Alster Ego 7 - Die Manzels

Shownotes

Désirée und Jens Manzel - Gastronomen aus Leidenschaft!
Sind sie sonst meine Gastgeber, bei diene ich meinen Podcast aufzeichne, geht es heute mal um sie. Wie sind sie Gastronomen geworden? Wie haben sie zueinander gefunden? Was bleibt eigentlich bei so einem Schnitzel als Gewinn übrig? Ist Personal so schwer zu kriegen? Und wie sind die Beiden selbst als Gäste?
All das verraten sie mir in dieser Folge von Alster Ego - dem Podcast aus Eppendorf, für Eppendorf!

Eppendorf ist einer der schönsten Stadtteile Hamburgs - dörflich, liebenswert, klischeebehaftet. Wer sind die Menschen, die hier leben, wohnen und arbeiten?

Darum soll es in meinem Podcast "Alster Ego" gehen.

Warum "Alster Ego"? In Anlehnung an das "Alter Ego" beschreibt "Alster Ego", das Ich, das in starker Verbundenheit zur Alster steht (an dieser Stelle der kurze Hinweis, dass ich mich klar distanziere von falschem Patriotismus oder rechten Gedanken. Ich bin froh und dankbar, in diesen Verhältnissen hier leben zu dürfen und hoffe, dass wir unsere Demokratie noch sehr lange erhalten können).

Ich möchte Politik aber weitestgehend aus meinem Format heraushalten, dafür sind andere Plattformen weitaus besser geeignet. Ich möchte Geschichten erfahren, Leute unterhalten und vielleicht meinen Beitrag zu einer besseren Nachbarschaft leisten, in der man miteinander redet, statt übereinander - an einem Ort der Begegnung. Ich zeichne die Podcasts live im "Manzels" in Hamburg Eppendorf auf (www.manzels.de). Einmal im Monat begrüße ich zwei Gäste vor Publikum, die jeweils einzeln aus ihrem Leben erzählen, daraus entstehen dann zwei Folgen.

Mich bewegen Menschen, Lebenswege, Leidenschaften.

Wenn Sie einen starken Eppendorf-Bezug und etwas Interessantes zu erzählen haben, das in diesen Podcast passen könnte, dann schreiben Sie mich an unter tetje@tetje.com.

Ich freue mich auf Sie - ob im Publikum oder mit am Mikrofon.

Ihr Tetje Mierendorf

Transkript anzeigen

00:00:02: Moin, hier ist Alster Ego.

00:00:09: Der Podcast aus Eppendorf,

00:00:12: für Eppendorf

00:00:14: und alle, die gern so tun, als würden sie hier wohnen.

00:00:18: Ich bin Tee-Chemierendorf, euer Tour-Guide durch Cafés, Butikken, Klönschnack und kuriosene Nachbarschaftsgeschichten.

00:00:27: Hier trifft Latte Art auf Aperol, High Heels auf Gummistiefeln und ihr seid mitten drin.

00:00:34: Also Kopfhörer rein, Ego raus, es ist Alster Ego Zeit.

00:00:39: Mit einer weiteren Folge Alster Ego hier live aus dem Manzels, wobei live heute, man hört, die sich schon lachen, live bedeutet heute mal etwas anderes.

00:00:49: Wir haben eine zwischen den Jahren-Edition ohne Publikum.

00:00:52: Wir sitzen zwar an alter gewohnter Stelle, Gott sei Dank, also bitte.

00:00:57: Und machen heute mal eine About-Manzels-Folge.

00:01:03: Das bedeutet, heute nehmen wir einfach mal die Gastgeber hier unter die Lupe und hören uns mal an, was sie so zu erzählen haben.

00:01:11: Hallo Desiree, hallo Jens.

00:01:13: Ein wunderschön.

00:01:14: Guten Morgen.

00:01:14: Hallo.

00:01:15: Ja, ein wunderschön.

00:01:16: Guten Morgen.

00:01:16: Ja, man muss sozusagen, wir nehmen nicht auf wie sonst abends immer, sondern wir haben uns jetzt hier morgens.

00:01:21: Es ist der siebenundzwanzigste.

00:01:23: Zwölfte zusammengefunden.

00:01:26: Nur wir drei hier im Manzels und wollen ein bisschen über euch sprechen.

00:01:29: Wir haben jetzt alle noch Weihnachten in den Knochen.

00:01:31: Wie war Weihnachten bei euch denn so?

00:01:33: Gemütlich.

00:01:34: Sehr gemütlich.

00:01:36: Entspannt.

00:01:37: Die Mama hat für uns ein bisschen gekocht.

00:01:40: Das war ganz süß.

00:01:41: Und dann haben wir entspannt.

00:01:42: Einfach mal die Beine hoch und sich nichts anmerken lassen.

00:01:45: Weil das stimmt,

00:01:46: wir sind gestern vierzehntausend Schritte gelaufen.

00:01:49: Wir sind gute Geher, das steht fest.

00:01:50: Eppendorf,

00:01:51: Alsterperle, Alsterperle.

00:01:55: Mühlenkamp und zurück.

00:01:56: Und das sind vierzehntausend Schritte.

00:01:58: Hier,

00:01:58: meine kleinen Schritte, ja.

00:01:59: Ich mag so bei zwölftausendvierzig.

00:02:05: Ihr beiden, ihr seid Gastgeber aus Überzeugung.

00:02:07: Das mag man sofort, wenn man hier reinkommt.

00:02:09: Und wann hat ihr gemerkt, Gastro, das ist unser Leben?

00:02:16: Na ja, bei mir fing das schon in frühesten Jahren an, als ich ... ein Probearbeiten im vier Jahreszeiten gemacht habe und dementsprechend dann schon sehr addicted war und dachte so da musst du anfangen und habe ich die Lehrstelle auch bekommen.

00:02:34: und ja und durfte immer die Glitzenden Kleinkristalle des Kronleuchters im Ballsaal sehen und war halt total infected.

00:02:43: also ja und dann hat es angefangen.

00:02:46: die große Reise.

00:02:47: Aber

00:02:47: wie bist du zum vier Jahreszeiten gekommen?

00:02:49: Also das ist jetzt nicht gerade der Dönerladen nebenan, sondern das ist ja, glaube ich, ja schon eine Hürde da irgendwie

00:02:54: einzugehen

00:02:55: und zu sagen, hallo, ich möchte bei euch arbeiten.

00:02:56: Ja,

00:02:56: das ist richtig.

00:02:58: Ich weiß nicht, was da genau das Thema war, das ich derjenige war, der durfte.

00:03:04: Das kann ich nicht sagen, aber ich habe mich bei mehreren beworben und wollte ins beste Hotel.

00:03:11: So, und das war für mich schon immer das vier Jahreszeiten.

00:03:14: Und das hat irgendwie gefunkt und du musstest ja sowieso ein halbes Jahr Praktikum dort machen, dann dementsprechend als Hotel-Page.

00:03:21: Und dann war ganz klipp und klar, nach dem halben Jahr Page, da möchte ich halt beginnen und so meine gastronomische Reise beginnen.

00:03:29: Und das ist mir dann so weit gelungen, ja.

00:03:32: Also einmal ganz neugierig gefragt als Hotel-Page.

00:03:35: Wir hatten ja den Achim Vitrin, Achim Vitrin hier in der zweiten Folge und der hat ja als Page auf dem Schiff gearbeitet.

00:03:43: Und hat erzählt, dass er da so unglaublich viel Geld bekommen hatte und verdient hat.

00:03:47: War das bei dir auch so?

00:03:48: Ich wurde innerhalb kürzester Zeit versaut, kann man durchaus sagen.

00:03:52: Und zwar so, dass zu den Zeiten, was ja irgendwie gang und gäbe, dass irgendwie dann da irgendein Scheich einflog mit seiner Boeing und sich dann irgendwie auf das Flughafenvorfeld gestellt hat und gesagt hat, dann im Hotel vier Jahreszeiten zum Houtier.

00:04:09: Ich habe ja den ganzen Traktor gemietet.

00:04:12: Und jetzt lass ich mir das gut gehen, aber ich will auch gar nicht für mein Business viel tun.

00:04:17: Das heißt, ich möchte gar nicht viel umherreisen.

00:04:19: Besorg du mir mal die schleswig-holsteinischen Kühe, die Hundert, und sorg dafür, dass die in meinem Flieger landen, damit ich wieder zurückfliegen kann.

00:04:28: Und das waren so Momente, wo du so sagst, hey bitte, ich als kleiner Junge, meine Eltern... Gemüse laden.

00:04:36: Es war so hoch ruder Kopf und dachte so, Gott, was geht denn hier abschliessen?

00:04:40: Das schöne Welt, die kannte ich ja gar nicht.

00:04:43: Und dann zum Ende besorgte natürlich der Portier irgendwie genau diese Kühe und sorgte dafür, dass der Scheich glücklich ist und die glücklich einkaufen kann in der Stadt und jede Menge Zeit hatte.

00:04:55: Und dann auf einmal geht dann so ein Scheich umher mit seinen Chargen und Ich verteile die hunderte und die fünfhunderte als Trinkgeld an alle Beteiligten.

00:05:05: Demarkt natürlich damals.

00:05:06: Das war in dem Jahr twohundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundundund.

00:05:28: Ja, durchaus, aber er kommt natürlich nicht oft vorbei, so ein Scheich, das ist ja klar, das war halt, ich glaub, ich war zwei Monate in dem Betrieb und dann läuft da jemand mit seinem Koffer Geld umher, also das war schon verrückt.

00:05:42: Also man hat halt gutes Trinkgeld bekommen damals.

00:05:46: Und ich war natürlich auch irgendwann später mal auf dem Kreuzholzschiff und hab da gearbeitet.

00:05:50: Ach

00:05:50: so, wusste

00:05:51: ich nicht.

00:05:54: Du warst die Vorlage für Sascha Ehen.

00:05:56: Ja, jedenfalls.

00:05:57: Ich würde sagen, deutlich.

00:05:58: Bei meinem Brust-H-TOP, was ich ihr vorweisen darf, ist das durchaus möglich.

00:06:03: Aber nein.

00:06:06: Also ich hatte schöne Zeiten.

00:06:08: Und da hab sie immer noch natürlich.

00:06:11: Wie war's bei dir?

00:06:11: Wie hast du deinen Weg zur Gastro befunden?

00:06:14: Jens ist schuld.

00:06:16: Also, bunt letztlich Gastro ist Jens schuld, weil ich...

00:06:19: Ich war der Scheich.

00:06:21: Jens war der Scheich.

00:06:22: Der Scheich, dem Forsthaus Friedrichsruh.

00:06:28: Die Geschichte dauert natürlich schon viel länger, aber in die Gastruhe gekommen bin ich durch Jens im Forsthaus.

00:06:35: Das Forsthaus war dann irgendwann nicht nur meine Stelle, wo ich ein bisschen Social Media und Marketing und Presse gemacht habe, sondern ich stand dann plötzlich auch bei sämtlichen Hochzeiten bis morgens um drei hinter der Bar und habe mich darum gekümmert, dass die Hochzeit funktioniert, während Jens zu Hause in Hamburg in seinem gemütlichen Bett lag.

00:06:53: Und mein einziges Problem war immer, schaffe ich es noch durch die Sierichstraße oder nicht?

00:06:58: Ach so, weil du dann um... Ah, ich verstehe.

00:07:00: Der Richtungswechsel.

00:07:01: Der

00:07:01: Richtungswechsel, genau.

00:07:03: Für alle auswertigen Hörer?

00:07:04: Nein, das muss man nicht erklären.

00:07:05: Google einmal Sierichstraße.

00:07:06: Sierichstraße.

00:07:07: Zwölf Uhr bis vier.

00:07:08: Vier Uhr bis zwölf.

00:07:10: Eine Richtung, die andere Richtung.

00:07:11: Ansonsten, wer es nicht weiß, www.

00:07:14: Ich weiß nicht, wie die Sierichstraße funktioniert.de.

00:07:17: Da findet ihr alle Informationen.

00:07:18: Nein, ist natürlich ein Quatsch.

00:07:21: Ja, war gut.

00:07:22: Was bedeutet für euch persönlich ein guter Tag und ein guter Abend?

00:07:27: Das ist ja so das Motto Manzels.

00:07:30: Guten Tag und Abend.

00:07:31: Guten Tag und Abend.

00:07:32: Was bedeutet das für euch?

00:07:33: Was macht einen guten Tag und einen guten Abend hier aus?

00:07:36: Also am Tag arbeiten wir noch.

