hätte im Grab rotiert.

00:46:49: Die erste Idee war, den Park vor dem UKE in Uwe-Seelapark umzubenennen.

00:46:54: Die haben

00:46:54: doch schon den Seelemann-Park.

00:46:57: Ja.

00:46:58: Die zweite Idee war dann der Gedenktafel an seinem Wohnhaus, wo seine Eltern auch gewohnt hatten.

00:47:05: Und wir hatten da auch Kontakt zu Familie Sela, weil wir natürlich AfD-Anträge, auch gerade so eine Show-Anträge, bestimmt nicht annehmen werden.

00:47:14: Dass aber Kontakt zu denen war, dass die sich nicht wundern, dass man gegen Uwe Sela stimmt.

00:47:19: Und die haben auch gesagt, um Gottes Willen machen sie das bloß nicht.

00:47:23: Stimmen sie dagegen, seien sie dagegen.

00:47:26: Uwe Selas Vater hat ihn und seinen Bruder damals ... Sie waren noch gewarnt, dass sie nicht nach Berlin gehen sollen.

00:47:34: Weil dann gehen sie sofort zu den Nazis ins Militär und so was.

00:47:38: Und das wollten sie nicht.

00:47:40: Die waren da total gegen.

00:47:42: Und solche Sachen sind zu ärgerlich.

00:47:44: Ich hatte selber HSV-er schon lange und hatte eine Jacke mit der Rauter an.

00:47:50: Und der Fraktionsvorsitzende der AfD kam vorbei und guckte mich an und sagte, ja, Herr Gerdorf, da haben wir jetzt aber mal einen richtigen Antrag für Sie, da stimmen Sie doch zu.

00:48:00: Und da hab ich auch nur gesagt, ich so, nee, wir Hassfauer sind gegen Rechtsradikale, das machen wir bestimmt nicht.

00:48:05: Dann war ein bisschen empört, weil ich das böse Wort Rechtsradikal gesagt hab.

00:48:09: Aber das ist halt einfach so.

00:48:11: Und das wird versucht sofort zu vereinnahmen.

00:48:14: Und das sind Sachen, wo man sich dann sehr, sehr zusammenreißen muss, dass man nicht genau das sagt, was man gerade denkt.

00:48:23: Mhm.

00:48:23: Wo siehst du Appen drauf?

00:48:26: In zehn Jahren.

00:48:27: Städtebaulich, kulturell, sozial.

00:48:33: Wenn du dir jetzt mal die Entwicklung

00:48:35: der letzten fünf Jahre in

00:48:36: Eppendorf ansiehst, also ich denke mal zum Beispiel an die Konzentration von bestimmten Dienstleistern in der Eppendorfer Landstraße, die mehr geworden sind, die sich um Haar oder Nagelpflege kümmern, wo wird sich Eppendorf da in zehn Jahren hin entwickelt haben?

00:48:59: Also ich sehe ja das große Problem, was ich meine ist, viele Mieten sind ja für viele Familienunternehmen überhaupt nicht mehr tragbar.

00:49:08: Und viele Leute beschweren sich, oh jetzt kommt schon wieder so ein Filialist und eröffnet hier was oder wie gesagt ein neues Nagestudio, ein neuer Friseur oder, oder, oder.

00:49:16: Wobei ich mir dann aber immer die Frage stellt, okay Leute, wenn ihr eine tolle Geschäftsidee habt und eure Altersvorsorge da jetzt investieren möchtet, dann macht es.

00:49:24: Aber es ist natürlich auch schwierig bei, ich weiß von einer Miete in der Appendorfer Landstraße, die beträgt vierzehntausend Euro im Monat.

00:49:31: Wie soll man dieses Geld wieder reinkriegen?

00:49:34: Also wohin wird sich Appendorf da entwickeln?

00:49:36: Mit richtiger

00:49:36: Arbeit geht das nicht.

00:49:38: Also legal ist das ja eigentlich kaum zu schaffen, ohne dass sie jetzt hier aufrufe zu illegalisieren.

00:49:42: Wir haben die

00:49:42: Schlösserlung mit Sicherheit nicht.

00:49:45: Das ist ein großes Problem.

00:49:47: Du hast das zweite große Problem ja auch angesprochen.

