Alster Ego 6 - Marthe Friedrichs

Shownotes

Marthe Friedrichs ist eine Eppendorfer Legende! Und das meine ich genau so!
Als Betreiberin des "Truck Stop" und des Cabarets "Mon Marthe" in der Tarpenbekstraße hat sie wie keine andere die Kleinkunst in Hamburg geprägt.
Sie erzählt mit Witz und Charme auf ihre ganz eigene Art aus ihrem Leben.

- Wie der Vater zufällig nach der Befreiung aus dem KZ auf dem Heimweg auf der Rothenbaumchaussee seine Liebe wiedertraf
- Wieso die Kegelhofstraße eine üble Ecke war
- Welche Bedeutung Omas Béchamel-Kartoffeln für die Zukunft hatten
- Wie sie als Gastrochefin mit ungemütlichen Leuten umgegangen ist
- Welche überraschenden Details sie über Mario Barth weiß

Eppendorf ist einer der schönsten Stadtteile Hamburgs - dörflich, liebenswert, klischeebehaftet. Wer sind die Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten?

Darum soll es in meinem Podcast "Alster Ego" gehen.

Warum "Alster Ego"? In Anlehnung an das "Alter Ego" beschreibt "Alster Ego", das Ich, das in starker Verbundenheit zur Alster steht (an dieser Stelle der kurze Hinweis, dass ich mich klar distanziere von falschem Patriotismus oder rechten Gedanken. Ich bin froh und dankbar, in diesen Verhältnissen hier leben zu dürfen und hoffe, dass wir unsere Demokratie noch sehr lange erhalten können).

Ich möchte Politik aber weitestgehend aus meinem Format heraushalten, dafür sind andere Plattformen weitaus besser geeignet. Ich möchte Geschichten erfahren, Leute unterhalten und vielleicht meinen Beitrag zu einer besseren Nachbarschaft leisten, in der man miteinander redet, statt übereinander - an einem Ort der Begegnung. Ich zeichne die Podcasts live im "Manzels" in Hamburg Eppendorf auf (www.manzels.de). Einmal im Monat begrüße ich zwei Gäste vor Publikum, die jeweils einzeln aus ihrem Leben erzählen, daraus entstehen dann zwei Folgen.

Mich bewegen Menschen, Lebenswege, Leidenschaften.

Wenn Sie einen starken Eppendorf-Bezug und etwas Interessantes zu erzählen haben, das in diesen Podcast passen könnte, dann schreiben Sie mich an unter tetje@tetje.com.

Ich freue mich auf Sie - ob im Publikum oder mit am Mikrofon.

Ihr Tetje Mierendorf

Transkript anzeigen

00:00:02: Moin, hier ist Alster Ego, der Podcast aus Eppendorf, für Eppendorf und alle, die gern so tun, als würden sie hier brunnen.

00:00:19: Ich bin Tee-Chemieren-Dorf, euer Tour-Guide durch Cafés, Boutiquen, Klönschnack und kuriosen Nachbarschaftsgeschichten.

00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol, High Heels auf Gummistiefeln.

00:00:32: Und ihr seid mitten drin, also Kopfhörer rein, Ego raus.

00:00:37: Es ist, als der Ego zeigt.

00:00:40: Mit einer weiteren Folge live aus dem Mannsitz in Eppendorff.

00:00:49: Und jetzt hier vor Live-Publikum freue ich mich ganz besonders, dass sie da ist.

00:00:54: Eine Eppendorfer-Legende möchte ich sagen.

00:00:57: Hier ist die wunderbare einzigartige, unvergleichliche Marte Friedrich.

00:01:09: Ich freu mich wirklich ganz besonders, dass du mein Gast bist hier.

00:01:11: Du bist, ich hab sie eben gesagt, eine Appendorfer-Legende.

00:01:14: Du bist die ehemalige Betreiberin des Montmartre in der Tapenmilchstraße, Ecke Lob steht da weg.

00:01:20: Jeder kennt es, davor warst du das Truckstop, jeder noch dieses

00:01:23: Bild

00:01:23: vor Augen.

00:01:24: Warst du auch?

00:01:25: Du warst es alles.

00:01:27: Und wir haben im Vorgespräch, das hat ja ... Wirklich lang gedauert.

00:01:31: Es war so interessant, hier zuzuhören.

00:01:33: Wir könnten eigentlich vier oder fünf Podcast-Folgen mit dir machen, weil du so irrsinnig viel erlebt hast.

00:01:40: Aber bevor wir zum Montmartre kommen und zum Truckstop, möchte ich erst mal chronologisch ein wenig mit dir sprechen.

00:01:48: Also begonnen bei deiner frühesten Kindheit oder noch mal ein Schritt vorher bei deinen Eltern angefangen.

00:01:54: Das sind ja auch schon irrsinnig interessante Persönlichkeiten gewesen.

00:01:57: Im Prinzip schon, ja.

00:01:59: Erzähl mal, du bist in Eppendorf aufgewachsen?

00:02:01: Ich bin geboren im UKE.

00:02:04: Und als ich dann in der Wohnung aufwachte, aus dem schlafen Zimmerfenster, guckten wir auf die Pathologie.

00:02:12: Also in der Geschwister-Schollstraße.

00:02:14: Da wusstest du gleich, wo's im Leben lang

00:02:16: geht.

00:02:16: Ja, unter Adolf sollten ja die Wohnungen alle lichter werden und so.

00:02:21: Da hatte man dann die Hinterhäuser weggebompt.

00:02:25: Und deswegen konnte ich direkt darauf gucken.

00:02:28: Und was konnte man da alles so erkennen?

00:02:31: Ich war Baby.

00:02:34: Aber die Pathologie war ja noch ein bisschen länger da, oder?

00:02:36: Die ist immer noch irgendwie da.

00:02:39: Aber ich habe bis heute ein sehr intensives Verhältnis zum UKE.

00:02:43: Die haben sehr viele Feiern bei mir gemacht.

00:02:46: Das UKE hat bei dir gefeiert?

00:02:48: Ohne Ende.

00:02:48: Inklusive Vorstellung.

00:02:52: Ja.

00:02:52: So nach einer gelungenen OP?

00:02:54: Nee, die haben Weihnachtsfeiern bei mir gemacht.

00:02:57: Ein Professor hat seinen Geburtstag bei mir gefeiert oder solche Sachen.

00:03:01: Wir hatten ja so bis zu achtzig Personen, hab ich das gemacht, mit Essen und allem drum und dran.

00:03:07: Und dann eben mit vollem Programm.

00:03:09: Dann kam dann schon gleich ein Tablehopping, einen Zauberer, da von Tisch zu Tisch ging.

00:03:14: Dann gab's was zu essen.

00:03:16: Dann sind sie in die Vorstellung hinten gegangen, hinterher gab's dann Disco.

00:03:22: Okay,

00:03:22: aber darüber reden wir später noch.

00:03:24: Das hast ja nicht alles als Baby gemacht.

00:03:26: Nee, aber wie gesagt ...

00:03:29: Klasse.

00:03:29: Deine Eltern waren ja damals in einer sehr schwierigen Zeit.

00:03:34: Eltern natürlich, muss man ja dazu sagen.

00:03:37: Eppendorf, Nazi-Zeit.

00:03:39: Meine Mama hat meinen Vater gefunden auf der Parkband, als seine Mutter ihn rausgeschmissen hatte.

00:03:46: Da war sie fünfzehn und er neunzehn.

00:03:50: Und ist mitgenommen worden zu ihren Eltern und hat auf diese Weise ... Ja, eigentlich die Seele geheilt bekommen.

00:03:57: Denn da hat er wirklich Liebe erfahren.

00:04:00: Er hat drei Geschwister gehabt.

00:04:02: Er war zehn Jahre, als der Vater erschossen worden ist im Ersten Weltkrieg.

00:04:06: Und die Mutter war wohl überfordert.

00:04:08: Und er musste da mal dafür sorgen, dass die Kinder was zu essen bekamen.

00:04:13: Das war schon mal das.

00:04:15: Und meine Großeltern waren wieder rum, weil ich hab da gelugt.

00:04:20: mit den Thielmanns befreundet.

00:04:23: Du hast eigentlich in

00:04:23: meine Notizen geguckt.

00:04:24: Ja, ja.

00:04:25: Ich hab an Anfang geguckt.

00:04:31: Ja.

00:04:31: Und Thielmann wohnte ja gegenüber von dem, wo ich nachher mein Theater hatte.

00:04:36: Und mein Vater hat wiederum da, als Junge, den da immer reden hören.

00:04:41: Denn das war genau der Punkt, wo man in Eppendorf die Arbeiter ... sich versammelt haben, denn ab der Tapenbickstraße war ja nicht mehr Edelwohnen angesagt, nicht das Gutbürgerliche, sondern die Arbeiter.

00:04:57: Ich bin zwischen Handwerkern in der Geschwister-Scholl-Straße aufgewachsen.

00:05:01: Das erinnere ich auch noch.

00:05:03: Ich bin in der Eppendorf auch noch als tiefrotes Arbeiterin.

00:05:08: Natürlich.

00:05:10: Wir reden von der Ecke, wo die Ernst-Tailmann-Gedenkstätte ist.

00:05:14: Ernst-Tailmann-Platz.

00:05:15: Ja,

00:05:15: da hat er im zweiten Stopp gewohnt.

00:05:19: Und meine Eltern sind nachher ... zuverliegerweise in den ersten Stock genau unter diese Wohnung gezogen.

00:05:26: Und da bin ich dann noch hingezogen, als ich meine Mama gepflegt hab.

00:05:31: In die Wohnung?

00:05:32: Ja, eben.

00:05:33: Dann konnte ich das von meinem Theater aus immer rüber hasten.

00:05:37: Und meine Mitarbeiter haben mich sehr unterstützt dabei.

00:05:40: Und konnte die letzten dreieinhalb Jahre meine Mama begleiten da.

00:05:44: Und die musste nicht irgendwo ins Heim.

00:05:47: Das hab ich nebenbei gestemmt.

00:05:49: Wow,

00:05:49: Perspektiv.

00:05:57: Wie war es mit so politisch engagierten Eltern aufzuwachsen?

00:06:01: Also musstest du auch mit Angst leben?

00:06:04: Hat das irgendwie deine Kindheit auch geprägt?

00:06:07: Dass deine Eltern ja quasi aktiv im Widerstand waren?

00:06:09: Ja, also mein Vater war ja mit hinten hin.

00:06:13: Der wollte gerne Fremdsprachen lernen und merkte, er konnte noch nicht mal richtig Deutsch.

00:06:17: Denn das war damals, Herr Missings ist so.

00:06:21: Aber er ist letztendlich Journalist geworden und hat vier Fremdsprachen gesprochen.

00:06:26: Und er ist abgehauen bis nach Frankreich.

00:06:32: Er war an der Resistanz.

00:06:33: Er ist unter Arche neun Jahre lang insgesamt immer wieder in Zuchthaus oder zum Schluss ins Konzentrationslager.

00:06:44: Für alle jüngeren Zuhörerinnen, die es vielleicht nicht wissen,

00:06:51: Er ist im letzten Konzentrationslager gelandet, was befreit worden ist.

00:06:58: Die anderen waren schon zwei Monate vorher frei.

00:07:01: Und es waren ausgerechnet die Ukraineiner.

00:07:04: die ihn noch gerade eben im letzten Moment das Leben gerettet haben.

00:07:08: Die hatten schon die Gräben ausgehoben, wo sie hinter Rücks erschossen werden sollten.

00:07:13: Aber dann hörten die, die Kanonen schliegen und haben sich dann schnell ihrer Kleidung entledigt.

00:07:20: Die aufsichtsbeamten und sind schnell verschwunden.

00:07:25: Dann kam mein Vater zurück, also ein Skelett, charmant mit Haut verkleidet.

00:07:31: wusste nicht, ob hier überhaupt in Hamburg noch jemand ist, kam vom Dammtour die roten Baumschusssee runter.

00:07:38: und meine Mama, die damals in der Geschwister-Scholz-Straße da, wo ich geboren wurde, schon lebte.