00:07:39: Da fehlt es gerade ein bisschen am Personal.

00:07:43: Aber der gute Abend, das ist ein Ort, an dem man im Schlafernzug in der Jogginghose... mit seinem besten Freund, mit seinem Liebhaber, mit seinem Ehemann, Ehefrau, wie auch immer, wo man einfach einen Abend erlebt oder beidem lieben gerne.

00:08:00: Ein Abend erleben ohne irgendwas zu müssen.

00:08:03: Also du musst hier nicht essen, du kannst hier nur trinken, musst hier nicht.

00:08:09: Und fünf Gänge Menü jetzt auf dich nehmen, du musst hier einfach nur aus deinen vier Wänden rauskommen, dein Leben genießen, dein Abend genießen, mal kurz runterfahren.

00:08:19: und Von mir ist auch einfach nur hier sitzen und die Menschen beobachten.

00:08:23: Das macht nämlich auch sehr viel Spaß.

00:08:25: Das habe ich schon gemerkt, ja.

00:08:27: Also wenn man hier reinkommt, also wenn man fühlt sich nicht beobachtet, das meine ich nicht.

00:08:31: Aber es ist,

00:08:32: also

00:08:33: mein persönliches Empfinden, es ist ja so eine Art Wohnzimmer hier, wie viele Leute schon immer gewesen.

00:08:40: Und ich habe das Gefühl, was ich beobachtet habe auch während der letzten Podcastaufnahmen, dass sich hier Leute treffen, die sich vorher nicht kannten oder vielleicht vom sehen kannten und dann ins gespräch kommen.

00:08:55: Und gut, vielleicht übertreibe ich, wenn ich sage, aber neue freundschaften schließen.

00:09:00: Ja, erlebt ihr

00:09:00: das auch

00:09:00: so?

00:09:01: Erlebt man schon so.

00:09:02: Das ist natürlich dieses Thema Nachbarschaft und einfach Menschen kennenlernen, auch die, die man einfach so auf fünf Meter bisher immer gesehen hat, einfach hier die Schwellenangst zu verlieren und einfach an die Person heranzugehen, wie mit unserem Community-Tisch, der irgendwie nur sechzig Zentimeter tief ist.

00:09:21: Das bringt die Leute dazu, weit aus schneller aktiv zu werden und weit aus schneller mit anderen zu kommunizieren.

00:09:27: Weil der sechzig Zentimeter tief ist, der Tisch?

00:09:31: Dann beugen die Leute sich mehr vor und...

00:09:33: Ne, brauchen sie ja gar nicht

00:09:34: mehr.

00:09:34: Weil

00:09:34: du bist ja schon so nah, ich meine, wir sind ja extrem weit jetzt auseinander.

00:09:37: Ach so,

00:09:37: von der Tiefe.

00:09:39: Der Klassiker

00:09:40: ist doch immer, du bist bei einer Hochzeit, du bist bei einer Hochzeit, hast zehn Leute an einem Tisch, an unserem Runden und kannst dich nur mit zwei Leuten unterhalten.

00:09:47: Weil ansonsten ist die Geräuschkulisse zu groß, die Entfernung ist viel zu weit, dann hast du noch doselige Blumen dazwischenstehen.

00:09:53: So fördern nicht unbedingt die Kommunikation.

00:09:56: Sind ja noch in einer Höhe, dass du den gegenüber nicht mehr siehst und schwupp hast du da irgendwie so eine... Ja, an der Sicht so eine Welt, die du an der Sicht gar nicht haben möchtest, du möchtest ja in der Nähe von Menschen sein und kommunizieren, aber geht da dich gerne?

00:10:09: Das

00:10:10: kommt drauf an, bei Hochzeiten ist ja oftmals so, dass die Familie dann zusammen sind und dann das Schwurbel-Onkel dann mit dem Tisch...

00:10:16: Vielleicht mögen die sich nicht, das ist natürlich richtig.

00:10:19: Ja, aber ein guter Abend im Manzels ist Nähe.

00:10:23: Kommunikation und Nähe.

00:10:24: Und natürlich ein sehr, sehr gutes Glas Wein.

00:10:27: Kommen viele Leute auch her, einfach nur mit euch zu reden?

00:10:31: Also ich stelle mir das als Gastronomen, bevor ich früher auch mal gedacht habe, oh Mensch, ich habe eine Kneipel, da kommen Leute, du kannst den Bier gehen und was anderes und die reden damit dir.

00:10:38: Aber letztlich hat man ja auch gar nicht die Zeit als Gastronomen dann immer so auf die Leute einzugehen, oder?

00:10:44: Also wir arbeiten daran, dass Jens die Zeit hat, so als der Patron des Ladens durch den Laden marschierend.

00:10:51: Nein, also man ist schon, es kommen wirklich viele überwiegend wegen uns.

00:10:57: Das haben wir uns irgendwie in den letzten acht Jahren richtig gut erarbeitet und es macht ja auch Spaß und es ist ja auch schön.

00:11:03: Und wir haben schon oft genug gehört, wenn wir nicht da sind, ist der Laden anders.

00:11:06: Auch schön, aber eben anders, weil natürlich wir eine super Crew haben, die auch diesen Laden lebt, aber das ist einfach, wenn es dein eigenes ist, dann gehst du mit dem anders um, ne?

00:11:16: So, von dem haben wir schon viele Gäste und jetzt auch neue Gäste, die uns bekennen und lieben gelernt haben sozusagen und das ist durchaus schön.

00:11:25: Das war auch so ein bisschen der Plan, also arm mich mehr aus der Küche rauszuholen.

00:11:32: Aber ja, es ist wirklich dieses, als Nachbarschaftsladen einfach da sein.

00:11:41: Wann wurde für euch klar, wir machen zusammen eine Gastronomie auf?

00:11:47: Also ihr habt euch kennengelernt im Forsthaus, wenn ich das richtig verstanden habe.

00:11:52: Sollen wir das erzählen?

00:11:54: Wie habt ihr euch kennengelernt?

00:11:55: Am Telefon.

00:11:56: Am Telefon.

00:11:57: Zwei Tausend

00:11:58: Elf.

00:11:58: Vor Tinder noch.

00:12:01: Zu dem Zeitpunkt war ich immer noch tätig im Eventbereich und war selbstständig und habe mich um die Belange des deutschen Musikpreises Echo gekümmert über viele, viele, viele Jahre und habe die Sponsoren für die Aftershow Party, für Künstler Backstage Bereiche und so weiter auch gesucht.

00:12:19: und neben dem, dass wir die Party organisiert haben und so.

00:12:23: Und es gab jedes Jahr eine bezaubernde junge Dame, die mich ca.

00:12:28: ein halbes Jahr vorher angerufen hat.

00:12:31: Und ich möchte nicht sagen, ich bedrängte, sondern bezaubernderweise versuchste mir jede Menge Sponsoren darzustellen oder vorzustellen für diese gesamten Bereiche.

00:12:47: Und das war die Daisy.

00:12:48: Das war mein Job dann.

00:12:51: Aber das ist ja für dich eine komfortable Situation, dass dann Sponsoren schon an dich ran kommen und du keine suchen musst.

00:12:56: Das ist natürlich richtig, aber wenn man so etwas natürlich dann irgendwie um die um die zwanzig Jahre oder neunzehn Jahre lang macht, so ein Job, dann hat man natürlich auch drei bis fünf Kontakte.

00:13:08: Das ist ja ganz ganz normal und genau.

00:13:11: Und

00:13:12: so ist die Idee, sie mit mir in Kontakt getreten.

00:13:15: Immer

00:13:15: ein halbes Jahr vorher.

00:13:17: Immer ein halbes Jahr vorher, ja.

00:13:18: Aber dann auch schon so ein Telefon.

00:13:19: Immer nur telefonisch, nie gesehen, über Jahre nicht gesehen.

00:13:23: Ich habe ge-googelt, wer den Echo organisiert.

00:13:26: Ich saß in der Eifel in einem kleinen Zimmer, hatte eigentlich was ganz anderes zu tun und dachte mir so, ne glücklich wirst du hier sowieso nicht und durchgehen machst du es ja auch nicht, also kümmere dich jetzt mal um dein Leben.

00:13:38: und dann habe ich ge-googelt, wer den Echo macht, weil ich ja wie gesagt aus den Jahren davor ganz viele Sponsoren und Partner um mich rum hatte und... Den immer was Gutes tun wollte.

00:13:47: und dann kam ich auf die Agentur Highlife.

00:13:51: Und dann habe ich da einfach angerufen und wer auch immer am Telefon war, er hat uns quasi zusammengebracht.

00:13:57: Und mir dann damals die Handy-Nummer, die viel warte Handy-Nummer fuhren.

00:14:01: Ein großer Fuffa.

00:14:02: Heute

00:14:03: ohne denkbar.

00:14:05: Und dann habe ich ihn einfach angerufen, habe ihm meinen Text runtergerattert und ja, das eben jedes Jahr gemacht.

00:14:11: Und dann saß ich.

00:14:15: war es fünfzehn oder sechzehn, ich weiß es nicht mehr, auch bei einem ehemaligen Sponsor an der Ostsee und hab da ein Hotel mit aufgebaut.

00:14:23: Und ja, das war jetzt nicht unbedingt das, was ich, also da war ich, hatte ich schon Gastroberührungspunkte und hab gemerkt, du, das machst du auch nicht auf Dauer.

00:14:33: Also, vierundzwanzig sieben Hotel ist einfach gar nicht meins.

00:14:36: Und dann laufen das.

00:14:37: Und dann hab ich ihn angerufen, hab gesagt, so, Hilfe.

00:14:41: Ich könnte den Weg nach Hamburg antreten, wollen wir uns nicht mal treffen.

00:14:45: Und dann bin ich zu ihm ins Forsthaus gefahren.

00:14:47: Da haben wir uns dann auch tatsächlich nach all den Jahren das erste Mal gesehen.

00:14:51: Und was war das für ein Gefühl?

00:14:52: War es so, wie du ihn dir vorgestellt hast?

00:14:55: Hast du ihn dir vorgestellt?

00:14:56: Das

00:14:56: weiß ich auch nicht.

00:14:57: Das weiß ich auch nicht.

00:14:58: Also ich hatte keine Vorstellung.

00:15:00: Es war nur so, man hat sich irgendwie acht Jahre lang nie kennengelernt oder nie mal wirklich so visuell gesehen und auf einmal war sie da.

00:15:11: Tratt sie ins Leben.

00:15:13: Und die Stimme war ja vertraut.

00:15:15: Ja, genau.

00:15:17: Das bringt ja schon viel, wenn du die Stimme immer wieder erkennst.

00:15:21: Habt ihr denn auch schon mal privat geredet dann im Telefon?

00:15:24: Oder immer nur?

00:15:24: Nee.

00:15:24: Es ging wirklich immer nur einmal im Jahr um Sponsoren.

00:15:29: Oder Goodybags oder DJs.

00:15:32: Dann habt ihr euch gesehen, hat es doch sofort gefunkt?

00:15:34: Nee.

00:15:35: Nee, das kann ja später.

00:15:39: Wir haben zwei Jahre gebraucht.

00:15:40: Ich musste sie erst mal austesten.

00:15:44: Will ich wissen, wie die Tests liefen?

00:15:48: Nein, keine Ahnung, nein, aber... Nee, das war natürlich toll.

00:15:52: Auf einmal stand Desi im Raum und dann hab ich gesagt, sie so, ja, und zu anderem.

00:15:59: Für sich war es noch ein bisschen anders.

00:16:00: Desi fragte irgendwie, telefonierte mich an und meinte so, ja, nee, und ich fühl mich gerade total unwohl da so im Osten und so weiter und so fort.

00:16:08: Und bin gerade in Fischland-Dars und Rostag unterwegs.

00:16:12: Und ich würde ganz gerne doch nach Hamburg kommen.

00:16:16: Habe ich gesagt, ich bin fast in Hamburg.

00:16:19: Im Sachsenwald bei Hamburg.

00:16:22: Die anderen würden denken, ich bin ganz woanders im Sachsen.

00:16:25: In Sachsen.

00:16:27: Aber so war ich halt bei der Familie von Bismarck und hab mich um das Forst aus Friedrichsruhe gekümmert über drei Jahre.

00:16:34: Und da standen diese im Raum und dann haben wir uns überlegt, welche Positionen könnte sie überhaupt übernehmen?

00:16:41: Und das war dann eher sozusagen, dass ich die Eier legen würde, weil ich mir freu mich.