00:49:49: Das sind die Mieten, die ja hier in Appendorf jetzt schon dass es in Winterhude auch so

00:50:00: ist.

00:50:01: Da kann man nur hoffen, dass der Wohnungsbau weiter vorangeht, dass genug Alternativen sind, dass es nicht noch höher wird, dass die Mieten drastisch sinken werden.

00:50:12: Da glaube ich nicht mehr dran.

00:50:15: Ich hoffe, dass wir in zehn Jahren eine mutige Aussage jetzt, dass wir ... Dann hier ein Eppendorf haben, wo wir nur Kleinstbaustellen brauchen, weil mal was schnell gemacht werden muss und nicht den nächsten Eppendorfer Marktplatz oder so haben müssen.

00:50:40: In zehn Jahren haben wir, gut das ist dann Gott sei Dank schon hohe Luft Ost und West und nicht mehr Eppendorf, da haben wir hohe Luftschusssee den U-Fünfbau.

00:50:53: der, glaube ich, auch noch mal eine echte Herausforderung wird.

00:50:57: Aber da wird Eppendorf ja einfach nur umarmt von der Seite Winterhude, Bamberger Straße und dann auf der anderen Seite.

00:51:05: Das kann natürlich auch noch mal dazu führen, dass der Verkehr hier in Eppendorf auch noch mal leidet.

00:51:14: Leidet ist ja wahrscheinlich, das ist zu befürchten.

00:51:17: Wenn wir das dann irgendwann mal fertig haben, dass wir dann vielleicht einfach mal ... Ruhe haben vor Großbaustellen.

00:51:25: Sagen wir es mal so.

00:51:27: Eine große Hoffnung tatsächlich, aber wer weiß, was dann kaputt geht.

00:51:33: Oder was für neue Technologien erfunden werden.

00:51:36: Oder welche Brücke nicht hält.

00:51:38: So was kann dann tatsächlich auch alles noch passieren.

00:51:41: Aber ich hoffe, dass es tatsächlich mal ein bisschen in die Richtung geht.

00:51:45: Bei den ganzen Geschäften und Einkauf ... muss ich mich auch so ein bisschen an die eigene Nase fassen, weil es ja auch einfach wahnsinnig bequem ist, wenn man auf den Sofa sitzt abends um einundzwanzig Uhr und sagt, ach, ich brauche noch mal irgendwie ein Geschenk und dann doch bei dem sympathischen Online-Händler bestellt, der ihm das egal wohin liefert.

00:52:09: Nichts von meinem Equipment hier ist in Appendorf gekauft.

00:52:13: Ja.

00:52:14: Das ist halt so.

00:52:15: das Problem.

00:52:15: Hab ich auch nicht erhältlich.

00:52:18: Dafür gibt's aber hier in Eppendorf Gott sei Dank auch noch ein paar Läden, die sich jetzt schon wirklich sehr lange halten.

00:52:23: Also mein Optiker, Glasgow ist in der Eppendorfer-Mentor-Hast zum Beispiel.

00:52:30: Um nur einige zu nennen.

00:52:33: Du bist ja jetzt auch für den Bereich Kultur zuständig.

00:52:36: Marie Jonas Platz, am Anfang als der Neu war.

00:52:39: Da waren ja tolle Veranstaltungen, die da auch mal stattgefunden haben, irgendwie so Jazz-Festivals oder sowas.

00:52:46: Warum passiert da nichts?

00:52:48: Entschuldigung, ich hatte die genaue Begrüßung.

00:52:50: Das

00:52:50: war

00:52:50: eine Kulturhaus-App.

00:52:51: Man

00:52:51: darf es gerne sagen.

00:52:53: Die Dean kam von

00:52:53: denen.

00:52:56: Warum passiert da nichts mehr?

00:52:57: Liegt es an den Anwohnern?

00:52:58: Liegt es an Auflagen der Behörde?

00:53:01: Liegt es daran, dass es sich nicht trägt finanziell?

00:53:05: Also, diese beiden großen Jazz-Festivals, die sind ein bisschen unterstützt gewesen, auch von der ... aus der ... jetzt ja ... Kulturklinker.

00:53:15: Eppendorf, also der Kunstklinik.

00:53:16: Und das hat aber der Betreiber der Bar Italia, die veranstaltet.