00:07:44: Die war ja mit ihm befreundet, die waren immer befreundet geblieben.

00:07:48: Die gingen gerade in die Roten Baumschuss herunter, weil sie Tante, bei Tante Mimi so hieß sie, eine, die immer irgendwelche Lebensmittel organisieren konnte.

00:07:57: Da gab's Mehl, also ist Mama da längst gegangen.

00:08:00: und wer kam hierher entgegen, die denkt, den kenn ich doch irgendwo.

00:08:02: Das ist nicht wahr.

00:08:03: Und so, und dann, ich denke mal, dass ich in dieser Nacht wohl gezeugt worden bin.

00:08:08: Auf der Roten Baumschuss gemacht.

00:08:10: Nicht unbedingt, sie hatte ja eine Wohnung.

00:08:13: Sie hatte eine Wohnung.

00:08:14: Sie ist bis dahin geschafft, aber

00:08:15: ich weiß nicht.

00:08:17: Auf jeden Fall ist das, kann ich sagen, sonst wäre ich ... Ich wäre sonst ein Sieben-Monats-Kind und das haut nicht hin bei der Größe, die ich hatte.

00:08:28: Auf jeden Fall muss das ungefähr so passiert sein.

00:08:32: Und das ist vielleicht auch der Grund, weswegen ich alles nachempfinden kann.

00:08:36: Ich kann die Ängste anderer Leute genauso sehen und empfinden wie die Freude.

00:08:42: Und ich bin der festen Überzeugung, dass eben in den Genen auch sowas weitergegeben wird.

00:08:49: Das glaube ich auch.

00:08:49: Ich habe komischerweise ... Ja,

00:08:50: die Traumatisierung und so, die bleiben nicht unbemerkt vom Gesamtsystem.

00:08:57: Ich habe das ja auch immer.

00:08:58: Obwohl ich nie irgendwie Bedrohungen erlebt habe, Kriegsbedrohungen, habe ich es immer sobald eine Sirene irgendwo erklingt.

00:09:05: Neulich war dieser Defekt in Hamburg, als alle Sirenen plötzlich losging.

00:09:08: Ich habe sofort Gänsehaut bekommen und sofort Existenzängste gehabt.

00:09:11: Ja,

00:09:12: ja.

00:09:13: Ich kann mir auch vorstellen, dass solche Traumarbeiter

00:09:14: gehen werden.

00:09:15: So habe ich das überhaupt nicht.

00:09:16: Also ich kenne Angst so gut wie gar nicht, nur neulich mal bei einem Arzt.

00:09:21: Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

00:09:23: In der Pathologie.

00:09:23: Aber ich kenne Angst eigentlich nicht.

00:09:25: Nein, ich kenne Angst.

00:09:28: aber ich kann Angst bei anderen Leuten verstehen.

00:09:32: Ich merke sofort, wenn den ... Irgendwas passiert da.

00:09:36: Das kann ich sofort nachvollziehen, das ist kein Problem.

00:09:40: Konnte dein Vater über die Zeit im Konzentrationslager sprechen?

00:09:44: Also viele Leute aus der Generation haben ja geschwiegen, egal, auf welcher Seite sie damals gestanden hatten oder was sie erleiden mussten.

00:09:53: Dann ist dein Vater ein recht seltenes Exemplar.

00:09:56: Mein Vater hat mit Sicherheit darüber gesprochen, aber nur ganz am Anfang, denn meine Mutter wusste alles.

00:10:03: Meine Mutter hat mir diese Dinge erzählt.

00:10:05: Mein Vater hat ... Überhaupt nicht darüber sprechen können.

00:10:10: Er hat nur immer gesagt, wenn irgendwas im Fernsehen ... Das musst du dir angucken, das musst du doch wissen.

00:10:16: Und dann waren das eben so Dokumentarfilme, oder eben Filme, die sich mit dieser Zeit ... Und ich wollte das gar nicht sehen, weil ich hab ihn ja erlebt.

00:10:26: Und der hat also so mit den Zähnen geknischt, dass ich es durch die Tür hörte.

00:10:31: Und die waren dann auch nachher weg, die Zähne.

00:10:34: Ja?

00:10:35: Wenn der schlief, auch nur mal Nickerchen machte nachmittags, dann hat der so mit den Zähnen geknürscht.

00:10:42: Da merkte man daran, was da los war.

00:10:45: Und er hatte nicht eine einzige heile Bandscheibe mehr.

00:10:48: Er hat ein Stahlkorsett getragen und eine Halskrause.

00:10:52: Bis zu dem Zeitpunkt, wo Ärzte festgestellt haben, wenn er schwimmen geht, seine Muskulatur kann das packen.

00:10:59: Und dann hat er jeden Morgen im Killingkusenbad seine Runden gedreht und brauchte das ... ähm, ein Korsett nicht mehr.

00:11:07: Ja, aber er hat wirklich gelitten ohne Ende.

00:11:11: Wie prägt einem das als Kind?

00:11:13: Also, es ist für mich ja, ich bin ja komplett in Frieden aufgewachsen und hab ja nichts dergleichen miterlebt, auch nicht.

00:11:19: Gut, man, gab's eine Erzählung von den Großeltern oder von den Eltern, die von ihren Eltern erzählt haben, aber ich bin ja nie mit Krieg so oder mit den Folgen des Krieges hautnah in Berührung gekommen.

00:11:29: Wie fühlt sich das an für ein Kind, wenn ... Wenn die eigenen Eltern, wenn man die so leiden sieht, trägt man da in sich?

00:11:37: Ja, auf jeden Fall.

00:11:39: Mein Papa hat mir sehr leidgetan.

00:11:41: Mein Vater hatte, was ich später leider auch hatte, auch noch Migräne.

00:11:45: Und wenn man jeden Tag ... Mit dem Schmerzmittel nehmen muss sowieso schon, dann hat man keine Chance mehr.

00:11:51: Der hat also wirklich mit dem Kopf gegen die Wand gehauen, wenn er Migräne hatte, bis der Notarzt kam und ihm dann Morpheumersatz spritzte, Dolantin.

00:12:00: Dann war er drei Tage lang völlig im Eimer, aber auch.

00:12:03: Und das ist schon schlimm.

00:12:05: Und ich hab also auch keine Kinder mit hochgebracht zu mir.

00:12:08: Ich hab viel gelesen dafür, hab mit den Kindern unten gespielt.

00:12:12: Aber wir haben zum Teil eben auch das Glück gehabt, dass wir drei Schrebergärten Hinten der Feld-Offer-Kampf hatten und wir haben eben auch keinen Hunger erlebt.

00:12:22: Das heißt, wir hatten das alles.

00:12:24: Wir hatten diese winzige Wohnung.

00:12:26: Insgesamt mit vier Personen waren wir auf siebenundvierzig Quadratmetern.

00:12:31: Aber wir brauchten nicht untervermieten.

00:12:34: Denn es ging damals nicht nach Größe der Zimmer, sondern nach Anzahl der Zimmer.

00:12:38: Wenn du einen zu viel hattest und da nur zwei Personen waren und da waren drei Zimmer, musstest du jemanden reinnehmen.

00:12:46: Also, dass wir unter uns waren.

00:12:48: Und was ... Unglaublich war.

00:12:52: Mein Vater hat sich zwar immer verdrückt, wenn wir gefeiert haben irgendwann heimlich, aber er hat uns nie den Spaß verdorben.

00:12:59: Bei uns wurde so viel gesungen, so viel Musik gemacht und so viel getanzt.

00:13:04: Bei uns wurde so viel Kultur nachgeholt.

00:13:08: was aber vorhin hier schon gesagt worden ist.

00:13:11: Meine Eltern sind mit mir ins Theater gegangen, so wie ich krabbeln konnte.

00:13:16: Und mit zum Tanzen gegangen, zur Ausstellung gegangen, alles.

00:13:20: Die haben alles nachgeholt, was sie vorher nie hatten.

00:13:23: Aber dein Vater hat da nicht teilgenommen.

00:13:25: Der hat sich zurückgezogen.

00:13:25: Ach so?

00:13:26: Doch!

00:13:27: Weil du meinst, der hat sich zurückgezogen?

00:13:29: Ja, das hat er gemacht, wenn viel Gesellschaft war.

00:13:32: Und so, er hat uns aber, er konnte nicht so lange.

00:13:35: Verstehe ich.

00:13:36: Da konnte nicht so lange dabei bleiben.

00:13:39: Und dann ist er klang heimlich ins Schlafzimmer.

00:13:44: Er musste sowieso mehr Schlaftabletten nehmen und dann nahm er die Schlaftabletten und ging hinten rein und war weg und ließ uns weiter feiern.

00:13:51: Nee, nee, also, ihm hat man das Lachen geklaut.

00:13:56: Also, meine Mama sagte ja, früher war der ... ganz anders, wie sie ihn kennengelernt hat.

00:14:02: Aber es war trotzdem ihre große Liebe und sie hat ihn dann ja auch geheiratet, als ich kam.

00:14:07: Und vorher hatten sie sich nur mal verlobt, aber er wollte nicht so wirklich.

00:14:11: Aber

00:14:15: dann hat er sich breit

00:14:15: gefragt.

00:14:16: Da muss man sich immer noch vorstellen, diese kleine, einst, sechsundvierzig große Frau unter ein, zwei und achtzig große Mann.

00:14:23: Und tanzen gehen ohne Ende.

00:14:25: Aber in der Mitte passt er immer, ne?

00:14:30: Ja, ja.

00:14:32: Sagt meine Frau immer.

00:14:33: Die ist auch nur eins, zwei und sechs, ich bin eins, sieben und neunzig.

00:14:38: Du warst ja dann schon früh selbstständig und hast eigenes Geld verdient, hast dich ja jetzt nicht so unbedingt von dem klassischen Rollenbild der Frau damals leiten lassen, sondern war es früh eigenständig, ne?

00:14:48: Ähm,

00:14:50: ja, im Gegensatz zu vielen anderen bin ich so aufgewachsen, dass ich nicht in eine Rolle gedrängt worden bin.

00:14:59: Man hat oft zu den Kindern gesagt, Frau braucht sowieso nichts Tolles lernen.

00:15:06: Warum soll die Abi machen?

00:15:08: Das hab ich zwar nicht, aber das hab ich für mich entschieden.

00:15:11: Und ich musste nicht irgendeine gute Partie suchen, was damals auch sehr wichtig war, um versorgt zu sein.

00:15:19: Es war ja noch die Zeit, wo man eigentlich die Genehmigung des Mannes braucht, es rüftlich, um arbeiten gehen zu dürfen.

00:15:28: Und ein Konto hat man erst um die siebziger Jahre gekriegt und alles so was.

00:15:33: Aber ich wollte einfach das Leben erst mal kennenlernen.

00:15:37: Und das hab ich auch gemacht.

00:15:38: Und das meiste, was ich gemacht hab, war, wenn ich irgendwo war, gucken, Leute beobachten, Menschen beobachten.

00:15:46: Und meine Klassenkameraden haben immer gesagt, sie ist immer nur still.

00:15:50: Das

00:15:50: ist kaum vorstellbar.

00:15:52: Ja, ja.

00:15:53: Ich war so richtig kennengelernt.

00:15:55: Ich war fasziniert davon, wie Menschen reagieren, die anders waren als ich.

00:16:01: Die waren alle nicht so selbstbewusst wie ich.

00:16:04: Ich bin sowas von geliebt worden.

00:16:08: Ich durfte werden.

00:16:10: Mit mir wurde alles geteilt.

00:16:12: Mir wurde alles erklärt.

00:16:15: Mama hat immer Zeit gehabt, obwohl sie immer mitgearbeitet hat.

00:16:18: Sie hat immer Zeit gehabt, mir in Ruhe alles zu erklären.

00:16:21: So eine Mama hab ich auch.

00:16:24: Und das ist so wichtig für das Selbstwirtgefühl der Kinder, dass man sich die Zeit nimmt und dass man ihnen auch zeigt, dass sie wertgeschätzt werden, dass sie in ihrem Alter schon kleine Persönlichkeiten sind, die man erst mal kennenlernen muss und werden lassen muss.