00:16:47: Das war eher der Bereich Presse und PR und Insta und Facebook und diese ganzen Sachen auch vor der Mann zu bringen, weil ich war ja auch selbstständig bei der Familie und dementsprechend habe ich dann gesagt zu, dann kümmert würde ich doch im Däne den Bereich, denn investiere ich in gewisse Dinge und das war dann ganz cool.

00:17:08: Und dann haben wir angefangen und es flitzte und es war super.

00:17:12: Es ist immer noch super.

00:17:14: Insofern haben wir jetzt schon ein paar Jährchen geschafft.

00:17:17: Ja.

00:17:17: Okay, und dann habt ihr da zusammen gearbeitet und habt irgendwann gedacht so, oh Mensch, das können wir eigentlich auch hier auf eigene Rechnung?

00:17:24: Nee.

00:17:25: Also wir haben lang zusammen gearbeitet und Jens bekam ja schon mal das Angebot hier, damals das Schuhwerk zu machen.

00:17:33: Das hat er ja erfolgreich abgelehnt, das war auch richtig so.

00:17:37: Und dann haben wir noch ein bisschen weiter gearbeitet und dann bekam er das Angebot nochmal und das war dann so der Punkt, wo er sagte, ja doch, er muss ja also Er muss ja auch ein bisschen an seine Zukunft denken.

00:17:49: Und dann hat er mich im Oktober-November verlassen im Forsthaus.

00:17:56: Im November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November-November.

00:18:18: Dann seid ihr ja noch ganz frisch zusammen.

00:18:19: Wir waren noch sehr frisch zusammen damals, ja.

00:18:21: Und dann ist einfach gegangen.

00:18:22: Ich höre mir das gerade an.

00:18:24: Ich muss das einfach diese versichern.

00:18:26: Du musst es einfach mal sacken lassen und einfach erst mal so, naja, ich komme gleich noch mit.

00:18:31: Okay.

00:18:33: Ich glaube, hier ist noch die Klärungsbedarf.

00:18:38: Okay, aber dann habt ihr, dann war ich klar, wir machen das.

00:18:41: Ich meine, das ist ja eine hart soläße Aufgabe.

00:18:43: eine Gastro zu übernehmen, beziehungsweise aufzubauen mit eigenem Konzept.

00:18:49: Ist natürlich immer so eine Thematik.

00:18:51: Du übernimmst natürlich irgendwie einen funktionierenden Laden.

00:18:54: Das heißt natürlich auch jede Menge Personal, was erstmal eigene Vorstellungen hatte, wie jeder seine Gastronomie machen möchte.

00:19:01: Und dann muss man sich natürlich erstmal durchboxen.

00:19:03: Und ich habe damals angefangen mit einem Partner.

00:19:07: Und dann, ja, fing es an auf sich alles ganz gut an.

00:19:11: Und dann bist du natürlich irgendwie... Feuer und Flamme und machst irgendwie schon mittags bis nachts auf und und denkst so wow cool und es geht voran und so und bist irgendwie einer sich gefühlter Großkastronom.

00:19:26: und dann schlägt natürlich das Leben irgendwann auch denn ordentlich zu.

00:19:30: und das waren natürlich dann so Momente irgendwie Desi, Anton und ich dann am Start hier und Anton war mein Partner genau und ähm dann geht man natürlich jede Stunde hier rein, um irgendwie nach vorne zu gehen, um den Laden zu verändern, um ihn irgendwie auf einen qualitativ hochwertigen Moment zu bringen, sozusagen.

00:19:56: Und dann hast du natürlich die Situation, dass dann so Dinge kommen wie irgendwann eine Pandemie und die dich natürlich dann zurückwerfen und die dir natürlich einen ganz anderen, auf einmal ganz anderen Weg vorgeben.

00:20:07: Und an und für sich ist es ja wirklich so.

00:20:10: Man hat an sich eine Gastronomie gegründet, um jetzt in den letzten acht Jahren, das sind acht Jahre schon Wahnsinn, immer wieder neue Wege zu gehen, immer wieder neue Ideen zu schaffen, immer wieder neu die Gäste auf eine Reise mitzunehmen.

00:20:25: Und das ist natürlich dann auf der einen Seite spannend, auf der anderen Seite aber auch natürlich genau das, was an sich das Wichtigste ist, ist ja einfach etwas.

00:20:35: etwas werden zu lassen und eben die Dinge Zeit zu geben.

00:20:38: So bist du als Gastronomier eher einer der mittlerweile zu schnell agieren muss.

00:20:46: Also an der Sicht brauchst du, um Gastronomie zu schaffen, um eben auch Orte zu schaffen, brauchst du ja auch Ruhe.

00:20:52: brauchst du ja auch irgendwie Zeiten, dass die Leute irgendwie das wahrnehmen, dass sie auch Dinge verstehen und nicht irgendwie Sachen wie, oh, jetzt wieder, jetzt machen die an Ostern außer Hausverkaufs, dreihundertmal Lamm verkaufen, dann hast du den nächsten Tag dreihundert Schnitzel, die du aus Haus verkaufst.

00:21:09: Das sind ja alles so Sachen, wo du sagst, super.

00:21:13: Es ist zu schnelllebig.

00:21:14: Vieles ist einfach denn zu schnelllebig.

00:21:16: Und was alle andere sich in den letzten Jahren so ein bisschen vermisst hat.

00:21:20: haben ist diese Basis, diese Ruhe, auch dieses, das Gäste im Restaurant, wieder mehr verweilen und sich darum kümmern, dass sie mit ihrer Bande irgendwie einen harmonischen Abend haben.

00:21:35: Nicht nur auf dem Sofa zu setzen, sich das Essen liefern zu lassen.

00:21:37: Das ist eben natürlich auch heutzutage ein Punkt.

00:21:40: Das passiert alles.

00:21:41: Viel zu sehr.

00:21:43: Und es geht diese Atmosphäre in den Restaurants, geht flöten.

00:21:48: Der lachende Tisch mit acht bis zehn Gästen, die einen wundervollen Abend verbringen, ist zurzeit nur ein zweier bis vierer Tisch, die sich denn auch oftmals wenig zu sagen haben.

00:21:59: Das ist schon ein Schräg.

00:22:01: Es ist ja allgemein so ein Phänomen.

00:22:02: Also ich merke das ja auch auf der Straße, dass immer mehr Leute einfach mit Urstöpseln rumlaufen.

00:22:08: Das klingt jetzt wie so nach einem typischen Boomer.

00:22:10: Früher war alles besser, das meine ich überhaupt nicht, weil es das definitiv nicht war.

00:22:14: Aber was ich meine ist, dass insgesamt die Bereitschaft zur Kommunikation auch so irrsinnig viel abgenommen hat, also nicht nur innerhalb der Gastronomie, sondern auch, wie gesagt, auf der Straße in der U-Bahn.

00:22:25: Leute haben ja schon Angst, wenn man sie anspricht, so entschuldigen sie, könnten sie mir sagen, wo dies und das ist.

00:22:30: Die Leute gucken lieber irgendwie eine Dreiviertelstunde ins Handy, um den Weg daraus zu kriegen, als jemanden mal zu fragen.

00:22:37: der sich auskennt.

00:22:37: Also, das ist ja insgesamt so ein Phänomen.

00:22:41: Aber du hast eben die Pandemie angesprochen.

00:22:43: Darauf möchte ich einmal zurückkommen.

00:22:44: War die Pandemie für euch ... Ja, wart ihr da an einem Punkt, wo ihr ans Aufgeben gedacht habt?

00:22:49: Ja, natürlich.

00:22:50: Also, man war natürlich das Öfteren.

00:22:53: Aber sich, die Pandemie selber, da waren wir noch gar nicht so weit.

00:22:57: Da ist man mitgeschwommen und war irgendwie ... Manchmal handlungsunfähig, oder man wurde handlungsunfähig

00:23:05: gemacht

00:23:06: und man wurde auch gesteuert.

00:23:08: Man durfte auf einmal nichts mehr, wir hatten hier irgendwie jetzt, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das, das,

00:23:24: das, das, das, das, das,

00:23:26: das, das, das, das, das, das, das, das, das.

00:23:31: was sich wie so ein Getrieben hat.

00:23:34: Diese Zeit im Nachhinein verlief so in Windeseile, weil du immer wieder etwas nachjustieren musstest.

00:23:41: Du musstest dich, wie gesagt, schon immer wieder neu erfinden.

00:23:45: Na ja, zumal du, ich mein, zwei Achtzehn habt ihr angefangen.

00:23:49: Dann ging es ein Jahr lang, um sozusagen das Personal auszutauschen, weil viele gesagt haben, das ist nicht mein Weg, ich gehe.

00:23:56: Das heißt, du hast neue gesucht, du hast dich erst mal irgendwie etabliert, du hast einfach einen Laden übernommen und den weitergemacht.

00:24:01: Du hast die Karte verkleinert, deutlich verkleinert, natürlich.

00:24:04: Aber es war ja immer noch dasselbe so.

00:24:07: Dann kamen wir im Jahr zum Jahr zum Jahr zum Jahr.

00:24:09: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr zum Jahr.

00:24:10: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr zum Jahr.

00:24:12: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr.

00:24:13: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr.

00:24:14: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr.

00:24:16: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr.

00:24:17: Dann kamen wir zum Jahr zum Jahr.

00:24:18: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:19: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:20: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:21: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:21: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:22: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:23: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:23: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:24: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:25: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:25: Dann kamen wir zum Jahr.

00:24:26: Dann kamen wir und standen in Dubai auf dem Flughafen, haben auf den Weiterflug gewartet und dachten uns schon, was denn hier los?

00:24:33: Also, dass Asiaten oft gerne mit Masken rumlaufen, das verstehen wir, aber wir kannten das ja nicht von den anderen und irgendwas war da halt schon im Busch.

00:24:41: Und dann sind wir Ende Februar nach Hause gekommen und dann ging es los mit einer Pandemie.

00:24:45: Das heißt, du hast ein Laden übernommen, hast ihn, sagen wir so, zwei Jahre lang irgendwie versucht zu etablieren und ein neues Also alter Name, neues Konzept sozusagen, also junger und frischer, das irgendwie auf Vordermann zu bringen, hast unfassbar viel Geld ausgegeben, was du gar nicht aufholen konntest und dann kam die Pandemie und du wurdest gesteuert.

00:25:06: Also nach der Pandemie, bis mir alle kam der Krieg, dann kam das, dann kam das, dann kam das.

00:25:10: und du warst immer hier als Gastronom, der gerade angefangen hatte.

00:25:13: Das darf man einfach nicht vergessen, wir hatten doch nie einen... Wir haben keine zehn Jahre, wo wir sagen können, wir haben so eine krasse Stammkundschaft, dass wir und sind aus den roten Zahlen raus und, und, und, dass wir einfach so machen können und alles ist gut, sondern wir haben quasi immer wieder erst angefangen.

00:25:30: Und das war das Zermürmende und das Anstrengende.

00:25:33: Und das ist, glaube ich, total menschlich, dass in solchen Situationen jeder erst mal Angst kriegt, also jeder Gast, jeder Gast im Sinne von, oh, da ist eine Pandemie, ich darf nur Takeaway rausholen.

00:25:45: Ich darf mich nur zwei Meter Abstand irgendwo hinsetzen.

00:25:48: Ich muss eine Maske anziehen.

00:25:49: Wenn ich reinkomme, kann sie am Platz ausziehen.

00:25:52: Wenn ich aufs Klo will, muss ich sie wieder aufziehen.

00:25:54: Dann darf ich sie nicht aufm Klo vergessen.

00:25:57: Wie gehe ich denn jetzt um?

00:25:58: Ach ja, jetzt muss ich auch noch geimpft sein.

00:25:59: Und dies und jenes.

00:26:00: Und du dachtest ja so, also selbst wir waren ja einfach immer nur so Sheriffs, die hier standen, aufgenommen haben, Zettel beschrieben haben, irgendwie QR-Codes gescannt haben.

00:26:10: Das hast du eine Zeit lang gemacht.

00:26:11: Und dann ... kam dieser Krieg und es wurde irgendwie alles explosiv teurer.

00:26:16: und es wurde ja nicht nur bei den Gästen teurer, es wurde ja auch, was glaube ich viele auch nicht so wirklich auf dem Schirm haben, auch in der Gastro einfach teurer.

00:26:23: Jeder Lieferant hat seine Preise angezogen.

00:26:27: Auch wir haben hier Gas, auch wir haben hier Heizungen, wir haben eine Miete.