00:53:27: Ich weiß nicht, wie das finanziell ausgegangen ist.

00:53:30: Der hat sich von den großen Sachen ein bisschen zurückgezogen.

00:53:34: Aber in der Theorie wäre es möglich, dass man da so ein Festival macht.

00:53:38: Es liegt jetzt nicht an den Anwohnern, die sagen, bitte keinen Lärm mehr.

00:53:41: Weil ich mir vorstellen kann, ich könnte mir gut vorstellen, Konzerte dazu machen oder so was.

00:53:46: Ich würde als Künstler sagen, ich präsentiere mich hier, ich singe für euch eine Stunde oder so was und würde das ohne Geld machen.

00:53:53: Das Problem ist, dass man dafür eine Sondernutzung beantragen muss.

00:53:57: Ähm ... Und da müsste man dann mal sehen, wie man so was tatsächlich hinbekommt.

00:54:05: Solche Ideen, ich denke, das Bezirksamt ist da auch offen.

00:54:11: Man muss ein bisschen gucken, dass man das natürlich auch beschränkt.

00:54:16: Der mag das auch noch da, dass man da einfach guckt, aber Möglichkeiten sind da.

00:54:20: Es gab da keine Verbote und so weit ich weiß, gab es gegen das ... Das Jazz-Festival, und so gab's auch keine Prozesse.

00:54:28: Das war das Jazz-Verein, der war ja ... Ja.

00:54:32: Der sollte dafür Geld kriegen.

00:54:33: Und der Conava Italia hat das dann finanzieren wollen, indem er diese ganzen Stände dann da vermitet hat und so.

00:54:42: Und hat jedes Mal vorhin da wahnsinnig gejammert als Letztes auf der Bühne, dass ja viel zu wenig Geld reingekommen ist.

00:54:49: Er hat wirklich geheult da oben.

00:54:52: was ich mir nicht vorstellen kann.

00:54:53: Es waren immer viele Leute da.

00:54:55: Nur ein Nachher hat da Eintritt genommen, dass man überhaupt auf den Platz kam.

00:54:59: Und das war eigentlich das Ende

00:55:01: von

00:55:01: dieser Geschichte.

00:55:02: Vorher konnte jeder dazukommen auf den Platz, aber als er das dann abgesperrt hat und man Eintritt bezahlen sollte und dann hinterher noch.

00:55:11: und natürlich Sammelhut ging auch noch um.

00:55:15: Da war das genau die Nummer zu viel, ganz offensichtlich.

00:55:18: Denn die meisten Künstler haben nicht viel Geld dafür gekriegt, wie wir aufgetreten sind.

00:55:23: Und im Radiosender war auch noch dabei, glaube ich.

00:55:26: Das kann sein, das weiß ich nicht.

00:55:27: Ja, genau, ja.

00:55:28: Okay.

00:55:29: Denn ich find's immer so schade, eigentlich hätte der Marijonas Platz so viel Potenzial, dass man da Veranstaltung macht, mehr als nur diesen Flohmarkt, der da hin und wieder mal stattfindet.

00:55:39: Ich find's ein bisschen versteckt, ehrlich gesagt.

00:55:42: Ja, das ist ein Marktplatz und dabei bleibt das im Moment leider auch.

00:55:46: Und so ein bisschen eine Skatebahn zusätzlich zu der richtigen Skatebahn am Kellemonsenbahnhof.

00:55:54: Gibt es noch ein Traumprojekt?

00:55:56: Was du als Politiker anschieben möchtest, hier in Ettendorf oder Hamburg-Nord,

00:55:59: vielmehr.

00:56:00: Traumprojekt.

00:56:04: Ich möchte gerne irgendwie noch ne Skatebahn oder...

00:56:08: Also was tatsächlich ein durchgeführtes Traumprojekt schon ist, ist, dass das Planetarium so schön auch umgebaut ist, auch Gastronomie drin hat und hoffentlich uns hier auch in Hamburg-Nord erhalten bleibt und nicht... in irgendwelche Museen in der Hafen-City oder in einem noch nicht ganz fertig gestellten Hochhaus landet.

00:56:31: Vielleicht oben drauf, dass wir natürlich schön ... Das finde ich immer noch toll, weil das auch wirklich so ein Wahrzeichen von Wahrzeichen für Hamburg-Nord ist.