00:16:41: Und das durfte ich.

00:16:42: Das finde ich auch immer wichtig, dass man Kinder immer gleichwürdig behandelt, immer auf Augenhöhe begegnet.

00:16:48: Natürlich, klar, wenn es um Entscheidungen geht, die Kinder selbst noch nicht treffen können, logisch, da müssen die Eltern dann auch schon das Geländer bieten.

00:16:56: Aber wichtig finde ich halt immer, dass man Kinder ernst nimmt.

00:16:58: Und das finde ich sogar heute, nach zweitausendfünfundzwanzig, so oft, wenn man das beobachtet, wie Leute, manche Leute mit ihren Kindern umgehen, finde ich schon erstaunlich.

00:17:06: Und dann haben wir noch etwas ganz Besonderes gehabt.

00:17:10: Streitkultur.

00:17:11: Bei uns, die haben uns gestritten wie die Kesselflicker.

00:17:15: Aber es ging um ein Thema.

00:17:18: Es ging nicht darum, den anderen niederzumachen.

00:17:22: Und wenn das nicht bereinigt worden ist, den Tag, dann durfte man das nicht mit in den nächsten Tag nehmen, sondern ... nächster Tag war ein neuer Tag.

00:17:33: Und vom Wegen beleidigt sein und maulen, das war bei uns absolut nicht der Fall.

00:17:40: Das kannten wir gar

00:17:41: nicht.

00:17:42: Ja, und wir haben uns alle so gemocht, dass wir auch gar keine Lust hatten, den anderen niederzumachen.

00:17:50: Ja.

00:17:51: Gab's dann auch mal irgendwie keine Reihen oder so was?

00:17:53: Also wurde das auch schon mal körperlich ausgetragen?

00:17:57: Das Allergrößte war der klitzekleine Bax mit der verkehrten Hand von Mama, die ihr wahrscheinlich mehr weh getan hat als ... Uns und Kindern, ich hab ja noch einen Bruder, da ist Zweiunddreißig geboren.

00:18:11: Und der ist aber schon nach vier Jahren ausgezogen zu meinen Großeldern, weil wir da einen Platz hatten.

00:18:18: Die hatten eine viel größere Wohnung, wie die Kinder daraus waren.

00:18:22: Hat ja da sein eigenes Zimmer gekriegt, hat bei uns aber immer noch mit gegessen.

00:18:27: Und aber ... das schlagen.

00:18:31: Also, meine Mama hätte es nie erlaubt.

00:18:35: Wenn mein Vater auf mich losgegangen wäre, da hatte er Ende wie Klodeckel.

00:18:40: Da wäre mein Gesicht weg gewesen.

00:18:42: Aber mein Vater hatte etwas, was ich auch mitgeerbt habe, eine Stimme.

00:18:48: Und da hat er eine tiefe, volle Stimme.

00:18:51: Wenn er sich aufgebaut hat, hat Luft geholt.

00:18:55: Und hatte richtig losgedrönt, kapurte der nicht.

00:19:01: Der brauchte niemanden zu raunen.

00:19:04: Der hat auch die Großeltern und Eltern von meinen Klassenkameraden so zusammengestaucht, wenn er gehört hat, dass die ihre Kinder prügeln, dann ist er da hingegangen.

00:19:15: Der hat auch mal den Fuß zwischen die Tür gestellt und hat die derartig angebrüllt, dass ihnen also Angst und Bange wurde.

00:19:23: Aber das hat genutzt, nur der hat sich eigentlich nie geprügelt.

00:19:28: Nö.

00:19:30: Aber das hört sich so angehört, als ob er das könnte.

00:19:32: Und er war ja eben ... Er hatte keine Teile, er war nicht fett, gar nicht.

00:19:37: Er war gebaut wie eine Eiche, richtig wumm.

00:19:40: Breit und wusch.

00:19:41: Ein Wikinger eben.

00:19:43: Irgendwann waren die ja alle nach Altona gekommen, aus Jüland, seine Vorfahren, und da gelandet.

00:19:50: Altona war ja ganz kurzklammer auf, mal die zweitgrößte Stadt Dänemark.

00:19:53: Dänemark,

00:19:54: ja.

00:19:55: Als mein Vater auch da ... Ja, ich weiß noch, dass es noch nicht mal ein Stadtteil zu von Hamburg war, als ich ganz klein war.

00:20:06: Und der Vater meines Vaters war ja Dachdecker.

00:20:10: Und in Altona, mein Vater ist noch in Altona geboren.

00:20:14: und in der Geschwisterstrasse nachher aufgewachsen, als sein Vater erschossen worden ist.

00:20:19: Und der Vater musste die Bürgerrechte von Hamburg kaufen, damit die Leute überhaupt mit ihm Geschäfte machten.

00:20:28: Oh Gott.

00:20:29: Ja.

00:20:30: Kaufen?

00:20:31: Ja.

00:20:31: Das hat man auch mit den ganzen Leuten gemacht, den Juden, die schon ... sogar im Senat saßen oder Kaufleute waren seit ewigen Zeiten.

00:20:42: Denen haben wir nämlich letztendlich, das Stiftsviertel zu verdanken.

00:20:49: In die Schädestrasse, Martini-Strasse, Frickestrasse.

00:20:53: Das war eine Idee des Senats, dass sie jetzt plötzlich die Bürgerrechte kaufen sollten.

00:20:59: Da haben sie gesagt, aber nicht mit Geld.

00:21:02: Dann machen wir was für die Frauen.

00:21:05: Die überbleiben, wenn die Männer gestorben sind, und nichts haben.

00:21:10: Super.

00:21:10: Ja?

00:21:11: Die durch Gottes Versagen in Armut gefallen sind.

00:21:15: So ist das Stiftsviertel entstanden.

00:21:17: Dann Daniel Schottestift.

00:21:19: Ja, und da gibt's noch einen katholischen Stift.

00:21:23: Rechts, wenn man Julius Reinkistik reingeht.

00:21:25: Und dann gibt's auch noch den ersten in der Schädelstraße.

00:21:29: Der ist christlich.

00:21:30: Aber die anderen sind alle jüdisch.

00:21:33: Und die sind auch alle auf Gelastwagen verladen worden.

00:21:36: In der Friggestrasse zusammengefähigt.

00:21:38: Wahnsinn.

00:21:39: Und verladen worden.

00:21:40: Das hat meine Mama gesehen, deswegen gingen die nie die Schädestrasse an die Friggestrasse durch.

00:21:46: Puh.

00:21:49: Was mir vorhin eingefallen ist, diese Frage, ihr wart Selbstversorgung, ihr hattet diese Gärten, hast du erzählt.

00:21:55: Wurden die nicht geplündert

00:21:56: mal?

00:21:57: Nein, meine Großeltern hatten da auch ein Häuschen.

00:22:01: Da haben viele Leute gewohnt.

00:22:04: Auch nebenan haben welche gewohnt.

00:22:06: Das waren eben Leute, die ihre Wohnungen verloren hatten und die dann in diesen sogenannten Belfs einem wohnten.

00:22:14: Mit denen die nebenan wohnten, haben meine Großeltern, die im Sommer dann natürlich auch wohnten, sogar am Anfang ein Schwein zusammengehalten.

00:22:23: Ja, die meine Großeltern hatten, also Hühner, Kaninchen, Enten, manchmal auch ein Puder.

00:22:29: Darum laufen das war normal.

00:22:31: Wir hatten selber nur Obst und Gemüse.

00:22:34: Ich weiß nicht, ob meine Fantasie mir da eine Strei spielt, aber erinnere ich mich noch an Nissenhütten am Niederfeld?

00:22:43: Ich meine nicht.

00:22:44: Am netter Feld waren der Eiskremen und schon viele kleine Gewerbeangelegenheiten.

00:22:52: Und

00:22:53: es war der Bahndamm da.

00:22:56: Dahinter waren die Felder.

00:22:59: Okay, dann war das völliger Blödsinn.

00:23:01: Da war viel Platz zum Rumlaufen und so überall.

00:23:05: Da war noch nichts.

00:23:06: Diese ganzen vielen Gewerbeangelegenheiten sind später erst daran gebaut worden.

00:23:11: Vorne waren geiceclaim und vorne so eine Papierfabrik.

00:23:16: Wild und

00:23:20: Co.

00:23:21: Die haben Papier gemacht, das wusste ich gar nicht.

00:23:22: Ja, die haben Papier gemacht.

00:23:24: Papier,

00:23:25: okay.

00:23:26: Und du hast ja dann irgendwann auch angefangen zu arbeiten.

00:23:31: Ja.

00:23:32: Du hast, du hast es mir schon verraten, ich weiß auch wo.

00:23:36: Bei Berggemann, ne?

00:23:36: Kennt

00:23:37: das doch jemand?

00:23:38: Berggemann, da in der Osterfeldstraße?

00:23:41: Holzlatschen, ja.

00:23:42: Holzlatschen

00:23:43: ist das.

00:23:43: Jesuslatschen.

00:23:44: Ja,

00:23:48: ja.

00:23:48: Ja, ja.

00:23:49: Ja, das war die so und so fielte Stelle, bevor ich ... dann das Theater gegründet, das war meine letzte Stelle.

00:23:56: Was hattest du noch für Jobs?

00:24:00: Ich wollte ja Ingenieur werden, weil ich so gerne alles, was technisch war, mechanisch und zerlegbar und wieder zusammenzumauen, immer ... ja, hatte ich.

00:24:10: Und dann sind wir mit vierzehn Jahren zur Berufsberatung geschickt worden.

00:24:15: Ich hab mir gesagt, für Ingenieur gibt es keine Lehrstellen für Mädchen.

00:24:20: Dieser Satz wird mir hebig nachgehen.

00:24:23: Und dann haben sie gesagt, ja, aber Schneiderin kannst du doch werden, da kannst du eine Maschine auseinander in die Mühe und wieder zusammenbauen.

00:24:33: Dann werde ich dann mal Schneiderin, meine Eltern waren schwer enttäuscht, die hatten gedacht, mein Vater wollte natürlich, dass ich studiere, aber ich hatte keine Lust dazu, weil es in der Schule so wahnsinnig langweilig gewesen ist.

00:24:45: Ich hatte ja die vielen Bücher gelesen.

00:24:48: Ich hatte

00:24:49: die

00:24:50: vielen Bücher gelesen, die mein Vater dastehen hatte.

00:24:53: Zwei Tausend Bücher, zum Teil hintereinander in den Rhein.

00:24:56: Alles antiquarisch gekauft, also alles, was wirklich wichtig ist.

00:25:02: war in der Welt, hat er da stehen gehabt.

00:25:04: Und mit fünfzehn hatte ich schon sehr viel davon gelesen.

00:25:07: Und das war nicht, wenn Emil zu Labalsack und alles weg da, hab ich schon hinter mir gehabt.

00:25:13: Ich wusste, wie das Leben funktioniert.

00:25:15: Und dann in der Schule, oh Gott, nee, dieser Lehrer.

00:25:19: Der war in Kriegsgefangenschaft gewesen, hatte wohl gerade zu Ende studiert gehabt und war dann eingezogen worden.

00:25:26: Und dann hat er als erstes die Schülerin geschwängert und dann war er nur noch sauer auf die ganzen Kinder.

00:25:34: Und wir hatten in der Klasse drei Jahrgänge.

00:25:38: Weil die am Anfang gar nicht genügend Lehrer hatten und ich war ja sechsundvierzig nun geboren.

00:25:43: und als ich in die Schule kam, ja, also es war furchtbar.

00:25:47: Da saß er immer nur, ihr seid die schlimmste Klasse hier in der Schule und Ausflug gestrichen, Reise gestrichen, zeigt bumm.

00:25:55: Also es macht sie überhaupt keine Freude.

00:25:57: Und so gesehen muss ich ehrlich sagen, Die meine Klassenkameraden, wir treffen uns heute noch mit den meisten, die sind zum Teil in der Kegelhofstraße aufgewachsen.