00:26:30: Das heißt, als Gastronom hast du immer alles doppelt.

00:26:32: Du hast ja auch noch was Privates.

00:26:34: Aber das ist so Luft und Liebe.

00:26:38: Davon kann man leben als Gastronom, aber ansonsten ... Ja, das ist diese Flucht.

00:26:43: Die Menschheit ist, glaube ich, in so eine Schockstarre gefallen seit der Pandemie.

00:26:50: Und aus der sind wir alle bisher nicht rausgekommen.

00:26:53: Also so fühlt es sich einfach an.

00:26:54: Das hat uns nachhaltig als Gesellschaft absolut verändert.

00:26:56: Ja,

00:26:57: total.

00:26:58: Das glaube ich auch nicht.

00:26:59: Ich denke, das wird auch ein, zwei Generationen dauern, bis das wieder gerade gerückt ist.

00:27:04: Ihr habt ja dann mutige Entscheidungen auch getroffen.

00:27:06: Also ihr habt ja zum Beispiel bei den Preisen So eine Aktion gemacht, das bei den sozialen Medien zu lesen, dass ihr, woher auch immer sehr aktiv seid, dann merkt man ja bei deiner Handschrift, Desi.

00:27:17: Ihr habt dann Preise gesenkt und habt gesagt, okay, wir machen jetzt einheitliche Preise, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, für die Gerichte.

00:27:23: Hat das funktioniert?

00:27:24: War das eine gute Idee?

00:27:25: Ja, das war durchaus eine gute Idee.

00:27:28: Ging ja grundsätzlich um die Marriage-Steuer.

00:27:31: zu den Zeitpunkten.

00:27:32: Und wir haben die wieder hochgesetzt worden.

00:27:36: Und dann haben wir gesagt, nee, das machen wir nicht mit, sondern wir sorgen dafür, dass die Preise stabil bleiben.

00:27:42: Und sie haben sogar die Preise ins Drunter gesetzt, weil wir waren natürlich in den schwachen Monaten.

00:27:48: Das heißt, das war ja so im Januar, Februar.

00:27:51: Und ganz ohne Gäste können wir halt nicht auskommen.

00:27:55: Dann müssten wir halt unseren Laden schließen.

00:27:57: Also haben wir uns gesagt, okay, wir müssen halt Anreize schaffen.

00:28:00: Und Das sehen wir auch zur Zeit immer wieder.

00:28:03: Dann, wenn ein Preis nicht Dumping ist, aber zumindest die Preise irgendwie kleiner gemacht werden von uns, dann ist der Laden auf einmal voll.

00:28:14: Und irgendwo sind heutzutage alle eher Schnäppchenjäger geworden, kommt mir vor.

00:28:21: Und macht noch eher Abstriche beim Essen.

00:28:23: Also ich kann mir vorstellen, in Appendorf ist ja wahrscheinlich die Klientel noch anders.

00:28:27: Die sagt, okay, ich gehe lieber qualitativ gut essen.

00:28:30: Gebt dafür mehr Geld aus als... Ich weiß, es gibt ja andere Restaurants, die jetzt als... Ich will ja jetzt keine Kette nennen, irgendwie, aber die sehr viel Schweinefleisch verkauft, wo einfach riesige Portionen sind.

00:28:43: Und gerade so die Boomer-Generation sagt, wünsche ich, war ein richtig gutes Essen.

00:28:47: Nein, es war kein gutes Essen, es war einfach nur viel für das Geld.

00:28:50: Aber

00:28:51: dafür ist es dann auch drei Tage.

00:28:53: Also ich finde immer ein gutes Essen, das ist ja nicht nur beim Essen selbst, sondern auch noch Stunden später fühlt sich das gut im Bauch an.

00:29:00: Ich finde es, ehrlich gesagt, total legitim zu sagen, ich achte auf mein Geld.

00:29:03: Und es war ja natürlich auch alles Presse gesteuert.

00:29:05: Also die Presse hat irgendwie gesagt, so jetzt geht die Mehrwertstelle hoch, jetzt wird Essen gehen total teuer und nicht mehr bezahlbar.

00:29:12: Und wir sind ja sowieso irgendwie alle gefühlt pleite.

00:29:15: Und also alles, was die Presse so aufgebaut hat, war halt genau das, was die Gäste auch gesagt haben.

00:29:21: So.

00:29:22: Und dann stehst du da und denkst, so was machst du jetzt?

00:29:24: Und dann haben wir gesagt, okay, wir senken die Preise, weil Essen gehen darf kein Luxus werden.

00:29:27: Es muss für jeden bezahlbar sein.

00:29:29: Und es soll sich halt auch keiner schämen, wenn er irgendwie in der Gruppe essen geht und nimmt nur ein Salat, weil es das günstigste Gericht und alle anderen hauen sich irgendwie ein Schnitzel rein oder sonst irgendwas.

00:29:40: Und deswegen haben wir das ja auch gemacht.

00:29:42: Und das war ein voller Erfolg.

00:29:44: Also wir waren nach dem Januar echt alle einfach fix und fertig und platt, weil wir jeden Abend zwei volle Schichten hatten.

00:29:50: Wahnsinn.

00:29:51: Das hast du danach nie wieder gehabt.

00:29:53: Habt ihr das andere Restaurants kopiert?

00:29:55: Ja, ja, also nicht so radikal wie wir, weil wir sind ja wirklich auf zwanzig Euro, vierundzwanzig runter.

00:30:00: Ja.

00:30:01: Es haben schon einige so ein bisschen versucht nachzumachen, aber man kann ja gut es nicht so gut probieren, oder?

00:30:08: Na ja, und die Wahrtheit ist die Pioniere, da hat da entsprechend die Presse

00:30:11: auch gehabt.

00:30:11: Ja, klar.

00:30:13: So, und das ist jetzt halt die ganzen letzten Jahre, also ich meine, wann ist die Wendel bei die Pandemie zu Ende?

00:30:18: Jetzt haben wir zwei tausendfünfundzwanzig, das heißt

00:30:22: ... Man hat so ein bisschen den Überblick in den letzten Jahren verloren.

00:30:27: Und diese Themen spielen ja immer noch eine Rolle.

00:30:29: Der Krieg spielt eine Rolle.

00:30:30: Die Pandemie spielt auch immer noch eine große Rolle, weil vieles ist zum Beispiel auch seitens dem Staat überhaupt noch nicht abgerechnet.

00:30:40: Wir warten auch immer noch auf irgendwelche Gelder, die irgendwo da in einer Pipeline stehen, wo du sagst, das ist schon Jahre her.

00:30:47: Warum passiert das nicht?

00:30:49: Also, das ist schon krass.

00:30:51: Ja, eben, man darf halt nicht vergessen, es gibt ganz viele Gastronomen, die immer noch Corona-Hilfen, die sie bekommen haben, zurückzahlen müssen.

00:30:58: Das machst du auch nicht von heute auf morgen.

00:31:00: Und wiederum warten viele Gastronomen eben auf die Rückzahlung von der Elfb oder sonst irgendwas.

00:31:08: Elfb?

00:31:10: Die Bank.

00:31:12: Gf?

00:31:13: Irgendwas.

00:31:13: Genau, ja, Gf.

00:31:17: Es gab ja die Coronahilfen seitens Hamburg und halt die Deutschlandhilfen sozusagen.

00:31:24: Und jetzt mussten die letzten abgerechnet werden, aber bis die Abrechnung dann erfolgt ist und alles geprüft ist, seitens der vielen Personen, die natürlich für solche Sachen an irgendwelche schreibstische Gebunden werden, um das zu prüfen, die mit diesem Job vorher nie was zu tun hatten, schon ungefähr.

00:31:41: Stehst du da und wartest und wartest und sagst so, okay, diese... ...fünfzehntausend Euro, die man dann auch bekommen sollte, wäre halt ganz nett, wenn das irgendwann auch mal abgerechnet wird.

00:31:52: Wir sind auch gezwungen, dauerhaft irgendwie die Strahlen zu zahlen und... ...denken nachzuweisen, in solcher Staaten auch in der Lage sein, das schnell abzurechnen, damit wir alle irgendwie weiterarbeiten können,

00:32:04: klar.

00:32:04: Wow.

00:32:04: Mir geht es zumindest so, ich hab das natürlich noch sehr in Linken noch und weiß noch genau, wie das war, wobei ich gestehen muss... Für mich war es zumindest finanziell keine schlechtere Zeit.

00:32:15: Also ich hatte mich da zum Glück gut ausgestattet mit Audiotechnik zu Hause, dass ich dann von zu Hause aus weiterarbeiten konnte.

00:32:21: Für mich war es ein finanziell ganz normales Jahr.

00:32:26: wofür ich mega dankbar bin.

00:32:28: Aber ich weiß gar nicht mehr so richtig, wann das Ganze war.

00:32:32: Also gesellschaftlich spürt mir ja die Folgen bis heute.

00:32:34: Aber ich habe das irgendwie verdrängt.

00:32:35: Ich habe auch das Gefühl, das ist so eine kollektive Verdrängung von Corona.

00:32:39: Keiner weiß mir so genau, wann das eigentlich jetzt richtig war.

00:32:42: Und wie lange dieser Shutdown auch gedauert hat, dass wir wirklich zu Hause bleiben mussten.

00:32:46: War das zwei Wochen, drei Wochen, vier Wochen?

00:32:48: Ich weiß es nicht mehr.

00:32:48: Ich weiß auch nicht mehr.

00:32:51: Oder dieses alberne...

00:32:52: Vier Wochen könnte es schon sein.

00:32:53: Aber es gab halt nie dieses so... Also was man ja aus Filmen kennt, Ende.

00:33:00: Es gab aber halt nie so eine Ansage, so, Pandemie ist eingedämmt.

00:33:05: Wir können wieder normal oder an, in Anführungsstrichen normal weiterleben.

00:33:10: Mini-Tour und Old Shatterhand.

00:33:14: Das fehlt einfach irgendwie, ne?

00:33:16: Sargent,

00:33:16: wir haben den Virus besicht.

00:33:20: Und hätte man da irgendwie als Mensch so ein bisschen... Wir sind auch nur Menschen und wir haben uns genauso Gedanken darüber gemacht und haben irgendwie ständig überlegt, wie geht es jetzt mit denen um und mit denen um.

00:33:32: Aber dieses Jetzt ist es vorbei, das fehlt einfach.

00:33:36: Und ich glaube, das fehlt vor allem auch der jungen Generation, weil die einfach noch viel mehr darunter gelitten haben oder immer noch leiden als wir.

00:33:43: Die ganze Feierkultur ist ja völlig den Bach runtergegangen, kein Mensch geht mehr feiern.

00:33:47: Die Leute hängen noch auf dem Sofa und Netflixen sich zu Tode, hätte ich fast gesagt.

00:33:51: Ja, ist so.

00:33:51: Die ganze

00:33:52: Eventkultur hat sich komplett gewandelt.

00:33:54: Es gibt gar nicht mehr diese, auch diese Leichtigkeit.

00:33:58: Du bist früher einfach auf den Kiez gegangen, bist in die Klipps gegangen und hast darüber keine Gedanken gemacht.

00:34:02: Und mittlerweile sind alle so, Gott, du, Gott, du, Gott.

00:34:05: Ihr habt euch dann ja entschieden, eine Konzeptänderung zu machen, die ja auch mit einer Namensveränderung eine herging.

00:34:12: Wie kam es dazu?

00:34:13: Wir hatten keine Köchin mehr.

00:34:19: Ja.

00:34:20: Wir

00:34:20: hatten keine Köche mehr, ich war alleine in der Küche und habe aber genauso viel gekocht wie drei Köche früher.

00:34:25: Wahnsinn.

00:34:26: Dann stand ich nachher auch noch in der Küche und dann haben

00:34:28: wir die Hühner

00:34:29: noch Schnitzel gemacht.

00:34:31: Und dann waren wir eben keine Gastgeber mehr, sondern irgendwie ... Küchen-Buddies.

00:34:35: Küchen-Buddies

00:34:36: und haben uns da amisiert.

00:34:38: Ja, und dann irgendwie ein neues Personal oder eben auch Personal in der Qualität zu finden.

00:34:44: Es war ja auch ein Thema, während der Pandemie sind natürlich viele von den Köchen in komplette andere Bereiche gewechselt, aus dem Restaurantbereich raus.

00:34:53: Viele der Großunternehmen, die es in Deutschland gibt, sind Jörg Stundz.