00:56:41: Und ... Also, wenn diese U-Fünf da ist und dann zusätzlich auch ... die Busquerungen von Ost nach West und West nach Ost funktionieren.

00:56:55: Das wäre schon wirklich schön.

00:56:59: Und was ich auch total wichtig finde, ist, dass wir dieses immer noch wirklich breite Stadtteilkulturprogramm, was wir in Hamburg-Nord haben, dass wir das auch so halten und so weiter unterstützen können.

00:57:18: Das wird auch die nächsten Jahre nicht leichter, weil ich denke, die Stadt auch ab spätestens über nächsten Jahr auch nicht mehr

00:57:29: so

00:57:30: viel Geld hat, obwohl's Hamburg immer noch sehr, sehr gut geht.

00:57:33: Und man auch gerade im Kulturbereich sagen muss, dass wir da sehr großes Glück haben, dass das ... noch ausreichend Geld da ist und wir einen Kultursenator haben, dem das auch wichtig ist.

00:57:46: Und dass jetzt zum Beispiel Tariferhöhungen und Tarifumgruppierungen in den Stadtteilkulturzentren nicht einfach wie in anderen Bundesländern gesagt wird, ja, kostet euch jetzt halt irgendwie hunderttausend Euro mehr im Jahr, müsst ihr sehen, wie ihr das Geld kriegt, sondern dass die Kulturbehörde sagt, ja, auch hier geben wir das Geld in die Bezirke und finanzieren das, damit ihr auch weiter eure Arbeit machen könnt.

00:58:07: Und das viel mir auch wirklich wichtig, dass wir das haben.

00:58:10: Und da haben wir natürlich auch so ein paar Umbauten.

00:58:11: Das Goldbighaus wird die Halle noch renoviert.

00:58:15: Und was wir natürlich auch als große Kulturanrichtung und Umbau haben, ist Kampnagel wird.

00:58:22: Wahrscheinlich Herbst nächsten Jahres umgebaut und kriegt in der Mitte noch zwei Stockwerke obendrauf mit Büros.

00:58:31: Proberäumen und Atelierräumen und so was.

00:58:36: Die bauen sich ein eigenes Boarding-Haus für ihre Künstler, weil es in Hamburg wahnsinnig schwierig ist, Unterkünfte zu finden, insbesondere wenn Messe sind, ist überhaupt nicht zu bezahlen.

00:58:44: Und die wollen sich da so ein Boardinghaus, ich glaube, mit vierzig Zimmern für Künstler und Künstlerinnen bauen, die dann da übernachten können.

00:58:51: Das ist

00:58:51: in der Tat mal sinnvoll.

00:58:52: Und das ist wirklich eine tolle Sache.

00:58:54: Und wenn das fertig ist und weitergeht und wenn wir irgendwo auch noch mal Geld finden für diesen Fonds, den Sie jetzt nicht mehr kriegen, auch von den Bundesmitteln und so was, aber da ist eine tolle Intendante, ein toller Geschäftsführer, das ist mir wichtig, dass irgendwie der Bezirk weiter lebt und weiter so bunt ist.

00:59:14: Ja.

00:59:16: Kommen wir zur ... Ja, du weißt so.

00:59:18: Ein Kühne-Mann

00:59:20: anstrengend.

00:59:25: Das können wir machen.

00:59:26: Da könnte ich auch noch lange was ... Ich könnte auch schon im Kühne lange was sagen, weil ich den vom HSV sehr, sehr gut kenne.

00:59:32: Aber auch zur Oper könnte ich noch viel sagen.

00:59:35: Ich bin froh, dass wir ... Ich bin froh, dass wir nur noch Oper finanziert kriegen, aber genau.

00:59:43: Nicht in Eppendorf.

00:59:44: Nicht in Eppendorf genommen.

00:59:45: Man hätte es auch im Stadtpark auf der Wiese machen können.

00:59:48: Aber da sollte das Olympia-Stadion helfen.

00:59:50: Aber das kommt ja nun auch nicht.

00:59:52: Da

00:59:52: waren ja auch die Stones schon.

00:59:54: Auch

00:59:54: da könnten wir noch mal eine Stunde

00:59:55: drüber reden.

00:59:57: Bei dem Konzert war ich auch und habe mein Ticket vorher selber gekauft zum vollen Preis.