00:26:07: Da wurde geprügelt und gesoffen ohne Ende.

00:26:10: Die sind zum Teil

00:26:11: so toll geworden.

00:26:14: Die haben es wirklich aus eigener Kraft geschafft.

00:26:17: Denn die Eltern haben denen überhaupt nicht geholfen.

00:26:20: Die konnten ihnen gar nicht helfen.

00:26:22: Ich erinnere das auch noch, Kegelhofstraße war als ich klein war.

00:26:25: Die

00:26:25: Kötelhofstraße, der Kindermachergang.

00:26:29: Jetzt wollen wir mal die Kinderreichste statt Hamburgs.

00:26:32: Die sind über die Dächer, haben die Kriegen gespielt und sind an den Regenrinnen runtergerutscht.

00:26:37: Die waren angstfrei.

00:26:41: Die haben Gewalt als normal empfunden.

00:26:45: Wie die mir jetzt, als wir den dreißigsten Klassen treffen hatten, nach dreißig Jahren, da fingen sie an, ihre Geschichten zu erzählen.

00:26:57: Nachdem ich Ihnen gesagt habe, wie toll ich das finde, wie Sie da, ne?

00:27:03: Eine hat sich umgebracht, ein paar haben sich totgesoffen, aber der Rest, da überlebt hat, da ist eigentlich wirklich toll geworden.

00:27:11: Ja, man muss es benennen.

00:27:13: Ja,

00:27:13: natürlich, natürlich.

00:27:16: Man muss es einfach benennen.

00:27:18: Man musste auch einfach sagen, irgendwie für die Generation war ja Alkohol auch eine wichtige Komponente.

00:27:26: So traurig das Klingenmark, um die Ereignisse des Krieges irgendwie zu verarbeiten.

00:27:31: Ja, das kann man schon sagen.

00:27:32: Wir hatten auch oben einen Wohnen von Warnke, Eiskremen, ein Meister.

00:27:37: Da hat also sich auch tot gesoffen.

00:27:41: Und da wurden dann immer die beiden gegenüber ... Na, Geschwister Scholz, Straße nicht nur Maschinenbau, Nattermüller.

00:27:49: Da war auch ein Kolonialwarengeschäft.

00:27:53: Und da war auf die Frieder-Bünsen, da gab's eben Lebensmittel.

00:27:58: Und dann hat hier da die Alstermilch verteilt in Hamburg.

00:28:03: Die hatten auch noch zwei Lastwagen.

00:28:05: Und die eine Tochter war die erste, glaub ich, die hier in ... Hamburg ein Lastwagenfahrschein als Frau hatte.

00:28:16: Da durften die anschreiben lassen, der Meister oben.

00:28:19: Da hat dann sein Chef am Monatsanfang die Rechnung von letzten Monaten bezahlt.

00:28:27: Die Miete wurde überwiesen und alles so was, damit er kein Geld in die Hand kriegt.

00:28:33: Oh Gott.

00:28:33: Ja, und dann kriegten ... Das war ganz schön schlimm.

00:28:38: Da hat sich wirklich tot getrunken.

00:28:43: Da war auch ein Katz hat gewesen und das hat er nie verwunden.

00:28:47: Und die Kinder, der hatte zwei Kinder, die haben mir auch immer Leid getan.

00:28:52: Ja, aber ...

00:28:54: Oh, je, oh, je, ja.

00:28:57: Du hattest dich dann eben durchgesetzt und hast unter anderem, wie gesagt, bei Berggemann gearbeitet.

00:29:02: Ja.

00:29:03: Und warst du eigentlich eine Schülerin?

00:29:05: Genau, das wollte ich eben noch fragen.

00:29:06: Warst du eine Schülerin, die auch gerne mit den Lehrern diskutiert hat?

00:29:11: Das konnte man nicht.

00:29:14: Mit Lehrern konnte man nicht diskutieren.

00:29:17: Das konnte nur mein Vater dann.

00:29:19: Mit so einer tiefen Stress?

00:29:21: Ja.

00:29:22: Wenn der zu ungerecht wurde, hat mein Vater meistens nicht in Hamburg gearbeitet, hat sich freigenommen und ist auf der Matte gestanden.

00:29:31: Was hat er denn gearbeitet?

00:29:32: Ja, das ist ... Er konnte nur nicht mehr voll eingesetzt werden, er hat als Redakteur gearbeitet und konnte eben auch seine Fremdsprachen nicht mehr viel gebrauchen, weil er nicht ne vierzig Stunden Woche hinter sich bringen konnte.

00:29:46: Aber er hat immer noch Arbeit gefunden.

00:29:48: Fünf Jahre in Düsseldorf, drei Jahre in Kiel.

00:29:53: Und so hauptsächlich im Wirtschaftsbereich dann.

00:29:55: Wendt ihr aber in Hamburg geblieben seid?

00:29:58: Ja, wir waren in Hamburg und er kam am Wochenende.

00:30:01: Er kam am Freitag und ist am Montagmorgen dann wieder weggefahren.

00:30:08: Hatte auch das Glück, dass er eine Vermieterin hatte.

00:30:11: Und als er mal zu früh zurückkam, lag sie in seinem Bett.

00:30:16: Weil es so gut nach Mann roch.

00:30:18: Und dabei hat er seine Bettbezüge selber mitgebracht.

00:30:22: Er war immer sehr burscht.

00:30:26: Da musste er sich leider in Euer Bleib.

00:30:28: Stoßen wir mal an auf deinen Vater.

00:30:34: Gab es in deiner Kindheit und Jugend eine Person, die dich besonders geprägt hat?

00:30:41: Was deine Ideale, was deine Lebensphilosophie angeht?

00:30:47: Ach, das Neues war ja meine Eltern.

00:30:49: Aber meine Großmutter war natürlich eine ... Ja, da kann man so sagen, als ob ihre Seele in mich geschlupft ist.

00:30:57: Weil meine Mama hat mir ja verraten, als ich dann den Laden übernommen hatte, den ich dann als erstes als Trackstop mit Musikveranstaltung machte, und da hat sie mir verraten, dass meine Großmutter, die ja bei Franzosen Köchin gelernt hat ... dass die eine Tartar-Truppe hatte.

00:31:18: Und in den Neunzehnten sind die Bertha von Suttner gespielt.

00:31:22: Die wappen nieder.

00:31:24: Dass sie, wie ich eben auch, ich ting ihr ja leidenschaftlich gerne schon in der Zeitung stand, weil sie so eine gute Stimme hatte.

00:31:32: Und dass sie gekocht hat, wie ein Weltmeister, die konnte unheimlich gut würzen.

00:31:36: Ich hab nie kochen gelernt, hab aber mit einem Bistro, was ich vorhin hatte, mein Theater hinten finanziert.

00:31:43: Also ich hab sofort angefangen zu kochen.

00:31:46: Das ist meine Großmutter.

00:31:48: Und immer, wenn ich abhauen wollte von zu Hause, was manchmal ja passierte, als ich noch kleiner war, wenn ich meinen Willen nicht kriegte, dann hab ich also einen Abschiedsbrief geschrieben.

00:32:03: Und hab den dann auch in den Briefkasten gesteckt.

00:32:06: Und dann hab ich gedacht, jetzt gehst du aber erst noch mal zu Oma rüber.

00:32:10: Das war ja nur ein paar Häuser weiter, wie hundertneinunddreißig.

00:32:14: Oma hundertneinzehn, und da, wo Papa aufgewachsen ist, neununddreißig.

00:32:18: So, die Geschwister Scholz-Straße kenne ich auswendig.

00:32:22: Auf jeden Fall ich zu Oma hoch, und dann, die sah immer schon gleich, was los war.

00:32:26: Und die sass ihnen, du, ich hab heute Becher-Milk-Kartoffeln gemacht.

00:32:31: Soll ich sie warm machen oder ist zu sie galt?

00:32:34: Und dann sagte ich mir, das kriegst du so nie wieder, wenn du jetzt abbaust.

00:32:40: Jetzt hatte ich zwar den Schlüssel, Für die Wohnung war nicht den, für den Briefkasten.

00:32:46: Also musste ich nach oben eine Gabel holen, kurz bevor meine Mama um drei Uhr von der Arbeit kam und dann diesen Abschiedsbrief wieder aus dem Briefkasten angeln.

00:33:00: Aber die Oma, die war wirklich ... Wenn ich das, wenn ich an die Oma denke, also wenn man sich so Omas vorstellt, in dem damals, in dieser Generation ... Sie hat erst mal nie dunkle Kleidung getragen, am liebsten nicht.

00:33:19: Und wenn ich zu ihr kam, da war sie schon über achtzig.

00:33:23: Man kann es sich nicht vorstellen, dass ich das nun auch bin, aber ...

00:33:28: Tidler.

00:33:31: Aber da sagt sie zu mir, da war sie so, dreiundachtzig, ich konnte nicht schlafen.

00:33:37: Da hab ich heute Nacht eine Sendung gehört über einen ... Musiker, ein Gitaristen, der ist vielleicht toll gewesen.

00:33:44: Das war nicht meine Musik, aber das war eine tolle Sendung.

00:33:48: Den kennst du bestimmt.

00:33:49: Carlos Santana heißt ... Das hat ich sie mit den Träumen und Achtzig damals angehört.

00:33:56: Da war der Bängel noch nicht mal volljährig ungefähr, der war gerade am Anfang.

00:34:00: Der lebt immer noch, ja.

00:34:02: Und ja, ist ungefähr mein Alter so ... Ja,

00:34:06: so

00:34:06: war die.

00:34:07: Ja, die war eine ganz andere als die anderen Leute, die ich so kannte, die alt waren.

00:34:12: Und das ist natürlich alles weitergegeben worden.

00:34:15: Die Oma, der Opa, die haben Partnerschaft gelebt.

00:34:19: Und das haben die weitergegeben an ihre Kinder.

00:34:22: Ja.

00:34:23: Ja.

00:34:23: Und die haben es weitergegeben an mich.

00:34:26: Und dann hatte ich das Pech, dass ich nachher kein Mann fand.

00:34:30: Weil die natürlich nicht mit so einer selbstständigen Frau umgehen konnten.

00:34:34: Aber deine Mutter hat ja auch ... Die

00:34:35: Patnerschaft leben wollten.

00:34:37: Ja.

00:34:37: Die hat sich den richtigen gegriffen.

00:34:39: Den einzigen.

00:34:41: Den einzigen.

00:34:41: Die wollte ja auch nur ...

00:34:43: Ach, Martin, die hat uns damals schon gekannt.

00:34:47: Nee, aber das ist wirklich ... Ich bin meinerzeit irgendwie voraus gewesen.

00:34:55: Und das war auch nachteilig.

00:34:57: War ja nun nicht gerade sehr hässlich.

00:34:59: Du

00:35:00: hast mir mal ein Bild gezeigt.

00:35:01: Ohne Scheiß.

00:35:03: Jetzt habe ich das Wort.

00:35:03: Zehn

00:35:04: Zentimeter zu lange Beine.

00:35:08: Schade, dass das ein Podcast-Format ist, aber ich würde so gern das Foto zeigen, dass du mir gezeigt hast.

00:35:13: Holla, die Waldfee.

00:35:16: Ja, Naturblondine.

00:35:19: Zu lange Beine.

00:35:21: Sehr schlank.

00:35:22: Ziemliche Oberweite.

00:35:23: Hab ich auch nicht zweimal hier geschrieben.

00:35:28: Aber ich hatte einen ganz großen Nachteil natürlich.

00:35:32: Und den wollten die Männer nicht, meinen Intellekt.

00:35:36: Ich liebte es zu denken.

00:35:39: Ich liebte es zu analysieren.

00:35:42: Und so was alles.

00:35:43: Und ja.

00:35:45: Und dann war ich also entweder das Dekorationstück, das den Mund zu halten hatte.

00:35:50: Oder weil ich ja nun auch ... Durchsetzung stark war, nicht dominant.

00:35:56: Das ist wieder eine ganz andere Schiene.