00:34:58: Edeka ist, oder wie sie alle heißen, haben natürlich ihre eigenen Produktlinien aufgebaut.

00:35:03: Das heißt, sie hatten Produktionsküchen, wo sie dann quasi diese Köche neu etablieren konnten.

00:35:08: Die hatten natürlich ein wunderbares Thema, das sie von Montags bis Freitag nur noch tagsüber gearbeitet haben.

00:35:15: Insofern hat sich die ganze Landschaft geändert.

00:35:19: Und dann gab es eben auch kaum mehr Leute, die die Qualität haben.

00:35:24: um eben eine deutsche Küche zu bewerkstelligen, um halt wirklich Frischsoßen zu kochen, um Dioladen zu drehen.

00:35:31: Und dann wurde es natürlich dann, ja, also Händering nach Personal gesucht.

00:35:36: Und das gab es eben nicht.

00:35:38: Hat sich das verändert?

00:35:39: Ist die Ausbildung schlechter geworden oder wird einfach niemand mehr kochen?

00:35:42: Gibt es die Leute nicht oder?

00:35:45: In den Ausbildungsberufen kochen oder auch als Kellner.

00:35:49: Da meldet sich kaum jemand für an.

00:35:51: Also das ist wirklich ...

00:35:53: Ich weiß noch irgendwie, wir hatten hier früher im Schuback, wir hatten ja Tis im Service und die Lehrerin von Tis, die kam irgendwann hierher und hat regelmäßig eigentlich mit ihrer Familie hier gegessen und selbst die sagte schon aus irgendwie ehemals fünf Klassen für Service und Köche, sind jetzt noch zwei übrig geblieben und die verschrumpfen, also die schrumpfen, die werden weniger, weil Ah, das Image von der Gastro leider immer noch beschädigt ist und nie irgendwie aufgebessert wird.

00:36:21: Und jeder sagt immer nur, die Leute werden ausgenutzt.

00:36:24: Dann denke ich mir so, frag unsere Leute, die haben alle volles Gehalt bei Minustunden bekommen sozusagen, also null Überstunden und null... Irgendwas.

00:36:34: und wir haben hier, glaube ich, auch keinen geschlechtet, weil so geschlechtet, geschlechtet, ich weiß nicht.

00:36:41: Die waren immer hier, ne?

00:36:42: Ich meine, wir hatten teilweise die Leute über fünf, sechs Jahre hier.

00:36:46: Das heißt ja irgendwie auch was für uns.

00:36:49: Und es kamen die Geschwister von den Geschwistern und haben hier angefangen und es wurde immer weitergereicht.

00:36:54: Also ich finde immer dieses, die Gastro ist schlecht und beutet aus, das ist halt, ja, das ist der Stempel, der auf der Gastro liegt.

00:37:01: erzählt man sich halt und deswegen möchte, glaube ich, auch keiner mehr eine Ausbildung darin machen.

00:37:06: Außer du willst in die gehobene Gastronomie, dann natürlich, aber dann ist es eben auch dieses Wochenende arbeiten, Abends arbeiten, an Freiertagen arbeiten.

00:37:14: Dann die Leute gehen alle irgendwie feiern und nur du musst kochen.

00:37:18: Ich könnte ja keiner mehr feiern.

00:37:21: Ja, aber das ist...

00:37:22: Es gibt halt wirklich viel zu wenig Personal.

00:37:26: Man schaut mal in die Hafe City, wie viele Hotels öffnen jeden Tag, also gefühlt neu in Hamburg.

00:37:33: Und woher will man das Personal nehmen, wenn es noch nicht mal genug Ausbildungsplätze gibt?

00:37:39: es endlos, aber wenn sich dafür kein Personal findet, ist natürlich

00:37:42: schwierig.

00:37:42: Und gleichzeitig kam gestern gerade die Meldung von Andrea Nahles von der Bundesagentur für Arbeit.

00:37:48: dass es noch nie so schwer war, für Arbeitslose einen Job zu finden, wie jetzt, in dieser aktuellen Situation.

00:37:54: Das glaube ich.

00:37:56: Aber es hat auch ein bisschen was mit der Anstellung zu tun.

00:37:58: Ich meine, das Einzige, was du hier immer, wenn du ein Bewerbungsgespräch hast, das Erste, was sie sagen, ich kann alles.

00:38:02: Und dann kannst du eigentlich schon sagen, herzlichen Dank, dass du gekommen bist, da ist die Tür.

00:38:05: So, weil ich kann alles, dann arbeiten die einmal und du siehst halt, ich kann doch einfach gar nix.

00:38:11: Also, am liebsten sitze ich zu Hause vom Fernseher und dadel auf meinem Handy und kriege ich mein Geld trotzdem.

00:38:18: Das ist auch so ein bisschen die Einstellungssache.

00:38:20: Und ganz ehrlich, ich meine, wir haben jede Menge freie Stellen.

00:38:24: Das merkt ihr schon, dass die Gen Z in einer anderen ist als...

00:38:27: Ja, die wollen alle Influencer werden.

00:38:30: Na ja, wenn man bei ONLY-Fans natürlich irgendwie das Vielfaches verdienen kann.

00:38:33: Wer

00:38:34: wollte ja auch jeder...

00:38:34: Das ist der letzte,

00:38:36: der hat den Körper.

00:38:37: Das gibt für alle einen Bart, natürlich.

00:38:40: Jeder zweite möchte ja auch lieber direkt auf Fernsehkoch werden, weil es ja total einfach so alles vorgeschnibbelt und so weiter.

00:38:46: Geht ja nur noch in die Pfanne und wird losgekocht.

00:38:49: Also das ist ja auch ein bisschen der Wahnsinn der Zeit.

00:38:53: Ja, das ist eben diese Online-Welt.

00:38:55: Und die macht auch ein bisschen kaputt, die nimmt auch... Also ich meine, meine Großmutter hatte kein Online.

00:38:59: Instagram, Facebook, sonst was.

00:39:01: Die hatte ihren Schrebergarten und hat ihre Gemüsesorten und ihren Obst angebaut und hat sich davon dann mit meinem OP zusammen ernährt und mir da auch das Kochen beigebracht.

00:39:11: Ja, aus dem Früher wusstest du auch noch, wir ... so ein Tier in echt aussieht und welcher Bereich eines Tieres irgendwie wie gestartet wird und essbar ist oder verwertet werden kann.

00:39:23: und heutzutage ist es einfach nur noch so.

00:39:26: aha das ist also irgendwie ein christensstück Fleisch geliefert und los geht es.

00:39:30: aber es fehlt halt wirklich der umgang mit all diesen dinge.

00:39:33: es wird alles.

00:39:34: früher gab es irgendwie den fischtag früher hast du die in der boche irgendwie an der Sicht drei bis vier Tage er vegetarisch gegessen in der Familie.

00:39:42: Und dann gab es irgendwie einen Fleischstark, so ungefähr, oder den Sonntagsbraten, so für die ganze Familie.

00:39:48: Und all das hat sich eben so sehr geändert.

00:39:53: Und das ist gar nicht so gut.

00:39:55: Man sollte den Jugendlichen wieder viele Dinge beibringen.

00:39:59: Weil das ist ja ein Zukunftszema in Nachhaltigkeit.

00:40:02: Absolut.

00:40:04: War die Schließung des Schuback und die Eröffnung des Manzels, war das ein Lachen, das ein Wein des Auge, war das mit Trennungsschmerz verbunden?

00:40:13: Nee, gar nicht mal, weil dafür hat sich dieser Weg so sehr abgezeichnet über den langen Zeitraum.

00:40:20: Das heißt, die Reise ging ja immer bergauf, bergab.

00:40:23: Und insofern war das an der Sicht, war das der klugisch Entschluss daraus.

00:40:30: Auch wenn wir es jetzt auch... Nicht leicht haben, sondern man dackelt sich auch jetzt so ein.

00:40:36: Das heißt, eine Konzeptänderung braucht ja auch seine Zeit.

00:40:39: Es ist ja nicht so, dass wir jetzt, wir haben auch viele neue Gäste gewonnen, aber wir haben auch viele alte Gäste natürlich verloren, weil das Konzept sich geändert hat.

00:40:50: Wir sind immer noch da, okay.

00:40:53: Aber die haben aber auch eine Erwartungshaltung.

00:40:56: Wenn du sagst, wie wir es so machen, wir sind quasi jetzt eher ein.

00:41:01: sharing dinner im sharing Bereich tätig denn verstehen das natürlich viele nicht.

00:41:08: Ja, erklär mal was bedeutet.

00:41:09: Und

00:41:09: vor allem der Fokus auch gar nicht mehr aufs Essen wie im Restaurant damals sondern jetzt eher auf trinken, auf sich treffen, sich unterhalten, von mir aus kniffeln.

00:41:20: Wir haben auf jedem Tisch Kniffelspiele um einfach so ein bisschen mehr Leichtigkeit zu bringen und wenn du dann Hunger hast dann kannst du gerne was bestellen.

00:41:29: Es sind ja auch alles nur noch Vorspeisengrößen.

00:41:31: Es ist alles klein, es ist alles wenig.

00:41:33: Eben genau, dass du dir das gemeinsam teilst in die Mitte packst und jeder

00:41:37: kann

00:41:38: teilen, so wie du es früher in der Familie auch gemacht hast.

00:41:40: Du hast alles in die Mitte gestellt und jeder hat aus den Töpfen genommen.

00:41:43: Einfach dieses Gefühl von früher, von Kindheit, von Gemütlichkeit, von gemeinsam das auf den Tisch zu bringen, dass darin arbeiten wir.

00:41:51: Okay, das meintest du am Sharing.

00:41:54: Man hatte ja auch irgendwie eine Erwartungshaltung bzw.

00:41:56: man hat früher ja auch den Gästen zugehört.

00:41:59: oft genug haben wir eben das schon gemerkt, dass die Hemmschwelle da ist, hier reinzukommen, weil sie eigentlich nur was trinken wollen.

00:42:05: Also gerade so Nachbarschaft.

00:42:07: Obwohl wir ja auch zu Schulbackzeiten immer gesagt haben, na klar, kommt, trinkt.

00:42:11: Wir finden schon einen Platz.

00:42:13: Und dann haben wir gesagt, gut, es ist halt das eine zum anderen.

00:42:16: Wir haben keine Köche mehr, wir können das nicht mehr wuppen.

00:42:18: Ich bin fix und fertig gewesen und jetzt nur noch am Schnitzel machen.

00:42:21: Das war auch nicht so in der Sache.

00:42:23: Könnt ihr Schnitzel überhaupt noch sehen?

00:42:25: Ja, zweimal die Woche, zweimal im Monat.

00:42:27: Aber

00:42:27: es ist ja mit Abstand das beliebteste Gericht hier bei euch.

00:42:31: Ja.

00:42:32: Aber ich meine, ich muss sagen, es ist auch verdammt gut.

00:42:35: Und das... Oh Achtung, mein gutes Produkt.

00:42:41: Der nicht nur eins, aber es ist schon wirklich das Beste, das ich je hatte.

00:42:46: Ja.

00:42:47: Muss man

00:42:47: einfach mal sagen.

00:42:47: Er hat mir ja auch lange daran gearbeitet, aber das war eben, ja, also dieser Wechsel, der tat überhaupt nicht weh.

00:42:55: Wir entstehen bei euch neue Gerichte.

00:42:57: Also, wenn ihr neuer habt.

00:42:59: Karide Witzker.

00:43:00: Das

00:43:00: erzählt doch im Bestmagen.

00:43:05: Die Gerichte entstehen in dem meine Frau, die ja denn doch immer noch in der Küche leider ist.

00:43:14: Das klingt jetzt aber auch nicht nett, die leider immer noch

00:43:17: bei der Küche ist.

00:43:18: Ja, aber es ist ja so, der Plan war, dass sie wieder nach Freie kommen.

00:43:20: Der Plan ist natürlich, dass wir jemanden in der Küche haben oder ein Team in der Küche haben.

00:43:24: Und das hat sich leider bis die Data noch nicht wieder bewahrheitet.

00:43:27: Max,

00:43:28: du musst zurückkommen.

00:43:29: Oh.

00:43:30: Daisy hat eine irrsinnige Grabe mit Food umzugehen und Dinge neu zu kreieren oder mit Soßen zu spielen, mit Tools zu agieren.

00:43:43: Also ganz ehrlich, jedes Risotto, was sie macht, ist eine Offenbarung.

00:43:47: Also unglaublich.