01:00:02: Und war sehr glücklich, dass ich das Ticket hatte.

01:00:07: Kommen wir zur abschließenden Schnellrunde.

01:00:10: So schnell ist eine Stunde vorbei.

01:00:12: Fahrrad oder Auto?

01:00:14: Vespa.

01:00:19: Also Fahrrad.

01:00:20: Fahrrad, zwei Rad, frag zwei Rad oder Auto, zwei Rad.

01:00:23: Vespa, okay.

01:00:24: Eppender Vermarktplatz oder Stadtpark?

01:00:29: Eppender Vermarktplatz.

01:00:30: Ehrlich, warum?

01:00:33: Weil ...

01:00:35: So gut der Döner da ist.

01:00:36: So gut

01:00:37: der Döner da ist, weil ich da auf dem Weg zur Arbeit immer vorbei fahre, weil ich da viel Zeit ... für die Schulausrüstung meiner Tochter bei Koch verbracht habe.

01:00:49: Da gibt es viele Geschichten.

01:00:51: Da bleibst

01:00:51: du vor der Apotheke immer besonders lang stehen und atmest tief ein und aus.

01:00:55: Ja.

01:00:57: Baustelle oder Sitzungsraum?

01:01:01: Sitzungsraum.

01:01:02: Lieblingsmusik, wenn du dich politisch motivierst.

01:01:06: I wait to hell.

01:01:08: Nein, Lieblingsmusik kann ich immer sagen, Deepashmode rettet mir.

01:01:12: Jedes, jede Möglichkeit.

01:01:14: Alles immer wieder schön.

01:01:15: Meine Mutter stöhnt, weil mein Bruder auch Deepashmode-Fan war.

01:01:18: Und lustig, Daniel Ulemann, die neulich hier war, die ist auch ein riesiger Deepashmode-Fan.

01:01:22: War auch die Band, die sie genannt hat.

01:01:25: Kaffee im Café oder im Büro?

01:01:30: Lieber im Café.

01:01:33: Wenn du einen Bürgermeistertag hättest, was würdest du sofort ändern?

01:01:40: Wir haben ja einen sehr guten Bürgermeister, deswegen macht das schon sehr gut.

01:01:46: Da würde ich jetzt, glaube ich, erst mal nichts ändern.

01:01:50: Ich lass das so drin im Podcast,

01:01:51: ne?

01:01:53: Ja, wenn der Bürgermeister machen kann, dass der HSV-Deutscher Meister wird, dann würde ich machen, dass der HSV-Deutscher Meister

01:01:58: wird.

01:02:00: Ansonsten wird das nix die nächsten dreißig Jahre.

01:02:05: Wunder gehören nicht zu seiner Aufgabe, sagt Martin.

01:02:09: Hast du ein Lieblingswort in der Politik, Bürgerbeteiligung, Standortentwicklung, Länderfinanzausgleich?

01:02:18: Also ich finde, Bürgerbeteiligung, wenn es gut gemacht ist, kann es tatsächlich zu einem Lieblingswort werden, wenn man Bürger wirklich mitnimmt, Bürgern zuhört und auch versucht Sachen im Sinne des Bürgers zu ändern.

01:02:35: Dein bestes oder verrücktestes Geschenk, das du als Politiker bekommen hast.

01:02:39: Muss ihr jetzt keinen geldwerten Vorteil haben, aber ein besonderes Geschenk?

01:02:43: Die Stimmen aller meiner Wähler und Wählerinnen.

01:02:45: Oh!

01:02:47: Was ist das überhaupt

01:02:48: für ein Gefühl,

01:02:48: wenn du so ein Wahlzettel in der Hand hast und deinen Namen da drauf siehst?

01:02:53: Das erste Mal war das schon sehr, sehr besonders.

01:02:56: Und das ist auch,

01:02:58: auch

01:02:59: Plakate auf die Straße zu stellen, wo das eigene Gesicht drauf ist, ist auch wirklich besonders.

01:03:06: Und auch da sind die Rückmeldungen der Tochter interessant, wo man natürlich erst mal davon ausgeht, bei dem ersten Mal zu dieser Stand war sie so um die zehn Jahre, dass man denkt, oh, Papa, wie peinlich.