00:35:58: Aber ich konnte Entscheidungen treffen.

00:36:00: Und ich konnte Nein sagen, vor allen Dingen.

00:36:03: Es war eins meiner ersten Worte.

00:36:05: Und ...

00:36:06: Sag doch

00:36:07: mal Mama.

00:36:10: Nein.

00:36:10: Nee, aber es ist tatsächlich so ... Ich hab die angezogen, die eine Mama wollten.

00:36:16: Also eine Ersatzmutter.

00:36:17: Ja.

00:36:18: Weil ich ... mein Leben gut ... in Griff hatte.

00:36:23: Der Kühlschrank war voll.

00:36:26: Oder die Großwildjäger, die dachten, sie können mich schon noch abrichten.

00:36:31: Das war eben alles nix.

00:36:35: Wenn ich das heute so sehe, wie viele Männer es gibt, mit denen man vernünftige Gespräche führen kann.

00:36:43: Und weh, du nennst mich jetzt nicht.

00:36:47: Wir erlebst mich jetzt so als modern.

00:36:51: Na ja.

00:36:52: Hin und wieder hörst du mir ja echt zu.

00:36:54: Du hörst mir ja zu.

00:36:56: Ja, weil

00:36:56: das hier ins Skript steht.

00:36:58: Das hast du geschrieben.

00:37:00: Ja, das ist wahr.

00:37:04: Wie hast du die Veränderungen im Viertel erlebt?

00:37:09: Die Geschwister-Scholstraße hieß nicht immer Geschwister-Scholstraße.

00:37:12: Weißt du, wie die vorhieß?

00:37:15: Im Angelieferte die Möbel, da stand das noch drinnen in der Verstraße.

00:37:20: Und davor hieß die Adolfstraße mal.

00:37:23: Da war noch eine Mühle, die in der Fricke-Straße stand.

00:37:27: Auf dem UKE, wie es war, da hieß sie Adolfstraße.

00:37:32: Und sie sollte auch noch umbenannt werden, nachdem sie Niendorferstraße war.

00:37:40: Aber man hatte kein Blech.

00:37:42: Sonst wäre sie unter Adolf auch noch umbenannt worden.

00:37:46: Man hatte kein Blech für die Straßenschöder.

00:37:49: Deswegen blieben sie die Niendorferstraße, bis sie Geschwister-Scholzstraße wurde.

00:37:54: Das ist ja schräg,

00:37:55: okay.

00:37:57: Ja, wie viele Menschen wahrscheinlich nie das Schild an ihrer Tür geändert haben und deswegen geheiratet haben.

00:38:03: Ach, da nehme ich den Namen des Vormittes an, ist ja auch egal.

00:38:10: Dann hast du ja deinen eigenes... Kabarett in Hamburg eröffnet.

00:38:16: Was war deine Motivation?

00:38:17: Du hattest vorher schon in diversen Rufen gearbeitet.

00:38:21: Ich bin ins Büro gegangen, war in Nullkommannix-Springer im Büro, weil ich auch mit den technischen Sachen gut aus konnte.

00:38:27: Und weil ich richtig gut Deutsch konnte auch schreiben.

00:38:31: Und von daher war das keine Frage zweimal gewechselt.

00:38:35: Und schon hatte ich das gleiche Gehalt, wie die anderen, die es gelernt hatten.

00:38:39: Aber es wurde langweilig, als dann die EDV kam, wusste ich, dass ich keinen Kontakt mehr mit den Kunden haben würde und so weiter.

00:38:50: Und das wurde mir dann auch wieder zu eintönig.

00:38:52: Und dann war das eben mit dem.

00:38:54: Aber das Klapperrett war insofern interessant, dass mein Vater schon die ersten Platten gesammelt hat, die noch unterm Tisch verkauft wurde, unterm Ladentisch, weil man das gar nicht ... Kaufen durfte noch nicht.

00:39:08: Also Kritik war auch in den ersten Jahren verboten.

00:39:12: Und ich muss noch eines möchte ich noch mal betonen.

00:39:15: Mein Vater war im KZ.

00:39:17: Und dann kam die Mac-Coffee-Zeit, wo alles, was links war und links dachte, sozial dachte, Kommunist war.

00:39:25: Und wir haben es erlebt unter weichen kleines Mädchen.

00:39:30: Wie die Polizei morgens um fünf Uhr Sturm klingelte, die Matratzen aus den Betten rissen, die Sachen aus den Schränken rissen und wieder gingen.

00:39:39: Die haben Angst verbreitet ohne Ende.

00:39:42: Ja, das war wirklich ... Furchtbar für diese Leute, die das mitgemacht hatten, die sich also dem wirklich ihr Leben riskiert hatten, weil sie Gegenhittler waren und dann das erleben zu müssen.

00:39:59: Und ich saß da in der Küche vor dem Backofen, in dem die Zeitungen waren, die die Leute nicht lesen durften.

00:40:12: Mit dem Teddy, auf dem Hocker, auf dem Schemel.

00:40:16: Und war friedlich, und da haben sie nie nachgeguckt.

00:40:26: Na ja.

00:40:28: Nee, aber das war so.

00:40:29: Die haben wirklich ein tolles Kabarett schon gemacht, wie das die Bundeswehr gegründet worden ist.

00:40:38: Ja, wir sind für Häus, Häus, Häuslichkeit und Frieden.

00:40:41: Und wir dem da uns zu ruhen.

00:40:45: Ich kenne das alles noch aus, wenn ich diese platte.

00:40:48: Und das hat mich so fasziniert, dass man in so netter Form auch sagen kann, was man nicht gut findet.

00:40:58: Das wollte ich immer machen.

00:40:59: Und dann hab ich mich drüber geärgert, dass eben in München, in Düsseldorf, in Berlin überall gab's Kabarett, nur bei uns nicht.

00:41:07: Und das hatten zwei Versuch schon.

00:41:09: Der eine, ich nannte ihn immer Zwergnase, vom Ohnsorgtherater, so'n ... Schmaler mit Schumpen.

00:41:16: Der hatte es versucht, nach einem Jahr aufgegeben.

00:41:18: Dann kam einer von der Münchner Lachenschieß-Gesellschaft.

00:41:21: Der Herr Scheller, da hat es auch ein Jahr versucht, hat es nicht geschafft.

00:41:25: Wir hatten nur literarisches Kabarett.

00:41:28: Ich denke, da scheiß da Hunden drauf, das muss da hinzukriegen sein.

00:41:31: Ist das in unserer Publikum anders, dass wir so viel länger gebraucht

00:41:35: haben?

00:41:36: Nein, es hat wohl wirklich mit der Politik zu tun gehabt.

00:41:39: Auch, denn alle kleinen Theater bis zu hundertfünfzig Plätze.

00:41:44: kriechten ja letztendlich die Miete und die Energiekosten bezahlt.

00:41:49: Ich war die einzige, die es nie gekriegt hat.

00:41:52: Man hat mich zwar genötigen wollen in die SPD einzutreten, nur für mich ist es einfach klar, wenn ich ... Die anderen waren dann in der SPD, deshalb habe ich dann auch rausgekriegt, ob das da Fulsgarten war oder das Monsuntheater.

00:42:10: Fulsgarten jedes Jahr, vierzigtausend Monsuntheater, achtzigtausend im Jahr, ich nüscht.

00:42:18: Aber ich habe es dann ja auch alleine geschafft.

00:42:19: Aber ... Wenn ich alles selber machen musste, von der Öffentlichkeitsarbeit bis zu Künstlerengagement und die ganzen Texte für die Werbung schreiben und Folger machen und was nicht alles und kochen und einkaufen und das alles, dann kann ich keine Politik behalten.

00:42:46: Und wenn ich in eine Partei eintrete.

00:42:49: Dann will ich da auch was mit tun.

00:42:51: Natürlich.

00:42:52: Das kann natürlich eine ehemalige Leiterin, die ist ja jetzt, Isabel Werthes Schütter, die konnte das machen.

00:43:01: Die hat auch Verständnis für mich.

00:43:02: Das war die Einzige, die mir geholfen hat einmal.

00:43:05: Aber nicht.

00:43:06: Und ein Bürgermeister hat mir auch mal geholfen.

00:43:09: Ich hab einmal dreißigtausend bekommen, doch tatsächlich.

00:43:13: Zum Verständnis, Isabel Werthes Schütter war die Intendantin des

00:43:16: Ernst-Deutschgeartests.

00:43:19: Aber das Theater ist ja groß, da kann man auch delegieren.

00:43:22: Das kannst du aber nicht, wenn du ein hundertplätze Theater hast.

00:43:26: Da ist nichts zu delegieren.

00:43:28: Da hab ich die ersten Jahre sogar noch mit sauber gemacht.

00:43:31: Das große Glück, was ich hatte, war, dass ich

00:43:33: eine Wohnung

00:43:34: um drüber mitgekriegt hab, die dazu gehörte und noch eine dazu mieten konnte.

00:43:39: Da hab ich dann zwei Erstusche und so was eingebaut in der zweiten, aber ich konnte meine Künstler unterbringen.

00:43:44: Und das war eine Zuchnummer, weil die Leute wollten gerne nach Hamburg.

00:43:49: Ja, die wollten nach Hamburg rein.

00:43:51: Aber da waren keine Auftrittsmöglichkeiten.

00:43:55: Und als ich das dann hingekriegt hab, der ersten geholt, der Dauern gekommen ist, war Urban Priol.

00:44:04: Und Georg Schramm hat sein erstes ... Ein eigenes Programm, als er gerade gekündigt hatte in der Klinik, erwand nämlich in der Psychologe oder Psychotherapeut in einer Klinik gewesen, ausgerechnet, ist da eingesprungen für Herrn Krönert.

00:44:20: Dann in Stimmband in Zündung, hatte auf einer Weihnachtsfeier vom UKE und hat ein Programm gemacht über Krankenhäuser.

00:44:28: Das passt ja

00:44:29: wie ... Ja, sicher.

00:44:31: Und dann hab ich aber das wirklich so hingekriegt, dass ich auch die ... Jüngeren, die noch nicht so bekannt waren, ich hab immer nur gute Leute genommen.

00:44:42: Ich fand zum Beispiel etwas nicht gut, wenn man Leute mit nach Schoß oder so macht, wo da die ganzen Betrunken schon unten sitzt.

00:44:52: Und dann, Leute auf die Bühne, lässt die nur immer mal auf die Bühne wollten, und die werden in der Lächerlichkeit preisgegeben.

00:44:59: Dieser Art finde ich nicht schön.

00:45:02: Ja, ja.

00:45:03: Und ich sage lieber jemanden, pass mal auf.

00:45:06: für deine privaten Feiern und so, da bist du eine Bombe.

00:45:09: Aber wenn die Leute Geld dafür bezahlen dürfen, dann musst du noch mehr machen.

00:45:15: Du musst mehr können.

00:45:16: Das reicht noch nicht.

00:45:18: Oder das reicht gar nicht, wenn eine Haarschafter neben gesungen hat.

00:45:22: Aber das kannst du nicht machen.

00:45:26: Das wussten die Journalisten, die Kultur.

00:45:29: Leute, ob Abendblatt oder Bildzeitung oder wer auch immer, die wussten, wenn da einer rauf darf, dann ist er gut.

00:45:38: Und ich hab ja halbe Seiten im Abendblatt gehabt.

00:45:41: Also, da muss ich echt sagen, da haben die richtig mitgezogen.

00:45:45: Großartig.

00:45:45: Ja, weil ich konnte mir diese Anzeigenkosten gar nicht leisten.

00:45:56: Du hattest ja großartige Künstler bei dir, die dann später richtig Karriere gemacht haben.

00:46:00: Das ist eben schon gesagt Orban Priol.

00:46:03: Mario Bart war auch bei dir, oder

00:46:06: hättest

00:46:06: du das lieber verschweigen sollen?

00:46:07: Nein, Mario Bart ist ein ganz entzückender Mensch.

00:46:11: Das ist eine Kunstfigur.