00:43:52: Ja,

00:43:53: Risotto-Kochbo.

00:43:57: Neue Gerichte.

00:43:58: Ja, eigentlich genauso.

00:43:59: Es ist aber oft genug auch ein gemeinsames Ding, weil ich sage, ich habe Lust das zu machen.

00:44:04: Und dann frage ich ihn eigentlich schon, wie er sich das vorstellen könnte oder wie er das gerne essen würde.

00:44:10: Gerade ist bei uns voll das Thema, ich sitze an der Kreation eines Mettbrötchens, aber Deluxe.

00:44:16: Also, das heißt, ich mach zu Hause... Ich

00:44:18: bin da ja der Russikalere.

00:44:20: Sieht mir das Mettbrötchen.

00:44:22: Zwiebel darf drauf sein.

00:44:23: Aber ich mach quasi dann zu Hause die Sachen und lasse ihn testen.

00:44:27: Und ich kenn ihn ja schon ein bisschen.

00:44:29: Und wenn ich im Gesicht sehe, oh, da fehlt was, dann weiß ich, da fehlt was.

00:44:33: Und dann kommt von ihm ein paar Ideen, was er sich vorstellen könnte und dann läuft das.

00:44:38: Aber versuchst denn manchmal auch, Dinge zusammenzubringen, die überhaupt nicht zusammengehören?

00:44:42: Ja, ja, ich hab auch so ein Mörder krasses... Es ist gar kein Kochbuch, es ist ein Buch der Aromen.

00:44:49: Es sind eigentlich gefühlt nur dreihundert Seiten mit Statistiken und Tabellen.

00:44:53: und welches Produkt passt zu welchem und welches Produkt spielt die Säure mit dem aus?

00:44:59: und wo kommt die Süße, wenn ich das, also das ist schon ein bisschen bekloppt.

00:45:04: Meine Mutter hat mich auch gefragt, ob ich sicher bin, dass ich mit das wünsche.

00:45:09: Wenn sie wieder über dem Kochbuch rockt oder gewürzt bin.

00:45:13: Ja, so entsteht das bei uns.

00:45:14: Und natürlich ganz viel Vergangenheit, ne?

00:45:17: Also ich lebe bei den Gerichten tatsächlich in der Vergangenheit, weil ich möchte die alten Gerichte von früher, sei es die von meiner Mama oder die von meiner Oma, die möchte ich neu interpretieren und hier auf den Tisch bringen, weil es für mich einfach Kindheit und Glück war und ich das natürlich auch so weitergeben möchte.

00:45:33: und deswegen versuche ich immer irgendwie, also die Königsberger Klopse müssen nicht unbedingt in der fetten Sahnesoße liegen.

00:45:39: Das kannst du auch anders machen.

00:45:41: Und bei uns sind die, glaubst du, so immer vom Kalb.

00:45:43: Das heißt, das ist sowieso auch eine entspannte Geschichte.

00:45:46: Und ja, einfach so gute alte Sachen.

00:45:50: Entscheidet ihr dann gemeinsam, ob ein Gericht auf die Karte kommt?

00:45:54: Oder das entscheidest du?

00:45:55: Ja.

00:45:56: Und

00:45:57: dann

00:45:57: hast du schon mal Gericht gehabt, wo du dachtest, wow, das wird der Knaller.

00:46:00: Das ist das Gericht überhaupt.

00:46:02: Und was da total gefloppt hat.

00:46:03: Ja.

00:46:04: Ich finde es mega die Gäste nicht.

00:46:07: Was ist es?

00:46:07: Oh Gott, ist das halb.

00:46:08: War schon so viel.

00:46:10: Das war wirklich schon so viel.

00:46:12: Wiederum hab ich Sachen auf die Karte gepackt, wo ich hätte wetten können.

00:46:14: Das geht gar nicht und das war der Klassiker.

00:46:17: Nämlich?

00:46:18: Ähm, das war glaube ich auch letztes Jahr.

00:46:22: Ich hab noch jede Menge Rackfisk üblich gehabt aus Norwegen.

00:46:25: Rackfisk ist ja die Forelle, die tief in der Erde fermentiert wird.

00:46:30: Und ein typisches weihnachtliches Gericht ist in Norwegen.

00:46:33: Es ist so ein leckeres Produkt.

00:46:35: Zusammen mit einem hauchten Kneckebrot, mit... Zwiebeln, Gurken, Schmand, Ei.

00:46:40: Und ich dachte so, ich muss es loswerden, weil wir hätten es niemals aufbekommen.

00:46:44: Ja.

00:46:44: Und dann habe ich das hier auf dem Rösti gemacht mit einer Ei-Gurken-Rallish-Geschichte.

00:46:50: Und

00:46:51: die Leute haben es uns wirklich aus den Händen gerissen.

00:46:53: Ehrlich?

00:46:54: Ja.

00:46:54: Also keine zwei Wochen und die Rakfis gewann lehrt.

00:46:57: Und habt ihr dann nachgeordert?

00:46:58: Nee.

00:46:59: Nee.

00:47:00: Ja, weil daran zu kommen ist es nicht so einfach.

00:47:02: Wie kommst du auch nicht mal eben mal kurz?

00:47:04: Wusstest du schon irgendwie?

00:47:06: Mit der Kallerlein von Hürzeitz nach Norwegen fahren.

00:47:10: Mal eben.

00:47:11: Mal eben.

00:47:11: Mal

00:47:12: kurz.

00:47:12: Mal kurz.

00:47:12: Mal

00:47:12: kurz.

00:47:13: Mal

00:47:13: kurz.

00:47:13: Mal kurz.

00:47:14: Mal kurz.

00:47:14: Mal eben.

00:47:14: Mal eben.

00:47:14: Mal eben.

00:47:15: Mal eben.

00:47:15: Mal eben.

00:47:15: Mal eben.

00:47:16: Mal

00:47:16: eben.

00:47:16: Mal eben.

00:47:16: Mal eben.

00:47:17: Mal eben.

00:47:17: Mal eben.

00:47:17: Mal eben.

00:47:17: Mal eben.

00:47:18: Mal eben.

00:47:18: Mal eben.

00:47:18: Mal eben.

00:47:19: Mal eben.

00:47:19: Mal eben.

00:47:19: Mal eben.

00:47:20: Mal eben.

00:47:20: Mal eben.

00:47:20: Mal eben.

00:47:21: Mal eben.

00:47:21: Mal eben.

00:47:21: Mal eben.

00:47:21: Mal eben.

00:47:22: Mal eben.

00:47:22: Mal eben.

00:47:23: Mal eben.

00:47:24: Mal eben.

00:47:24: Mal eben.

00:47:24: Mal eben.

00:47:25: Mal eben.

00:47:25: Mal eben.

00:47:25: Mal eben.

00:47:26: Mal eben.

00:47:26: Mal eben.

00:47:26: Mal eben.

00:47:27: Mal eben.

00:47:27: Mal eben.

00:47:27: Mal eben.

00:47:28: Mal eben.

00:47:29: Mal eben.

00:47:29: Mal eben.

00:47:30: Mal eben.

00:47:30: Mal eben.

00:47:30: Mal eben.

00:47:30: Mal eben.

00:47:30: Mal eben.

00:47:31: Mal eben.

00:47:31: Mal eben.

00:47:32: Mal eben.

00:47:32: Mal eben.

00:47:32: Mal eben.

00:47:33: Mal eben.

00:47:33: Mal eben.

00:47:33: Mal eben.

00:47:34: Mal eben.

00:47:35: Mal eben.

00:47:35: Mal eben.

00:47:35: Mal

00:47:35: eben.

00:47:36: Ihr müsst die Frage nicht beantworten, aber die würde mich jetzt mal als Privatperson dafür interessieren.

00:47:41: Wie viel der Waren, die ihr einkauft, könnt ihr auch tatsächlich weiter verarbeiten und durchbringen?

00:47:46: Also gibt es so eine Faustregel, dass man sagt in einer Gastro, schmeißt man zwanzig Prozent der Lebensmittel weg, die man eingekauft hat oder sowas?

00:47:52: Also sicherlich wurde früher da... anders gearbeitet, also das heißt, es wird viel nachhaltiger gearbeitet.

00:48:00: Das heißt, das werden sicherlich in Restaurants wie wir es betreiben oder auch andere hier werden.

00:48:07: Neunzig Prozent wird verarbeitet auf alle Fälle.

00:48:10: Auf das gute

00:48:11: Grund eigentlich.

00:48:12: Also

00:48:13: früher im Schuburg meinst du, weil jetzt wird alles verarbeitet, weil

00:48:17: ich ganz

00:48:17: anders einkaufen kann jetzt.

00:48:19: Früher schätze ich mal so, der Lager ist bei Neunzig Prozent.

00:48:23: Heutzutage wird natürlich viel mehr oder von vielen Restaurants, viele Restaurants haben gar nicht mehr die Möglichkeit selber zu produzieren.

00:48:30: Das heißt, die müssen gehen dann sowieso andere Wege, die müssen dann mit Convenience Produkten, also direkt schon fix hergestellte Produkte arbeiten.

00:48:39: Die haben natürlich dann einen anderen Aufschlag, da geht es natürlich dann nicht um, was schmeiß ich weg, sondern wie sieht meine Kalkulation aus, Personalkosten, Warn, Einsatzkosten, das muss natürlich dann alles harmonieren, damit du halt überhaupt eine Marge.

00:48:52: dann auch von diesem Produkt durch solche Produkte bekommst.

00:48:56: Also es ist ziemlich fragil, so eine Rechenschiebarei heutzutage.

00:49:03: Einfach so eine Kalkulation auf der Stelle, was so ein Gericht kostet.

00:49:08: Heutzutage ist Licht als Hauptaugenmerk auf Personalkosten im Restaurant.

00:49:14: Hast du deine Betriebskosten?

00:49:15: Hast du noch deine Energiekosten?

00:49:17: Also das ist schon ganz schön wenig, was an Marge in irgendeiner Form überhaupt überbleibt.

00:49:23: Das heißt, wenn du dazwischen, ich sag mal bei einem Gericht, Schnitzel fünf bis zehn Prozent überhast, dann bist du gut in der Kalkulation.

00:49:36: Und das bei

00:49:36: dem Risiko?

00:49:37: Hast du an und für dich einen Schnitzel?

00:49:41: Und dann sag mal, liest du bei zehn Prozent, dann liest du bei drei Euro, die du am Ende des Tages davon überhast.

00:49:47: Wahnsinn.

00:49:48: Wie geht das?

00:49:49: Ja.

00:49:50: Und dann rechnen wir mal so einen ganzen Tag zusammen oder rechnen wir mal so Zeiten zusammen wie so in Äppendorf.

00:49:57: Oh, wir sind in den Sommerferien.

00:49:58: Alle fliegen, wirklich entfliegen aus.

00:50:01: Ja.

00:50:02: Und dann merkst du schon so, oh, Howard, du kannst deinen Personalkreis eben auch, oder Personalstamm eben auch gar nicht so richtig ... halten über über gewisse Zeiten.

00:50:11: Das heißt, wir sind an der Sicht teilweise schon eher auf der Insel Söld.

00:50:15: Wir sind Saisonbetrieb.

00:50:18: In Hamburg-Eppendorf fahren alle gerade auch in den heutigen Zeiten.

00:50:22: Man hat halt für wenig Geld, aber für Urlaub hat man Geld.

00:50:26: Das heißt, die Leute sind dann ab Anfang Sommerferien für vier bis fünf Wochen auch gerne mal weg.

00:50:34: Und dann hast du irgendwie, dachtest du, Mensch, das ist cool und es wird ein super Sommer.

00:50:38: Und hier sitzen gar nicht so viele draußen, weil einfach viele sind einfach weg, Stadtteil bezogen.

00:50:44: Ist es was anderes, als wenn ein Restaurant in der Hafen City ist und quasi Kreuzfahrtschiffe vorfahren und dann kommen dreitausend Leute raus, die dann irgendwie sich alle gerade im Brötchen kaufen.

00:50:54: Es sind halt viele Konstrukte in der Gastromie, die halt ganz ganz anders zum Rechnen zu bringen sind.

00:51:03: Das ist schon alles ein heißes Höschen sozusagen.

00:51:08: Habt ihr diese Situation schon erlebt, dass jetzt irgendwie eine größere Gruppe mal reserviert hat?

00:51:12: Ja, wir kommen jetzt mit zehn Personen und dann einfach nicht erschienen sind.

00:51:15: Ja.

00:51:16: Ich meine, habt ihr ja auch dann Kosten im Vorfeld?