01:03:20: Und oh, nee, war es aber gar nicht.

01:03:22: Sondern die hat das ganz stolz ihren Freundinnen und Freunden erzählt.

01:03:25: Und die haben mich dann alle angesprochen.

01:03:28: Und ich hab dann immer gedacht, oh Gott, wer seid ihr eigentlich alle?

01:03:30: Und das ist schön.

01:03:32: Es ist besonders, auch jetzt immer noch, aber ja.

01:03:38: Wenn du eine Stadt wärst, was will ich denn da geschrieben?

01:03:43: Wenn ich eine Stadt wäre, wäre ich Eppendorf wäre.

01:03:48: Was meine ich denn damit?

01:03:50: Wenn ich entscheiden könnte, was Eppendorf dann wäre, der schönste Stadtteil neben Winterhude.

01:04:02: Das ist gemein.

01:04:03: Nein, das muss ich so sagen.

01:04:04: Ich bin so ein Osteizter Kind.

01:04:07: Aber ich bin sehr, sehr gerne hier und finde es sehr schön, dass ich nur über eine Brücke gehen muss, um auch hier zu sein.

01:04:12: Und hier sein zu dürfen, so.

01:04:17: Okay.

01:04:18: Wo wir schon über Brücken reden, wenn du ein Symbol für dein politisches Wirken wählen müsstest, Ampel oder Brücke oder oder oder?

01:04:28: Da wir Brücke tatsächlich das Richtige, weil man ... Eine Ampel wäre ja so was, dass man immer nur sagt, jetzt darfst du gehen, jetzt ist irgendwie Stopp, das finde ich ist irgendwie kein Dialog.

01:04:41: Über eine Brücke muss man auch einfach mal rübergehen, auch wenn es vielleicht nicht seine eigene liebste Entscheidung ist.

01:04:50: Das finde ich ja, eine Brücke ist glaube ich ganz gut.

01:04:53: Was für ein schönes Schlusswort.

01:04:55: Vielen lieben Dank lieber Carsten, dass du mein Gast warst.

01:04:57: Es war sehr interessant, mal so ein paar lokalpolitische Einblicke zu bekommen.

01:05:02: Und danke, dass du dich dem auch gestellt hast, obwohl du jetzt nicht Schuld an der Baustelle hast, finde ich es trotzdem klasse, dass du dir die Zeit genommen hast, hier bei uns zu sein.

01:05:10: Ein riesigen Applaus an Carsten Gerloch.

01:05:16: Und das war schon wieder die Folge Alster Ego.

01:05:20: Heute mit meinem wunderbaren Gast Carsten Gerlof, der uns hier Frage und Antwort stand.

01:05:25: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann hinterlasst es doch bitte in den Kommentaren.

01:05:29: Auch dann, wenn ihr Fragen oder Anregungen, Kritik oder Wünsche hat.

01:05:32: Oder wenn ihr euch vielleicht vorstellen könnt, selbst mal Gast bei mir zu sein.

01:05:36: Schreibt mich an unter teche-at-teche.com.

01:05:39: Teche schreibt man T-E-T-J-E, nur so fürs Protokoll.

01:05:42: Also, euch ein schon mal schöne Weihnachten von mir.

01:05:45: Habt's kuschelig und bis zum nächsten Mal hier bei Alster Ego im Manzitz.

01:05:50: Wenn ihr übrigens dabei sein wollt, könnt ihr buchen unter manzitz.de.

01:05:54: Dort findet ihr alle Kontaktdaten, die ihr braucht, um zu reservieren.

01:05:56: Die nächste Veranstaltung ist am fünftzehnten Januar.

01:05:59: Meine Gäste dann Kerstin Dräger, Schauspielerin und Synchronsprecherin.

01:06:04: Viele kennen sie noch damals von den Alsterkind.

01:06:08: Wie ist das?

01:06:11: Wir Kinder vom Allstateil natürlich, Entschuldigung Kerstin, liebe Kolleginnen

01:06:14: und den Pastor

01:06:15: der Kirche St.

01:06:16: Johannischen-Eppendorf,

01:06:17: Martin

01:06:18: Herschelmann.

01:06:19: Also seid dabei, fünftzehntei, Januar.

01:06:21: Ich freue mich auf euch.

01:06:22: Bis dann!

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