00:46:14: wie eben Dieter Bohlen auch eine Kunstfigur ist.

00:46:17: Da ist nicht unbedingt ein wunderbarer Mensch, da Dieter Bohlen, das weiß ich nicht.

00:46:21: Aber er hält z.B.

00:46:22: seine erste Familie völlig aus der Öffentlichkeit raus.

00:46:26: Und er wollte zehn Kinder haben, und er kommt mit Sicherheit auch für seine zehn Kinder auf.

00:46:32: Da bin ich ganz sicher.

00:46:34: Aber Mario Bart hat ... Es sind fünf Jungs.

00:46:39: Und die Mutter ist alleine gelassen worden, der saufende Vater ist weg.

00:46:43: Der Großvater war ein hervorragender Maler in Berlin.

00:46:46: Der hat ein bisschen geholfen.

00:46:48: Und Mario war Moderator im Rundfunk in Düsseldorf.

00:46:53: Und bei diesem ... Wie hieß der noch in Luxemburg?

00:47:00: Frank Elzer?

00:47:01: Ja, da war ... Und hat das mal aus Jux probiert, diese Nummer.

00:47:06: Und das hat ... Männer sind Schweine, Frauen aber auch.

00:47:11: Das hat er bei mir ... Da waren fünfzehn Leute am Anfang.

00:47:15: Aber ich wusste ja gar nicht, ich bin dazu überredet worden von seiner Agentur.

00:47:20: Weil kein anderer traut sich, nur du.

00:47:22: Ich sah, okay, dann versuche ich's mal.

00:47:25: Und da waren die Mutter und die anderen Geschwister alles da.

00:47:28: Und

00:47:30: am nächsten Tag war das Haus knallevoll.

00:47:33: Die Kabarettleute haben das akzeptiert, was der da machte.

00:47:38: Da war ich ganz erstaunt.

00:47:39: Das ist überhaupt nicht mein Moor.

00:47:42: Aber er ist selber so was von nett.

00:47:46: Also er hat bei mir dann gewohnt.

00:47:48: Ich hatte dann die Wohnungen oben schon aufgegeben.

00:47:51: Das war gerade der Schluss, kurz bevor ich schließen musste.

00:47:55: Und da hat er dann in dem ehemaligen Schlafzimmer meiner Mama.

00:47:59: gewohnt.

00:48:00: Und an der Wand war so ein kleines Bild, was sie liebte.

00:48:04: Das war ein Druck von einer Malerei, wo zwei kleine Kinder vor einem Kamin stehen und sich wärmen.

00:48:13: Und er sagte, ein Bild von meinem Großvater hängt ja aus.

00:48:18: Und Mario bat mal wunderschöne Bilder.

00:48:23: Die kauft er jetzt alle schon wieder zurück.

00:48:25: Die hat er damals verkauft.

00:48:27: Und ...

00:48:28: Ich glaube, er hat schon neun Kinder adoptiert mittlerweile.

00:48:31: Das wusste ich nicht.

00:48:33: Er ist ein Mensch, der erst mal für seine Familie rundrum gesorgt.

00:48:39: Und ich finde ganz einfach, keiner wird dazu gezwungen, für den Mist, den er auf der Bühne macht.

00:48:46: Geld auszugeben.

00:48:47: Und sie rennen alle dahin.

00:48:49: Und da hat mir mal einer gesagt, der hat Kunst gesammelt, als ich vor in der Kunsthalle oder irgendwo stand.

00:48:59: Da waren drei große Bilder, also dreimal, zweifünfzig, weiß.

00:49:03: Einmal war ein so breiter Schwarzer Strich so rum, einmal so und einmal quer rüber.

00:49:09: Und ich sag, ist das nun Kunst?

00:49:11: Und da sagte dieser ... Professor von der Kunsthochschule, der die ganzen Sachen gesammelt hat, ich überlege gerade, ob ich mir eins davon kaufe.

00:49:21: Ich sag, warum?

00:49:22: Sagt er, weil Kunst immer ein Spiegel seiner Zeit ist.

00:49:27: Und dann habe ich verstanden, warum Mario Bart so viel Geld verdient.

00:49:33: Ja, Sie werden ja nicht dazu gezwungen.

00:49:37: Das sind ja die Leute, die das haben wollen.

00:49:40: Das ist richtig.

00:49:41: Und wer an der Nase rumgeführt werden will, auch.

00:49:45: Denn diese Fettecke ... Das ist auch eine komplette Verarsche gewesen.

00:49:52: Das war Kabarett in Form von Kunst.

00:49:59: Fettecke, so wurde ... Das nennt meine Frau mich manchmal.

00:50:03: Aber egal.

00:50:07: Gab es manchmal Konflikte mit Behörden oder mit Nachbarn, die die Steine in den Weg gelegt haben?

00:50:15: Ja, das gab es, als ich richtig Erfolg hatte.

00:50:20: Da hat plötzlich mein Kneipenwirt seine Käste zu motiviert, dauernd bei der Polizei anzurufen, weil das bei mir so laut ist.

00:50:28: Was ein anderer Kneip hier?

00:50:30: Ja.

00:50:31: an der Ecke Kegelhofstraße.

00:50:33: Da war ein Blumenladen, da war ein anderer Laden.

00:50:36: Nein, das war eine ganz einfache Kneipe.

00:50:39: Richtig gute

00:50:40: Kneipe.

00:50:41: Das

00:50:41: war jetzt der Name, der mir einfiel.

00:50:42: Ja, und da ... Vielleicht

00:50:44: war es auch nicht die.

00:50:46: Auf jeden Fall hat alle Stammkäste aufgewiegelt, bei der Polizei anzurufen.

00:50:53: Nur ... Ja, und deswegen hab ich das war aber noch, als das Trackstop war.

00:50:58: Ja.

00:50:59: Ich hab ja ungefähr zehn Jahre gebraucht, bis ich das so weit rüberführt hatte durch.

00:51:05: Tucholsky-Abende, so weiß auch das NDR, hat bei mir Matinés gemacht, die haben da einen Spinett reingestellt und solche Sachen, dass sie da mal andere Konzerte gemacht haben.

00:51:17: Lesungen und alles, so was hab ich schon langsam, langsam gemacht, bis ich dann Kabarett gemacht hab.

00:51:22: Kurze

00:51:23: Frage, das Truckstop, hast du das auch eröffnet oder hattest du das über Mom?

00:51:27: Ich hab es insofern ... hey, Jain, ich hab es bezahlt.

00:51:32: Es hat einer gemacht.

00:51:34: Es hat einer gemacht, der nur siebenhundert Euro den Markt in der Tasche hatte und meinte, er kann das nun machen, weil er einen hatte, der ihm das Geld geben würde.

00:51:46: Und das war Armin Ewald, da die Püsseldorfer Bierstuben hatte.

00:51:51: Und er war da Kellner gewesen, und der andere.

00:51:56: Und, ja, der war aus dem Umfeld von der Ben-Track-Stop.

00:52:02: Ja.

00:52:03: Und der hat dann also das alles unterschrieben gehabt, bei Markler und bei dem Vorgänger, der das lokal da hatte.

00:52:12: Und das war völlig runtergekommen.

00:52:16: Und dann war das, auch auf die Wohnung da über, die war schon renoviert in siebzehn Jahre still.

00:52:23: So viele verschiedene Muster auf einmal, die alle aufs Auge knallen, hab ich noch nirgendwo in einem einzigen Raum gesehen.

00:52:31: Die übergardien anders als die Tapeten und da tepp ich noch wieder ganz anders.

00:52:37: Aber es war alles teuer und das musste alles bezahlt werden.

00:52:40: Und ich kriegte gerade einen Sparvertrag ausbezahlt.

00:52:43: und war noch bei Berkemann angestellt, kriegte also auch ein Kredit.

00:52:48: Und dann habe ich erzählt, was ich mir vorstelle und ich kriegte den Kredit.

00:52:53: Und dann bin ich da reingegangen mit ihm und merkte aber ganz schnell, da wollte ich auch nicht arbeiten, da wollte feiern.

00:53:00: Und als er bei der Feierei, als er immer in die Kasse gegriffen hat, abends und war weg, in Pöselauf erwischt worden ist bei Klingelstreichen und noch eine Reststrafe absetzen musste für fahren ohne Führerschein.

00:53:14: Da musste ich ihn aus dem Gefängnis holen.

00:53:21: Und da hatte Berkemann damals noch ... Nee, nee, nee, nee, nee, nee.

00:53:26: Das war jetzt eine andere Firma, Nivea.

00:53:30: Die haben bei uns gekiegelt.

00:53:31: Ich hatte eine Kegelbahn am Anfang noch da unten

00:53:33: drin.

00:53:33: Da hab ich mal ein Geburtstag gefeiert bei

00:53:35: dir.

00:53:35: Ja, ja.

00:53:36: Und die ist ja als erstes feucht geworden, danach ist das Dach durchgegangen und so.

00:53:41: Aber wie gesagt, die haben die mal erneuert und deswegen haben die da immer nachmittags gekiegelt.

00:53:48: Deswegen muss man auch nachmittags schon da sein.

00:53:50: Und die haben dann gesagt, übernehmen Sie den Laden, holen Sie den aus dem Knast, wir geben das Geld dafür.

00:53:57: holen Sie den aus dem Laden und lassen sich unterschreiben, dass Sie den Laden übernehmen.

00:54:02: Und das hab ich dann gemacht, weil ich hab ja als Einzige Geld bezahlt.

00:54:05: Ich hab dann gesagt, die Siebenhundert, die du für die Konzession ausgegeben hast, die kannst du dir dann auch wieder abholen.

00:54:12: Und in der kurzen Zeit, im halben Jahr, hat er schon tausend, zweihundert gekostet, dann die Konzession für den gleichen Laden.

00:54:20: Ja.

00:54:21: von der auch nicht in Ordnung.

00:54:23: Aber wie gesagt, dann hab ich das alleine weitergemacht, weil die Arbeit hab ich sowieso gemacht.

00:54:29: Und Trucks hab.

00:54:29: ich erinnere mich noch an dieses riesige, riesige Foto, das ich dich immer so gerne in meinem Zimmer gab.

00:54:35: Hast du das noch?

00:54:37: Ich hab da ein großes Foto gehabt.

00:54:38: Ja,

00:54:39: das hängt draußen dran, irgendwie.

00:54:42: Ich hab da hinten so ein Ding.

00:54:44: Es gab es

00:54:45: zwei Mal, so eine Fototapete.

00:54:47: Da saßen ein paar Leute, die sich da so geflitzt haben davor.

00:54:51: Ihr kennt das auch noch, ne?

00:54:53: Du erinnerst dich nicht?

00:54:54: Nicht unbedingt, da waren ja dauernd

00:54:55: Plakate.

00:54:56: Das war meine Kindheit.

00:54:57: Das waren ja dauernd Plakate.

00:54:59: Neulich hab ich auch so was Nettes erlebt.

00:55:01: Da ist einer reingekommen, wo ich gerade Kaffee tränke und sag ... Sind Sie Marte?

00:55:07: Ja.

00:55:09: Ich bin da immer dran vorbeigegangen als kleiner Junge.

00:55:12: Und ich hab immer gedacht, da darf ich mal reingehen.

00:55:15: Und wie ich groß war, dann waren Sie einfach

00:55:18: weg.

00:55:20: Ich hab mal gar nicht alles haben.

00:55:22: Aber wie gesagt, die haben ja auch zur Eröffnung gespielt bei uns.

00:55:27: Und das war aber nicht meine Idee.

00:55:29: Ich hab ja dann alle möglichen Arten von Musik da gehabt.

00:55:33: Das war ja wirklich eine tolle Zeit damals.

00:55:36: Ich hab ja ein Jahr nach dem Pö aufgemacht oder irgendwie so, ja.

00:55:42: Und

00:55:42: Schachsterpatte auch geprogt, hattest du erzählt.

00:55:44: Es war gegenüber da in diesem ...

00:55:47: Noch viel früher, bevor das Meinladen überhaupt so was wurde, haben die in dem Keller, in dem Bunker, in dem Kriechbunker ... Okay.