00:51:18: Dieses Jahr im Sommer.

00:51:20: Wie geht ihr damit um?

00:51:22: Kann man dann nur Zähne zusammenbeißen und die Faust in der Tasche beiden?

00:51:25: Ja,

00:51:25: normal musst du bitten.

00:51:28: Das haben wir aber auch noch nicht richtig gelernt, weil das irgendwie so eine Situation ist, die möchtest du nicht.

00:51:34: Du musst solche großen Testschaumvorkasse bitten.

00:51:38: Oder Kreditkarten hinterlegen.

00:51:39: Ja, oder Kreditkarten hinterlegen und dann nur abziehen.

00:51:41: Es bringt nichts.

00:51:42: Also du kannst mit so einem Zehner tischständig kommen.

00:51:46: Da

00:51:46: sind tausend Euro, die flöten gehen.

00:51:47: Dein Abend ist damit unfassbar.

00:51:50: Den kriegst du auch nicht mehr.

00:51:51: Gerade im Sommer, in den Sommerferien kriegst du den nie wieder.

00:51:55: Und man hat, also gerade sich speziell dieser Abend, da kam der wieder raus bei mir, weil das einfach auch so ein Unding ist.

00:52:03: Also ich finde, wer sowas macht, spontan ein Tisch für zehn Leute reservieren.

00:52:10: Vielleicht sogar noch dazwischen sagt, oh, wir rufen an und sagen, wir kommen später.

00:52:13: Der hat keine Erziehung genossen, weil dann gar nicht aufgetaucht wird und du aber den ganzen Abend irgendwie die Leute wegschicken musst, weil der Tisch ja vermeintlich reserviert ist und dir dadurch dann eigentlich zweitausend Euro flöten gehen, weil der Zehn ertisch sind nicht gekommen und du hast die ganzen anderen Tische weggeschickt, die alle konsumiert hätten, ist aber eben so ein Learning von uns.

00:52:30: Aber wie wir auch immer gesagt haben, so die dreizig Euro, die dreizig Euro.

00:52:35: Schwelle für Gerichte, die ist einfach da.

00:52:38: Das wollten wir hier auch nicht, weil dafür sind wir viel zu sehr.

00:52:41: Nachbarschaft und Gemütlichkeits-Appendorf.

00:52:45: Klar, du kannst bestimmt irgendwie Appendorfer bauen, kannst top diese Preise nehmen, aber für uns war das immer so ein Ding, wollen wir nicht, genauso eben wie Vorkasse.

00:52:56: Jetzt an unseren Schnitzeltagen, an den Endentagen, ja, man kann mal krank werden, aber man wird nicht fünf Minuten vorher krank.

00:53:03: Und da irgendwie zu sagen, du musst jetzt für solche Tage Vorkasse nehmen, weil du ja die Produkte extra dafür einkaust.

00:53:09: Das ist ein Learning für uns und da sind wir auch immer noch am überlegen, ob oder ob nicht.

00:53:14: Weil irgendwie ist es, man soll ja entspannt in der Gastwoche gehen und man soll einen schönen Abend haben und nicht wissen, oh, mir werden gleich dreißig Euro abgebucht, weil ich nicht komme.

00:53:21: Aber es ist jetzt hier und da wird eben in mehreren Restaurants auch gebucht.

00:53:25: Das heißt, es sind absolut ein Freundeskreis, der sich dann sagt, Mensch, ich hab für sechs Personen da reserviert, ich hab für sechs Personen da reserviert.

00:53:32: Dann entscheidet man halt mal schnell vorher.

00:53:35: Dann möchte man natürlich keinem sagen, Mensch, bist ein böser Mensch, aber es passiert halt nun mal.

00:53:41: Da stehen wir und sagen, fassungslos.

00:53:43: Und sagen, hallo, achte doch mal bitte darauf.

00:53:47: Wie gehst du mit deinem Job um?

00:53:48: Wie gehst du mit Dingen um?

00:53:49: Achte darauf, das sind alles Menschen und die wollen ja was Gutes tun, die Gastonomen.

00:53:54: Ähm, so, und dann Christian Bux.

00:53:56: Ja, was ist ja in vielerlei Hinsicht, also wird ja immer mehr, egal welche Dienstleistung man nimmt, es ist ja der Anspruch, da ich bezahle, dir gehört mein Arsch.

00:54:07: Stellt man ja immer mehr fest.

00:54:08: Ur ausgedrückt.

00:54:11: Schlimm.

00:54:11: Ähm, hat sich euer Blick auf Erfolg verändert?

00:54:15: Was ist für euch Erfolg heute?

00:54:17: Erfolg ist... Ja, genau.

00:54:19: Wenn Erfolg ist, wenn du ein, wenn wir und die Gäste einen schönen Tag hatten, Und jeder den nächsten drückt und sagt so, wow, das nämlich gerne mit nach Hause und das nehmen wir dann gerne mit nach Hause und leh' ich sich ins Bett und sag so, geil, das war ein cooler Tag.

00:54:41: Erfolg zu sagen so, oh, das hängt mit Geld zusammen oder ... Nee, das gibt's eben nicht.

00:54:49: Es ist ja nicht so, dass wir eine Currywurst-Bude haben und darauf achten, dass drei Tausend Leute vorbeigekommen sind und das Geld Cash in the Tash geht, sondern es ist einfach schon ein harter Job, so eine Gastronomie zu führen.

00:55:06: Aber wenn wir am Ende des Abends uns anlächern und sagen, wow, das war cool, dann ist es ein erfolgreicher schöner Tag gewesen.

00:55:14: Das ist ja auch immer großartig.

00:55:16: Ich finde, abgesehen von dem Podcast, den wir hier produzieren, ist ja, dass ihr immer neue Ideen auch habt.

00:55:22: Das sind ja ein paar Sachen auch in der Pipeline, was ich jetzt mitbekommen habe.

00:55:25: Vorüber werden wir später noch mal sprechen.

00:55:28: Das seid ihr immer aktiv.

00:55:29: Zum Beispiel der Weihnachtsbaum, dieser Wunschbaum, den ihr jedes Jahr habt.

00:55:33: Das ist ja eine großartige Sache, die den Stadtteil auch zusammenbringt.

00:55:38: Das

00:55:39: ist ja auch das Weid-Dinner, was hier jedes Jahr passiert.

00:55:42: Das sind ja auch schon ein paar Jahre.

00:55:44: Genau, eben auf der Gemeinschaftsbaum.

00:55:46: Aller für sich passiert immer wieder

00:55:47: was.

00:55:48: Gemeinschaftsbaum, richtig.

00:55:49: Ich wusste, das ist das Weidste.

00:55:50: Ja, das

00:55:50: ist total schön, wenn du die kleinen Gesichter siehst, die Kinder, die dann irgendwie die Kugel nehmen, in den Baum hängen.

00:55:57: Und ich glaube, es gibt jedem hier so viel.

00:55:59: Also so viele Menschen halten inne, gehen an diesem Tarnbaum vorbei.

00:56:04: Da hoffe ich mir natürlich manchmal, dass sie auch reinkommen und vielleicht einfach auch nochmal einen Glühwein sich mitnehmen und dann auch noch mal weiter verweilen vor dem Baum.

00:56:14: Das passiert manchmal ein bisschen zu selten.

00:56:17: Aber es ist trotzdem bezaubernd zu sehen und auch jetzt kommen Leute in den Laden rein und bedanken sich für diese Aktion, die wir seit Jahren machen.

00:56:24: Das ist schon echt eine Wonde.

00:56:27: Wobei man da auch echt sagen muss.

00:56:29: Und das meine ich nicht als Werbung, sondern wirklich herzensempfehlung.

00:56:33: Und wir kriegen unsere Bäume immer vom Spargelhof Bollhues.

00:56:41: Und wir haben damals gesagt, das war ja nur mal mitten in der Pandemie.

00:56:44: Und haben gesagt, wir wollen einen Ort schaffen für alle, weil nach draußen durftest du.

00:56:50: Und es ist jedes Jahr immer so, dass die sich wirklich den schönsten Baum für uns aussuchen und herbringen.

00:56:57: Und das muss man einfach auch mal sagen, weil das ist ... Also ungelogen jedes Jahr stehen wir davor und sagen, boah, der ist noch größer, der ist noch voller und das müsste keiner machen, der nicht auch einen Sinn dahinter hat.

00:57:09: Und deswegen finde ich das auch wichtig, dass wirklich jeder weiß, okay, da ist einfach nicht nur wir mit der Idee, sondern da ist auch ein Spargelhof hinten dran, der sich wirklich bemüht, den schönsten Eppendorfer Gemeinschaftsbaum auszusuchen.

00:57:23: und da kann man auch wirklich einfach dankbar sein, weil das ist auch nicht normal in der heutigen Zeit.

00:57:27: Absolut.

00:57:29: Dann auch von mir vielen Dank dafür.

00:57:32: Was gibt euch Energie und was nervt euch bei Gästen, bei Behörden, bei Finanzämtern?

00:57:42: Mitarbeiter.

00:57:44: Also die Mitarbeiter geben Energie, weil, das habe ich ja vorhin schon gesagt, die sind einfach seit Jahren hier.

00:57:48: Und auch die neuen Mitarbeitern, alle wirklich, die kommen hier rein mit einer Freude und sind einfach weit aus mehr als Mitarbeiter, sondern mittlerweile wirklich eine schöne Crew und schöne Freundschaft, die man da miteinander hat.

00:58:04: Auch wenn einige dann wieder gehen, weil der Weg sich verändert.

00:58:08: Ist ja auch normal.

00:58:09: Ja, aber kommt jeder wieder hier rein und besucht uns und sagt so, hey cool, das war eine schöne Zeit.

00:58:16: Das ist ja mit das Wichtigste.

00:58:19: Ja.

00:58:20: Was

00:58:20: ein Nerv.

00:58:22: Was ein Nerv, keine Ahnung.

00:58:23: Die

00:58:24: Stimmung im Land.

00:58:26: Aha.

00:58:26: Ja, dafür kann ja jeder Einzelne nicht mehr irgendwas.

00:58:29: Aber wir hatten jetzt kurz vor Weihnachten, hatten wir auch das Gespräch mit Stammgästen, die halt so gefragt hat, wie war denn jetzt zu der Dezember und seid ihr denn zufrieden?

00:58:41: Und ich dann einfach nur sagen kann, nee, weil ganz ehrlich, wenn jeder nur noch in seinen vier Wänden sitzt und sich ... von dieser nervigen Presse irgendwie zumüllen lässt und alles ist schlimm und alles ist doof und alles wird teurer und alles wird noch schlimmer.

00:58:54: und nächstes Jahr steigen noch mehr Krankenkassenbeiträge.

00:58:58: und wenn es jeder aufnimmt und sich nichts selber mehr Gutes tut, dann nervt das.

00:59:03: Und dann ist es auch genau die Stimmung, die man einfach

00:59:06: spürt.

00:59:06: Das stimmt nicht.

00:59:07: Es ist eine wirklich super negative... Berichterstattung, also zurzeit in diesem Land gar nichts mehr positiv.

00:59:15: Das ist alles nur negativ und das nervt tierisch.

00:59:19: Also das ist nicht zu fassen.

00:59:21: und ganz ehrlich, da soll sich jeder mal besinnen.

00:59:25: Verkauft eure teuren Autos, so geht öfter in Restaurants, kurbelt das Land an, kauft wieder Dinge ein, macht euch selbst eine Freude.

00:59:36: Jeder Einzelhändler in der Innenstadt, jeder Gastronom.

00:59:39: jeden wird es erfreuen, wenn endlich mal wieder hier ein bisschen mehr Dampf dahinter ist und nicht jeder sein Geld unter dem Kopfkissen zurückhält, sondern nein, es ist jetzt erforderlich, dass jeder mal ein bisschen mehr rausgeht und jeder mehr tut für den Nachbarn, für den Zeitschriftenhändler.

00:59:59: Für

00:59:59: sich selber.

01:00:00: Egal,

01:00:00: für sich selber und dass sich das gut gehen lässt und nochmal ein dickes Stück Kuchen extra einkauft.

01:00:05: Also meine Güte.

01:00:07: Okay.

01:00:08: Von damals kommen wir zu unserer Rubrik.

01:00:11: Schnellfeuerfragen, habe ich jetzt hier drei Seiten.

01:00:17: Eure perfekter Feierabendrink.

01:00:22: Ein Gläschen leckeren Weißwein.