00:55:58: Da hat ... hat Cisco und seine Leute geprobt.

00:56:03: Ja, ja.

00:56:04: Ja, ja.

00:56:04: Schreck.

00:56:05: Ja.

00:56:06: Aber das ist ... Also, wieder das bin ich dann durch den, der die Idee hatte, den Laden zu übernehmen.

00:56:13: Der hat das ... ähm, im Traxop genannt.

00:56:18: Ich hätte das nicht getan.

00:56:19: Ja.

00:56:20: Nein, das war ... Da war man zu festgelegt.

00:56:25: Jess aus Hamburg hat sich bei mir gegründet und so.

00:56:28: Wir haben viele unterschiedlichen Sachen gemacht.

00:56:31: Ich hab das erste Date-Turnier, Kneipendate-Turnier.

00:56:35: Das war meine Idee, das war unsere Idee.

00:56:38: Wir haben dann den ... zweiten Platz gemacht und wollten den dritten dann aber haben, weil wir den selber gebastelt hatten und das war so eine geile Idee.

00:56:47: Den wollten wir unbedingt an der Wand haben.

00:56:49: Wir haben also den dritten Platz, das war ein Besenstiel mit einem Nagel und ein paar Hühnerfedern.

00:56:59: Und eine Rolle Klebeband.

00:57:01: Das war ein Tat zum selber Basteln in so einem durchsichtigen Karton, zum an die Pfannen basteln.

00:57:08: Und den fand ich so schön.

00:57:10: Aber jeder da mitmacht, kriegt da eine Bambus-Kratzerhand.

00:57:14: Und ich muss ehrlich sagen, ich hab mir auch eine gegönnt, das ist mein Lieblingswerkzeug für alles.

00:57:21: Wenn ich irgendwo nicht rankomm, dann hab ich immer diese Bambus-Kratzerhand.

00:57:26: Und die holt mir das unterm Bett raus.

00:57:28: Die holen mir das überall und die krassen mir den Rücken.

00:57:31: Super umrühren, Füße kratzen.

00:57:40: So, hast du noch Fragen?

00:57:41: Ja, und du einige.

00:57:42: Ist die Frage,

00:57:44: ob du mich fragen lässt?

00:57:45: Ja, noch mal.

00:57:48: Was war

00:57:48: dein lustigstes oder verrücktestes Erlebnis mit einem Künstler oder einem Publikum?

00:57:54: Äh, im Publikum, ja.

00:57:57: Auch es gab schon mal welche, die provozieren wollten und richtig Krach gemacht haben.

00:58:02: Also, so einen musste ich schon mal rausschmeißen.

00:58:05: Wo einfach reingehen musste und dann sagen, so jetzt hier, ab dafür und so.

00:58:12: Aber ansonsten habe ich nur vorne im Bistro.

00:58:16: Da habe ich es öfter gehabt, weil, wenn Leute mich als Frau nicht akzeptierbar haben, als wird.

00:58:25: Und da musste ich dann schon mal, ja, das ist öfter passiert.

00:58:30: Du dumme Kuh, darf man zu mir nicht sagen, das darf man von mir denken, das darf man zu mir persönlich auch gerne sagen, aber nicht vor den Gästen.

00:58:40: Und da muss man sich dann schon mal gerade machen und sagen, hier, ich sag, das ist meins, du brauchst du auch nicht bezahlen.

00:58:49: Und da ist die Tür.

00:58:51: Und einmal hatte ich das ... Da waren einen späten Nachmittag, da waren nur zwei, drei Gäste bei mir drin.

00:58:58: Da kam ein Rocker rein.

00:59:00: Ein verpeilter Rocker, ganz in Leder.

00:59:04: Der ging dann durch die Tische.

00:59:05: Ich hab damals noch Blumenwäschen drauf gehabt und so, die fielen dann um und so.

00:59:10: Dann hab ich mir nicht rumgegangen, hab ihn an Lederjacke angefasst und ich sag, komm mal, setz dich zu mir an, Dresen.

00:59:17: Willst du was auf die Fresse haben?

00:59:20: Und ich dachte, damit du bei deinen Kumpels damit angeben kannst, hast du eine Frau hier zusammengeschlagen.

00:59:28: Dann hat er sich zu mir an den Träsen gesetzt.

00:59:30: Dann hab ich mich mit ihm unterhalten, ich sag, was ist denn los?

00:59:34: Und da hat er in Nullkommer nix angefangen zu weinen.

00:59:39: Der war sowas von durch.

00:59:42: und dann sagt er, ich geh jetzt nach Hause und bring mich um.

00:59:45: Ich sag, nee, das ist jetzt heute nicht.

00:59:47: Komm mal morgen wieder nüchtern, dann reden wir weiter.

00:59:51: So was gab's dann auch.

00:59:52: Großartig,

00:59:52: danke.

00:59:58: Weißt du, was das ihm geworden ist?

01:00:00: Nein, aber ich weiß eines ganz genau, dass jeder Mann auch die Kleinsten, die bei mir gearbeitet haben, hab ich in die Küche geschickt, so wie es Ärger gab.

01:00:10: Ich bin immer alleine vor, weil ... eine eigene Frau zu hauen, das macht vielleicht noch möglich sein, aber eine fremde?

01:00:17: Das war es nicht.

01:00:18: Und wenn ich vor den Dresen gegangen bin, dann bin ich so dicht an die Rande gegangen.

01:00:22: Ich denke, die können mir jetzt nur noch eine Kopfnuss geben.

01:00:25: Aber sie können mich nicht hauen.

01:00:29: Und wenn sie mich würgen, dann breche ich ihnen die kleinen Finger weg.

01:00:33: Und dann habe ich gesagt, da hat da Maurer das Loch in der Tür gebläbläpp.

01:00:38: Ich sag, ich wollte mich nicht mit ihnen unterhalten.

01:00:41: Oder soll ich ihnen den Weg zeigen?

01:00:45: Die wussten nicht, wen sie vor sich hatten in dem Moment, weil ich keine Angst habe.

01:00:52: Ich bin immer nüchtern gewesen.

01:00:54: Ich habe nie im Betruf getrunken.

01:00:57: Höchstens mal, wenn einer ... lange nicht da war, dass ich mal zum Kaffee zum Anstoßen mal ein Brennig getrunken habe.

01:01:04: Oder nachdem wir eine große Feier hatten, dass wir mit einem Glasekt angestoßen haben.

01:01:08: Aber auch keiner meiner Angestellten, die länger bei mir waren und die waren im Schnitt sechs Jahre bei mir, die fangen meistens angefangen als Studenten oder sogar schon als Schüler und haben nachher noch weitergemacht, obwohl sie schon im Beruf waren, weil es einfach schön ist.

01:01:24: Mit den meisten hab ich auch noch Kontakt.

01:01:28: Über das Internet geht das ja jetzt ganz gut, denn die sind mittlerweile in der ganzen Welt verteilt.

01:01:34: Und

01:01:34: sechs Jahre sind ja eine astronomische Zeit.

01:01:36: Das ist eine

01:01:36: astronomische Zeit, finde ich auch.

01:01:39: Ich muss als Chef irgendwas richtig gemacht haben.

01:01:42: Und als ich aufhörte, haben sie mir ein Geschenk gemacht und mir im Brief geschrieben, dass sie noch nie mit jemandem so nett zusammengearbeitet haben.

01:01:50: Also, ich mach mir ... Egal, was andere über mich erzählen.

01:01:55: Egal, es wurde schon erzählt, ich bin seit zehn Jahren Pleite gewesen.

01:02:00: Und ja, ich denke, das ist ja auch irgendwie schon ein Rekord, zehn Jahre Pleite.

01:02:06: Wie auch immer ist alles quatscht.

01:02:08: Aber ich hab immer meine Steuern bezahlt.

01:02:10: Ich hab alles an Krediten, zweihunderttausend, insgesamt an Marc.

01:02:16: Abbezahlt.

01:02:18: Ich hab das alles alleine stemmen müssen, auch wie ich dann nachher auf Kabarett.

01:02:23: Und das nochmal richtig so, dass wir die ganze Woche überspielen konnten.

01:02:28: Denn nur Klavier spielen ein bisschen, das nahm man ja hin, die Bands.

01:02:32: Hätten nicht mehr auftreten können, weil die zu hochgerüstet haben mit ihren Verstärkern.

01:02:37: Das geht in einem Altbaugebäude nicht.

01:02:39: Daran sind ja diese ganzen Leute kaputt gegangen, auch das Püll, weil sich diese Häuser so nicht schallschützen lassen.

01:02:47: Das geht in den Leitungen hoch, nicht?

01:02:50: Und ich hab dann das eben rechtzeitig den Umsprung gemacht.

01:02:54: Und die das Logo dann aufgemacht haben, waren übrigens Stammgäste von mir.

01:03:01: Und ja, auf jeden Fall ... Jetzt hab ich den Pfad etwas verloren.

01:03:07: Ich hab ja noch so viele Veränderungen.

01:03:07: Das macht ja nichts Fäden.

01:03:09: Ja, ja.

01:03:10: Nicht, aber ...

01:03:13: Wie hast du denn die Veränderung von Eppendorf erlebt?

01:03:16: Während deiner Zeit gab es eine Art Veränderung, du hast die Verstärker angesprochen, haben sich auch die Gäste und das Ausgehverhalten verändert?

01:03:23: Ja, natürlich, man musste sich dauernd was einfallen lassen.

01:03:27: Deswegen schon die Star-Turnier, das war schon mal eine Idee.

01:03:31: Man muss dauernd irgendetwas machen.

01:03:34: Früher hatte man einen anderen Anspruch, da kamen die Studenten da rein.

01:03:39: Und da war es schon mal gut, dass sie Frauen sich bei mir wohlgefühlt haben, weil sie wussten, Die haben zwar auch getrunken, wie verrückt und so, aber da kamen eben die Doven nicht rein, die sie dummen gemacht haben.

01:03:53: Und da waren fast die Sozi-Pets, waren fast alle bei mir.

01:03:56: Ja, und die haben gut getrunken, aber sie haben sich anständig den Mädels gegenüber verhalten.

01:04:03: Und da macht es schon viel aus, wenn man als Frau hinterm Dresen steht.

01:04:10: Das hat schon was gebracht.

01:04:12: Und ... Ja, und wie gesagt, man muss sich immer wieder was Neues einfallen lassen.

01:04:20: Und ich hab zum Beispiel nach der Tanzveranstaltung gemacht für Russinnen, die in Hamburg leben.

01:04:29: Und da sind so viele Japaner, Italiener und wassich alles, die alle ein bisschen was Handfestes haben wollten.

01:04:37: Und nicht diese dünnen, die wollten die nicht.

01:04:42: Und das wussten sie bei den Russinnen, da kriegen sie was zum Anfassen.

01:04:46: So.

01:04:46: Und ich hab einen so und so nett, und dann hab ich ja Ausstellungen gemacht.

01:04:51: Die sind heute noch mit mir befreundet, die Künstler, mit denen ich auch zusammen aufgetreten bin, nachdem ich den Laden zugemacht hab.

01:05:00: Ich hab ja immer geschrieben, ich hab ja schon fürs Kabarett geschrieben, aber ich hab dann eben nachher auch vorgelesen, aus dem neunzehnten Jahrhundert, ähm ... Puschkin, Läschen und Co.

01:05:14: Und dazu haben die russische Romanzen gespielt und einer hat seine Bilder ausgestellt.

01:05:19: In Hamburgs Umgebung hab ich hundertfünfzig Gäste da gehabt.

01:05:22: Und anschließend konnte ich dann mit Heiter bis Bissich, was mein Programm dann immer heißt, wenn ich so was mal mache, da bin ich dann auch wieder da aufgetreten und so.

01:05:33: Und hier im alten Kulturhaus hab ich auch den Laden voll gehabt, aber ging siebzig rein.

01:05:38: Ja, das mach ich immer mal.

01:05:41: Wann hast du denn geschlossen, den Laden, das man macht?

01:05:45: Hm?

01:05:45: Den zuzumachen.

01:05:46: Ja, wann hast du den geschlossen?

01:05:49: Den hab ich am ... das letzte Auftritt beziehungsweise die letzte Mal geöffnet, am einund dreißigsten, zwölften, zweitausend und eins, weil die Wände nass waren und völlig verpillst.

01:06:05: Und sieben Jahre vorher sollte das ja schon ... gemacht worden seien.

01:06:09: anständig die hatten das aber eben nur mit fungizider farbe übergeknallt da irgendwie.

01:06:14: aber das war nie verändert worden und jetzt bis jetzt ist es da oben im zweiten stock schon gelandet.

01:06:21: und der mensch der da jetzt drin ist der fotograf der weiß dass er wohnt ja sogar da drin ich habe ihm das gleich am anfang geschrieben aber er hatte ja schon sechzig tausend investiert Ist ja, wenn du meinst, du musst deine Gesundheit da ruinieren, dann mach das.

01:06:37: Aber meine Mädels und Jungs fingen an zu husten.

01:06:42: Und ich hustete erst später, zwei Jahre später.

01:06:45: Ich hatte also so viel Aspergillus fumigatus im Körper, was kein normaler Mensch aushält.

01:06:51: Die in Gisela, die Grabenden, sind alle da dran gestorben.

01:06:57: Und ich kriegte dann ... am Pullen verordnet, da stand drauf ... Das waren abgetötete Pilze für den Verzehr von Hund und Menschen, für den Verzehr verboten.

01:07:10: Und ich hab das nehmen müssen.

01:07:11: Und nach zwei Jahren war das weg, ne?

01:07:14: Ich hab das überstanden.

01:07:16: Aber ich husch zu heute noch.

01:07:18: Weil ich zu viel Sekret bilde, weil die ... Über so viele Jahre hinweg ich diese Pilzspuren eingeatmet hat.

01:07:29: Diese Sekret hat mich eigentlich gerettet.

01:07:32: Aber ich singe dagegen an.

01:07:34: Eigentlich müsste meine Lunge schon völlig im Eimer sein.

01:07:37: Aber ich singe bei jeder Gelegenheit.

01:07:38: Ich singe hier in Eppendorf, in einem Chor, hier im Dienstag.

01:07:43: Und ich singe ... Vor der Zinsschmelze beim Feierabend singen einmal im Monat, ich sing bei Altona singt einmal im Monat, überall singe ich mit, ich singe Bass.

01:07:56: Ich singe Bass, also, ja, ich singe Bass.

01:07:59: Wie tief kommst du?

01:08:00: Ja,

01:08:01: ganz schön tief, das will

01:08:02: ich dir.

01:08:04: Ja.

01:08:06: Und ich liese auch immer noch, und da sage ich jetzt heimlich mal was, Falls hier Leute sind, die Kinder und Enkel haben, am dreizehnten zwölften um sechzehn Uhr in der Zinsschmelze im großen Saal lese ich den Fischer und seine Frau vor.

01:08:24: Für Kinder ab sechs Jahren.

01:08:27: Ein paar Zettel hab ich mitgebracht, falls hinter jemandem interessiert.

01:08:30: Man muss sich nämlich anmelden.

01:08:32: Ich kann nicht überschauen, ob die Zinschmelze wie viele die schon selber verkaufen.

01:08:38: Das muss man dann schon selber machen.

01:08:40: Also so was mach ich gerne, das mach ich viel ehrenamtlich.

01:08:43: Ich lese auch ehrenamtlich vor, bei jeder Gelegenheit irgendwie.

01:08:48: Du bist also noch irrsinnig aktiv.

01:08:50: Ja.

01:08:51: Immer noch ... In der Hamburger Kulturszene dabei.

01:08:54: Nicht nur.

01:08:55: Ich tanze auch bei Faltenrock.

01:08:59: In einem Gängeviertel, einmal im Monat, gebe ich immer noch zwei Stunden Gas.

01:09:04: Ja, das ist ja ab sechzig aufwärts.

01:09:08: Rock nach Rockmusik tanzen, hauptsächlich.

01:09:11: Und das mache ich immer noch.

01:09:12: Das seit fünfzehn Jahren mittlerweile.

01:09:14: Ich habe sehr nette Leute dadurch kennengelernt.

01:09:16: Das waren alles Leute.

01:09:18: Tja.

01:09:20: Wenn du heute noch mal ein Kabarett eröffnen würdest, würdest du alles noch mal genauso machen wie früher?

01:09:27: Ja, wahrscheinlich besser, ne?

01:09:29: Wenn ich die Erfahrung von heute mitnehmen dürfte.

01:09:32: Da dürftest du.

01:09:33: Ich würde mit Sicherheit das Geld von der Kulturbehörde kriegen, die mir Frau Weiß vermigerte.

01:09:41: Ohne SPD mit Lisa.

01:09:42: Ort wie eine Runde wollte es mir geben, aber die Weiß hat es verhindert.

01:09:47: Mhm.

01:09:47: Ja, so.

01:09:49: Das soll man machen.

01:09:51: Gut, kommen wir zum Abschluss zur Schnellrunde.

01:09:54: Martin, das ist so toll, dir zuzuhören.

01:09:56: Du hast so viel zu erzählen, das ist großartig.

01:09:58: Wir sind jetzt bei einer Stunde zehn.

01:10:00: Das hatten wir noch nie.

01:10:03: Aber ich möchte auch nicht auf die Schnellrunde mit dir verzichten.

01:10:06: Kaffee oder Tee?

01:10:08: Kaffee.

01:10:09: Bühne oder Backstage?

01:10:11: Backstage?

01:10:12: Hast du einen Lieblingswitz?

01:10:14: Ja.

01:10:15: Auraus.

01:10:17: Notfalls

01:10:18: mache ich einen FSK-Achtund-Stempel darauf.

01:10:21: Ein Rabbi und ein katholischer Priester fahren zusammen in einem Zugabteil, im Speisewagen.

01:10:30: Und die bestellen was.

01:10:32: Und der katholische Priester bestellt Fisch.

01:10:38: Und dann kommen sie so ins Gespräch.

01:10:41: Und da sagt er ... Da, äh, Rabi ... Nee, nie.

01:10:46: der Priester sagt ... Sie sagt, ähm ... Sie essen ... kein Schweinefleisch, ne?

01:10:53: Nee, nee, ich sag da ... Sie essen ja Fisch und ... Sie essen kein Schweinefleisch, ne?

01:11:00: Nee, sie essen ... Haben Sie das nie mal probiert?

01:11:04: Schweinefleisch?

01:11:07: Doch, sagt er ... Einmal, wir sind ja hier unter uns.

01:11:12: Ähm,

01:11:13: einmal habe ich Schweinefleisch probiert, sagt der Rabbi.

01:11:18: Und da sagt der Rabbi, Sie haben doch auch da so ein Verbot.

01:11:22: Sie dürfen nicht mit Frauen und ... haben Sie das nicht irgendwann mal probiert?

01:11:30: Ach, sagt der Priester, na ja, Sie haben so freimütig geantwortet, dann will ich auch nicht mauern.

01:11:36: Einmal ... einmal habe ich es probiert, dann guckt der Rabbi ihn verschmitzt dann und sagt, besser als Schweinefleisch, ne?

01:11:56: Eppendorf, nachts oder morgens?

01:12:00: Ich finde morgens toll, wenn ich das mal erlebe.

01:12:03: Aber das ist ganz selten.

01:12:05: Wahrscheinlich finde ich das deswegen so toll.

01:12:08: Wir bleiben einfach noch ein bisschen sitzen, bis es morgens ist.

01:12:10: Was meinst du?

01:12:12: Ich habe schon öfter gesagt gekriegt, mein Gott, was bist du früh auf?

01:12:17: Dabei kam ich gerade

01:12:18: nach Hause.

01:12:26: Theaterstück oder Kamerad?

01:12:29: Theaterstücke.

01:12:31: Okay.

01:12:33: Es gibt so Tolle im Moment.

01:12:35: Ja, z.B.

01:12:36: so ein Röschen in der Komödie Winterhuda-Fairhaus, wo ein fantastischer König auf der Bühne

01:12:40: steht.

01:12:41: Bist du der Don?

01:12:44: Bist du der Don?

01:12:45: Der Don, nein, ich bin der Hyper ... Von

01:12:47: Röschen.

01:12:48: Ich bin der Helikoptervater da.

01:12:51: Wenn du eine Superkraft hättest, was wäre das?

01:12:54: Wenn ich eine Superkraft hätte?

01:12:57: Ja.

01:12:57: Oh, was meinst du damit, Superkraft?

01:13:00: Denkt ihr was auch unsichtbar sein oder alles?

01:13:02: Nein,

01:13:06: ich würde solche Leute wie Trump und Co.

01:13:08: sofort irgendwo zum Mund schießen oder irgendwo.

01:13:12: Maas, Maas und diese ganzen Leute zusammen auf den Maas.

01:13:22: Aber dann wird ihr wieder behauptet, wir fahren überhaupt nicht aufm Wohnen.

01:13:25: Maas, die wären weg, das reicht doch.

01:13:28: One-way-Ticket selbstverständlich.

01:13:31: Aber ist Vans der dann nachricht, ist der besser?

01:13:34: Nein, aber der hat ja dann auch schon eine Folge-Ticket.

01:13:39: Wir machen eine Gruppenreise.

01:13:40: Die

01:13:43: Anturals mussten Sie ja mitnehmen, ne?

01:13:46: Das ist schon mal klar.

01:13:48: So.

01:13:49: So, letzte Frage.

01:13:53: Im Montmartre.

01:13:54: So viel Publikum, dass du tanzt?

01:13:57: Oder Maxus lieber leiser und intensiver?

01:14:02: Das habe ich jetzt nicht wirklich verstanden.

01:14:04: Der Anfang den habe ich nicht richtig.

01:14:05: Also hättest du gerne so viel Publikum, dass du vor Freude tanzt und mit Massen feierst?

01:14:11: Oder bist du eher der Typ Maxus lieber leise und intensiv?

01:14:16: Nein, aber ich finde mehr als fünfzig Leute.

01:14:21: Also es kommt immer auf den Anlass an.

01:14:24: Ich finde ... hin und wieder auch noch mal ein vernünftiges Wort wechseln zu können und Leute wiederzutreffen und auch ein paar Worte wechseln zu können, finde ich besser als diesen ganz großen Alarm da.

01:14:37: Absolut, ja.

01:14:38: Also ich hab's lieber persönlich.

01:14:41: Genau, das hab ich mir gedacht.

01:14:44: Martin, vielen, vielen Dank.

01:14:45: Es war ein fantastisches, unfassbar schönes Gespräch.

01:14:48: Ich glaub, ich lad dich noch mal ein.

01:14:50: Vielen lieben Dank.

01:14:51: Da musst du dir aber was anderes machen.

01:14:55: Du warst großartig, hat mich

01:14:57: unfassbar gefreut.

01:15:00: Und das war eine weitere Folge von Alster Ego.

01:15:04: Mit der fantastischen Martin Frick kriege ich noch mal einen riesigen Applaus.

01:15:09: Wenn ihr Fragen wünscht, Anwährungen hart, so als der Ego, dann schreibt uns das gerne in die Kommentare.

01:15:17: Vielleicht möchtet ihr auch selbst als Gast dabei sein, dann schreibt mir auch unter tchat-tchat-kom.

01:15:21: tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-tchat-.

01:15:35: Hört wieder rein, Podcasts findet ihr unter altster Ego.

01:15:39: Überall da, wo es Podcasts gibt.

01:15:41: Ich freue mich aufs nächste Mal.

01:15:43: Die nächste Aufzeichnung wird am fünftzehnten Januar sein.

01:15:46: Meine Gäste dann Kerstin Drega, Schauspielerin und Synchronsprecherin.

01:15:50: Und Martin Herschelmann, genau, Pastor von Sankt Johannis hier in Eppendorf.

01:15:55: Also, liebe Eppendorfer, bis bald.

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