01:00:26: Den Merlot von Weingutkimmich.

01:00:29: Ein Gericht, das immer geht.

01:00:30: Schlitzel!

01:00:34: Auch bei uns, auch bei der Crew, es ist halt einfach so.

01:00:37: Auch bei der Crew ist der Schlitzel einfach immer... Total beliebt.

01:00:40: Es ist verrückt.

01:00:42: Hamburg ist für euch

01:00:43: Heimat.

01:00:44: Zuhause.

01:00:46: Ein Satz den Gäste bei euch oft sagen.

01:00:49: Das ist so schön hier.

01:00:52: Oh.

01:00:54: Was für eine tolle Atmosphäre.

01:00:56: Wer ist besser im Improvisieren?

01:00:58: Meine Frau.

01:00:59: Ich.

01:01:00: Wer bleibt ruhiger im Stress?

01:01:02: Jens.

01:01:04: Das stimmt.

01:01:05: Wer denkt langfristiger?

01:01:07: Jens.

01:01:10: Wer ist perfektionistischer?

01:01:11: Ich.

01:01:12: Ja?

01:01:14: Tierisch.

01:01:15: Du antwortest so schnell.

01:01:16: Möchtest du antworten, bevor ich die Frage stehe?

01:01:18: Wer hat mehr Geduld mit Gästen?

01:01:23: Ich bin in der Küche.

01:01:25: Also Jens.

01:01:28: Wer ist strenger im Team?

01:01:30: Ich.

01:01:31: Wer hat den besseren Überblick?

01:01:33: Ich.

01:01:38: Wer ist emotionaler bei Kritik?

01:01:40: Ich.

01:01:42: Wer liebt Zahlen?

01:01:44: Ich.

01:01:46: Er lässt mich gar nicht ran an die Zahlen.

01:01:48: Das stimmt überhaupt gar nicht.

01:01:52: Vor Rich treten.

01:01:53: Soll ich kurz rausgehen?

01:01:54: Ich lass aber laufen hier.

01:01:58: Wer vertraut mir den Bauchgefühl?

01:02:00: Da sind wir beide ganz gut eigentlich.

01:02:02: Je nach Situation.

01:02:04: Wer steht früher auf?

01:02:05: Jens.

01:02:06: Wer hält länger durch?

01:02:08: Jens.

01:02:12: Schade, dass da keine Videokamera laufen hat.

01:02:16: Wer probiert lieber Neues aus?

01:02:18: Ich.

01:02:19: Wer sagt schneller Nein?

01:02:22: Ich.

01:02:24: Oh, das war das erste.

01:02:28: Wer vergisst eher zu essen?

01:02:30: Also ich werde so herrschhaftlich verwöhnt in meinem Leben, dass ich... Kann

01:02:36: das gar nicht vergessen.

01:02:37: Ich werde nie vergessen.

01:02:39: Okay.

01:02:41: Auf der anderen Seite ist es immer gar nicht so einfach, die sich alles körperlich gerecht darzustellen.

01:02:51: Weil ich einfach so viele Sachen nicht essen kann.

01:02:53: Weil die wie einfach so viele Allergien und Dinge nicht essen darf.

01:02:58: Der ist ordentlicher.

01:03:00: Also ich mach immer das Bad.

01:03:03: Wir lernen uns immer gestern ein, um die Wohnung überhaupt mal zu putzen.

01:03:06: Wer ist diplomatischer?

01:03:09: Es gab dieses Jahr schon Momente, da war ich richtig diplomatisch.

01:03:14: Ansonsten.

01:03:15: Das

01:03:16: kann man gleich stellen.

01:03:18: Wer braucht mehr Uhezeiten?

01:03:21: Oh, ich natürlich.

01:03:22: Ich habe eine sehr junge Frau an meiner Seite.

01:03:27: Und die Mensch.

01:03:32: Brauche ich denn auch nachtgetaner Arbeit?

01:03:34: Dafür hast du dann auch die seriwige

01:03:36: Katzen.

01:03:38: Okay, wer wäre der bessere Gast von euch beiden?

01:03:41: Wir beide hätten wir keine Gastronomie.

01:03:43: Seid ihr kritische Gäste drin?

01:03:44: Wir waren das hingegen.

01:03:45: Das

01:03:45: ist richtig schlimm.

01:03:47: Natürlich ist man sehr kritisch.

01:03:50: Das fängt schon an.

01:03:51: Meine Mutter hat es früher so genervt.

01:03:53: Mein Bruder war in der Küche, hat Koch gelernt im Landhaus Still.

01:03:58: Meine Wenigkeit in vier Jahreszeiten und wir saßen damals.

01:04:03: Sterne-Laden von dem Papa Hensler und der war in der Markthalle.

01:04:07: Das war ein irrer Laden, da war alles so mit Papaschi verhangen und wir waren so schlimme Gäste, mein Bruder und ich, weil wir natürlich jeden Scheiß auseinander genommen haben und meine Eltern dann irgendwie aufgeschlagen, gesagt, hey, ihr nervt uns und haben dann eigentlich einfach in Windeseile, sind wir abgehauen.

01:04:30: weil wir einfach ganz schlechte Gäste sind.

01:04:33: Und das haben wir Gott sei Dank dann auch irgendwann gemerkt.

01:04:36: und dementsprechend, man hält mittlerweile so ein bisschen auch seinen Mund und genießt natürlich

01:04:43: auch mehr.

01:04:44: Wer von euch beiden könnte das Restaurant für einen Monat allein besser führen?

01:04:49: von euch?

01:04:50: Lisi?

01:04:51: Nein.

01:04:52: Weil ganz ehrlich, dieser Laden funktioniert nicht alleine.

01:04:56: Da steht Manzels drüber und wir sind beide Manzels und keiner von uns könnte ihn laden, ohne den anderen führen.

01:05:02: Ehm, also in der, in gleich kleiner Qualität sowieso nicht.

01:05:06: Das geht gar nicht.

01:05:07: Also überleg mal, wenn ich in Monat nicht da bin und Jens kochen muss.

01:05:11: Dann müsste ich meinen Bruder anrufen.

01:05:12: Ja.

01:05:13: Und weil ich hier noch so eine schöne Seite habe, die mache ich jetzt auch noch zu Ende.

01:05:17: Welches Wort hört ihr nie gern im Service?

01:05:19: Schwerde.

01:05:21: Okay.

01:05:22: Das hören wir ja nie.

01:05:23: Nee, so gut wie nie.

01:05:24: Aber wenn ich das hören würde, würde ich sagen, oh.

01:05:26: Ich muss ja jetzt mal zahlen, könnt auch abwaschen.

01:05:32: Ja, zahlen, ja, wenn's denn sein muss.

01:05:35: Das ist auf der Satz, bei der mir innerlich zusammenzuckt.

01:05:38: Ja, ein bisschen.

01:05:39: Die Augen vertreten.

01:05:40: Trotzdem lächeln.

01:05:41: Gast fragt nach Catcher.

01:05:42: Schon mal passiert?

01:05:43: Ja, passiert öfter, ja.

01:05:45: Pommes ohne Catcher?

01:05:46: Wir haben natürlich auch Pommes auf der Karte und dementsprechend...

01:05:50: Welches Gericht wird am meisten unterschänzt?

01:05:54: Steckrübe.

01:05:56: Ist kein Gericht.

01:05:57: Ja,

01:05:58: Gericht.

01:05:59: Welches Gericht wird unterschätzt?

01:06:00: Es ist schwer zu sagen, weil...

01:06:03: Na gut, nee, was soll

01:06:04: ich machen?

01:06:04: Figa deli mit Kartoffelsalat.

01:06:05: Nein.

01:06:09: Was kostet euch heimlich Nerven?

01:06:11: Also, wenn Gäste etwas machen, von denen sie nicht wissen, dass es blödeste Geschirr zusammenräumen, zum Beispiel?

01:06:14: Ja, ganz schlimm, geht gar nicht.

01:06:16: Lass das.

01:06:17: Mein Tipp an euch alle.

01:06:18: Lass die Teller stehen.

01:06:20: Der Service hat seinen eigenen Weg, die Teller auf die Arme zu trappieren.

01:06:25: Nicht zusammenstapeln, nichts machen.

01:06:27: Und auch ganz schlimm sind nasse Servierten in Wasser gläsern.

01:06:31: Nee,

01:06:31: gar nicht.

01:06:33: Das Schlimmste ist eine Stoff Servierte, die auf den...

01:06:38: Heller

01:06:38: gelegt wird.

01:06:39: Gelegt wird, wo noch die Soße drin ist.

01:06:42: Das

01:06:42: ist eklig.

01:06:43: Und wo du sagst, sag mal, machst du das zu Hause auch?

01:06:51: Was bestellt ihr selbst?

01:06:52: nie, wenn ihr unterwegs seid?

01:06:53: Fleisch.

01:06:54: Weil?

01:06:55: Weil das keiner so gut kann wie ich.

01:06:58: Scherz.

01:06:59: Ich bin gerade biffbar.

01:07:02: Nein, aber ich bin definitiv bei Fleisch, weil ... Ich hatte das ein einziges Mal, da waren wir essen.

01:07:08: Und das war das erste und einzige Mal bis dato, dass Jens gesagt hat, boah.

01:07:13: Das ist ein Gericht, das könnte ich mir ahn noch mal bestellen, da könnte ich mich einlegen.

01:07:16: Das ist ein Fleisch, das ist von vorne bis hinten hervorragend.

01:07:19: Das ist immer so ein... Nee?

01:07:22: Nee.

01:07:23: Also sollte man sich immer Sachen bestellen, die man selber nicht macht.

01:07:26: Und letzte Frage, würdet ihr euch selbst als Gäste mögen?

01:07:31: Nein.

01:07:32: Ja.

01:07:35: Also gehst du nur alleine.

01:07:38: Das müsste dann alleine gehen scheinbar.

01:07:41: Doch, wir können gut trinken.

01:07:42: Also da sind wir super gestern.

01:07:43: Sonst sind wir halt Gastronomen, die auch wirklich anstrengend sind.

01:07:47: Also, aber das ist ja auch das, was ich mir von den Gästen wünsche.

01:07:51: Wenn

01:07:51: man dreht und wendet natürlich

01:07:52: viel des Platz.

01:07:52: Ja, wenn was nicht passt oder dir was nicht schmeckt, dann nicht weiter essen und sagen ja, ist alles gut, sondern dann sagen hey sorry, das kann ich nicht essen, weil das das.

01:08:01: Ich meine nur so kann man als Gastronom wachsen.

01:08:04: Und nur so bringt es auch der Küche was.

01:08:07: Also es bringt ja nichts, den Teller leer zu machen und sagen, danach zu sagen, ihr habt aber überhaupt gar nicht geschmeckt oder ihr sagt mir's vorher, dann kann ich was ändern.

01:08:14: Gut, ein schöner letzter Tipp.

01:08:18: Dann danke ich euch sehr herzlich zu dieser außergewöhnlichen Folge von Als der Ego.

01:08:24: Sehr schön.

01:08:24: Heute

01:08:24: mal bei euch vorgestellt.

01:08:26: Vielen Dank.

01:08:27: Ja und wir... Sehen uns zur nächsten Folge am...

01:08:30: ...fünftzehnten

01:08:32: Januar wieder und dann in alter Neujahrsfrische.

01:08:35: Auf

01:08:35: jeden Fall.

01:08:35: Wieder mit Gästen.

01:08:37: Mit Gästen.

01:08:37: Es hat

01:08:37: mich sehr, sehr gefreut.

01:08:39: Euch einen guten Rutsch ins neue Jahr.

01:08:41: Ebenso.

01:08:41: In ein erfolgreiches, gesundes, glückliches, selbstbestimmtes, entspanntes, fröhliches, ausgelassenes...

01:08:48: Auf

01:08:48: vieler als der Ego ist.

01:08:51: Auf jeden Fall.

01:08:52: Und wenn ihr uns Fragen, Anregungen, Kommentare zukommen lassen wollt, könnt ihr das natürlich gerne

01:08:57: tun.

01:08:59: Unsere nächsten Gäste sind Kerstin Dräger, Synchronsprecherin und Schauspielerin.

01:09:05: Und Martin Herschelmann, Fahrer der Fahrerpasto, ist das gleiche?

01:09:10: Ich weiß gar nicht.

01:09:12: Kirche St.

01:09:13: Johannes.

01:09:13: Wir freuen uns aufs nächste Mal.

01:09:15: Bis dahin, macht's gut.

01:09:16: Tschüss.

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